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Vierschanzentournee – Furioser Eisenbichler holt Platz zwei: "Geiles Gefühl!"

Vierschanzentournee  

Furioser Eisenbichler holt Platz zwei: "Ein geiles Gefühl"

31.12.2018, 10:56 Uhr | sid

Vierschanzentournee – Furioser Eisenbichler holt Platz zwei: "Geiles Gefühl!". Markus Eisenbichler: Der DSV-Adler jubelt bei der Siegerehrung über den zweiten Platz.  (Quelle: dpa/Daniel Karmann)

Markus Eisenbichler: Der DSV-Adler jubelt bei der Siegerehrung über den zweiten Platz. (Quelle: Daniel Karmann/dpa)

Markus Eisenbichler springt beim Tournee-Auftakt in Oberstdorf sensationell aufs Podest und verpasst nur um 22 Zentimeter den Sieg. Zwei deutsche OIympiasieger enttäuschen.

Markus Eisenbichler brüllte vor Freude, auf der Tribüne feierten 25.000 Fans ihren "Super-Adler": Mit einem furiosen zweiten Platz hat der Allgäuer in Oberstdorf einen Traumstart in die 67. Vierschanzentournee erwischt. "Die Tournee, und dann das erste Podest in der Saison - das ist einfach ein geiles Gefühl. Ich bin gerade ein bisschen emotional", sagte der WM-Dritte, dem umgerechnet nur 22 Zentimeter auf den Tagessieger Ryoyu Kobayashi fehlten.

Markus Eisenbichler ballt die Faust: Schon nach dem ersten Durchgang lag der Siegsdorfer auf dem zweiten Platz. (Quelle: imago images/Sven Simon)Markus Eisenbichler ballt die Faust: Schon nach dem ersten Durchgang lag der Siegsdorfer auf dem zweiten Platz. (Quelle: Sven Simon/imago images)

Während Andreas Wellinger und Severin Freund am Schattenberg ein Desaster erlebten und den zweiten Durchgang verpassten, hielt Eisenbichler den Traum vom ersten deutschen Gesamtsieg seit Sven Hannawald vor 17 Jahren am Leben. "Ich bleibe ganz entspannt. Ich weiß, dass ich in einer guten Form bin", sagte der von seinen Kollegen nur "Eisei" genannte Topflieger, der ganz nebenbei das beste Ergebnis seiner Karriere einstellte.

Bundestrainer Schuster: "Jetzt kann er im Schlaf springen"

Eisenbichler segelte auf 133,0 und 129,0 Meter, mit 281,9 Punkten lag er direkt hinter Weltcup-Spitzenreiter Kobayashi aus Japan (282,3). "Ich freue mich riesig für Markus. Am Schluss war es ein Nervenspiel. Markus hat das Potenzial zu gewinnen. Jetzt kommen Schanzen, wo er im Schlaf springen kann", sagte Bundestrainer Werner Schuster.

Markus Eisenbichler schreit seine Freude heraus: Der DSV-Adler konnte das Endergebnis mit Platz zwei zunächst kaum fassen. (Quelle: Reuters/Michael Dalder)Markus Eisenbichler schreit seine Freude heraus: Der DSV-Adler konnte das Endergebnis mit Platz zwei zunächst kaum fassen. (Quelle: Michael Dalder/Reuters)

Dritter wurde Doppel-Weltmeister Stefan Kraft aus Österreich (280,5), direkt dahinter folgte der Norweger Andreas Stjernen (278,2). Titelverteidiger Kamil Stoch (Polen/267,6), der die vorherigen fünf Tournee-Springen allesamt gewonnen hatte, musste sich mit dem achten Rang begnügen.

Die übrigen DSV-Adler blieben hinter den Erwartungen zurück. Lokalmatador und Geheimfavorit Karl Geiger kam zwei Wochen nach seinem Sieg in Engelberg als zweitbester Deutscher auf Rang zwölf, direkt vor Stephan Leyhe (Willingen). Richard Freitag (Aue), im vergangenen Jahr Zweiter in Oberstdorf, landete auf Rang 16. "Die ersten Meter fühlen sich bei mir derzeit nicht so schön an, da springe ich ins Leere. Ich habe das Gefühl, dass ich immer zu früh bin", sagte der Sachse.

Wellinger und Freund enttäuschen

Eine große Enttäuschung gab es für die Team-Olympiasieger Wellinger (Ruhpolding) und Freund (Rastbüchl), für die das Springen vorzeitig beendet war. Vor allem für Wellinger war Rang 39 eine herbe Enttäuschung. "Das muss ich erst einmal sacken lassen, so etwas macht keinen Spaß. Die Kopfnuss für den Scheiß habe ich mir selbst gegeben", sagte Wellinger, dessen Tournee-Träume früh platzten.

Enttäuscht war auch Freund, obwohl von dem Ex-Weltmeister nach langer Verletzungspause keine Wunderdinge zu erwarten gewesen waren. "Das war eine ganz schlechte Leistung, schade. So einen Tag wie heute hätte ich mir nicht gewünscht", sagte der 30-Jährige nach Rang 36. Freund hatte 2015 am Schattenberg für den bislang letzten deutschen Tournee-Tagessieg gesorgt.

Punkte sammelten auch deutscher Sicht immerhin David Siegel (Baiersbronn/17.), Pius Paschke (Kiefersfelden/21.) und Constantin Schmid (Oberaudorf/24.).

Eisenbichler hat keine Zeit zum Verschnaufen

Sieger Kobayashi sollte sich derweil nicht in Sicherheit wiegen, zu oft stürzten die Oberstdorf-Sieger am Ende noch ab: Seit 1993 brachten nur 15 von 25 Springern ihre am Schattenberg eroberte Führung in der Gesamtwertung bis nach Bischofshofen.

Zeit zum Durchschnaufen bleibt Eisenbichler, Geiger, Freitag und Co. derweil nicht. Wie schon im Vorjahr gibt es zwischen Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen keinen Ruhetag. Knapp 20 Stunden nach dem Auftakt geht es schon am Montag auf der Olympiaschanze von 1936 (14.00 Uhr im Liveticker bei t-online.de) mit der Qualifikation zum Neujahrsspringen weiter.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen sid

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