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Fall Peng Shuai: Biden "beunruhigt" - Chinas Video-Offensive

Von dpa
Aktualisiert am 21.11.2021Lesedauer: 3 Min.
Peng Shuai hatte VorwĂŒrfe wegen eines sexuellen Übergriffs veröffentlicht.
Peng Shuai hatte VorwĂŒrfe wegen eines sexuellen Übergriffs veröffentlicht. (Quelle: Mark Schiefelbein/AP/dpa/Archivbild./dpa)
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Washington/Peking (dpa) - US-PrĂ€sident Joe Biden zeigt sich "tief beunruhigt" ĂŒber das Schicksal von Peng Shuai, Chinas Staatsmedien steuern mit teilweise merkwĂŒrdig anmutenden Videoclips gegen die weltweite und immer lauter werdende Empörung an.

Der Fall der verschwundenen Tennisspielerin hat höchste politische Ebenen erreicht und bringt das Reich der Mitte wenige Wochen vor Beginn der Olympischen Winterspiele (4. bis 20. Februar) in immer grĂ¶ĂŸere ErklĂ€rungsnot. Am Sonntagabend teilte das Internationale Olympische Komitee dann mit, dass IOC-PrĂ€sident Thomas Bach ein Videotelefonat mit Peng Shuai gefĂŒhrt habe.

"Wir fordern die chinesischen Behörden auf, unabhĂ€ngige und ĂŒberprĂŒfbare Beweise ĂŒber ihren Aufenthaltsort und ihre Sicherheit zur VerfĂŒgung zu stellen", sagte Bidens Sprecherin Jen Psaki. China habe eine Null-Toleranz-Politik gegenĂŒber Kritikern und man verurteile dieses weiterhin. Peng hatte Anfang November den chinesischen Spitzenpolitiker Zhang Gaoli des sexuellen Übergriffs beschuldigt und ist seitdem nicht mehr öffentlich gesehen worden.

China mit Video-Offensive

Wohl aufgrund des wachsenden internationalen Drucks veröffentlichte der Chefredakteur der Staatszeitung "Global Times" ĂŒber das Wochenende diverse Videoclips, die belegen sollen, dass es der frĂŒheren Weltranglistenersten im Doppel gut gehe. Allerdings weisen die Videos diverse MerkwĂŒrdigkeiten beim Schnitt auf - und Peng Shuai ergreift nicht einmal selbst das Wort.

Ein Clip zeigt die 35-JĂ€hrige angeblich in einem Restaurant in Peking mit ihrem Trainer und Freunden, ein weiterer soll bei der Eröffnung eines Jugend-Tennisturniers entstanden sein. Erstaunlicherweise wurden die Videos bei Twitter veröffentlicht, das in China grĂ¶ĂŸtenteils der Zensur zum Opfer fĂ€llt.

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Entsprechend unbeeindruckt zeigte sich Steve Simon, Chef der internationalen Damentennis-Organisation WTA. "Dieses Video alleine ist nicht ausreichend. WĂ€hrend es positiv ist, sie zu sehen, bleibt es unklar, ob sie frei ist und ihre eigenen Entscheidungen treffen kann", kommentierte der GeschĂ€ftsfĂŒhrer den Restaurant-Clip.

Simon hatte bereits zuvor gedroht, die WTA-Tour komplett aus China zurĂŒckzuziehen, sollte die Situation mit Peng Shuai nicht schnell und zufriedenstellend geklĂ€rt werden. Ein Schritt, der die Organisation mehrere Hundert Millionen Dollar kosten wĂŒrde. In China fanden allein 2019 neun Turniere statt, die WTA Finals sind zudem bis 2028 an Shenzhen vergeben.

In der Mitteilung des IOC hieß es, dass zu Beginn des 30-minĂŒtigen Anrufs Peng Shuai fĂŒr die Sorge um ihr Wohlergehen gedankt habe. Sie erklĂ€rte, dass sie in Sicherheit sei und wohlauf in ihrem Haus in Peking lebe, aber dass ihre PrivatsphĂ€re zu dieser Zeit respektiert werden solle. Deshalb verbringe sie ihre Zeit gerade am liebsten mit Freunden und Familie. Am Ende des GesprĂ€chs lud Bach Peng Shuai zu einem Abendessen ein, sobald er im nĂ€chsten Januar in Peking ankomme. Sie habe die Einladung angenommen, hieß es vom IOC.

Brief an chinesischen US-Botschafter

Simon hat zudem in einem Brief an den chinesischen US-Botschafter um Hilfe gebeten. "Dies ist eine dringende Angelegenheit, die die Aufmerksamkeit von ranghohen Politikern erregen sollte, so dass sie erfolgreich gelöst werden kann", schrieb der FunktionÀr. Er fordere, dass Peng Shuai das Land verlassen könne oder in einer Telefonkonferenz allein mit ihm reden könne.

Nachdem sich bereits Stars wie Serena Williams und Naomi Osaka besorgt ĂŒber Peng Shuai geĂ€ußert hatten, haben nun auch Roger Federer und Novak Djokovic das Wort ergriffen. "Diese Nachrichten sind schon sehr beunruhigend. Ich hoffe, sie ist sicher. Die Tennisfamilie steht zusammen", sagte der 40 Jahre alte Schweizer. "Ich hoffe sehr, dass es ihr gut geht."

Djokovic befĂŒrwortete, dass die WTA mit ihrem RĂŒckzug aus China droht. "Ich unterstĂŒtze die Stellungnahme der WTA als Organisation und auch ihren PrĂ€sident völlig", sagte der 34 Jahre alte Serbe bei den ATP Finals in Turin. Es wĂ€re "ein bisschen merkwĂŒrdig", sagte Djokovic, wenn die Situation nicht gelöst sei und man Turniere in China austrage. Bisher sind dies alles Worte. Letztlich werden sich alle Beteiligten an ihren Taten messen lassen mĂŒssen.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) reagierte derweil sehr reserviert auf den Fall. "Das IOC schĂ€tzt die von so vielen Athleten und Nationalen Olympischen Komitees geĂ€ußerten Bedenken. Wir begrĂŒĂŸen auch die UnterstĂŒtzung der IOC-Athletenkommission fĂŒr unseren stillen diplomatischen Ansatz", teilte ein Sprecher mit. Dies bedeute, dass man den offenen Dialog mit der olympischen Bewegung in China auf allen Ebenen fortsetzen werde.

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