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Erinnerungskunst: Boltanski-Retrospektive im Centre Pompidou

Erinnerungskunst  

Boltanski-Retrospektive im Centre Pompidou

13.11.2019, 14:50 Uhr | dpa

Erinnerungskunst: Boltanski-Retrospektive im Centre Pompidou. Eine Besucherin steht vor einem Kunstwerk, einem Streifenvorhang mit einem Porträt des französischen Konzeptkünstler Christian Boltanski.

Eine Besucherin steht vor einem Kunstwerk, einem Streifenvorhang mit einem Porträt des französischen Konzeptkünstler Christian Boltanski. Foto: Sabine Glaubitz/dpa. (Quelle: dpa)

Paris (dpa) - Raumfüllende Werke aus mehr als 40 Jahren: Das Centre Pompidou in Paris widmet dem französischen Konzeptkünstler Christian Boltanski die erste umfangreiche Ausstellung seit 1984. Gezeigt werden 40 Arbeiten, in denen der heute 75-Jährige gegen das Vergessen und Verdrängen von Vergangenheit kämpft.

Unter den Exponaten: Installationen aus abgenutzten Kleidern, rostigen Kisten mit Registriernummern und anonymen Fotos, Artefakte mit autobiografischem Bezug sowie "L’homme qui tousse" (etwa: Der Mann, der hustet), sein erster Kurzfilm, der 1969 entstanden ist. Er zeigt einen verunstalteten Mann, der Blut spuckt.

Auf rund 2000 Quadratmeter, die fast ganz in ein Halbdunkel getaucht sind, sieht man riesige Porträts anonymer Menschen, die aus den Räumen blicken, und in schwarze Kleider gehüllte Holzfiguren. Wie das Museum erklärt, will die bis zum 16. März dauernde Werkschau keine Retrospektive sein, sondern ein "Herumwandern" durch Boltanskis Gedächtniskunst.

Dabei ist die Szenografie zu einem Kunstwerk an sich geworden. Es gibt keine Ausstellungstexte; die Installationen gehen fast übergangslos ineinander über und führen den Besucher durch dunkle Welten, in deren Mittelpunkt die Themen Holocaust, Vergänglichkeit, Tod und Erinnerung stehen.

Es sind Sujets, die in engem Zusammenhang mit der Lebensgeschichte des Künstlers stehen. Boltanski wurde am 6. September 1944 in Paris als Sohn eines jüdischen Vaters geboren. Der Konzeptkünstler, Fotograf und Bildhauer ist Autodidakt. Anfänglich widmete er sich der Malerei, bis er Ende der 60er sein Gedächtniswerk begann: ein zutiefst menschliches und auf Emotionen basierendes Universum.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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