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So tickte die Schwester der Queen: Prinzessin Margaret wäre heute 90 geworden

Jüngere Schwester der Queen  

"Enfant terrible" des Königshauses: So tickte Prinzessin Margaret

21.08.2020, 17:44 Uhr | spot on news, mbo, t-online

So tickte die Schwester der Queen: Prinzessin Margaret wäre heute 90 geworden. Prinzessin Margaret: Hier auf einem Foto aus dem Jahr 1958. (Quelle: Victor Blackman/Daily Express/Hulton Archive/Getty Images)

Prinzessin Margaret: Hier auf einem Foto aus dem Jahr 1958. (Quelle: Victor Blackman/Daily Express/Hulton Archive/Getty Images)

Prinzessin Margaret stand im Schatten ihrer älteren Schwester Queen Elizabeth II. – umso ausgelassener gestaltete sie ihr Leben. Heute wäre sie 90 Jahre alt geworden.

Die Queen und ihre jüngere Schwester Prinzessin Margaret waren sich vom Wesen her nicht sonderlich ähnlich. Besonders als junge Frau war Margaret lebenshungrig, rauchte und trank häufig Alkohol. Mit Whisky und Zigaretten wurde sie ihr Leben lang in Verbindung gebracht. Die junge Elizabeth griff eher zum Wasserglas. Doch so sehr sich die beiden Frauen voneinander unterschieden, sie arbeiteten gemeinsam für die Krone.

Margaret nahm im Namen der Queen zahlreiche Termine wahr. 2002 starb sie mit 71 Jahren, am heutigen Freitag, den 21. August 2020, hätte die Countess of Snowdon ihren 90. Geburtstag gefeiert.

König George VI., Prinzessin Margaret, Prinzessin Elizabeth (später Queen Elizabeth II.) und die spätere Queen Mum. (Quelle: imago images / Mary Evans)König George VI., Prinzessin Margaret, Prinzessin Elizabeth (später Queen Elizabeth II.) und die spätere Queen Mum. (Quelle: imago images / Mary Evans)

In den vergangenen Jahren war und ist Prinzessin Margaret immer wieder Thema, weil sie in der Netflix-Serie "The Crown" eine wichtige Rolle spielt. In der dritten Staffel wird sie von Hollywoodstar Helena Bonham Carter dargestellt, zuvor war Vanessa Kirby in ihre Rolle geschlüpft. Das Publikum vor den Bildschirmen erlebt eine entfesselte Prinzessin, die 1965 mit ihrem Mann, dem Fotografen Antony Armstrong-Jones, die USA besucht und das Weiße Haus samt US-Präsident Lyndon B. Johnson im Sturm erobert. Fernab von der Wahrheit sind diese Szenen nicht.

Im Dezember 1965 berichtete der "Spiegel": "Daheim ist Margaret nur Prinzessin. In Amerika wurde sie Königin. Zwanzig Tage lang reiste das Ehepaar Armstrong-Jones privat durch die USA. Zwanzig Tage lang trennte Margaret die Creme der amerikanischen Gesellschaft in Eingelademe und Nichteingeladene. 'Das Gesetz des Dschungels herrscht', klagte eine Abgewiesene." Dann bat Präsident Lyndon B. Johnson ins Weiße Haus. "Sanft legte der 190 Zentimeter große Staatstexaner seine Hände zum Tanz um die kleine Britin. Vizepräsident Humphrey und Verteidigungsminister McNamara küssten ihr gänzlich unamerikanisch die Hand..." Als das Paar mit seinen 70 Koffern zurück nach London flog, schwärmte die Wochenzeitschrift "New Statesman": "Nach Beatles und Scotch Whisky ist die königliche Familie Britanniens ergötzlichster Export in die USA."

Unglücklich verliebt

Margaret genoss ihren Triumph, doch sie hatte auch eine ganz andere Seite. Die Prinzessin war immer öfter auch eine gebrochene Frau, die sich im Schatten ihrer Schwester wähnte. Ihr Freund, der Autor John Julius Norwich, sagte später über sie: "Ich habe noch nie eine unglücklichere Frau gesehen." Der Grund ihres exzessiven Whisky- und Weinkonsums war offenbar eine unglückliche Liebe.

Margaret wollte bereits in den Fünfzigerjahren den 16 Jahre älteren ehemaligen Oberst und Hofstallmeister Peter Townsend heiraten. Ihre Schwester verbat ihr diese Ehe, weil es nach den damaligen Gesetzen Mitgliedern des britischen Königshauses untersagt war, eine bereits geschiedene Person zu heiraten. 1955 verkündete eine todtraurige Margaret offiziell das Ende der Beziehung zu Townsend.

