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Massive Kritik für Heidi Klums Dragqueen-Show: "Kultureller Missbrauch"

Sie stößt auf Ablehnung  

"Kultureller Missbrauch": Massive Kritik für Heidi Klum

28.06.2019, 09:31 Uhr | JSp, t-online.de, dpa

Heidi Klum sucht mit Bill Kaulitz und Conchita Wurst "Queen of Drags" (Quelle: ProSieben)

"Queen of Drags": Bei dem neuen Show-Format werden Männer, die häufig unscheinbar durch das Leben laufen, in Glamour Girls verwandelt. (Quelle: ProSieben)

Klum, Kaulitz und Conchita Wurst in neuer Sendung

Heidi Klum bekommt zusammen mit Bill Kaulitz und Conchita Wurst eine neue Show. Bei dem Show-Format "Queen of Drags" werden Männer, die häufig unscheinbar durch das Leben laufen, in Glamour Girls verwandelt. (Quelle: ProSieben)

"Queen of Drags": Bei dem neuen Show-Format werden Männer, die häufig unscheinbar durch das Leben laufen, in Glamour Girls verwandelt. (Quelle: ProSieben)


Heidi Klum sucht bald die beste Dragqueen Deutschlands. Absurd finden das vor allem viele Dragqueens. Einige von ihnen fordern jetzt in einer Petition: "Kein Foto für Heidi". 

Am Mittwoch gab ProSieben bekannt, dass es eine neue Castingshow mit Heidi Klum in der Jury geben wird. Statt junger Mädchen will es die 46-Jährige nun aber mit Dragqueens versuchen. Zusammen mit Bill Kaulitz und Conchita Wurst beschäftigt sich Klum in der Show "Queen of Drags" mit Männern, die sich künstlerisch als Frauen inszenieren. 

Bei vielen in der queeren Szene, in der die US-Showreihe "RuPaul's Drag Race" sich großer Beliebtheit erfreut, die auch bei Netflix zu sehen ist, stößt die ProSieben-Ankündigung auf Entsetzen.

"Keinerlei Verbindung zur Drag-Community"

In einer Online-Petition der Berliner Szenegrößen Ryan Stecken und Margot Schlönzke heißt es: "Wir sehen es als problematisch an, dass eine heteronormative weiße Frau, die bisher keinerlei nennenswerte sichtbare Verbindung zur Drag-Community hatte und bisher auch nicht das Leben einer Drag gelebt hat, nun der deutschen Version der wahrscheinlich erfolgreichsten queeren Sendereihe vorsitzen soll und damit Geld verdienen wird. Dies geht unserer Ansicht nach über eine 'kulturelle Aneignung' hinaus, wir sehen dies als kulturellen Missbrauch!"

Margot Schlönzke:

Ryan Stecken: 

Von den Initiatoren der Petition ist in sozialen Netzwerken zu lesen, dass es viele Alternativen zu Heidi Klum geben würde, etwa Promis wie Guido Maria Kretschmar, Ralph Morgenstern, Lilo Wanders, Hella von Sinnen, Desirée Nick, Harald Glööckler oder "Mary" Georg Preuße. Die konkrete Forderung der Petition lautet: "Wir fordern ProSieben dazu auf die Besetzung der Jury bei 'Queen of Drags' mit Heidi Klum zu überdenken und sie durch eine queere Person zu ersetzen, beispielsweise durch Conchita Wurst, die als echte queere Person bereits als Nebenjurorin vorgesehen ist." Bisher haben das Formular rund 2.300 Menschen unterschrieben (Stand: Freitagmorgen).


Olivia Jones verteidigt Heidi Klum 

Deutschlands wohl bekannteste Dragqueen Olivia Jones verteidigt Klum dagegen. Sie wird wohl ebenfalls Teil der Sendung sein. Auf Instagram schreibt sie: "Dafür haben viele jahrelang vergeblich gekämpft. Den Durchbruch hat am Ende Heidi Klum gebracht, in dem sie bei 'Germany's Next Topmodel' den Mut hatte, Dragqueens eine große Plattform zu geben und in dem sie sich danach für ein eigenes Dragqueen-Format stark gemacht hat." Bei GNTM ließ Klum in der jüngsten Staffel zum zweiten Mal Dragqueens an der Seite der Kandidatinnen auftreten. 

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HURRA! @prosieben hat heute offiziell die heißen Gerüchte um eine Art deutsches »Drag Race« bestätigt. »Queen Of Drags« wird das Format heißen. Damit bekommen Drag Queens in Deutschland erstmals bei einem großen deutschen TV-Sender eine eigene Prime Time Show. Dafür haben Viele jahrelang vergeblich gekämpft. Den Durchbruch hat am Ende @heidiklum gebracht, in dem sie bei @germanysnexttopmodel den Mut hatte, Drag Queens eine große Plattform zu geben und in dem sie sich danach für ein eigenes Drag Queen Format stark gemacht hat. Endlich können auch deutsche Drags mal allen zeigen, dass sie sich hinter ihren amerikanischen Kolleginnen nicht verstecken müssen und wir eine unglaublich vielfältige Szene haben. Natürlich wird »Queen Of Drags« in erster Linie ein Unterhaltungsformat werden. Aber dieser Durchbruch ist ein Symbol für mich – und das an einem fast historischen Datum: Es waren allen voran Drag Queens, die vor 50 Jahren in vorderster Front bei den Stonewall Aufständen in der New Yorker Christopher Street gegen Ausgrenzung und Unterdrückung auf die Barrikaden gegangen sind. Sie sind dadurch zu wichtigen Symbolen im Kampf um Gleichberechtigung geworden. Ohne Drag Queens wären CSDs undenkbar und Schlagworte wie Diversity, Tolerance und Respect graue Phrasen. Drag Queens sind mutig und laut, bunte Botschafter für Toleranz, Vielfalt und Respekt, damit auch immer politisch. Und das ist genau das, was wir in unserer heutigen Zeit wieder dringend brauchen. Auch deshalb freue ich mich, Teil des Formats zu werden. Details darf ich aber erst zum Start der Sendung verraten. Es bleibt also spannend. ;)

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Außerdem könne man mit dem Format endlich zeigen, dass sich deutsche Dragqueens nicht hinter denen aus den USA verstecken müssen, so Olivia Jones weiter. 


In "Queen of Drags" sollen zehn Dragqueens in eine Villa einziehen. "Germany's Next Topmodel"-Chefin Heidi Klum moderiert. Jede Woche gibt es Aufgaben, am Ende bleibt die "Queen of Drags" als Siegerin übrig.

Verwendete Quellen:

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