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Mike Krüger offenbart in Autobiografie seine schlimme Kindheit


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Mike Krüger offenbart seine schlimme Kindheit

Von dpa
Aktualisiert am 01.10.2015Lesedauer: 3 Min.
Mike Krüger hat trotz seiner schlimmen Kindheit das Lachen nicht verlernt.
Mike Krüger hat trotz seiner schlimmen Kindheit das Lachen nicht verlernt. (Quelle: dpa-bilder)
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Seit 40 Jahren steht Mike Krüger schon auf der Bühne und pünktlich zu seinem Jubiläum hat es sich der Komiker nicht nehmen lassen, seine Autobiografie zu schreiben. In dem Buch mit dem Titel "Mein Gott, Walther - Das Leben ist oft Plan B" erzählt er unter anderem auf amüsante Weise, wie er trotz schlimmer Kindheit das Lachen nicht verlernt hat.

Krügers Leben begann nämlich alles andere als rosig. Die ersten Seiten des Buches sind äußerst heftig und man muss mehrmals schlucken angesichts der traurigen Details. So erfährt der Leser, dass Michael Friedrich Wilhelm Krüger (so sein richtiger Name) am 14. Dezember 1951 zwei Monate zu früh in Ulm geboren wurde und zunächst halbseitig gelähmt in einem Brutkasten lag. Erst sechs Monate später konnten ihn seine Eltern mit nach Hamburg nehmen. Als Krüger drei Jahre alt war, starb seine Mutter unter ungeklärten Umständen in einem Pariser Hotelzimmer; zu seinem Vater und seiner Stiefmutter konnte er nie eine richtige Beziehung aufbauen. Sie steckten ihn mit zehn Jahren in ein Internat in Büsum, wo die Kinder noch mit dem Rohrstock verprügelt wurden.

"Lachen hilft ja viel"

Warum er trotzdem oder gerade deswegen so ein optimistischer Mensch wurde, erklärt Mike Krüger im Interview so: "Ich denke, da gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder man macht das Gegenteil von dem, was man erfährt und wird positiv und optimistisch. Oder man wird so, wie es einem vorgeführt wird. Ich glaube, das kann man in manchen Fällen gar nicht selber beeinflussen. Er habe zum Glück positive Gene. Seine Erfahrung sei: "Lachen hilft ja viel, gerade, wenn man traurig ist."

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Als Rudi Carrell 1975 anrief und ihn in seine Samstagabend-Show "Am laufenden Band" einlud, konnte es Mike Krüger erst nicht glauben und dachte, jemand habe sich einen Scherz erlaubt. Doch der 23-jährige mittellose Architekturstudent, der nebenbei in einer Hamburger Kneipe als Sänger auftrat, hatte richtig gehört: Der legendäre Showmaster wollte, dass er seinen Song "Mein Gott, Walther" in seiner Sendung präsentierte, die damals um die 22 Millionen Zuschauer sahen. Ein Stern am Showbusiness-Himmel war geboren und Rudi Carrell meinte vorausschauend: "Mach weiter solche lustigen Lieder, dann könnte aus dir vielleicht sogar mal was werden."

Recherche mit von der Lippe und Dall

Nach dem Durchbruch hängte der gelernte Betonbauer, der als Lehrling am neuen Hamburger Elbtunnel mitarbeitete, sein Architekturstudium an den Nagel und stürzte sich ins aufregende Showbusiness. In lustigen Anekdoten des Buches erfährt der Leser zum Beispiel, wie der Erfinder von "Bodo mit dem Bagger" zusammen mit Karl Dall und Jürgen von der Lippe herausfinden wollte, wie teuer eine komplette Hotel-Minibar ist (689,50 Mark), dass die Rolling Stones tatsächlich nichts anbrennen ließen und wie Thomas Gottschalks Ehefrau Thea bei einem Treffen am Tegernsee den Titel für die erfolgreiche Kinokomödie "Die Supernasen" erfand.

Aber auch Misserfolge steckte der Blödelbarde, der 1984 mit "Krügers Nationalquark" bei RTLplus seine erste Fernsehsendung bekommen hatte, scheinbar ohne große Probleme weg. So sahen Kritiker in seiner ersten eigenen Samstagabend-Show "Vier gegen Willi" in der ARD, in der die Kandidaten teils mit abstrusen Spielideen konfrontiert wurden, den "Untergang des Abendlandes". Wesentlich erfolgreicher war da seine Teilnahme als festes Mitglied bei der satirischen Talkshow "7 Tage - 7 Köpfe" bei RTL (1996 bis 2005), in der sieben Comedians, unter ihnen auch Rudi Carrell, auf die vergangene Woche zurückblickten - dafür gab es den Deutschen Fernsehpreis und den Bambi.

"Das hat meiner Meinung nach mit Unterhaltung überhaupt nichts zu tun"

Den heutigen TV-Formaten kann Krüger, der sich mit 63 Jahren langsam in den Ruhestand verabschieden und sich mehr dem Golfsport widmen möchte, nur wenig abgewinnen: "Das hat meiner Meinung nach mit Unterhaltung überhaupt nichts zu tun. Die finanzielle Not von ehemaligen Showstars dazu auszunutzen, sie in einen Dschungel einzusperren mit einer Gage, die ihnen vielleicht über das nächste halbe Jahr hilft, das finde ich unterste Schiene."

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