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Mann bei Anti-Rassismus-Demonstration erschossen

Von t-online, dpa, afp, rtr
Aktualisiert am 28.06.2020Lesedauer: 79 Min.
Louisville: In der Stadt ist ein Mann im Jefferson Square Park gestorben. Eigentlich ist der Ort f√ľr friedliche Proteste bekannt gewesen (Symbolbild).
Louisville: In der Stadt ist ein Mann im Jefferson Square Park gestorben. Eigentlich ist der Ort f√ľr friedliche Proteste bekannt gewesen (Symbolbild). (Quelle: Pacific Press Agency/imago-images-bilder)
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In Louisville im US-Bundesstaat Kentucky gibt es immer wieder friedliche Proteste. Bei einer Anti-Rassismus-Demonstration ist nun ein Mann erschossen worden.

In den USA gibt es seit Wochen Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt. Ausl√∂ser ist der Tod des Afroamerikaners George Floyd am 25. Mai in Minneapolis: Ein wei√üer Polizist hatte dem am Boden liegenden Floyd minutenlang das Knie in den Nacken gedr√ľckt, bis dieser das Bewusstsein verlor und sp√§ter starb. Am 13. Juni kam der Afroamerikaner Rayshard Brooks in Atlanta ums Leben. Er war bei seiner Festnahme erschossen worden. Kurz darauf heizte ein weiterer Fall die Proteste an: Der 24-j√§hrige Robert Fuller wurde in Kalifornien an einem Baum erh√§ngt entdeckt.


Tod von Rayshard Brooks ‚Äď Proteste eskalieren in Atlanta

Mitten in den Protesten gegen Rassismus ist erneut ein Afroamerikaner bei einem Polizeieinsatz in den USA ums Leben gekommen. Ein Polizist schoss in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia am Freitagabend auf einen 27-Jährigen.
Er soll sich bei seiner Festnahme aggressiv verhalten haben. Der 27-jährige Rayshard Brooks starb den Angaben zufolge im Anschluss in einem Krankenhaus.
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Mann bei Anti-Rassismus-Demonstration in Louisville erschossen

Bei einer Demonstration gegen Rassismus im US-Bundesstaat Kentucky ist ein Mann erschossen worden. Wie die Polizei mitteilte, ereignete sich der Vorfall am Samstagabend (Ortszeit) im Jefferson Square Park im Zentrum der Stadt Louisville. Menschen hätten noch versucht, erste Hilfe bei dem angeschossenen Mann zu leisten, der jedoch noch am Tatort verstorben sei. Kurz darauf sei ein weiterer Mensch in unmittelbarer Nähe angeschossen worden.

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Putins Plan geht auf
Olaf Scholz besichtigt das ehemalige Gef√§ngnis "Number Four", in dem w√§hrend der Apartheid in S√ľdafrika auch zahlreiche politische Gefangene einsitzen mussten: W√§hrend der Afrika-Reise des Kanzlers wird in Deutschland hitzig √ľber Waffenlieferungen f√ľr die Ukraine gestritten.


Wie viele Sch√ľtzen es gab, war unklar. Auch zu den Opfern machte die Polizei keine weiteren Angaben. Der B√ľrgermeister von Louisville, Greg Fischer, erkl√§rte seine "tiefe Trauer angesichts der Gewalt". Im Vorfeld der Anti-Rassismus-Kundgebung hatte Fischer rechte Gegendemonstranten aufgefordert, sich von dem Protest im Jefferson Square Park fernzuhalten. Zuvor hatte die Lokalzeitung "Louisville Courier Journal" berichtet, dass "bewaffnete Patrioten-Gruppen" vorh√§tten, den Anti-Rassismus-Demonstranten entgegenzutreten.

US-Regierung bittet Tech-Konzerne um Maßnahmen gegen Gewaltaufrufe

Die US-Regierung hat Internet-Konzerne wie Facebook und Twitter dazu aufgerufen, bei der Bek√§mpfung von Gewalt nach den Protesten gegen die T√∂tung des Afroamerikaners George Floyd mitzuhelfen. "Ich schreibe Ihnen mit der Bitte, Ihren Anteil dazu zu leisten, die sich in unserem Land ausbreitende Gewalt und illegalen Aktivit√§ten zu beenden", hie√ü es in einem Brief des amtierenden Heimatschutzministers Chad Wolf an die Chefs von f√ľnf Konzernen. Diese sollten daf√ľr sorgen, dass ihre Angebote nicht benutzt w√ľrden, um "t√∂dliche Unruhen" zu organisieren, erleichtern oder anzustiften. "Der Missbrauch von Plattformen der Sozialen Medien zur Koordinierung krimineller Aktivit√§ten gef√§hrdet die Sicherheit unserer Nation."

Der Brief trug das Datum vom Donnerstag und richtete sich auch an die Chefs von Google, Snapchat und Apple. Zuerst hatte die "Washington Post" von dem Schreiben berichtet. Twitter k√ľndigte an, auf den Aufruf antworten zu wollen. Stellungnahmen der anderen vier Konzerne lagen zun√§chst nicht vor. Floyd starb, nachdem ein wei√üer Polizist ihn mit dem Knie im Nacken zu Boden gedr√ľckt hatte. Der Vorfall l√∂ste eine weltweite Protestbewegung gegen Rassismus und Polizeigewalt aus.

Kanadisches Gericht verurteilt weißen Polizisten

Ein kanadisches Gericht hat einen wei√üen Polizisten verurteilt, der im Jahr 2016 au√üerhalb seiner Dienstzeit so lange auf einen 19-j√§hrigen Schwarzen eingeschlagen hatte, bis dieser ein Auge verlor. Das Kammergericht in der Provinz Ontario befand den Polizisten Michael Theriault der K√∂rperverletzung f√ľr schuldig. Das Strafma√ü soll erst Mitte Juli verk√ľndet werden. Theriaults mitangeklagter Bruder wurde freigesprochen.

Die Br√ľder waren wegen schwerer K√∂rperverletzung und Rechtsbehinderung angeklagt. Beide hatten die Vorw√ľrfe zur√ľckgewiesen und angegeben, bei dem Vorfall im Dezember 2016 aus Notwehr gehandelt zu haben. Demnach hatte der 19-J√§hrige Autos ausgeraubt, bevor es zu dem Streit kam.

Die derzeitigen Anti-Rassismus-Proteste in den USA haben auch im Nachbarland die Debatte √ľber Rassismus angeheizt. Aus Protest gegen den Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis fanden in den vergangenen Wochen auch in mehreren kanadischen St√§dten Demonstrationen gegen Rassismus und Polizeigewalt statt.

Galgenstrick in Garage von schwarzem NASCAR-Star

Im Vorfeld des NASCAR-Rennens auf dem Talladega Superspeedway in Lincoln/Alabama ist in der Box von Bubba Wallace, dem einzigen schwarzen Fahrer der Meisterschaft, ein Strick gefunden worden. NASCAR bestätigte den Vorfall am Sonntag.

"Wir sind w√ľtend und emp√∂rt und k√∂nnen nicht stark genug ausdr√ľcken, wie ernst wir diesen abscheulichen Akt nehmen", hie√ü es in einem NASCAR-Statement: "Wir haben eine sofortige Untersuchung eingeleitet und werden alles unternehmen, um die verantwortliche Person oder die verantwortlichen Personen zu identifizieren und sie aus dem Sport zu entfernen."

Wallace (26) hatte zuletzt erfolgreich darauf gedr√§ngt, dass die bei NASCAR-Fans beliebte, allerdings als Symbol f√ľr Sklaverei und Rassismus geltende Konf√∂derierten-Flagge bei Rennen verboten wird. NASCAR ist vor allem bei der wei√üen amerikanischen Mittelschicht hochpopul√§r.

Tote nach Sch√ľssen in Seattle und Minneapolis

In den US-Gro√üst√§dten Seattle und Minneapolis, wo es zuletzt massive Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt gegeben hatte, sind am Wochenende zwei Menschen durch Sch√ľsse get√∂tet worden. In einer von Demonstranten eingerichteten autonomen Zone in Seattle wurde nach Polizeiangaben am Samstag ein 19-J√§hriger erschossen. Ein weiterer Mann sei lebensgef√§hrlich verletzt worden. Die Hintergr√ľnde waren zun√§chst unklar.

Nach Polizeiangaben hinderte eine "gewaltt√§tige Menge" die Einsatzkr√§fte daran, zu den beiden Opfern zu gelangen. Sp√§ter sei der Dienststelle mitgeteilt worden, dass beide Opfer ins Krankenhaus gebracht worden seien. Dort sei einer der beiden M√§nner f√ľr tot erkl√§rt worden, der andere ringe um sein Leben. Der Angreifer sei weiter auf freiem Fu√ü, erkl√§rte die Polizei weiter. Es liege keine Beschreibung eines m√∂glichen Tatverd√§chtigen vor. Die Zeitung "Seattle Times" berichtete, es gebe keine Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen den Sch√ľssen und den Anti-Rassismus-Protesten.

Bei Sch√ľssen in Minneapolis wurde ein Mann get√∂tet. Insgesamt zw√∂lf Menschen erlitten Schussverletzungen, wie die Polizei mitteilte. Ob eine Verbindung zu den Protesten besteht, war zun√§chst unklar. Auf Live-Bildern bei Facebook war mindestens ein Verletzter zu sehen, der am Boden lag und von dutzenden Menschen umringt wurde. Einige von ihnen riefen um Hilfe. Auf anderen Aufnahmen, die offenbar auch von dem Tatort stammen, waren Gesch√§fte mit kaputten Fensterscheiben und Polizeiautos zu sehen.

Demonstranten st√ľrzen Statue eines Generals in Washington

Demonstranten haben in Washington die einzige in der US-Hauptstadt stehende Statue eines Konf√∂derierten-Generals gest√ľrzt und in Brand gesetzt. Auf Fernsehbildern war am sp√§ten Freitagabend zu sehen, wie die Statue von Albert Pike mit Seilen von seinem Sockel gerissen und angez√ľndet wird. Dazu skandierten dutzende Menschen den Slogan der Anti-Rassismus-Bewegung "Black lives matter".

Demonstranten z√ľndeten die Statue an
Demonstranten z√ľndeten die Statue an (Quelle: Jonathan Ernst/Reuters-bilder)

US-Pr√§sident Donald Trump verurteilte den Sturz der Statue und griff zugleich die Washingtoner Polizei an. "Die Polizei kommt ihrer Aufgabe nicht nach. Sie sieht zu, wie eine Statue gest√ľrzt und abgefackelt wird", schrieb er im Internetdienst Twitter. Die Demonstranten sollten "sofort festgenommen" werden. "Eine Schande f√ľr unser Land."

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Trump-Kundgebung: B√ľrgermeister in Tulsa erkl√§rt Ausnahmezustand

Wegen der bevorstehenden Wahlkampfveranstaltung von US-Pr√§sident Donald Trump hat der B√ľrgermeister der Stadt Tulsa im Bundesstaat einen Ausnahmezustand f√ľr die Stadt erkl√§rt. F√ľr mehrere Stra√üenz√ľge um den Veranstaltungsort wurde eine Ausgangssperre verh√§ngt, die bereits in der Nacht auf Freitag bis in die fr√ľhen Morgenstunden in Kraft war und entsprechend auch auf den beiden darauffolgenden Tagen gelten soll, wie aus einer Verordnung der Stadt hervorgeht. Trumps Auftritt ist am Samstagabend (Ortszeit) geplant.

Die strikten Ma√ünahmen begr√ľndete die Stadt mit der Bef√ľrchtung, dass es zu Unruhen kommen k√∂nnte. Angesichts der Kundgebung w√ľrden mehr als 100.000 Menschen in der N√§he des Veranstaltungsortes erwartet, zudem seien Proteste als Reaktion auf die Veranstaltung angek√ľndigt. Es gebe Hinweise, dass Mitglieder organisierter Gruppen, die an "zerst√∂rerischen und gewaltt√§tigen" Aktionen in anderen Staaten beteiligt gewesen waren, in die Stadt kommen wollten, um Unruhe im Umfeld der Kundgebung zu stiften.

San Francisco entfernt umstrittene Kolumbus-Statue

Eine kalifornische Stadt San Francisco hat eine umstrittene Statue von Christopher Kolumbus an einem Aussichtspunkt der US-Westk√ľstenmetropole entfernen lassen. Das fast zwei Tonnen schwere und knapp vier Meter hohe Denkmal sei in der Nacht zum Donnerstag (Ortszeit) abgebaut worden, berichtete der "San Francisco Chronicle". Die Stadtverwaltung hatte dem Plan zugestimmt, eine Figur entfernen zu lassen, mit der viele Unterdr√ľckung und Schmerz verbinden w√ľrden.

Das 1957 aufgestellte Denkmal war in den vergangenen Jahren immer wieder Zielscheibe von Protesten und Vandalismus geworden. Kolumbus (1451‚Äď1506) war einer der ersten Europ√§er in der Neuen Welt und wird h√§ufig als Entdecker Amerikas bezeichnet. Historiker und B√ľrgerrechtler kritisieren den genuesischen Seefahrer aber f√ľr sein gewaltt√§tiges Verhalten gegen√ľber den Ureinwohnern Amerikas.

Hauptangeklagter im Fall Rayshard Brooks stellt sich Behörden

Im Fall des in Atlanta bei einem Polizeieinsatz getöteten Afroamerikaners Rayshard Brooks hat sich der Hauptangeklagte den Behörden gestellt. Der unmittelbar nach der Tat entlassene Polizist befindet sich in einem Gefängnis, wie aus Justizunterlagen hervorging. Er muss sich unter anderem wegen Mordes verantworten. Hier lesen Sie mehr.

Vier Portr√§ts von S√ľdstaaten-Anf√ľhrern aus US-Kongress entfernt

Vier Portr√§ts von historischen F√ľhrungsfiguren der US-S√ľdstaaten sind aus dem Kongress in Washington entfernt worden. Die Gem√§lde wurden auf Anordnung der Vorsitzenden des Repr√§sentantenhauses, Nancy Pelosi, am Donnerstag abgeh√§ngt. In den R√§umen des Kongresses sei kein Platz f√ľr die Ehrung von M√§nnern, "welche den gewaltsamen Fanatismus und den grotesken Rassismus" der Konf√∂derierten-Staaten des 19. Jahrhunderts verk√∂rperten, erkl√§rte die Anf√ľhrerin der oppositionellen Demokraten.

Die vier Portr√§ts stellen Amtsvorg√§nger Pelosis dar, standen also dem Repr√§sentantenhaus vor. Die von ihnen vertretenen S√ľdstaaten hatten sich zu einer Konf√∂deration zusammengeschlossen, um f√ľr den Erhalt der Sklaverei einzutreten. Im B√ľrgerkrieg von 1861 bis 1865 unterlag der S√ľden dem Norden. Die Sklaverei wurde daraufhin abgeschafft.

