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Warum wir Asterix vor dem Schicksal Armin Laschets bewahren sollten

  • Marc von LĂĽbke-Schwarz
Eine Kritik von Marc von LĂĽpke

Aktualisiert am 21.10.2021Lesedauer: 3 Min.
Titelbild des neuen Asterix-Bandes: Im deutschsprachigen Raum werden die Abenteuer der beiden Gallier bei Egmont Ehapa Media verlegt.
Titelbild des neuen Asterix-Bandes: Im deutschsprachigen Raum werden die Abenteuer der beiden Gallier bei Egmont Ehapa Media verlegt. (Quelle: Asterix®- Obelix®- Idefix®/© 2021 Les Éditions Albert René)
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War das wirklich nötig? Ein neuer Asterix-Band liegt in den Regalen. Besser würden wir ihn allerdings in die Wüste schicken – so wie es Armin Laschet, dem Gallier der Politik, bereits passiert ist.

Wir befinden uns im Jahr 2021 nach Christus. Ganz Deutschland erwartet das Erscheinen des neuen Asterix-Bandes. Ganz Deutschland? Nein! Denn es ist bereits das 39. Abenteuer des kleinen Galliers und seines Freundes Obelix.


Das waren die zehn ersten Asterix-Comics

Die erste Ausgabe: Asterix der Gallier. Die Römer entführen den Druiden Miraculix, um an das Rezept des Zaubertrankes zu kommen. Asterix und Obelix müssen ihn aus dem Legionärslager befreien. In diesem ersten Teil kommen mehrere kleine Details vor, die in den Folgeausgaben nicht mehr erscheinen. Zum Beispiel trägt Obelix eine Axt, mit der er in den weiteren Bänden nicht mehr ausgestattet ist.1967 erschien der Comic als gleichnamiger Zeichentrickfilm.
Die zweite Ausgabe: Asterix und Kleopatra. In dieser Ausgabe wettet Kleopatra mit Cäsar, in kürzester Zeit einen Palast bauen lassen zu können. Asterix und Obelix helfen dem Bauherren und den Bauarbeitern dabei und versorgen sie mit Zaubertrank.
+8

39 Bände! Wo mussten Asterix und Obelix nicht bereits einschreiten, um römische Legionäre und andere Unholde zu verdreschen ... Im Schatten der Pyramiden etwa bewahrten sie einst die legendäre Herrscherin Kleopatra mit ihrem hübschen Näschen vor einer Schmach, bei den Briten und Belgiern, den Korsen und Spaniern setzte es weiter reichlich Hiebe. Vom heimischen Gallien ganz zu schweigen.

Kinderparadies der Antike

Geographisch wird es allerdings langsam eng, deswegen spielt der gerade erschienene neue Band mit dem Titel "Asterix und der Greif" auf bislang unbekanntem Terrain: dem imaginären Barbaricum. Genauer gesagt den Weiten im Osten Europas, wo einst das Reitervolk der Sarmaten lebte.

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Immer noch besser als der Band "Obelix auf Kreuzfahrt" von 1996, in dem es Asterix nach Atlantis verschlägt, werden eingefleischte Fans nun denken. Atlantis mutierte zu einer Art antikem Ikea-Kinderparadies. Es brauchte schon einen ordentlichen Schluck Zaubertrank, um das aushalten zu können.

Nun ist also der Osten an der Reihe, wo Schnee und Kälte den Galliern zu schaffen machen. Man fragt sich, wann den Galliern die Erde zu klein sein wird – und sie in den Weltraum aufbrechen. Halt, Besuch aus dem All kam bereits vor. Im Band "Gallien in Gefahr" von 2005 bekommen es Asterix und Obelix mit Außerirdischen zu tun. Außerirdische im Gallien der Antike? Die Geschichte war unterirdisch schlecht, außerirdisch geradezu.

Und genau darin liegt das Problem: Verkauft und gelesen werden Asterix und Obelix immer. Egal, auf welchen antiken Irrwegen sich Altmeister Albert Uderzo auch verstolperte. 1959 hatte er als Zeichner zusammen mit seinem kongenialen Partner und Texter René Goscinny die Welt des kleinen Galliers Asterix ersonnen.

Tod des groĂźen Comic-Texters

Großartige Zeichnungen, noch großartigere Texte, beides gespickt mit viel Humor und zahlreichen Anspielungen auf nationale Klischees, etwa von Franzosen und Deutschen, Spaniern und Korsen. Die Lektüre von Asterix war Amüsement, Geschichtsstunde und Völkerverständigung in einem. Zugleich leistete Frankreich mit Asterix und Obelix dem amerikanischen Comic-Imperium von Walt Disney mindestens ebenso viel Gegenwehr, wie es das kleine gallische Dorf mit den Legionen Cäsars tat.

Doch 1977 folgte der Schock. Goscinny starb, viel zu frĂĽh, von groĂźer Trauer begleitet. Uderzo machte allein weiter. Waren es die Fans, die neue Abenteuer forderten? War es das Geld?

Egal. Fest steht: Es war nicht Uderzos beste Idee, nun auch die Texte zu übernehmen. Nach "Asterix bei den Belgiern" von 1979 begann der allmähliche Niedergang. Da erging es den Galliern wie einst ihren Erzfeinden, den Römern. So wie Asterix seinen Federschmuck am Helm bei eher trüberen Gemütslagen runterhängen lässt, machten viele Fans immer längere Gesichter, je schlechter die Geschichten wurden.

Uderzo ließ sich davon nicht beirren, erst als er selbst ein Methusalix wurde, gab er seine Schöpfung ab. Jean-Yves Ferri als Texter und Didier Conrad als Zeichner wurden 2005 auf den Schild des Häuptlings gehoben. Und haben es tatsächlich geschafft, nicht wie Majestix herunter zu stürzen. Auch ihr neuestes Werk "Asterix und der Greif" ist durchaus lesenswert, schöne Zeichnungen und gute Texte ergänzen einander. Ernüchternd nur, dass sie nicht die Genialität des Duos Goscinny und Uderzo erreichen.

Laschet als Gallier

Deren Asterix-Abenteuer begeisterten die Kinder in der Schule und den Althistoriker an der Universität zugleich. Ob dieser Spagat auch Ferri und Conrad in "Asterix und der Greif" gelingt? Wohl eher nicht. Wie stark Asterix aber bereits unsere Kultur geprägt hat, bewies der "Spiegel" im vergangenen April. In Comic-Form hatte das Nachrichtenmagazin Armin Laschet auf den Schild gestellt, schwankend um Halt ringend. Der dazu passende Titel lautete: "Armin Laschet als Häuptling Wirdsonix".

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Der gestrauchelte CDU-Kanzlerkandidat, der der Wirklichkeit und dem katastrophalen Wahlergebnis zum Trotz gleichwohl Anspruch auf den Posten des Regierungschefs erhob, wirkt wie ein Abziehbild der Asterix-Macher. Allesamt wollen sie nicht einsehen, dass die beste Zeit lange vorbei ist. Wie sagt Cäsar am Ende des ersten Bandes "Asterix der Gallier" so passend: "Als Dank für den Dienst, den ihr mir erwiesen habt, schenke ich euch die Freiheit!"

Auch wir sollten Asterix und Obelix, Miraculix, Idefix und den vielen, vielen verdroschenen Römern diese Ehre erweisen. Denn besser wird es nicht mehr. Nicht für Armin Laschet, nicht für das kleine gallische Dorf.

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