Peter Townsend und Prinzessin Margaret: Ihre Liebe wurde am Hof nicht akzeptiert. (Quelle: imago images / ZUMA/Keystone)Peter Townsend und Prinzessin Margaret: Ihre Liebe wurde am Hof nicht akzeptiert. (Quelle: imago images / ZUMA/Keystone)

Turbulente On-Off-Beziehung

1957 lernte sie auf einer Party den bekannten Fotografen Antony Armstrong-Jones kennen. "Ich genoss seine Gesellschaft, nahm aber nicht viel Notiz von ihm, weil ich ihn für schwul hielt", erzählte die Prinzessin ihrem Biografen Christopher Warwick. Drei Jahre nach dem ersten Treffen heiratete sie den Mann, der daraufhin von der Queen in den Adelsstand zum Earl of Snowdon erhoben wurde. Margaret und Antony sollen eine turbulente On-Off-Beziehung geführt haben, er sei ein Schwerenöter gewesen. Anne de Courcy, die eine Biografie über ihn verfasst hat, schrieb unter anderem: "Die Mädchen kamen weiter in sein Studio, auch seine Langzeitfreundin Jacqui Chan. Außerdem hatte er noch eine Affäre mit der schönen Schauspielerin Gina Ward."

Mai 1960: Prinzessin Margaret und ihr Ehemann Antony Armstrong-Jones auf dem Balkon des Buckingham-Palastes. (Quelle: imago images / ZUMA/Keystone)Mai 1960: Prinzessin Margaret und ihr Ehemann Antony Armstrong-Jones auf dem Balkon des Buckingham-Palastes. (Quelle: imago images / ZUMA/Keystone)

Affäre mit Mick Jagger?

Auch Margaret ließ nichts anbrennen. Ihr werden Liebschaften mit Mick Jagger sowie den Kinostars David Niven und Peter Sellers nachgesagt. Ihre Zeit verbrachte sie am liebsten auf der Karibikinsel Mustique. Das Urlaubsdomizil war ein Hochzeitsgeschenk von Margarets Jugendfreund Colin Tennant, Lord Glenconner.

1978 wurde Margarets Ehe mit Antony Armstrong-Jones (er starb 2017) geschieden. Eine Befreiung für die Prinzessin war das nicht. Allmählich begann sich ihr Alkohol- und Zigarettenkonsum gesundheitlich auszuwirken. Sie überstand eine Lungenkrebserkrankung, bei der ihr der linke Lungenflügel entfernt wurde und nach der sie unverdrossen weiterrauchte. Doch nach ihrem vierten Schlaganfall starb Prinzessin Margaret am 9. Februar 2002 mit 71 Jahren in einem Londoner Krankenhaus.

August 2000: Prinzessin Margaret, Prinz Philip und Queen Elizabeth II. am 100. Geburtstag von Queen Mum (2.v.l.). (Quelle: imago images / Newscast)August 2000: Prinzessin Margaret, Prinz Philip und Queen Elizabeth II. am 100. Geburtstag von Queen Mum (2.v.l.). (Quelle: imago images / Newscast)

"Von Zeit und Leben nicht gut behandelt"

Sie hinterlässt zwei Kinder aus der Ehe mit Armstrong-Jones: Ihr heute 58-jähriger Sohn David Armstrong-Jones, 2. Earl of Snowdon ist ein bekannter Möbeldesigner und Chairman des Aktionshauses Christie's in London. Tochter Sarah ist drei Jahre jünger und hat 1994 den Schauspieler und Künstler Daniel Chatto geheiratet. Prinzessin Margaret wäre heute vierfache Großmutter.

Antony Armstrong-Jones und Prinzessin Margaret mit ihren Kindern Sarah und David. (Quelle: imago images / ZUMA Press)Antony Armstrong-Jones und Prinzessin Margaret mit ihren Kindern Sarah und David. (Quelle: imago images / ZUMA Press)

Die "Times" schrieb einmal, dass "die Zeit und das Leben Prinzessin Margaret nicht gut behandelt" haben. Hätte man ihr erlaubt, "die Liebe ihres Lebens zu heiraten, wäre sie eine glücklichere und vielleicht eine gesündere Frau gewesen".

Die Geister streiten sich auch nach ihrem Tod darüber, ob Margaret nun die royale Skandalnudel war, oder ob sie ihr privates Glück für das Wohlergehen der englischen Monarchie aufgegeben hat.

Verwendete Quellen:

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