Pelosi lie√ü die Bilder am Vortag des "Juneteenth" abh√§ngen, zu dem in den USA des Endes der Sklaverei gedacht wird. "Juneteenth" ist ein Schachtelwort aus den englischen W√∂rtern f√ľr Juni und 19.

Ex-Polizist in Atlanta wegen Mordes an Rayshard Brooks angeklagt

Im Fall des in Atlanta bei einem Polizeieinsatz getöteten Afroamerikaners Rayshard Brooks muss sich der inzwischen entlassene weiße Beamte wegen Mordes verantworten. Insgesamt werde Garrett Rolfe in elf Punkten angeklagt, teilte der zuständige Bezirksstaatsanwalt Paul Howard auf einer Pressekonferenz in Atlanta mit. Hier lesen Sie mehr.

USA, Atlanta: Eine K√ľnstlerin malt ein Bild des Opfers: Ein Polizist wird nun des Mordes angeklagt.
USA, Atlanta: Eine K√ľnstlerin malt ein Bild des Opfers: Ein Polizist wird nun des Mordes angeklagt. (Quelle: Steve Schaefer/Atlanta Journal-Constitution/AP/dpa)

Gerichtsaufseher wird nach rassistischen Aussagen gefeuert

Der US-Amerikaner Michael Henkel wurde von seiner Funktion als Gerichtsaufseher des Familiengerichts in Philadelphia suspendiert, nachdem ein Video von ihm auftauchte, in dem er sich rassistisch √§u√üert. In dem Video ist Henkel zu sehen, wie er "Black Lives Matter"-Schilder von einem Zaun an einem Spielplatz nimmt und einer nicht zu sehenden Person auf die Aussage "Black lives matter" antwortet: "Not to me, they don't". Zu deutsch: "F√ľr mich tun sie das nicht." Ein Sprecher des Gerichts best√§tigte derweil die Suspendierung gegen√ľber CNN und betonte, dass ein solches Verhalten inakzeptabel sei. Seit Wochen gibt es in den USA wegen rassistischer Polizeigewalt Proteste und eine wachsende Debatte in der Gesellschaft. Ausl√∂ser war der Tod des Afroamerikaners George Floyd infolge polizeilicher Gewalt bei dessen Festnahme.

New Mexico: Extremist schießt auf Demonstranten

Beim Versuch von Demonstranten, die Statue des spanischen Konquistadors Juan de O√Īate in der US-Stadt Albuquerque zu st√ľrzen, ist einer der Protestler von einem Angeh√∂rigen einer Miliz angeschossen worden. Das Opfer sei nach dem Vorfall am Montagabend in ein Krankenhaus gebracht worden, teilte die Polizei mit. Der √∂rtliche Sender KRQE berichtete, ein 31-J√§hriger sei im Zusammenhang mit den Sch√ľssen festgenommen worden. Bewaffnete einer selbst ernannten B√ľrgerwehr hatten versucht, den Sturz der Statue zu verhindern, wie auf Fernsehbildern zu sehen war.

Die seit Wochen andauernden Proteste in den USA infolge des Todes des Afroamerikaners George Floyd haben auch zum Sturz von Statuen gef√ľhrt, die Menschen darstellen, die in Verbindung mit Rassismus gebracht werden. Juan de O√Īate werden Grausamkeiten unter anderem an amerikanischen Ureinwohnern vorgeworfen. Der B√ľrgermeister von Albuquerque, Tim Keller, teilte auf Twitter mit, die Statue sei jetzt eine Gefahr f√ľr die √∂ffentliche Ordnung und werde entfernt, bis √ľber die n√§chsten Schritte beraten sei.

US-Demokraten: Trumps Reformen beenden Polizeigewalt nicht

Die Vorsitzende des Repr√§sentantenhauses, die Demokratin Nancy Pelosi, teilte am Dienstag (Ortszeit) mit, die "schwache" Verf√ľgung des Republikaners Trumps werde nicht ann√§hernd dem Ziel gerecht, "die Epidemie der Rassenungerechtigkeit und der Polizeibrutalit√§t zu bek√§mpfen". Nach wochenlangen Protesten infolge des Todes des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz hatte Trump am Dienstag im Rosengarten des Wei√üen Hauses eine Verf√ľgung f√ľr Reformen unterzeichnet ‚Äď allerdings in sehr begrenztem Rahmen.

Trumps Verf√ľgung stellt Polizeibeh√∂rden Mittel des Justizministeriums in Aussicht, falls diese sich zur Einhaltung bestimmter Standards verpflichten. Unter anderem d√ľrfen W√ľrgegriffe bei Verd√§chtigen nach diesen Vorgaben nur bei Lebensgefahr f√ľr Polizisten zur Anwendung kommen. Au√üerdem soll der gemeinsame Einsatz von Sozialarbeitern mit Polizeibeamten gef√∂rdert werden. Polizeibeh√∂rden sollen √ľber eine Datenbank Informationen √ľber Beamte austauschen, die durch √ľberm√§√üige Gewaltanwendung aufgefallen sind. Damit soll verhindert werden, dass belastete Polizisten von einer Beh√∂rde zur n√§chsten wechselten.

Afrikaner fordern beispiellose UN-Kommission zu Rassismus in den USA

Afrikanische Staaten wollen Rassismus und m√∂gliche Menschenrechtsverletzungen in den USA und anderen Staaten der Welt von einer Untersuchungskommission beleuchten lassen. Das geht aus dem Entwurf f√ľr eine Resolution hervor, die sie dem UN-Menschenrechtsrat am Dienstag vorgeschlagen haben. Eine Abstimmung ist fr√ľhestens am Donnerstag zu erwarten.

Eine solche Kommission, die sich in erster Linie mit der Situation in einem westlichen Land befasst, wäre ein beispielloser Vorgang. Keine der 31 Untersuchungskommissionen und Missionen zur Faktenfindung, die der Rat seit 2006 beschlossen hat, bezogen sich auf die Lage in einem westlichen Land. Die seit 2017 eingerichteten Kommissionen drehten sich um die Lage in Venezuela, Myanmar, dem Kongo, den palästinensischen Gebieten und im Jemen.

Am Mittwochnachmittag beginnt auf Antrag der afrikanischen Staaten eine Dringlichkeitsdebatte im Rat, der diese Woche seine im M√§rz wegen der Corona-Krise abgebrochene Fr√ľhjahrssitzung fortsetzt. Die Antragsteller wollten auch einem Mitglied der Familie von George Floyd Geh√∂r verschaffen. Im Entwurf der Resolution hei√üt es, dass Misshandlungen von Menschen mit afrikanischen Wurzeln etwa durch Sicherheitskr√§fte untersucht werden m√ľssten, um Verantwortliche zur Rechenschaft zu ziehen. Der Entwurf lieg der Deutschen Presse-Agentur vor.

Kalifornische Polizei verspricht Aufklärung in neuem Fall

Nach dem Tod von George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz untersuchen die US-Beh√∂rden den Tod eines weiteren Afroamerikaners. Der 24-j√§hrige Robert Fuller wurde vergangenen Mittwoch erh√§ngt an einem Baum in S√ľdkalifornien aufgefunden ‚Äď seine Familie glaubt nicht an einen Suizid. Nach Protesten in der Stadt Palmdale k√ľndigte Bezirkssheriff Alex Villanueva am Montag vor Ort eine vollst√§ndige Untersuchung des Falls an.

"Gerechtigkeit f√ľr Robert Fuller": Am Wochenende gingen in Palmdale viele Menschen auf die Stra√üe. Vergangene Woche fand die Polizei einen Afroamerikaner tot an einem Baum.
"Gerechtigkeit f√ľr Robert Fuller": Am Wochenende gingen in Palmdale viele Menschen auf die Stra√üe. Vergangene Woche fand die Polizei einen Afroamerikaner tot an einem Baum. (Quelle: Ringo Chiu/Reuters-bilder)

"Es liegt in unserem Interesse, sicherzustellen, dass wir jeden Stein umdrehen", sagte Villanueva auf einer Pressekonferenz. Au√üerdem habe er den Generalstaatsanwalt kontaktiert und sich wegen des Todes von Fuller vergangene Woche auch an die US-Bundespolizei FBI gewandt. "Die Untersuchung seines Todes ist offensichtlich von gro√üer Bedeutung f√ľr die Gemeinde, nicht nur f√ľr Palmdale, sondern f√ľr die ganze Nation", sagte der Sheriff. Am vergangenen Samstag hatten sich Tausende Demonstranten in Palmdale versammelt. Sie forderten eine gr√ľndliche Aufkl√§rung des Falls.

Superstar macht Floyd-Tochter zu Disney-Aktionärin

Sie ist seit Langem als Aktivistin unter anderem f√ľr B√ľrgerrechte bekannt ‚Äď jetzt hat Hollywoodstar Barbra Streisand nach Presseberichten der Tochter des get√∂teten George Floyd Aktien des Unterhaltungsriesen Disney geschenkt.

Mehrere US-Medien gingen auf die gro√üz√ľgige Geste der 78-j√§hrigen Schauspielerin ("Funny Girl", "Herr der Gezeiten") ein und bezogen sich auf einen Instagram-Post auf dem angeblich offiziellen Account von Gianna Floyd. Dort ist das sechs Jahre alte Kind mit einem Brief zu sehen, darunter steht der Kommentar: "Danke @barbrastreisand f√ľr mein Paket. Dank Dir bin ich jetzt eine Disney-Aktion√§rin."

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Die Aktien von Streisand wären nicht die erste Spende an die Tochter von George Floyd. Rapper Kanye West hat einem CNN-Bericht zufolge einen Ausbildungsfond eingerichtet, um die Schulausbildung des Mädchens zu bezahlen.

Formel 1: Hamiltons Vater fordert Zeichen gegen Rassismus

Lewis Hamiltons Vater hat die Formel 1 zu einem gemeinsamen Zeichen gegen Rassismus beim Saison-Neustart aufgefordert. "Es ist die Verantwortung der Formel 1, auf ein Knie zu sinken", sagte Anthony Hamilton dem Portal "GPFans.com". Die Rennserie k√∂nne bei dem Grand Prix in √Ėsterreich am 5. Juli ein Zeichen f√ľr die antirassistische "Black Lives Matter"-Bewegung setzen und zugleich der Opfer und Helfer in der Corona-Krise gedenken. Der sechsmalige Weltmeister Hamilton hatte die Politik zuvor in aller Welt zum verst√§rkten Einsatz gegen Rassismus aufgerufen. Er kritisierte die Formel 1 als "von Wei√üen dominiert" und erhielt danach viel Zuspruch aus der Motorsport-K√∂nigsklasse.

Trump k√ľndigt nach Protesten Verf√ľgung zu Polizeireform an

Nach wochenlangen Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt will US-Pr√§sident Donald Trump an diesem Dienstag eine Anordnung zur Polizeireform unterzeichnen. "Das √ľbergeordnete Ziel ist, dass wir Recht und Ordnung wollen", sagte Trump am Montag im Wei√üen Haus. "Und wir wollen, dass das fair, gerecht und sicher geschieht." Welche Reformen konkret vorgesehen sind, wollte Trump erst bei einer Pressekonferenz am Dienstag im Wei√üen Haus sagen. "Wir werden einige gute L√∂sungen haben", sagte er. Der Pr√§sident f√ľgte hinzu, die meisten Polizisten seien "gro√üartige Menschen". Hier lesen Sie mehr.

New Yorker Polizei löst Einheit mit Zivilpolizisten auf

Die New Yorker Polizei löst eine Einheit zur Verbrechensbekämpfung mit 600 Zivilpolizisten auf, denen besonders oft Gewalt im Einsatz nachgesagt wurde. "Das ist ein großer Schritt", sagte Polizeichef Dermot Shea am Montag in New York. Die Entscheidung sei vergleichbar mit der Abschaffung des grundlosen Durchsuchens ("Stop-and-frisk"), bei dem besonders häufig Schwarze brutal vernommen wurden. Die betroffenen Polizisten waren oft auf den Straßen der Millionenmetropole undercover unterwegs, Aktivisten sagten ihnen häufig aggressives Verhalten gegen Minderheiten nach.

Shea erkl√§rte, dass der Schritt nicht als Reaktion auf die Proteste zu werten sei. F√ľr die Betroffenen w√ľrden neue Aufgaben gefunden werden, beispielsweise als Ermittler und auf Nachbarschaftsstreife. Insgesamt arbeiten in New York rund 36.000 Streifenpolizisten und 19.000 Menschen in der Verwaltung der Polizei.

UN-Menschenrechtsrat untersucht Vorw√ľrfe gegen die USA

Das oberste Menschenrechtsgremium der Vereinten Nationen pr√ľft Vorw√ľrfe des "systemischen Rassismus, der Polizeibrutalit√§t und der Gewalt gegen friedliche Proteste" in den USA. Dazu werde es am Mittwoch eine Dringlichkeitsdebatte gebe, teilten die UN am Montag mit. Die Entscheidung des UN-Menschenrechtsrates folgte damit einem Antrag, den Burkina Faso vorige Woche im Namen afrikanischer L√§nder gestellt hatte. Die Vereinigten Staaten sind nicht Mitglied des Forums der 47 Mitgliedsstaaten in Genf.

"Der Tod von George Floyd ist leider kein Einzelfall", hie√ü es in dem Brief der afrikanischen Staaten, den die UN ver√∂ffentlichten. "Die Zahl der fr√ľheren F√§lle von unbewaffneten Menschen afrikanischer Abstammung, denen wegen unkontrollierter Polizeigewalt dasselbe Schicksal widerfuhr, sind Heerscharen."

Brooks feierte kurz vor seinem Tod noch Geburtstag der Tochter

Die Tochter des get√∂teten Afroamerikaners Rayshard Brooks in Atlanta hat offenbar am Todestag ihres Vaters Geburtstag gefeiert. Wenige Stunden bevor Brooks von einem Polizisten in Atlanta erschossen wurde, seien der Mann und die Achtj√§hrige zusammen unterwegs gewesen, berichtet CNN. Am Samstag sollte die Feier offenbar weitergehen. Brooks‚Äô Tochter soll am Morgen darauf gewartet haben, dass ihr Vater sie zum Schlittschuhlaufen abholte ‚Äď doch er kam nicht mehr nach Hause. Der 27-J√§hrige wurde in der Nacht zu Samstag bei einer Polizeikontrolle get√∂tet.

