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Niemeier kämpft sich ins Achtelfinale von Wimbledon

Von sid, np

Aktualisiert am 01.07.2022Lesedauer: 3 Min.
Jule Niemeier kann es kaum fassen: Sie steht im Achtelfinale von Wimbledon.
Jule Niemeier kann es kaum fassen: Sie steht im Achtelfinale von Wimbledon. (Quelle: Frank Wolter/dpa-bilder)
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Jule Niemeier ist aktuell nicht zu stoppen: Die 22-Jährige setzte sich in ihrem Einzel durch – und steht als Debütantin sensationell im Achtelfinale von Wimbledon.

Mit einem Arbeitssieg ins Achtelfinale: Wimbledon-Debütantin Jule Niemeier hat nach ihrem Überraschungserfolg am Mittwoch die nächste Hürde im All England Club gemeistert. Beim 6:4, 3:6, 6:3 gegen die zähe Lesia Zurenko aus der Ukraine lief längst nicht alles nach Plan, doch Niemeier kämpfte sich ins Match und nach 2:04 Stunden in die nächste Runde.

Am Rande des Court 18, der durch viele Tenniskrimis in der Wimbledongeschichte Berühmtheit erlangt hat, atmete auch Niemeiers Trainer Christopher Kas nach der "emotionalen Achterbahnfahrt" auf – und fand bewundernde Worte. "Zum ersten Mal in Wimbledon, zum ersten Mal in der dritten Runde, nach dem Sieg über die Nummer 2: Bei all den Faktoren bin ich auch ein bisschen stolz auf sie", sagte Kas.

Nun trifft die Wimbledon-Debütantin auf die Britin und Lokalmatadorin Heather Watson, die die Slowenin Kaja Juvan mit 7:6 (8:6) und 6:2 bezwang. Sowohl Watson als auch Niemeier sind auf dem Papier weit von der Weltspitze entfernt. Der Lauf der 22-jährigen Dortmunderin könnte also weitergehen – zumal sie in ihrer Drittrunden-Partie noch viel Luft ließ, sich zu steigern.

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Niemeier braucht lange, um ins Spiel zu finden

Zwei Tage nach dem sensationell souveränen Sieg über die Estin Anett Kontaveit, immerhin die Nummer zwei der Setzliste, brauchte Niemeier lange, um ins Spiel zu finden. Der bislang so starke Aufschlag ließ sie im Stich, insgesamt servierte sie elf Doppelfehler. Schon nach wenigen Minuten kassierte sie ihr erstes Break im Turnier – zu Null.

Jule Niemeier in Aktion: Die 22-Jährige aus Dortmund ist der deutsche Shootingstar in Wimbledon.
Jule Niemeier in Aktion: Die 22-Jährige aus Dortmund ist der deutsche Shootingstar in Wimbledon. (Quelle: Toby Melville/Reuters-bilder)

Erst nach dem zweiten Aufschlagverlust wachte Niemeier auf und zeigte die Qualitäten, die ihr den Ruf einer deutschen Tennishoffnung eingebracht haben: Ein gefühlvoller Stopp nur Zentimeter hinter das Netz und ein Passierball aus vollem Sprint – dann hatte sie Satzball und profitierte dabei von einem der seltenen Fehler Zurenkos.

"Wichtig ist, dass ich mich in allen Bereichen weiterentwickele"

Die spielt zwar nicht so spektakulär wie Niemeier, doch mit der Erfahrung von zehn Wimbledonstarts solide und druckvoll. Niemeier brauchte auch im zweiten Durchgang einen Weckruf, um zu ihrem Spiel zu finden. Wieder gab sie zweimal ihren Aufschlag ab, wieder lag sie 0:3 zurück und wieder arbeitete sie sich mühevoll zurück. Doch Zurenko hielt dagegen.

Wie schnell Niemeier lernt, bewies sie im entscheidenden dritten Satz. "Wichtig ist, dass ich mich in allen Bereichen weiterentwickele, damit ich auch an Tagen, an denen nicht alles läuft, gewinnen kann", hatte sie nach dem Sieg über Kontaveit gesagt. Gegen Zurenko lief lange wenig, insgesamt kassierte sie zehn Breaks – und das, obwohl sie in ihren ersten beiden Partien nicht einmal den Aufschlag hatte abgeben müssen. Und dennoch reichte es am Ende fürs Achtelfinale.

Die Wildcard, die der Deutsche Tennis-Bund für das kleine Turnier im westfälischen Versmold in der kommenden Woche bereithielt, kann der Verband nun anderweitig vergeben. Niemeier bleibt auf der bedeutendsten Tennisbühne der Welt – und darf weiter träumen.

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