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Rassismus-Vorwürfe: Serien und Filme werden verbannt

Von t-online, dpa, JaH

Aktualisiert am 11.06.2020Lesedauer: 3 Min.
Clark Gable und Vivien Leigh: Sie spielten die Hauptrollen in "Vom Winde verweht".
Clark Gable und Vivien Leigh: Sie spielten die Hauptrollen in "Vom Winde verweht". (Quelle: imago images / Mary Evans)
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TV-Sender und Streamingdienste haben ihr Programm überarbeitet und rassistische Werke aus dem Programm genommen. Grund dafür dürften die vielen Proteste nach dem Tod von George Floyd sein.

Der US-Streaminganbieter HBO max nimmt den Filmklassiker "Vom Winde verweht" vorerst aus dem Programm. Das zu Warner Media gehörende Unternehmen wolle dem Film Erklärungen zu dessen rassistischen Vorurteilen und der problematischen Darstellung von Sklaverei zur Seite stellen, erklärte ein Sprecher am Dienstag. "Er wird mit einer Erläuterung seines historischen Kontexts und einer Distanzierung von den rassistischen Darstellungen ins Programm wiederaufgenommen werden", hieß es laut "Hollywood Reporter" in einem Statement des Unternehmens.


Abschied von George Floyd

Beisetzung von George Floyd: Der Sarg von George Floyd wird in einer weißen Kutsche auf den Friedhof Houston Memorial Gardens transportiert.
Beisetzung von George Floyd: Sargträger verlassen die Kirche mit dem Sarg von George Floyd.
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"Vom Winde verweht" ist 1939 erschienen und erzählt die Geschichte der Gutsherrin Scarlett O'Hara in den US-Südstaaten zu Zeiten des Bürgerkriegs. Auch nach der Abschaffung der Sklaverei stehen darin mehrere afroamerikanische Charaktere freiwillig und loyal zu Scarletts Familie, Probleme durch Sklaverei werden in dem Klassiker nicht thematisiert.

"Ein Film, der schmerzhafteste Stereotype verbreitet"

Zuerst hatte John Ridley, Drehbuchautor des Sklavendramas "12 Years a Slave", von HBO gefordert, das Liebesdrama aus dem Angebot zu nehmen. "Es ist ein Film, der in den Momenten, in denen er nicht ohnehin den Horror der Sklaverei ignoriert, einige der schmerzhaftesten Stereotype über People of Color verbreitet", schrieb er in der "Los Angeles Times". "Es arbeiteten die größten Talente Hollywoods ihrer Zeit gemeinsam daran, eine Geschichte zu glorifizieren, die es so nie gab."

Schauspielerin Hattie McDaniel hatte in dem Film ein Kindermädchen gespielt und dafür 1940 den Oscar gewonnen. Bei der Verleihung durfte sie wegen ihrer dunklen Hautfarbe nicht mit dem Rest des Teams an einem Tisch sitzen, sondern war in den hinteren Teil des Raumes verbannt worden.

Auch "Little Britain" wegen Rassismusvorwürfen entfernt

Auch die BBC hat ihr Programm überarbeitet und die Comedy-Serie "Little Britain" wegen Rassismusvorwürfen aus ihrer Mediathek entfernt. "Die Zeiten haben sich geändert", hieß es zur Begründung in einer Mitteilung der Rundfunkanstalt. Die gesellschaftskritische Parodie der britischen Komiker David Walliams und Matt Lucas wurde auch in Deutschland ausgestrahlt, synchronisiert von Oliver Kalkofe und Oliver Welke.

"Little Britain": David Walliams und Matt Lucas spielen in der Sketschshow diverse Rollen.
"Little Britain": David Walliams und Matt Lucas spielen in der Sketschshow diverse Rollen. (Quelle: imago images / Everett Collection)

Einige Sketche gerieten spätestens im Zuge der Proteste gegen den gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd in die Kritik, weil die weißen Darsteller immer wieder auch in die Rolle schwarzer und asiatischer Charaktere geschlüpft waren. Das, so die Kritiker, erinnere an die vor allem in den USA übliche Praxis des Blackfacing, bei der Weiße bewusst dümmlich dargestellte Schwarze mimen.

Komiker entschuldigte sich bereits vor Jahren

Auch Netflix und der Streamingdienst BritBox entfernten die Sketch-Show aus ihrem Angebot in Großbritannien, wie die Nachrichtenagentur PA berichtete. "Litte Britain" spielte stets mit Klischees und war erstmals 2003 im britischen Fernsehen zu sehen.

Komiker Matt Lucas hatte sich bereits vor mehreren Jahren mit Bedauern über bestimmte Aspekte der Sendung geäußert. Wenn er noch einmal in der Zeit zurückreisen und "Little Britain" noch einmal machen könnte, würde er keine schwarzen Charaktere mehr spielen, so Lucas. Auch Witze über Transsexuelle seien nicht mehr angemessen, befand er in einem Interview der Obdachlosenzeitschrift "Big Issue".

Reality-Serie "Cops" wurde eingestellt

Auch die beliebte US-Reality-Fernsehserie "Cops", bei der Kamerateams die Polizei bei Einsätzen begleitet, ist vom US-Sender Paramount Network eingestellt worden. "Cops" sei nicht im Programm "und wir haben gegenwärtig oder zukünftig keine Pläne für eine Rückkehr", teilte der Sender am Dienstag laut "Variety" und "Hollywood Reporter" mit.

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Nach den landesweiten Protesten gegen Polizeibrutalität und Rassismus war die Show vor einigen Tagen aus dem Programm genommen worden. Eigentlich sollte die 33. Staffel am Montag dieser Woche Premiere feiern.

Die Realityshow verhalf dem TV-Sender Fox beim Debüt im Jahr 1989 zu großer Beliebtheit. Die Serie ohne vorgeschriebenes Drehbuch, die später bei Spike TV und Paramount Network lief, wurde in Dutzenden US-Städten gedreht. "Cops" war in den vergangenen Jahren wegen fragwürdiger Praktiken bei den Drehs und der Darstellung der Polizeiarbeit in die Kritik geraten.

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Variety: "'Cops' Canceled at Paramount Network" (englisch)
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