Er hinterlässt neben der Achtjährigen noch eine ein- und eine zweijährige Tochter. Außerdem hatte Brooks einen 13 Jahre alten Stiefsohn. "Er war ein großartiger Vater, ein großartiger Ehemann. Er glaubte an Frieden, er glaubte an Liebe", sagte seine Ehefrau Tomika Miller in einem Interview mit ABC News. "Er hatte eine wunderschöne Seele. Er war ein Kämpfer. Er liebte seine Familie. Er wollte bei uns zu Hause sein. Er wollte es zu uns nach Hause schaffen", so Miller.

Afrikanische UN-Organisationschefs fordern mehr Engagement von den Vereinten Nationen

Im Zuge der weltweiten Proteste gegen Rassismus haben etliche UN-Organisationschefs afrikanischer Abstammung oder aus Afrika mehr Handlung von den UN gefordert. Man sei "entsetzt √ľber das Unrecht des Rassismus, das weiterhin in unserem Gastland und weltweit weit verbreitet ist", hie√ü es in einem offenen Brief f√ľhrender UN-Vertreterinnen und -Vetreter, darunter die Chefin von UNAIDS, Winnie Byanyima, der Leiter der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, und die Chefin des UN-Bev√∂lkerungsfonds (UNFPA), Natalia Kanem. "Rassistische Aussagen und Taten lediglich zu verurteilen reicht nicht aus." Es m√ľsse mehr getan werden.

Man sei es George Floyd und allen Opfern rassistischer Diskriminierung und von Polizeigewalt schuldig, rassistische Institutionen abzubauen, hie√ü es in einer Mitteilung vom Sonntag. "Es ist an der Zeit, dass die Vereinten Nationen hervortreten und entschlossen handeln, um zu helfen, systematischen Rassismus gegen Menschen afrikanischer Herkunft und andere Minderheiten zu beenden." Dabei m√ľssten die UN auch ernsthaft bewerten, inwiefern die UN-Charta innerhalb der Organisation gewahrt werde.

Die Kommission der Afrikanischen Union (AU) wollte sich am Montag nicht zu dem Brief äußern. Kommissionschef Moussa Faki Mahamat hatte aber nach dem Tod Floyds US-Behörden ermahnt, jede Form von Diskriminierung aufgrund von ethnischer Herkunft zu beseitigen.

Zweifel an Verhältnismäßigkeit der Polizeigewalt wachsen

Die Demonstrationen gegen Rassismus in den USA sind durch den Tod eines Afroamerikaners in Atlanta neu entfacht worden. Ein Polizist erschoss den Mann bei einer Kontrolle. Kritik wird laut: Die Situation h√§tte nicht t√∂dlich enden m√ľssen. Hier lesen Sie mehr.

Gerichtsmedizin: Schussverletzungen f√ľhrten zu Tod von Schwarzem

Zwei Schussverletzungen haben zum Tod des Afroamerikaners Rayshard Brooks nach einem Polizeieinsatz in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia gef√ľhrt. Die Gerichtsmedizin habe nach der Obduktion am Sonntag mitgeteilt, dass Brooks zwei Sch√ľsse in den R√ľcken trafen, berichtete der TV-Sender CNN am Abend (Ortszeit). Der 27-J√§hrige sei an Organsch√§den und Blutverlust durch die beiden Schussverletzungen gestorben. Der Tod werde als T√∂tungsdelikt gef√ľhrt.

Polizisten sollen zunächst keine Erste Hilfe geleistet haben

Nach dem tödlichen Polizeieinsatz gegen einen Afroamerikaner in der US-Großstadt Atlanta werfen weitere Details Fragen auf. Ein in sozialen Netzwerken geteiltes Video zeigt die beteiligten Beamten nach der Schussabgabe neben dem am Boden liegenden Rayshard Brooks. Der 27-Jährige war zu diesem Zeitpunkt offenbar noch am Leben. Erste Hilfe leisteten die Polizisten zunächst nicht, wie in dem Video zu sehen ist. Der erneute Fall von tödlicher Polizeigewalt löste in den USA eine weitere Protestwelle aus.

Atlanta: Staatsanwalt will diese Woche √ľber Anklage entscheiden

Nach einem t√∂dlichen Polizeieinsatz in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia will die Staatsanwaltschaft in dieser Woche √ľber m√∂gliche Anklagepunkte entscheiden. Zuvor sollten noch zwei Zeugen geh√∂rt werden, erkl√§rte der Bezirksstaatsanwalt Paul Howard am Sonntag in einer Mitteilung. Ein wei√üer Polizist hatte am Freitagabend auf einem Parkplatz eines Schnellrestaurants den Schwarzen Rayshard Brooks niedergeschossen, der sich nach Angaben des Kriminalamts in Georgia (GBI) zuvor seiner Festnahme widersetzt und einem der Beamten seine Elektroschockpistole (Taser) abgenommen hatte. Der 27-J√§hrige starb in einem Krankenhaus.

Der Staatsanwalt sagte dem TV-Sender CNN, Brooks schien f√ľr niemanden eine Bedrohung dargestellt zu haben. "Die Tatsache, dass es bis zu seinem Tod eskaliert ist, erscheint einfach unangemessen", sagte Howard den Angaben des Senders zufolge. M√∂glich sei eine Anklage wegen Mordes oder fahrl√§ssiger T√∂tung.

US-Polizeibeamte durch Floyd-Fall und Proteste verunsichert

Der Fall George Floyd wirft ein grelles Schlaglicht auf die Arbeit der Polizisten in den USA. Von Kalifornien bis Massachusetts sind Beamte entsetzt √ľber den Tod des Afroamerikaners, der durch den brutalen Einsatz eines Kollegen get√∂tet wurde. Und unter vielen Beamten macht sich angesichts der landesweiten Proteste gegen Polizeigewalt und Rassismus Unsicherheit breit. Zum Stolz auf ihren Beruf mischt sich die Erkenntnis, dass Reformen dringend n√∂tig sind, um Rassismus in den eigenen Reihen zu bek√§mpfen.

"Ich bin nicht Derek Chauvin", sagte Michael O‚ÄôMeara, Leiter der Wohlt√§tigkeitsvereinigung der Polizei des Bundesstaates New York, vergangene Woche auf einer Pressekonferenz. Chauvin ist jener wei√üer Kollege aus Minneapolis, der Ende Mai fast neun Minuten lang sein Knie auf den Nacken des festgenommenen Floyd gedr√ľckt hatte, obwohl dieser mehrfach sagte, er bekomme keine Luft mehr. Wie O‚ÄôMeara f√ľhlen sich viele Beamte zu Unrecht in die Ecke gedr√§ngt. Die Vorgehensweise der am Fall Floyd beteiligten Polizisten entspreche nicht der Einstellung der Beamten im gesamten Land, so die vielfach ge√§u√üerte Meinung.

Chauvin habe get√∂tet, sagte O‚ÄôMeara. "Das haben wir nicht. Wir halten uns zur√ľck", verteidigte er sich und seine Kollegen. Nun wollten viele erreichen, dass "wir uns f√ľr unseren Beruf sch√§men", f√ľgte O‚ÄôMeara hinzu. "H√∂ren Sie auf, uns wie Tiere zu behandeln, und fangen Sie an, uns etwas Respekt zu erweisen", forderte O‚ÄôMeara ver√§rgert. Die Strafverfolgungsbeh√∂rden im ganzen Land w√ľrden f√ľr "die Taten eines Kriminellen in Minneapolis" verantwortlich gemacht, klagte auch Shaun Willoughby, Pr√§sident der Polizeibeamtenvereinigung von Albuquerque in New Mexico. Weil er eine Dienstmarke trage, sei er pers√∂nlich pl√∂tzlich "ein Problem des systematischen Rassismus im Land", sagte Willoughby. Experten sind jedoch der Ansicht, dass Floyds Tod nicht als Einzelfall zu betrachten ist. Studien zufolge stirbt einer von tausend Schwarzen in den USA durch die Hand der Polizei, Afroamerikaner machen die Mehrheit der Todesopfer bei Eins√§tzen der Polizei aus.

Polizeichefin tritt zur√ľck ‚Äď Proteste eskalieren erneut

Als Reaktion auf die t√∂dlichen Polizeisch√ľsse auf den 27-j√§hrigen Rayshard Brooks in Atlanta trat die Polizeichefin der Gro√üstadt, Erika Shields, zur√ľck, wie Atlantas B√ľrgermeisterin Keisha Lance Bottoms am Samstag (Ortszeit) bekannt gab. Der Beamte, der auf den Mann geschossen hatte, wurde entlassen ‚Äď das hatte B√ľrgermeisterin Keisha Lance Bottoms gefordert.

Brooks‚Äô Tod l√∂ste in der Stadt zus√§tzliche Anti-Rassismus-Proteste aus. Der √∂rtlichen Feuerwehr zufolge brannte in der Nacht zum Sonntag das Schnellrestaurant, vor dem am Abend zuvor der 27-J√§hrige von einem Polizisten niedergeschossen worden war. "Das Restaurant steht voll in Brand und grenzt an eine Tankstelle. Keine Berichte von jemandem innerhalb des Geb√§udes", twitterte die Feuerwehr in Atlanta. L√∂schkr√§fte st√ľnden bereit, k√∂nnten aber nicht sicher an das Geb√§ude herankommen, hie√ü es weiter.

Zuvor hatten Medien von Protesten in der N√§he des Tatortes vom Freitagabend berichtet. Demnach hatten Demonstranten auch einen Highway blockiert und dort f√ľr ein Verkehrschaos gesorgt. Auf TV-Bildern von Fox News und CNN waren gro√üe Flammen zu sehen, die aus einem Geb√§ude schlugen.

Mehr als 10.000 Menschen demonstrieren in Z√ľrich

In mehreren Schweizer St√§dten haben zahlreiche Menschen gegen Rassismus demonstriert. Allein in Z√ľrich gingen mehr als 10.000 Menschen auf die Stra√üe, wie die Stadtpolizei der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mitteilte. Die vornehmlich jungen Demonstranten hielten dabei Schilder mit Aufschriften wie "White silence is violence" (Wei√ües Schweigen ist Gewalt) oder "Black lives matter" (Schwarze Leben z√§hlen) hoch. Proteste gab es auch in Bern, Luzern und St. Gallen.

In Z√ľrich forderte die Polizei die Anwesenden mehrmals auf, auf die Veranstaltung zu verzichten, weil sie gem√§√ü den Schweizer Anti-Corona-Ma√ünahmen verboten sei. Gleichzeitig dr√ľckten die Beamten ihr Verst√§ndnis f√ľr das Anliegen der Demonstrierenden aus.

Wieder Schwarzer in den USA von Polizei erschossen

Nach dem gewaltsamen Tod von George Floyd wird in der US-Gro√üstadt Atlanta der Fall eines von Polizisten erschossenen Afroamerikaners untersucht. Das Kriminalamt GBI des Bundesstaates Georgia stellte den Fall vom Freitagabend (Ortszeit) so dar: Die Polizei sei zu einem Schnellrestaurant gerufen worden, in dessen Autoschlange ein Mann in einem Wagen eingeschlafen war. Andere Fahrzeuge h√§tten an ihm vorbeifahren m√ľssen. In der Folge habe der 27-j√§hrige Mann, der in dem Auto sa√ü, einen durchgef√ľhrten N√ľchternheitstest nicht bestanden und sollte in Gewahrsam genommen werden.

Dabei sei es zu einem Kampf gekommen. "Zeugen berichten, dass das männliche Subjekt während des Kampfes den Taser (eines Polizisten) ergriff." Im Kampf um dieses Elektroimpulsgerät, mit dem Verdächtige außer Gefecht gesetzt werden können, habe ein Beamter mit seiner Pistole auf den Afroamerikaner geschossen. Er starb den Angaben zufolge kurze Zeit später im Krankenhaus. Im Netz kursiert ein nicht verifizierbares Twitter-Video, das den Vorfall zeigen soll.

Debatte √ľber Einsatz von W√ľrgegriff durch die Polizei

Nach den wochenlangen Protesten gegen Polizeigewalt in den USA zeiht der Gouverneur des Bundesstaates New York, Andrew Cuomo, Konsequenzen: Polizisten, die durch einen W√ľrgegriff einen Menschen verletzen oder t√∂ten, drohen nun bis zu 15 Jahre Haft. Au√üerdem soll mehr Transparenz bei Fehlverhalten und Disziplinarverfahren von Polizisten erm√∂glicht werden.

Pr√§sident Trump ist beim Thema W√ľrgegriff anderer Meinung: Im Interview im dem TV-Sender Fox News verteidigte er die Methode des W√ľrgegriffs: Bei einem Kampf eines einzelnen Beamten mit einem Verd√§chtigen k√∂nne es manchmal dazu kommen, dass dieser einen W√ľrgegriff anwendet. "Was soll man dann tun, loslassen und sagen: "Lass uns noch einmal von vorne anfangen, ich darf dich nicht in einem W√ľrgegriff halten?", sagte Trump. Er relativierte jedoch, dass er W√ľrgegriffe nicht m√∂ge: "Ich finde es sehr gut, wenn sie im Allgemeinen beendet werden".

Franz√∂sische Polizisten protestieren gegen Rassismus-Vorw√ľrfe

Dutzende franz√∂sische Polizisten haben in Paris gegen den Vorwurf protestiert, dass in ihren Reihen latenter Rassismus herrscht. Sie fuhren am Freitag in einem Protestzug von rund 20 Autos √ľber den Prachtboulevard Champs-Elys√©es und brachten so den Verkehr vor√ľbergehend zum Erliegen. An der Spitze des Zuges marschierten mehrere Polizisten mit einem Spruchband mit der Aufschrift "Ohne Polizei kein Frieden".

"Die Polizei ist nicht rassistisch. Sie rettet das Leben von Menschen, egal welche Hautfarbe sie haben", sagte Gewerkschafter Fabien Vanhemelryck. Die Polizisten sollten respektiert und unterst√ľtzt werden. Sie f√ľhlten sich von der Regierung im Stich gelassen.

Australiens Premier entschuldigt sich f√ľr Bemerkung zu Sklaverei

Nach heftiger Kritik hat Australiens Premierminister Scott Morrison sich √∂ffentlich f√ľr die Behauptung entschuldigt, in seinem Land habe es keine Sklaverei gegeben. "Meine √Ąu√üerungen sollten nicht beleidigen. Falls sie das doch getan haben, bedauere ich das zutiefst und entschuldige mich", sagte er am Freitag auf einer Pressekonferenz in der Hauptstadt Canberra.

Der Regierungschef hatte sich j√ľngst zu den "Black Lives Matter"-Demonstrationen und der Entfernung von umstrittenen Denkm√§lern ge√§u√üert, die mit Rassismus und Sklaverei in Verbindung gebracht werden. "Es war ein ziemlich brutaler Ort, aber in Australien gab es keine Sklaverei", hatte Morrison in einem H√∂rfunkinterview gesagt.

