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Felix Neureuther: Der deutsche Sport verliert ein Idol – und muss jetzt handeln


MEINUNGNeureuthers Karrierende  

Der deutsche Sport verliert ein Idol – und muss jetzt handeln

Ein Kommentar von Tobias Ruf

17.03.2019, 11:44 Uhr
Felix Neureuther: Der deutsche Sport verliert ein Idol – und muss jetzt handeln. Felix Neureuther erreichte in seiner Laufbahn 47 Podestplätze. (Quelle: imago images/Martin Hoffmann)

Felix Neureuther erreichte in seiner Laufbahn 47 Podestplätze. (Quelle: Martin Hoffmann/imago images)

Felix Neureuther beendet seine Karriere. Der deutsche Sport verliert eine große Persönlichkeit. Und muss jetzt alles daran setzen, Neureuther in irgendeiner Form zu binden.

Felix Neureuther macht Schluss. In Andorra endet nach 16 Jahren eine Weltkarriere.

Der deutsche Sport verliert im 34-Jährigen aus Garmisch-Partenkirchen eine seiner schillerndsten Figuren und einen großen Charakter. Und genau deshalb muss Neureuther dem deutschen Sport erhalten bleiben – in welcher Funktion auch immer.

Denn Neureuther war Zeit seiner Karriere immer mehr als nur ein einfacher Skifahrer.

Großer Druck, große Erfolge

Mit großem Namen und entsprechend hohem Druck startete er im Alter von 19 Jahren seine Karriere. Das deutsche Skifahren im Herrenbereich war zu dieser Zeit quasi nicht existent.

Der Sohn von Olympiasiegerin Rosi Mittermaier und Weltcupsieger Christian Neureuther trug alle Last auf seinen Schultern. Er sollte Deutschland wieder konkurrenzfähig machen.

Der junge Mann hielt dem Druck stand. Mit 13 Siegen ist er der erfolgreichste deutsche Alpine im Weltcup. Der ganz große Einzeltitel blieb dem Slalomspezialisten verwehrt, auch wenn er sich seit dem Team-Gold 2005 Weltmeister nennen darf. In seiner Paradedisziplin gewann Neureuther WM-Silber (2013) und zweimal -Bronze (2015/2017), dazu kommt eine weitere Bronzemedaille mit der Mannschaft (2013).

24. Januar 2010: Felix Neureuther gewinnt in Kitzbühel seinen ersten Weltcup. (Quelle: imago images/Sammy Minkoff)24. Januar 2010: Felix Neureuther gewinnt in Kitzbühel seinen ersten Weltcup. (Quelle: Sammy Minkoff/imago images)

Trotz seiner Erfolge blieb er sich aber immer treu. Er war stets ein Lausbub, für jeden Spaß zu haben und um keine schlagfertige Antwort verlegen. Doch er konnte auch anders.

Sport ohne Werte, das war für Neureuther undenkbar. Ob Internationales Olympisches Komitee, Gigantismus im Sport oder zuletzt die internen Abläufe im deutschen Skiverband: Er ist ein kritischer Kopf und wollte Dinge verändern. Zum Positiven und stets in Einklang mit den hohen moralischen Standards, mit der er seine aktive Karriere bestritten hat.


Dies tat er nicht, um sich in den Mittelpunkt zu drängen oder um eine Ausrede zu finden, weshalb es für die absolute Weltspitze am Ende nicht mehr gereicht hat. Es ging ihm immer um den Sport.

Neureuther ist zu einer Stimme geworden, die auch über den alpinen Bereich Hinweg Gehör findet.

Olympia ist kein Makel

Die fehlende olympische Medaille wird ihm nicht selten als Makel angeheftet. Sie ist aber im Rückblick nur eine Randnotiz.

Gewinner im Sport werden eben nicht nur aus Medaillen bei Olympia gemacht. Es ist die Art und Weise, wie man seine Karriere als Ausnahmesportler bestreitet. Und die ist beispielhaft!

Skandale? Eitelkeiten? Gejammer? Nein, das gab es mit Felix Neureuther nicht. Glanzmomente im sportlichen und menschlichen Bereich, die aber gab es zuhauf.

Ritterschlag von Superstar Hirscher

Vielsagend äußerte sich der wohl beste Skifahrer aller Zeiten Marcel Hirscher über seinen Freund und einstigen Rivalen. „Felix ist unglaublich talentiert, aber was mich immer fasziniert hat, ist die menschliche Seite. Er hat mir immer geholfen, stand immer mit Rat und Tat zur Seite - auch, als wir große Konkurrenten waren. Er ist ein beeindruckend feiner Kerl."

Von diesem Gesamtpaket kann der ein oder andere Sportler noch was lernen. Und davon muss der deutsche Sport auch in Zukunft profitieren.

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