Kritiker widersprachen ihm und wiesen darauf hin, dass in Australien Sklavenhandel existiert habe und etwa im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts Tausende Einwohner pazifischer Inseln verschleppt und zur Arbeit auf australischen Zuckerrohrplantagen gezwungen worden seien. Auch die Aborigines, die Ureinwohner Australiens, seien jahrzehntelang ausgebeutet worden.

"Wenn man Menschen am Hals ankettet und sie zwingt, 300 Kilometer zu laufen, um auf Viehfarmen f√ľr nicht-indigene Barone zu arbeiten, ist es ziemlich offensichtlich, dass das Sklaverei ist", sagte der indigene Historiker Bruce Pascoe dem Sender ABC.

Trump will stärkere und besser ausgebildete Polizei

Nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz hat sich US-Pr√§sident Donald Trump f√ľr eine St√§rkung der Polizeibeh√∂rden in den USA ausgesprochen. Mit Blick auf Forderungen, der Polizei die Finanzierung zusammenzustreichen, sagte Trump am Donnerstagabend (Ortszeit) in Dallas (Texas): "Sie reden tats√§chlich davon, keine Polizeikr√§fte mehr zu haben. Nun, das wird mit uns nicht geschehen. Wir werden st√§rkere Polizeikr√§fte haben." Trump f√ľgte hinzu: "Wir m√ľssen die Stra√üen dominieren." Das m√ľsse allerdings "mit Mitgef√ľhl" geschehen. Der Pr√§sident sprach sich auch f√ľr eine bessere Ausbildung der Polizei aus. Hier lesen Sie mehr.

Trump droht erneut mit Einschreiten in Seattle

US-Pr√§sident Donald Trump sieht die Proteste in Seattle nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd au√üer Kontrolle ‚Äď deshalb hat er erneut mit Ma√ünahmen seiner Regierung gedroht. "Wenn sie die Situation nicht wieder in Ordnung bringen, werden wir sie in Ordnung bringen", sagte Trump am Donnerstagabend (Ortszeit) bei Fox News mit Blick auf die lokalen Verantwortlichen. Auch der Gouverneur k√∂nne die Situation richten - er k√∂nne √ľber "gro√üartige Truppen der Nationalgarde" verf√ľgen, sagte Trump. "Es ist erb√§rmlich. Nein, nein, wir lassen das nicht geschehen in Seattle. Wenn wir einschreiten m√ľssen, werden wir einschreiten."

Demonstranten haben nach Tagen des Protests und Auseinandersetzungen mit der Polizei in Seattle unweit des Kapitols eine "autonome Zone" eingerichtet. US-Medienberichten zufolge verließ die Polizei am Montag eine Wache in dem Gebiet. "Wir werden nicht zulassen, dass Seattle von Anarchisten besetzt wird. Und ich nenne sie nicht Demonstranten", sagte Trump.

Trump w√ľrdigt Schutz des Wei√üen Hauses vor "Anarchisten"

US-Pr√§sident Donald Trump hat die Arbeit der Sicherheitskr√§fte w√§hrend der Proteste rund ums Wei√üe Haus in Washington in den vergangenen Wochen gelobt. "Unsere gro√üartigen Truppen der Nationalgarde, die sich um die Gegend um das Wei√üe Haus k√ľmmerten, konnten kaum glauben, wie einfach es war", schrieb Trump am Donnerstag auf Twitter. "Demonstranten, Agitatoren, Anarchisten (ANTIFA) und Andere" seien von der Nationalgarde, der Polizei und dem Secret Service in Schach gehalten worden.

Zuvor war mit dem Abbau eines Schutzzauns um den Sitz des US-Präsidenten in der US-Hauptstadt Washington begonnen worden. Er wurde wegen der anfangs teilweise gewalttätigen Proteste nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd Ende Mai aufgestellt. In den vergangenen Tagen waren die Massendemonstrationen mit Teilnehmern aus allen Gesellschaftsschichten gegen Polizeigewalt und Rassismus aber friedlich verlaufen.

Wegen Beihilfe angeklagter Polizist auf Kaution frei

Ein wegen Beihilfe zur T√∂tung des Afroamerikaners George Floyd angeklagter wei√üer Polizist ist auf Kaution aus dem Gef√§ngnis gekommen. Wie aus der Gef√§ngnisdatenbank des Bezirks Hennepin hervorgeht, wurde der 37-J√§hrige am Mittwoch (Ortszeit) bis zu einem m√∂glichen Urteil aus der Haft entlassen. F√ľr den Beamten war zuvor eine Kaution von einer Million US-Dollar (rund 880.000 Euro) f√ľr eine auflagenfreie Freilassung oder 750.000 US-Dollar (knapp 660.000 Euro) gegen Bedingungen festgesetzt worden.

Experte √ľber Rassismus bei deutschen Polizisten

Die Debatte um die Diskriminierung von Afroamerikanern durch die US-Polizei wirft auch ein Schlaglicht auf die deutschen Polizisten. Rassismus werde es bei deutschen Sicherheitskräften immer geben, sagt der Polizeiausbilder Rafael Behr. Mehr dazu lesen Sie hier.

NASCAR-Rennserie verbietet Konföderierten-Flagge

Die US-Motorsportserie NASCAR hat die Konf√∂derierten-Flagge bei ihren Rennen verboten. Die Flagge, die f√ľr viele als Symbol f√ľr Sklaverei und Rassismus gilt, ist auf den Rennstrecken weit verbreitet, besonders bei den Veranstaltungen in den S√ľdstaaten.

"Die Gegenwart der Konf√∂derierten-Flagge bei NASCAR-Veranstaltungen ist nicht vereinbar mit unserer Verpflichtung, ein einladendes und integratives Umfeld f√ľr alle unsere Fans, Teilnehmer und unsere Branche zu schaffen", teilte die NASCAR mit. Die Besonderheit ihres Sports liege darin, Menschen in ihrer Liebe f√ľr den Motorsport und die Gemeinschaft zusammenzubringen.

NASCAR-Rennen im US-Staat Alabama: Die Konf√∂rderierten-Flagge ist besonders in den US-S√ľdstaaten bei den Autorennen h√§ufig zu sehen.
NASCAR-Rennen im US-Staat Alabama: Die Konf√∂rderierten-Flagge ist besonders in den US-S√ľdstaaten bei den Autorennen h√§ufig zu sehen. (Quelle: Zuma Wire/imago-images-bilder)

Ein Anteil an der neuen Reglung ist dem afro-amerikanischen NASCAR-Fahrer Darrell "Bubba" Wallace zuzuschreiben. Der 26-J√§hrige hatte sich zuletzt f√ľr einen Bann der Flagge stark gemacht. "Es gibt hier keinen Platz daf√ľr", sagte Wallace. Am vergangenen Sonntag trat er bei einem Rennen zudem mit einem T-Shirt mit der Aufschrift "I Can't Breathe" auf - den letzten Worten des Afroamerikaners George Floyd vor seinem durch Polizeigewalt verursachten Tod.

Buffalo will Polizei reformieren

Die US-Stadt Buffalo hat nach Kritik am Einsatz ihrer Polizei gegen Demonstranten weitreichende Reformen angek√ľndigt. B√ľrgermeister Byron Brown zufolge soll die Sondereinheit k√ľnftig nicht mehr bei friedlichen Demonstrationen eingesetzt werden. Stattdessen solle eine neue Einheit aufgestellt werden, die keine milit√§rische Ausr√ľstung tr√§gt und im Umgang mit Protesten besonders geschult ist.

"Es ist offensichtlich, dass es nicht zu friedlichen Protesten f√ľhrt, wenn man auf Demonstranten mit einer taktischen Einheit reagiert", sagte Brown. "Deshalb reformieren wird die Polizeiarbeit weg von der reinen Strafverfolgung hin zu mehr Pr√§vention, indem wir die Gemeinschaft und zivilgesellschaftliches Engagement st√§rken und den steten Kreislauf von Kriminalit√§t und Inhaftierung sowie negativer Konfrontation mit der Polizei f√ľr schwarze Menschen beenden."

Die Polizei von Buffalo war massiv in die Kritik geraten, nachdem Mitglieder der Sondereinheit einen 75-J√§hrigen bei einer Demonstration zu Boden gesto√üen und verletzt hatten. Mehrere Augenzeugen hielten den Vorfall auf Video fest. Die zwei beteiligten Polizisten wurden inzwischen suspendiert. US-Pr√§sident Trump verteidigte gleichwohl den Einsatz in Buffalo. Er mutma√üte, ohne Anhaltspunkte daf√ľr zu nennen, dass der 75-J√§hrige ein "Antifa-Provokateur" gewesen sein k√∂nnte. trump wurde daraufhin vorgeworfen, "√Ėl ins Feuer" zu gie√üen.

Bundesregierung untersucht möglichen Rassismus bei Polizei

Die Bundesregierung plant eine wissenschaftliche Untersuchung zu m√∂glichen rassistischen Tendenzen in der Polizei. Die Bundesministerien f√ľr Inneres und Justiz seien "derzeit in der konzeptionellen Entwicklung f√ľr eine Studie zu 'Racial Profiling' in der Polizei", sagte ein Sprecher des Innenressorts der "Welt". Das Studien-Design stehe im Einzelnen noch nicht fest.

Der Begriff "Racial Profiling" bezeichnet den Umstand, dass Beamte Menschen allein aufgrund von √§u√üeren Merkmalen wie der Hautfarbe kontrollieren, ohne dass es daf√ľr einen Anlass gibt. Dies ist in Deutschland durch das Grundgesetz verboten.

Merz: Vergleich Deutschlands mit USA ist unzulässig

Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz hat angesichts der Rassismus-Debatte davor gewarnt, die Situation in Deutschland mit der in den USA zu vergleichen. "Ich halte es f√ľr unzul√§ssig, die Bilder aus Amerika eins zu eins auf Deutschland zu √ľbertragen", sagte Merz den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Es gebe in den Vereinigten Staaten einen systemischen Rassismus. "Die Amerikaner haben seit der Abschaffung der Sklaverei das Problem der Rassendiskriminierung bis heute nicht wirklich gel√∂st. In Deutschland gibt es das in dieser Form nicht ‚Äď und es gibt bei uns auch keinen latenten Rassismus bei der Polizei."

Merz sagte weiter, nach seiner Ansicht h√§tten die Proteste nie dieses Ausma√ü erreicht, "wenn nicht der Pr√§sident so viel √Ėl ins Feuer gegossen h√§tte". Der CDU-Politiker bef√ľrchtet, dass sich die Lage weiter versch√§rfen werde. "F√ľnf Monate vor dem Wahltermin denkt Trump laut dar√ľber nach, die Armee in amerikanischen St√§dten in Stellung zu bringen, um Ausschreitungen zu unterbinden. Man mag sich ja gar nicht vorstellen, was er f√ľnf Wochen vor der Wahl tut, falls er dann mit dem R√ľcken zur Wand stehen sollte", sagte er den Zeitungen.

LeBron James will schwarze Wähler mobilisieren

Basketball-Superstar LeBron James will schwarze US-B√ľrgerinnen und -B√ľrger zum W√§hlen mobilisieren, da viele von ihnen den komplizierten Prozess von Registrierung bis Stimmabgabe noch immer meiden. Dazu hat der US-Sportler eine Organisation mit dem Namen "More Than A Vote" gegr√ľndet.

Trump erteilt Umbenennung von Milit√§rst√ľtzpunkten eine Absage

US-Pr√§sident Donald Trump hat einer m√∂glichen Umbenennung von nach S√ľdstaaten-Gener√§len benannten Milit√§rst√ľtzpunkten eine kategorische Absage erteilt. Die Streitkr√§ftebasen seien Teil des "gro√üartigen amerikanischen Erbes", schrieb Trump am Mittwoch im Kurzbotschaftendienst Twitter. "Deswegen wird meine Regierung eine Umbenennung dieser wunderbaren und legend√§ren milit√§rischen Einrichtungen nicht einmal in Erw√§gung ziehen." Seine Tweets beendete Trump mit dem Satz "Respektiert unsere Streitkr√§fte".

Zehn St√ľtzpunkte der US-Armee sind nach Gener√§len der S√ľdstaaten benannt, die sich zwischen 1861 bis 1865 einen verheerenden B√ľrgerkrieg mit dem Norden geliefert hatten, weil sie an der Sklaverei festhalten wollten. Ein St√ľtzpunkt ist nach dem General Henry Benning benannt, einem √ľberzeugten Anh√§nger der Sklaverei, ein anderer nach General Robert Lee, der die S√ľdstaaten-Truppen angef√ľhrt hatte.

Diese Woche forderte der angesehene pensionierte General David Petraeus, die Milit√§rst√ľtzpunkte umzubenennen. Die S√ľdstaaten-Gener√§le k√∂nnten in der heutigen Zeit nicht mehr als "Quelle der Inspiration" dienen. Das Verteidigungsministerium zeigte sich grunds√§tzlich offen f√ľr die Diskussion. In der Stadt Boston wurde zudem eine Statue des Seefahrers Christoph Kolumbus enthauptet, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte.

Pelosi will konföderierten US-Statuen aus dem Kapitol entfernen lassen

Die Sprecherin des US-Repr√§sentantenhauses, Nancy Pelosi, will elf Denkm√§ler, die F√ľhrer der Konf√∂derierten Staaten und Soldaten aus dem B√ľrgerkrieg ehren, unverz√ľglich aus dem Kapitol entfernen lassen. "Ihre Statuen sind eine Hommage an Hass, nicht an unser Erbe. Sie m√ľssen entfernt werden", schrieb Pelosi am Mittwoch in einem Brief an die Leitung des Kongressausschusses, der f√ľr die Verwaltung der Statuen im Kapitol zust√§ndig ist. Der Ausschuss besteht aus Mitglieder beider politischer Parteien und es war unklar, wie das Gremium reagieren w√ľrde.

Merz: Deutschland in Rassismus-Debatte nicht mit USA zu vergleichen

Der fr√ľhere Unionsfraktionschef Friedrich Merz hat angesichts der Rassismus-Debatte davor gewarnt, die Situation in Deutschland mit der in den USA zu vergleichen. "Ich halte es f√ľr unzul√§ssig, die Bilder aus Amerika eins zu eins auf Deutschland zu √ľbertragen", sagte Merz den Zeitungen der Funke Mediengruppe Es gebe in den Vereinigten Staaten einen systemischen Rassismus. "Die Amerikaner haben seit der Abschaffung der Sklaverei das Problem der Rassendiskriminierung bis heute nicht wirklich gel√∂st. In Deutschland gibt es das in dieser Form nicht - und es gibt bei uns auch keinen latenten Rassismus bei der Polizei."

US-Pr√§sident Donald Trump hat nach Ansicht von Merz die Proteste in den USA verst√§rkt. Es habe schon in fr√ľheren Jahren breite Proteste gegeben nach √§hnliche Vorf√§lle wie den schrecklichen Tod von George Floyd. "Wahrscheinlich w√§ren die Demonstrationen aber auch dieses Mal im bekannten Rahmen geblieben, wenn nicht der Pr√§sident so viel √Ėl ins Feuer gegossen h√§tte".

Wei√ües Haus: Trump will demn√§chst Pl√§ne f√ľr Polizeireform vorstellen

Nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz will US-Pr√§sident Donald Trump demn√§chst Pl√§ne f√ľr eine Polizeireform vorlegen. Die Sprecherin des Wei√üen Hauses, Kayleigh McEnany, sagte am Mittwoch, Trump habe die vergangenen zehn Tage damit zugebracht, an Vorschl√§gen zu arbeiten, die bei den Protesten nach Floyds Tod thematisiert worden seien. Man hoffe, die Pl√§ne in den kommenden Tagen vorzulegen. McEnany machte zugleich deutlich, dass der Republikaner Trump dem Gesetzesentwurf der Demokraten im Kongress in dieser Form nicht zustimmen w√ľrde.

Grund sei, dass der Entwurf der Demokraten eine Reduzierung der Immunit√§t von Polizeibeamten vorsehe. "Das w√ľrde dazu f√ľhren, dass die Polizei sich zur√ľckzieht", sagte McEnany. Das sei ein Punkt, der nicht akzeptabel sei. Man erkenne an, dass es Ungerechtigkeit im Land gebe. "Aber dieser Pr√§sident wei√ü grunds√§tzlich, dass die meisten Polizisten in diesem Land gut sind." Hier lesen Sie mehr.

Unbekannte köpfen Kolumbus-Statue in Boston

Unbekannte T√§ter haben in einem Park der US-Ostk√ľstenstadt Boston eine Statue von Christopher Kolumbus gek√∂pft. Nachdem der Figur in der Nacht der Kopf abgetrennt wurde, sollte der Rest der Statue abgebaut werden, sagte B√ľrgermeister Marty Walsh. Man bef√ľrworte die Tat nicht, wolle sich aber mit Blick auf die aktuellen Diskussionen in Boston und dem Rest der USA Zeit lassen, die geschichtliche Bedeutung der Statue neu zu bewerten.

Seit den "Black Lives Matter"-Demonstrationen nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd durch Polizeigewalt sind an vielen Orten der USA Statuen und Erinnerungstafeln abgebaut worden. Meistens bezogen diese sich auf historische Figuren oder Ereignisse im B√ľrgerkrieg, in dem die S√ľdstaaten f√ľr eine Fortsetzung der Sklaverei gek√§mpft hatten.

Kolumbus war einer der ersten Europ√§er in der Neuen Welt und wird h√§ufig als Entdecker Amerikas bezeichnet. Historiker und B√ľrgerrechtler kritisieren ihn aber f√ľr sein gewaltt√§tiges Verhalten gegen√ľber den Ureinwohnern Amerikas und daf√ľr, entscheidend zum transatlantischen Sklavenhandel beigetragen zu haben.

Bei Halbfinale zum DFB-Pokal: Eintracht will Zeichen gegen Rassismus setzen

√úber politische Statements im Profisport wurde zuletzt viel diskutiert. Die Eintracht Frankfurt vertritt einen klaren Standpunkt ‚Äď und l√§uft am Abend gegen den FC Bayern M√ľnchen in einem besonderen Trikot auf. In Gedenken an den get√∂teten Schwarzen George Floyd und als Zeichen gegen Rassismus wird auf den Spielshirts der Profis der Hashtag "blacklivesmatter" prangen.

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"F√ľr Toleranz und Vielfalt k√§mpfen. Rassismus besiegen." Das schreibt der Verein unter anderem dazu in einem Tweet. Fans k√∂nnen das Trikot leider nicht erwerben, da das wei√üe Ausw√§rtstrikot schon seit Monaten ausverkauft sei. Wo Sie das Spiel live sehen k√∂nnen, lesen Sie hier.

EKD-Vorsitzender: "Rassismus ist Gotteslästerung"

Das Oberhaupt der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bayerns Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, hat zur Überwindung von Rassismus aufgerufen. "Rassismus ist Gotteslästerung, denn Gott hat jeden Menschen nach seinem Bilde geschaffen", sagte der EKD-Ratsvorsitzende am Mittwoch in seinem täglichen Videopost. Er erinnerte an den Afroamerikaner George Floyd, der nach einem brutalen Polizeieinsatz in Minnesota gestorben war.

"Ich trauere mit den Angeh√∂rigen und Freunden von George Floyd, und ich hoffe, dass sein Tod uns alle aufr√ľttelt, Rassismus zu √ľberwinden und damit zu Friedensstiftern zu werden", sagte Bedford-Strohm. Wie viele Demonstranten, aber auch Polizisten in den USA ging der bayerische Landesbischof als Zeichen des Friedens auf die Knie.

B√ľrgerrechtler kritisieren Trump bei Trauerfeier

Der US-B√ľrgerrechtler William Lawson hat bei der Trauerfeier f√ľr George Floyd indirekt zur Abwahl von US-Pr√§sident Donald Trump aufgerufen. Der Kampf zur √úberwindung von Rassismus d√ľrfe nach der Beisetzung von George Floyd nicht aufh√∂ren, sagte der emeritierte Pastor am Dienstag in der Kirche "Fountain of Praise" in Houston. "Wir k√∂nnen sicherstellen, dass wir den Kampf nicht stoppen." Unter dem Beifall der Trauerg√§ste f√ľgte Lawson hinzu: "Nat√ľrlich m√ľssen wir als erstes das Wei√üe Haus ausfegen." Trumps Namen nannte er dabei nicht.

Auch der prominente B√ľrgerrechtler Al Sharpton prangerte bei der Trauerfeier f√ľr George Floyd die Ungleichbehandlung Schwarzer an und erhob Vorw√ľrfe gegen den US-Pr√§sidenten. "Er hat China wegen der Menschenrechte angegriffen", sagte Sharpton bei der Zeremonie. "Was ist mit dem Menschenrecht von George Floyd?" "Bis wir wissen, dass der Preis f√ľr ein schwarzes Leben derselbe ist wie der Preis f√ľr ein wei√ües Leben, werden wir diese Situationen immer und immer wieder erleben", sagte Sharpton.

Sharpton warf Trump vor, dieser versuche, die Proteste zu stoppen statt die Brutalit√§t. Der B√ľrgerrechtler kritisierte auch, dass Trumps Regierung am Montag vergangener Woche gewaltsam Demonstranten vor dem Wei√üen Haus vertreiben lie√ü, um danach mit einer Bibel vor einer Kirche f√ľr die Kameras zu posieren. Sharpton sicherte Floyds Familie zu, an ihrer Seite zu stehen. "Wir werden immer noch da sein, wenn der letzte Fernseh-√úbertragungswagen weg ist." Hier lesen Sie mehr zur Trauerfeier von George Floyd.

US-Justizminister: Bilder von Unruhen machten verheerenden Eindruck

Die Ausschreitungen in der US-Hauptstadt Washington vor mehr als einer Woche im Zuge der Proteste nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd haben nach Ansicht des Justizministeriums einen verheerenden Eindruck vermittelt. "Die Fernsehbilder dieser Ereignisse ‚Äď die von Menschen im ganzen Land und auf der ganzen Welt gesehen wurden ‚Äď vermittelten den Eindruck, dass die Vereinigten Staaten kurz davor standen, die Kontrolle √ľber ihre Hauptstadt zu verlieren", erkl√§rte Justizminister William Barr am Dienstag in einem Brief an die Washingtons B√ľrgermeisterin Muriel Bowser.

In seinem Schreiben verteidigte Barr den umstrittenen Einsatz von Einheiten der Nationalgarde aus anderen Bundesstaaten in der Hauptstadt. "Das war eine vor√ľbergehende Reaktion auf eine eskalierende Sicherheitskrise", erkl√§rte der Minister. Das Ziel der Regierung sei gewesen, sicherzustellen, dass die Unruhen enden und dass "Recht und Ordnung" in der Hauptstadt wieder hergestellt w√ľrden.

George Floyd in Pearland beigesetzt

George Floyd ist beigesetzt worden. Das Begräbnis sei abgeschlossen, erklärte die Polizei in Pearland im US-Bundesstaat Texas am Dienstagabend (Ortszeit) auf Twitter. Nach einer emotionalen Trauerfeier in der texanischen Metropole Houston war Floyds Sarg zum Friedhof Houston Memorial Gardens in der Nachbarstadt Pearland gebracht worden. Der Leichenwagen wurde von der Polizei eskortiert.

Auf der letzten Meile wurde der Sarg in einer wei√üen Pferdekutsche transportiert. Zwei weitere Kutschen folgten. Das Eintreffen des Trauerzugs am Friedhof verfolgten zahlreiche Menschen am Stra√üenrand. Der Gottesdienst war live √ľbertragen worden, die anschlie√üende Beisetzung erfolgte im Privaten.

Angehörige anderer Opfer von Gewalt gegen Schwarze bei Trauerfeier

An der Trauerfeier f√ľr George Floyd im US-Bundesstaat Texas haben auch Angeh√∂rige anderer Opfer von Gewalt gegen Afroamerikaner in den USA teilgenommen. So waren beispielsweise der Vater des im Februar get√∂teten Joggers Ahmaud Arbery und der Vater des 2014 erschossenen Michael Brown am Dienstag in der Kirche in Houston, wo von Floyd Abschied genommen wurde. Der B√ľrgerrechtler Al Sharpton rief sie w√§hrend einer flammenden Rede gegen Rassismus namentlich auf. Diese Familien "verstehen den Schmerz besser als jeder andere, weil sie den Schmerz durchgemacht haben", sagte Sharpton. Die Familien seien gekommen, um an der Seite von Floyds Familie zu stehen. Sharpton dankte auch Oscar-Preistr√§ger Jamie Foxx und Singer-Songwriter Al B. Sure! f√ľr ihr Kommen.

Arbery war im Februar 2020 im Bundesstaat Georgia erschossen worden, als er joggen war. Drei Wei√üe sind tatverd√§chtig. Brown war ein Teenager, der 2014 bei St. Louis im US-Bundesstaat Missouri von einem Polizisten erschossen wurde. Der Fall l√∂ste schwere Unruhen aus. Im Fall von Arbery richteten sich Proteste vor allem gegen die Tatsache, dass die Ermittlungen erst Wochen nach der Tat in Gang kamen ‚Äď nachdem ein verst√∂rendes Video der Tat √∂ffentlich wurde.

Pastor Al Sharpton und Mitglieder der Familie von George Floyd bei der Trauerfeier.
Pastor Al Sharpton und Mitglieder der Familie von George Floyd bei der Trauerfeier. (Quelle: Godofredo A. V√°squez/Houston Chronicle/ap-bilder)

Rat von Washington beschlie√üt Polizeireform ‚Äď Verbot von W√ľrgegriff

Der Bezirksrat der US-Hauptstadt Washington hat am Dienstag nach tagelangen Protesten gegen Polizeigewalt und Rassismus eine Reihe von Reformen f√ľr die Sicherheitskr√§fte beschlossen. Das Notfallgesetz verbietet unter anderem W√ľrgegriffe wie den, unter dessen Anwendung der Afroamerikaner George Floyd Ende Mai in Minneapolis zu Tode gekommen war. Zudem m√ľssen die Bilder der Kameras ver√∂ffentlicht werden, die die Polizisten am Leib tragen, wenn bei einem Einsatz ein Mensch stirbt oder schwere Gewalt ausge√ľbt wird. Menschen, die schon fr√ľher durch Fehlverhalten aufgefallen sind, d√ľrfen nicht mehr eingestellt werden. Die Anwendung nicht-t√∂dlicher Gewalt sowie die Beschaffung milit√§rischer Waffen f√ľr die Polizei werden beschr√§nkt.

"Es ist √ľberhaupt keine Frage, dass wir unsere Polizeiarbeit stark reformieren m√ľssen", sagte Ratsmitglied Robert White. "Die einzige Frage ist, ob wir und die Polizeif√ľhrung bereit sind, uns dieser Herausforderung zu stellen." Die B√ľrgermeisterin Muriel Bowser √§u√üerte sich zustimmend zu dem Gesetz, forderte aber eine √∂ffentliche Diskussion.

US-Pr√§sident √ľber 75-J√§hrigen: "Antifa-Provokateur"

Donald Trump hat einem 75-j√§hrigen Demonstranten, der von Polizisten in Buffalo auf den Boden gesto√üen und dabei am Kopf verletzt wurde, eine m√∂gliche N√§he zur Antifa-Bewegung unterstellt. Der Mann "k√∂nnte ein Antifa-Provokateur" sein, schrieb der US-Pr√§sident am Dienstag auf Twitter. Der 75-J√§hrige sei "h√§rter gefallen, als (er) gesto√üen wurde". Zudem habe der Mann wom√∂glich versucht, Kommunikationsausr√ľstung der Polizei zu sabotieren. Trump bezog sich auf einen Bericht des umstrittenen rechten Senders OAN, der eine entsprechende Theorie verbreitet hatte.

Die beiden Polizisten, die den Mann in Buffalo zu Boden gesto√üen hatten, wurden suspendiert. Ihnen werde K√∂rperverletzung vorgeworfen, berichteten US-Medien. Beide pl√§dierten vor einem Gericht in der Stadt im Bundesstaat New York auf nicht schuldig. Ein Video hatte den Vorfall festgehalten. Der 75-J√§hrige war nach dem Sturz bewusstlos auf dem B√ľrgersteig liegengeblieben und hat aus dem Kopf geblutet. Buffalos B√ľrgermeister Byron Brown und New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo verurteilten den Vorfall. Zahlreiche Polizisten aus Buffalo stellten sich demonstrativ hinter ihre beiden Kollegen. Die brisanten Aufnahmen sehen Sie auch oben im Video oder hier.

Schr√∂der √ľber US-Pr√§sident: "Wahlkampf auf der Gewaltwelle"

Altkanzler Gerhard Schr√∂der h√§lt die Eskalation bei den Protesten in den USA auch f√ľr eine gezielte Wahlkampftaktik von US-Pr√§sident Donald Trump. Die Gewaltwelle sei "nicht allein, aber vordringlich auch" Schuld Trumps, sagte der SPD-Politiker in der dritten Folge seiner Podcast-Reihe "Gerhard Schr√∂der ‚Äď Die Agenda". Anstatt zu beruhigen und zu einen, versuche Trump, "Wahlkampf auf der Gewaltwelle zu organisieren und den Wahlkampf dar√ľber zu gewinnen". Das sei v√∂llig unverantwortlich f√ľr jemanden, der "auch nur in die N√§he eines Staatsmannes kommen will".

Altkanzler Gerard Schr√∂der: In seinem Podcast √§u√üerte er sich kritisch √ľber den US-Pr√§sidenten.
Altkanzler Gerard Schr√∂der: In seinem Podcast √§u√üerte er sich kritisch √ľber den US-Pr√§sidenten. (Quelle: ITAR-TASS/imago-images-bilder)

Trumps Zustimmungswerte sinken

In den vergangenen Wochen geriet US-Pr√§sident Donald Trump durch die landesweiten Anti-Rassismus-Proteste nach dem Tod George Floyds unter Druck. In den Umfragen zur Pr√§sidentenwahl im November liegt Trump sowohl landesweit als auch in mehreren bei der Wahl entscheidenden Schl√ľsselstaaten hinter seinem designierten Herausforderer Joe Biden zur√ľck.

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In einer am Montag ver√∂ffentlichten Umfrage im Auftrag des Senders CNN lagen Trumps Zustimmungswerte nur noch bei 38 Prozent ‚Äď sieben Punkte weniger als im vergangenen Monat. W√§re die Wahl jetzt, w√ľrden der Befragung zufolge 55 Prozent f√ľr Biden stimmen und nur 41 Prozent f√ľr Trump. Biden baute seinen Vorsprung deutlich aus. Wegen des komplizierten Wahlsystems in den USA haben solche Umfragen aber begrenzte Aussagekraft, was den Ausgang der Wahl angeht.

Los Angeles verbietet vorerst W√ľrgegriff

Die Polizei in Los Angeles hat eine umstrittene Festnahmemethode mit sofortiger Wirkung ausgesetzt. Der W√ľrgegriff, bei dem die Blutzufuhr zum Gehirn unterbunden wird, d√ľrfe zun√§chst nicht mehr angewandt werden, teilte die Polizeibeh√∂rde der Stadt (LAPD) am Montag auf ihrer Website mit. Au√üerdem werde er zun√§chst auch aus dem Trainingsprogramm f√ľr Polizeibeamte verbannt. Gelten solle dieses Moratorium bis zur Vorlage eines Untersuchungsberichts. In seiner Mitteilung ging das LAPD nicht ausdr√ľcklich auf die aktuellen US-Proteste gegen Polizeigewalt ein.

George Floyd wird am heutigen Dienstag beigesetzt

Gut zwei Wochen nach seinem Tod bei einem brutalen Polizeieinsatz wird George Floyd am heutigen Dienstag im US-Bundesstaat Texas beigesetzt. Die Beerdigung in der Metropole Houston soll ab 18 Uhr (MESZ) landesweit im Fernsehen zu sehen sein. Mehr dazu lesen Sie hier.

Wei√üe Polizeichefin in Oregon √ľberl√§sst Afroamerikaner ihren Posten

Wegen ihres Umgangs mit den Protesten nach dem Mord an dem Afroamerikaner George Floyd sah sie sich Kritik ausgesetzt. Nun ist die wei√üe Polizeichefin von Portland im US-Bundesstaat Oregon zur√ľckgetreten und hat einen afroamerikanischen Kollegen als ihren Nachfolger bestimmt. Sie sei Forderungen nach Ver√§nderungen gefolgt und die Ver√§nderung in der F√ľhrung der Polizeibeh√∂rde "kommt von Herzen", schrieb Jami Resch am Montag (Ortszeit) auf Twitter.

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Resch hatte nach lokalen Medienberichten ihren Job erst vor weniger als sechs Monaten begonnen und nun Leutnant Chuck Lovell gefragt, ob er sie ersetzen wolle. "Es wird schwierig. Ich mache mir keine Illusionen", sagte Lovell am Montag (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz. Es sei aber auch schwierig, jeden Tag auf die Straße zu gehen und Gerechtigkeit einzufordern.

Biden sieht Wendepunkt in Geschichte des Landes

Der Tod des Afroamerikaners George Floyd markiert nach Ansicht des designierten Pr√§sidentschaftskandidaten der US-Demokraten, Joe Biden, einen Wendepunkt in der Geschichte der USA. Der Ex-Vizepr√§sident hatte am Montag mit seiner Frau Jill in der texanischen Stadt Houston f√ľr rund eine Stunde Angeh√∂rige Floyds getroffen, darunter dessen sechs Jahre alte Tochter Gianna. Sie hatte k√ľrzlich gesagt, ihr Vater habe die Welt ver√§ndert. "Ich denke, ihr Vater wird die Welt ver√§ndern", sagte Biden dem Sender CBS in Anspielung auf Giannas Aussage. Hier lesen Sie mehr.

Joe Biden: Der Tod des Afroamerikaners George Floyd markiert nach Ansicht des designierten Präsidentschaftskandidaten der US-Demokraten, Joe Biden, einen Wendepunkt in der Geschichte der USA
Joe Biden: Der Tod des Afroamerikaners George Floyd markiert nach Ansicht des designierten Präsidentschaftskandidaten der US-Demokraten, Joe Biden, einen Wendepunkt in der Geschichte der USA. (Quelle: Matt Rourke/dpa-bilder)

Weißes Haus lehnt Vorschlag der Demokraten zu Polizeireform ab

Eine Gesetzesinitiative der oppositionellen US-Demokraten zur Reform der Polizei ist auf Ablehnung im Weißen Haus gestoßen. Der Vorschlag enthalte einige "Rohrkrepierer", sagte am Montag die Sprecherin des US-Präsidialamts, Kayleigh McEnany. Sie nannte insbesondere die darin vorgesehene Erleichterung der Strafverfolgung von Polizisten.

McEnany r√§umte aber ein, dass sich Pr√§sident Donald Trump den Gesetzestext der Opposition noch nicht selber angesehen habe. Trump pr√ľfe "mehrere Vorschl√§ge" zur Polizeireform, sagte die Sprecherin, ohne dazu n√§here Angaben zu machen. Die Demokraten hatten den Gesetzesvorschlag zuvor am Montag in das von ihnen kontrollierte Repr√§sentantenhaus eingebracht. Demnach soll es auch Reformen bei der Rekrutierung und Ausbildung von Polizisten geben.

1,25 Millionen Dollar Kaution f√ľr hauptangeklagten Polizisten

Die Kaution f√ľr den Ex-Polizisten Derek Chauvin, Hauptangeklagter im Fall des get√∂teten Floyd, ist √ľber eine Million Dollar festgelegt worden. Der inhaftierte 44-J√§hrige wurde am Montag erstmals per Video in einen Gerichtssaal in Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota zugeschaltet.

Richterin Jeannice Reding setzte die Kaution auf eine Million Dollar (rund 885.000 Euro) fest und nannte eine Reihe weiterer Bedingungen f√ľr eine vorl√§ufige Haftentlassung Chauvins. Der entlassene Polizist darf bei einer Freilassung den Bundesstaat Minnesota nicht verlassen, darf keinen Kontakt zur Familie Floyd aufnehmen und muss Schusswaffen in seinem Besitz abgeben. Ohne die Bedingungen liege die Kaution bei 1,25 Millionen Dollar, wie CNN berichtet.

Der nächste Gerichtstermin wurde auf den 29. Juni festgesetzt. Die Justiz wirft Chauvin unter anderem Mord zweiten Grades vor; das entspricht etwa einem Totschlag in einem besonders schweren Fall und kann mit bis zu 40 Jahren Gefängnis bestraft werden. Eine Tötungsabsicht sieht die Staatsanwaltschaft nicht.

Chef von Innenministerkonferenz bestreitet "latenten Rassismus" in Polizei

Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz (IMK), Th√ľringens Ressortchef Georg Maier (SPD), hat den aus der Spitze seiner eigenen Partei erhobenen Vorwurf des "latenten Rassismus" in den deutschen Sicherheitskr√§ften zur√ľckgewiesen. Er verwahre sich gegen solche √Ąu√üerungen, sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstagsausgaben). Es gebe "keine Rechtfertigung daf√ľr, die Integrit√§t unserer Polizei strukturell infrage zu stellen". Lesen Sie mehr hier.

Leichnam von George Floyd öffentlich aufgebahrt

Gut zwei Wochen nach seinem Tod bei einem brutalen Polizeieinsatz wird George Floyd am Dienstag in Pearland bei Houston beigesetzt. Begleitet werden soll die private Zeremonie (ab 18 Uhr MESZ) von einer öffentlichen Gedenkfeier in der texanischen Metropole Houston, wo Floyd aufgewachsen war.

Besucherinnen stehen vor dem geöffneten Sarg von George Floyd: Am Dienstag soll die Beisetzung in Texas stattfinden.
Besucherinnen stehen vor dem geöffneten Sarg von George Floyd: Am Dienstag soll die Beisetzung in Texas stattfinden. (Quelle: Carlos Barria/Reuters-bilder)

Vorher ist der Leichnam in der Kirche Fountain of Praise in Houston f√ľr die √Ėffentlichkeit aufgebahrt. Die Besucher m√ľssen vor dem Betreten der Kirche ihre K√∂rpertemperatur messen lassen und Masken tragen, um das Risiko einer Corona-Ansteckung zu minimieren, wie CNN berichtet. In der Kirche werden sie mit Abstand in zwei Reihen zum Sarg gef√ľhrt.

Anwalt eines angeklagten Polizisten: "Tat, was er f√ľr richtig hielt"

Als der Afroamerikaner George Floyd bei einer Festnahme starb, waren vier Polizisten anwesend. Earl Gray, der Anwalt des mit angeklagten Polizisten Thomas Lane, sagte nun der NBC-"Today Show", sein Mandant habe "nicht tatenlos zugesehen", w√§hrend sein Kollege Derek Chauvin auf Floyds Nacken gekniet habe. Er sagte, dass sein Klient "tat, was er f√ľr richtig hielt".

Der 37-jährige Polizist Lane war offenbar erst seit vier Tagen im Dienst, als er nach Angaben seines Anwalts half, Floyd festzuhalten. Auf die Frage, wie sein Mandant fast neun Minuten lang habe zusehen können, erklärte Gray: "Er hat nicht dabeigestanden und zugesehen. Er hielt die Beine fest, weil der Mann anfangs Widerstand leistete." Lane habe Chauvin gefragt, ob sie Floyd nicht umdrehen sollten, da er gesagt habe, er könne nicht atmen. Chauvin habe Nein gesagt.

Chauvin, Lane, J. Alexander Kueng und Tou Thao reagierten am 25. Mai auf einen Anruf wegen eines gef√§lschten 20-Dollar-Scheins, als sie Floyd festnahmen. Die vier Angeklagten wurden entlassen und m√ľssen sich nun wegen Floyds Tod verantworten.

US-Demokraten knien im Gedenken an George Floyd

Im Gedenken an den brutalen Tod des Afroamerikaners George Floyd sind f√ľhrende US-Demokraten im Kongress fast neun Minuten auf die Knie gegangen. Mitglieder der Partei, darunter die Vorsitzende des Repr√§sentantenhauses, Nancy Pelosi, blieben im Kapitol in der Bundeshauptstadt Washington am Montag f√ľr acht Minuten und 46 Sekunden still ‚Äď die Zeit, die ein wei√üer Polizeibeamter vor zwei Wochen sein Knie in den Nacken des am Boden liegenden Floyd gedr√ľckt hatte.

Die Demokraten knien im Kongress: In Gedenken an George Floyd knieten die Politiker f√ľr acht Minuten und 46 Sekunden ‚Äď so lange hatte der Afroamerikaner unter dem Knie eines Polizisten um sein Leben gek√§mpft.
Die Demokraten knien im Kongress: In Gedenken an George Floyd knieten die Politiker f√ľr acht Minuten und 46 Sekunden ‚Äď so lange hatte der Afroamerikaner unter dem Knie eines Polizisten um sein Leben gek√§mpft. (Quelle: Jonathan Ernst/Reuters-bilder)

Das Gedenken fand vor einer Pressekonferenz der Demokraten im Kongress statt. Sie wollten am Montag einen Gesetzentwurf zu Polizeireformen vorstellen. Das Niederknien wird in den USA von vielen als Protest gegen Rassismus gesehen. Der republikanische US-Pr√§sident Donald Trump hatte die oft von Sportlern beim Spielen der Nationalhymne gezeigte Geste dagegen wiederholt als respektlos gegen√ľber Flagge und Land bezeichnet.

Demokraten stellen Gesetzesentwurf gegen Polizeigewalt vor

Die US-Demokraten im Kongress haben einen Gesetzentwurf gegen Polizeigewalt vorgestellt. Der Entwurf sehe unter anderem eine einfachere Strafverfolgung bei polizeilichem Fehlverhalten vor, sagte die Vorsitzende des Repr√§sentantenhauses, Nancy Pelosi, bei einer Pressekonferenz am Montag im Kongress. Polizeigewalt solle au√üerdem etwa durch den verst√§rkten Einsatz von K√∂rperkameras bek√§mpft werden. Umstrittene Polizeimethoden wie W√ľrgegriffe bei Festnahmen sollten verboten werden.

Pelosi sagte, Polizeigewalt spiegele "ein tief verwurzeltes System der Rassenungerechtigkeit in Amerika" wider. Der Gesetzentwurf sei nur ein erster Schritt dagegen. Notwendig sei ein Strukturwandel. Pelosi sprach von einem "Märtyrertod" Floyds und anderer Opfer von Polizeigewalt. Die Erfolgaussichten des Gesetzentwurfs sind unklar: Die Demokraten kontrollieren das Repräsentantenhaus, der Senat wird jedoch von den Republikanern von US-Präsident Donald Trump dominiert.

Die Abgeordnete Karen Bass zeigte sich dennoch zuversichtlich, dass der Entwurf zum Gesetz wird. Die Vorsitzende des Congressional Black Caucus ‚Äď einer Vereinigung afroamerikanischer Abgeordneter ‚Äď begr√ľndete das unter anderem mit den Protesten, die sich weit √ľber die Grenzen der USA ausgebreitet haben. "Die Welt wird Zeuge der Geburt einer neuen Bewegung in unserem Land", sagte Bass. Sie betonte mit Blick auf die Polizei: "Ein Beruf, in dem man die Macht hat zu t√∂ten, sollte ein Beruf sein, der gut ausgebildete Beamte erfordert, die der √Ėffentlichkeit gegen√ľber rechenschaftspflichtig sind."

Seattle: Auto f√§hrt in Menschenmenge ‚Äď Mann angeschossen

In Seattle ist am Sonntagabend ein Mann mit einem Auto in eine Gruppe von Demonstranten auf dem Capitol Hill gefahren. Der Täter schoss auf einen 27-jährigen Afroamerikaner, der versucht hatte, ihn aufzuhalten. Daraufhin stieg der Fahrer aus und richtete die Waffe auf andere Demonstranten.

Der Verletzte wurde in ein Krankenhaus gebracht. Sein Zustand sei stabil, berichtet "The Seattle Times". Der Täter wurde verhaftet, nachdem er Schutz bei der Polizei gesucht hatte. Weitere Personen sollen verletzt worden sein.

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Ermittlungen gegen Polizisten in Frankreich deutlich gestiegen

Die Zahl der Disziplinarverfahren wegen √ľberm√§√üiger Polizeigewalt ist in Frankreich sprunghaft gestiegen: Die Generalinspektion der Nationalpolizei (IGPN) untersuchte im vergangenen Jahr 868 Gewaltbeschwerden gegen Beamte ‚Äď 41 Prozent mehr als 2018, wie sie am Montag in Paris mitteilte. Die Generalinspektion f√ľhrt den Anstieg auf die Protestbewegung der "Gelbwesten" zur√ľck. Pr√§sident Emmanuel Macron will aber auch den Fall eines in Polizeigewahrsam get√∂teten Schwarzen beleuchten lassen.

Bei fast 39 Prozent der von der Justiz √ľbermittelten Beschwerden gegen Polizisten ging es laut der Generalinspektion um "mutwillige Gewalt" gegen Demonstranten, bei weiteren 14 Prozent um Gewalt gegen "festgehaltene Menschen". Insgesamt gab es 1460 Disziplinarverfahren, fast 24 Prozent mehr als 2018. Am Wochenende waren in Frankreich erneut 23.000 Menschen gegen Polizeigewalt auf die Stra√üe gegangen. Die Proteste entz√ľnden sich an einer neuen Untersuchung, die Polizisten f√ľr den Erstickungstod des Schwarzen Adama Traor√© in einer Pariser Vorstadt 2016 verantwortlich macht. Viele der Demonstranten sehen Parallelen zu dem Tod des Afroamerikaners George Floyd in den USA.

Minneapolis will Polizeibehörde abschaffen

Die US-Stadt Minneapolis will die Polizei in ihrer derzeitigen Form abschaffen. Der Stadtrat beschloss, die Polizeibehörde aufzulösen und durch ein neues Modell öffentlicher Sicherheit zu ersetzen. Das aktuelle System werde nach einer eindeutigen Mehrheitsentscheidung des Stadtrats aufgegeben, erklärte das Gremium-Mitglied Alondra Cano, auf Twitter. Die Vorsitzende des Stadtrates von Minneapolis, Lisa Bender, sagte zu CNN: "Die Idee, keine Polizeiabteilung zu haben, ist sicherlich nicht kurzfristig." Mehrere Mitglieder des Gremiums betonten, Reformen seien ein langer und komplexer Prozess. Details dazu blieben zunächst unklar.

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Esken f√ľr unabh√§ngige Untersuchung von Rassismus in deutscher Polizei

SPD-Chefin Saskia Esken hat eine unabh√§ngige Aufarbeitung von √ľberm√§√üiger Gewaltanwendung und Rassismus bei der deutschen Polizei gefordert. Eine unabh√§ngige Stelle m√ľsse mit der Bearbeitung entsprechender Beschwerden √ľber Polizisten betraut werden, sagte Esken den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montagsausgaben). Es d√ľrfe nicht der Eindruck entstehen, "der polizeiliche Korpsgeist spiele eine gr√∂√üere Rolle als die Rechte von B√ľrgerinnen und B√ľrgern".

F√ľr Rassisten und Rechtsextremisten d√ľrfe es in der Polizei keinen Platz geben, betonte die SPD-Vorsitzende. Auch in Deutschland gebe es "latenten Rassismus in den Reihen der Sicherheitskr√§fte". Die gro√üe Mehrheit der Polizeibediensteten stehe solchen Tendenzen aber sehr kritisch gegen√ľber und leide unter dem "potenziellen Vertrauensverlust", der dadurch entstehe, f√ľgte Esken hinzu.

Die Demonstrationen auch in Deutschland gegen Rassismus und exzessive Polizeigewalt wurden von der SPD-Chefin begr√ľ√üt. Grund der Proteste in aller Welt sei, dass der Tod des unbewaffneten Afroamerikaners George Floyd bei einem Polizeieinsatz in den USA "kein Einzelfall" sei, sagte sie.

Britische Demonstranten werfen Statue von Sklavenhändler in Hafenbecken

Bei Anti-Rassismus-Protesten im englischen Bristol haben Demonstranten am Sonntag die Statue eines britischen Sklavenhändlers von einem Sockel geholt und ins Hafenbecken geworfen. Wie die Videoaufnahme eines Augenzeugen zeigt, zogen Menschen eine Schlinge um den Hals der Statue von Edward Colston und brachten sie zu Fall. Unter Jubelschreien schleppten sie die Bronzestatue zum Hafen, wo sie sie im Fluss Avon versenkten.

Die Polizei in der Stadt im S√ľdwesten Englands k√ľndigte Ermittlungen an. An der friedlichen Demonstration hatten nach Angaben des √∂rtlichen Polizeichefs etwa 10.000 Menschen teilgenommen, einige Dutzend kn√∂pften sich dann am Rande die Bronzestatue vor. Der im 17. Jahrhundert in eine wohlhabende H√§ndlerfamilie geborene Colston arbeitete f√ľr die K√∂niglich Afrikanische Gesellschaft, die j√§hrlich rund 5.000 Menschen versklavte. Sp√§ter erwarb Colston durch Spenden an Schulen und Krankenh√§user den Ruf eines Philantropen.

Trump ordnet R√ľckzug der Nationalgarde aus Washington an

US-Pr√§sident Donald Trump hat am Sonntag den R√ľckzug der Nationalgarde aus Washington angeordnet. Alles sei nun "unter perfekter Kontrolle", schrieb Trump im Kurzbotschaftendienst Twitter. In der Nacht zum Sonntag seien "viel weniger Demonstranten aufgetaucht als erwartet". Die Nationalgardisten w√ľrden sich nun zur√ľckziehen, k√∂nnten aber "schnell zur√ľckkehren, falls n√∂tig".

Seit dem Tod des Afroamerikaners George Floyd durch einen weißen Polizisten bei einem brutalen Einsatz Ende Mai kommt es in den USA landesweit zu heftigen Protesten. Dutzende Städte verhängten Ausgangssperren, eine Reihe von Bundesstaaten mobilisierte die Nationalgarde.

Biden kritisiert Trump: "Kein Präsident macht alles richtig"

Joe Biden, der Pr√§sidentschaftskandidat der Demokraten, hat in einem Gastbeitrag in der "Los Angeles Times" Amtsinhaber Donald Trump kritisiert: "Kein Pr√§sident macht alles richtig", so Biden. "Aber das Land braucht eine F√ľhrungsperson, die nicht Angst und Spaltung vorantreibt. Eine F√ľhrungsperson, die sich darum bem√ľhen wird, die Wunden des Rassismus zu heilen, die unser Land lange gequ√§lt haben, anstatt die Flammen des Hasses zu sch√ľren."

Demonstranten gesto√üen und verletzt ‚Äď zwei US-Polizisten angeklagt

Nachdem sie einen älteren Demonstranten bei einer Kundgebung gegen Polizeigewalt heftig gestoßen haben, sind zwei Polizisten in der US-Stadt Buffalo angeklagt worden. Ihnen werde schwere Tätlichkeit vorgeworfen, berichteten US-Medien am Samstag. Beide plädierten bei dem Termin vor einem Gericht in der Stadt im Bundesstaat New York auf "nicht schuldig".

Sie hatten den Mann, der bei einer Demonstration am Donnerstag nach Beginn der Ausgangssperre noch auf der Stra√üe war, heftig gesto√üen, woraufhin dieser gefallen und mit Blutungen am Kopf auf dem B√ľrgersteig liegen geblieben war, wie auf einem Video zu sehen ist. Die Beamten wurden daraufhin suspendiert. Buffalos B√ľrgermeister Byron Brown und New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo verurteilten den Vorfall. Zahlreiche Polizisten aus Buffalo stellten sich demonstrativ hinter ihre beiden Kollegen.

Pilot malt mit Flugzeug Faust in die Luft

Um dem Afroamerikaner George Floyd nach dessen gewaltsamem Tod Tribut zu zollen, hat ein Pilot mit seiner Maschine Flugbahnen in der Form einer geballten Faust in die Luft nahe der kanadischen Stadt Halifax gezogen. "Der Rassismus ist bei uns auf dem Vormarsch. Er war schon immer da, im Laufe der Geschichte, insbesondere hier in Nordamerika", sagte der Pilot Dimitri Neonakis am Freitag (Ortszeit) dem kanadischen Sender CTV News. Ein Radarvideo der Webseite FlightAware, das die Flugbahn der Maschine in der Provinz Nova Scotia zeigt, wurde seit Donnerstag mehr als 58.000-mal aufgerufen.

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Nachdem Neonakis die Nachrichten gesehen habe, habe er seinen Unglauben und eine Reihe weiterer Gef√ľhle mit der Aktion ausdr√ľcken wollen. "W√§hrend ich mich dort oben frei bewegte, kamen mir ein paar Mal die Worte von George Floyd in den Sinn: 'Ich kann nicht atmen', ein krasser Gegensatz", schrieb Neonakis auf Facebook.

Entsetzen nach Trump-√Ąu√üerung zu George Floyd

Trump verk√ľndet positive Nachrichten f√ľr den US-Arbeitsmarkt ‚Äď und erg√§nzt, dass sich auch der tote George Floyd dar√ľber freuen w√ľrde. Die Reaktionen auf die Aussage folgen prompt. Mehr dazu lesen Sie hier.

Trudeau kniet vor Tausenden Demonstranten nieder

Mit einem Kniefall vor Tausenden Demonstranten hat Kanadas Premierminister Justin Trudeau nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd in den USA ein Zeichen gegen Rassismus und Polizeigewalt gesetzt. Trudeau und der kanadische Familienminister Ahmed Hussen nahmen am Freitag an einer Demonstration am Parlament in Ottawa teil. Dabei kniete Trudeau, der ein weißes Hemd und eine schwarze Maske trug, minutenlang schweigend nieder.

Auch in Kanada h√§tten "viel zu viele" Menschen Angst vor Polizisten, sagte Trudeau vor der Demonstration am Freitag. Vielen Kanadiern sei nun pl√∂tzlich klar geworden, dass Diskriminierung f√ľr viele "gelebte Realit√§t" sei und endlich aufh√∂ren m√ľsse.

UN-Experten werfen USA "Terror-Lynchmorde" vor

Mit ungewöhnlich drastischen Worten haben 66 Menschenrechtsexperten der Vereinten Nationen nach dem brutalen Tod des Afroamerikaners George Floyd die "heutigen rassistischen Terror-Lynchmorde" auf das Schärfste verurteilt. Als Antwort auf die Proteste gegen Polizeibrutalität und systematischen Rassismus nach mehreren Tötungen schwarzer Menschen in den USA veröffentlichte die Gruppe am Freitag zwei gemeinsame Mitteilungen. Diese Tötungen "schockieren das Gewissen und rufen genau den Terror hervor, den das Lynchregime in den Vereinigten Staaten beabsichtigte zu befeuern", schrieben sie.

"Angesichts der Erfolgsbilanz f√ľr Straffreiheit f√ľr rassistische Gewalt dieser Art in den USA haben schwarze Menschen guten Grund, um ihr Leben zu f√ľrchten", hie√ü es weiter. Die UN-Experten ‚Äď unabh√§ngige Experten des UN-Menschenrechtsrates ‚Äď f√ľgten hinzu, die Polizeiarbeit sei nach wie vor vom "Erbe rassistischen Terrors" beschmutzt, deren Urspr√ľnge in "Sklaven-Patrouillien und sozialer Kontrolle" l√§gen.

Dar√ľber hinaus kritisierten die Experten die Reaktion von US-Pr√§sident Donald Trump auf die Proteste. Er habe mehr staatliche Gewalt angedroht und diese Sprache k√∂nne direkt mit den "Bef√ľrwortern der Rassentrennung" aus der Vergangenheit des Landes verbunden werden. Diese h√§tten hart daran gearbeitet, schwarzen Menschen grundlegende Menschenrechte zu verweigern.

Polizeibeamte in den USA: Die ersten US-Staaten verbieten den Einsatz des W√ľrgegriffs.
Polizeibeamte in den USA: Die ersten US-Staaten verbieten den Einsatz des W√ľrgegriffs. (Quelle: ZUMA Wire/imago-images-bilder)

Erste Staaten verabschieden Polizeireformen

Nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einer brutalen Festnahme hat die Stadt Minneapolis erste Reformen ihrer Polizei auf den Weg gebracht. K√ľnftig d√ľrften Beamte keine W√ľrgegriffe mehr anwenden und Verd√§chtige nicht am Nacken festhalten, erkl√§rte B√ľrgermeister Jacob Frey am Freitagnachmittag (Ortszeit) in Anschluss an eine Stadtratssitzung. Zudem m√ľssten alle Polizeibeamte, die Zeugen einer "ungenehmigten Gewaltanwendung" ihrer Kollegen w√ľrden, dies unter Strafandrohung melden. Alle Beamte seien zudem verpflichtet, in solchen F√§llen einzuschreiten, andernfalls drohe ihnen die gleichen disziplinarischen Konsequenzen wie dem T√§ter.

Die mit dem Bundesstaat Minnesota juristisch bindend vereinbarten Reformen seien ein guter Schritt, um die Kultur der Polizei zu √§ndern und "systematischen Rassismus zu entwurzeln", schrieb Frey auf Twitter. Gleichzeitig r√§umte er ein, dass die Reformen nur ein erster Schritt seien. "Wir haben noch einen langen Weg vor uns zum Wandel ‚Äď nicht nur in der Politik der Stadt, sondern auch im Recht des Bundesstaats und dem Vertrag mit der Polizeigewerkschaft", sagte er.

Auch in Kalifornien soll ein W√ľrgegriff, bei dem die Blutzufuhr zum Gehirn unterbunden wird, k√ľnftig verboten werden. Der Gouverneur des Westk√ľstenstaates, Gavin Newsom, erkl√§rte am Freitag, die Methode werde aus dem Trainingsprogramm f√ľr Polizeibeamte verbannt, zudem solle auch eine gesetzliche Regelung folgen. Auch der Gouverneur des Bundesstaates New York, Andrew Cuomo, stellte am Freitag einen Gesetzentwurf vor, der unter anderem den W√ľrgegriff bei Polizeieins√§tzen verbieten soll. Zudem sollen Akten zu fr√ľherem Fehlverhalten von Polizisten transparent einsehbar gemacht werden.

Washingtoner B√ľrgermeisterin macht Stra√üe zum "Black Lives Matter"-Platz

Es ist eine klare Ansage an US-Pr√§sident Donald Trump: Washingtons B√ľrgermeisterin Muriel Bowser hat einen Stra√üenabschnitt nahe dem Wei√üen Haus nach dem Motto der Anti-Rassismus-Bewegung "Black Lives Matter" benannt. Die B√ľrgermeisterin lie√ü den Satz ‚Äď auf Deutsch: Das Leben von Schwarzen z√§hlt ‚Äď am Freitag in riesigen gelben Buchstaben auf die 16. Stra√üe im Zentrum der US-Hauptstadt schreiben.

"Black Lives Matter" steht in riesigen Buchstaben auf der Stra√üe: Mit der Aktion positioniert sich die B√ľrgermeisterin klar gegen den US-Pr√§sidenten.
"Black Lives Matter" steht in riesigen Buchstaben auf der Stra√üe: Mit der Aktion positioniert sich die B√ľrgermeisterin klar gegen den US-Pr√§sidenten. (Quelle: Joshua Roberts/Reuters-bilder)

"Der Abschnitt der 16. Stra√üe vor dem Wei√üen Haus ist jetzt offiziell der 'Black-Lives-Matter-Platz'", schrieb die Politikerin der Demokraten, die selbst Afroamerikanerin ist, im Kurzbotschaftendienst Twitter. Die 16th Street ist eine wichtige Verkehrsader in Washington und f√ľhrt direkt auf das Wei√üe Haus zu.

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Die Gegend hatte in dieser Woche eine besondere symbolische Bedeutung bekommen: Sicherheitskr√§fte gingen am Montag an der Ecke der 16. Stra√üe und der H-Stra√üe gewaltsam gegen friedliche Demonstranten vor, die nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd gegen Rassismus und Polizeigewalt protestierten. Offenbar sollte damit Platz gemacht werden f√ľr Trump, der anschlie√üend zu einer an der Ecke gelegenen Kirche lief, und sich dort mit einer Bibel fotografieren lie√ü. Kritiker warfen dem Pr√§sidenten vor, f√ľr einen Fototermin einen gewaltsamen Einsatz gegen friedliche Demonstranten angeordnet zu haben. Justizminister Bill Barr bestritt jedoch, dass der Polizeieinsatz mit Trumps Besuch der Kirche zu tun gehabt habe.

Demokraten positionieren sich gegen Trump-√Ąu√üerung: "wahrhaft verachtenswert"

Die oppositionellen US-Demokraten haben √Ąu√üerungen von Pr√§sident Donald Trump zum get√∂teten Afroamerikaner George Floyd und zum Arbeitsmarkt scharf verurteilt. Der designierte Pr√§sidentschaftskandidat der Demokraten, Joe Biden, schrieb am Freitag im Kurzbotschaftendienst Twitter, Floyds letzte Worte "Ich kann nicht atmen" h√§tten in den USA und in der ganzen Welt widergehallt. "Dass der Pr√§sident versucht, ihm andere Worte in den Mund zu legen, ist wahrhaft verachtenswert."

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Die demokratische Senatorin Kamala Harris kritisierte Trump ebenfalls scharf: Trump solle Floyds Namen "nicht in den Mund nehmen", bevor er nicht den Satz "Black Lives Matter" sagen könne, schrieb Harris auf Twitter.

Trump: "Niemand hat je mehr f√ľr die Schwarze Gemeinschaft getan"

Nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd hat US-Pr√§sident Donald Trump die Polizei im ganzen Land zur Gleichbehandlung aller B√ľrger aufgerufen ‚Äď unabh√§ngig von ihrer Hautfarbe. "Das ist, was unsere Verfassung erfordert, und das ist es, worum es in unserem Land geht", sagte Trump am Freitag bei einem Auftritt im Wei√üen Haus angesichts des √ľberraschenden R√ľckgangs der Arbeitslosenquote in den USA. Jeder Amerikaner m√ľsse bei Begegnungen mit Sicherheitskr√§ften die gleiche, faire Behandlung erfahren.

Mit Blick auf die Arbeitsmarktdaten f√ľgte Trump hinzu: "Hoffentlich schaut George jetzt gerade herunter und sagt, dass das eine gro√üartige Sache ist, die in unserem Land geschieht. Dass es ein gro√üartiger Tag f√ľr ihn ist, dass es ein gro√üartiger Tag f√ľr alle ist." Trump behauptete: "Niemand hat je f√ľr die schwarze Gemeinschaft getan, was Pr√§sident Trump getan hat." Er verwies auf niedrige Arbeitslosenzahlen unter Minderheiten vor der Krise durch die Corona-Pandemie und die F√∂rderung von traditionell von Schwarzen besuchten Universit√§ten.

Den Polizeieinsatz in Minneapolis im Bundesstaat Minnesota am Montag vergangener Woche, der zu Floyds Tod f√ľhrte, nannte Trump inakzeptabel. "Wir alle haben gesehen, was in der vergangenen Woche geschehen ist. Das k√∂nnen wir nicht zulassen."

Washingtoner B√ľrgermeisterin fordert Abzug des Milit√§rs

Die B√ľrgermeisterin Washingtons, Muriel Bowser, hat US-Pr√§sident Donald Trump zum Abzug des Milit√§rs und anderer Sicherheitskr√§fte seiner Regierung von den Stra√üen der Hauptstadt aufgefordert. In dem am Freitag von Bowser ver√∂ffentlichten Brief an Trump hie√ü es, sie habe den Notstand wegen der Proteste nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd im Zuge eines brutalen Polizeieinsatzes in Minneapolis aufgehoben. Die Proteste in Washington verliefen inzwischen friedlich. Sie sei besorgt, dass Sicherheitskr√§fte des Bundes auf den Stra√üen der Hauptstadt ein Risiko darstellten, weil sich daran Proteste entz√ľnden k√∂nnten. Trump hatte eine Vielzahl an die Polizei- und Milit√§rkr√§ften in die Bundeshauptstadt beordert (hier mehr dazu).

US-B√ľrgerrechtler verklagen Trump und Barr

Mehrere B√ľrgerrechtsorganisationen haben nach dem j√ľngsten Vorgehen der Sicherheitskr√§fte gegen Demonstranten Klage gegen US-Pr√§sident Donald Trump und Justizminister William Barr eingereicht. Die Amerikanische B√ľrgerrechtsunion (ACLU) und andere Gruppen wollen einen Beschluss erwirken, wonach Trump, Barr und andere ihre verfassungsm√§√üigen Rechte verletzt haben. Barr war daf√ľr kritisiert worden, dass er friedliche Demonstranten am Montag durch Bundesbeamte mit Gewalt aus der Umgebung des Wei√üen Hauses vertreiben lie√ü.

B√ľrgerrechtler ruft neuen "Marsch auf Washington" aus

Der prominente US-B√ľrgerrechtler Al Sharpton hat als Reaktion auf den Tod des Afroamerikaners George Floyd einen neuen "Marsch auf Washington" angek√ľndigt, um gegen Diskriminierung zu protestieren. Dieser solle am 28. August stattfinden, dem 57. Jahrestag der Kundgebung von 1963, bei der Martin Luther King mit den legend√§ren Worten "I have a dream" (Ich habe einen Traum) die Gleichberechtigung von Schwarzen und Wei√üen einforderte.

"Wir gehen an diesem 28. August (nach Washington) zur√ľck, um diesen Traum wiederherzustellen und uns ihm wieder zu verpflichten", sagte Prediger Sharpton bei der Trauerfeier f√ľr Floyd am Donnerstagabend (Ortszeit) in Minneapolis. An der Kundgebung werden nach seinen Worten die Familien des 46-J√§hrigen sowie anderer Afroamerikaner teilnehmen, die "den Schmerz kennen", einen Angeh√∂rigen durch Polizeigewalt verloren zu haben.

Demonstrant gesto√üen und verletzt ‚Äď zwei US-Polizisten suspendiert

Zwei US-Polizisten haben bei einer Kundgebung gegen Polizeigewalt in der Stadt Buffalo laut Medienberichten einen √§lteren Demonstranten heftig gesto√üen, der daraufhin gefallen ist und sich am Kopf verletzt hat. Wie ein am Donnerstagabend (Ortszeit) ver√∂ffentlichtes Video des Senders WBFO zeigte, blieb der Mann mit Blutungen am Kopf auf dem B√ľrgersteig liegen. Die Beamten seien suspendiert worden, twitterte B√ľrgermeister Byron W. Brown. Der 75-j√§hrige Demonstrant sei in einem ernsten, aber stabilen Zustand. Der Polizeichef der Stadt im Bundesstaat New York habe eine interne Untersuchung angeordnet.

Twitter deaktiviert Trumps Floyd-Video nach Urheberrechtsbeschwerden

Twitter hat das Video von US-Pr√§sident Donald Trump zum Gedenken an den Tod des Afroamerikaners George Floyd deaktiviert. Der Kurznachrichtendienst begr√ľndete den Schritt am Freitag mit Urheberrechtsbeschwerden, die eingereicht worden seien. Das Video besteht aus Fotos und Videosequenzen von Protestm√§rschen und Gewaltszenen ‚Äď unterlegt mit Worten von Trump.

Merkel: Gesellschaft in den USA sehr polarisiert

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich ausweichend zur Verantwortung von US-Pr√§sident Donald Trump f√ľr Polizeigewalt und Rassismus in den USA ge√§u√üert. Auf die Frage, ob Trump eine Rolle bei der gesellschaftlichen Spaltung in den Vereinigten Staaten spiele, sagte Merkel am Donnerstag in der ZDF-Sendung "Was nun, Frau Merkel": "Ich glaube, dass der Politikstil schon ein sehr kontroverser ist." Die Gesellschaft in den Vereinigten Staaten sei sehr polarisiert. Ihre Anspruch an Politik sei es, zusammenzubringen und zu vers√∂hnen.

Auf die Frage, ob sie noch Vertrauen in Trump habe, sagte Merkel: "Ich arbeite zusammen mit den gew√§hlten Pr√§sidenten auf der Welt. Und nat√ľrlich auch mit dem amerikanischen. Und ich hoffe, dass es gelingt, das Land gut zu befrieden." Was sie mit Trump bespreche, dar√ľber rede sie in der √Ėffentlichkeit nicht. "Ich kann nur hoffen, dass man zusammenfindet." Sie sei froh, dass viele in den USA ihren Beitrag dazu leisteten.

Joseph Lengyel, Chef der Nationalgarde, und Donald Trump: Der General widersprach dem US-Präsidenten und solidarisiert sich mit den Demonstranten.
Joseph Lengyel, Chef der Nationalgarde, und Donald Trump: Der General widersprach dem US-Präsidenten und solidarisiert sich mit den Demonstranten. (Quelle: ZUMA Wire/imago-images-bilder)

Der Tod des Afroamerikaners George Floyd nach einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis im Bundesstaat Minnesota am 25. Mai sei "etwas ganz, ganz Schreckliches", sagte Merkel. "Rassismus ist etwas Schreckliches." Es habe ihn zu allen Zeiten gegeben, leider auch in Deutschland. "Und jetzt kehren wir mal vor unserer eigenen Haust√ľr und hoffen, dass auch in den Vereinigten Staaten sich genug Menschen finden", die einfach friedlich demonstrieren wollten.

Im ZDF wie auch in einem ARD-Interview sprach sie von einem "Mord" an Floyd. "Dieser Mord an George Floyd ist schrecklich. Er ist Rassismus", sagte sie. "Aber ich vertraue auf die demokratische Kraft der Vereinigten Staaten von Amerika, dass sie mit dieser schwierigen Situation fertig werden."

Seit dem Tod von Floyd kommt es in vielen US-St√§dten zu Demonstrationen gegen Polizeigewalt und Rassismus. Die Proteste arteten zum Teil in Ausschreitungen und Pl√ľnderungen aus.

Fall Floyd: Drei Polizisten könnten auf Kaution freikommen

Im Fall des bei einer brutalen Festnahme get√∂teten Afroamerikaners George Floyd k√∂nnten drei beteiligte fr√ľhere Polizisten bald auf Kaution freikommen. Sie m√ľssten daf√ľr eine Million US-Dollar 900.000 Euro als Sicherheit hinterlegen, wie Gerichtsunterlagen aus dem Bundesstaat Minnesota am Donnerstag zeigten. Sollten sie gewisse Auflagen akzeptieren, darunter ein Verbot von Kontakten zu Floyds Familie, w√ľrde die Summe auf 750.000 Dollar reduziert. Der Prozess soll erst in einigen Monaten beginnen.

Den drei fr√ľheren Polizisten wird Mitt√§terschaft bei der T√∂tung Floyds vorgeworfen. Ihnen drohen lange Haftstrafen. Ein vierter Ex-Polizist, Derek C., gilt als Hauptverd√§chtiger. Ihm wird unter anderem Mord zweiten Grades vorgeworfen, worauf bis zu 40 Jahre Haft stehen. Er soll kommende Woche dem Haftrichter vorgef√ľhrt werden.

Floyd war am Montag vergangener Woche bei einer brutalen Festnahme in der Stadt Minneapolis im Bundesstaat Minnesota gestorben. Derek C. hatte sein Knie fast neun Minuten lang in den Nacken des am Boden liegenden Floyds gedr√ľckt ‚Äď trotz aller Bitten des 46-J√§hrigen, ihn atmen zu lassen. Der Beamte und drei weitere beteiligten Polizisten wurden nach Bekanntwerden des Vorfalls umgehend entlassen.

Freund von Floyd: Er leistete keinen Widerstand

Der bei einem brutalen Polizeieinsatz get√∂tete Afroamerikaner George Floyd hat nach Angaben eines anwesenden Freundes bei seiner Festnahme keinerlei Widerstand geleistet. "Er hat von Anfang an auf dem√ľtigste Weise versucht zu zeigen, dass er in keiner Form Widerstand leistet", sagte Maurice Lester Hall am Mittwochabend der "New York Times". "Ich habe geh√∂rt, wie er flehte: 'Bitte, warum das alles?'"

Hall sa√ü nach Angaben der "New York Times" im Beifahrersitz des Autos, aus dem die Polizei Floyd bei seiner Festnahme zerrte. Sp√§ter dr√ľckte ein wei√üer Polizist dem auf dem Boden liegenden Floyd fast neun Minuten lang das Knie in den Nacken, obwohl der Afroamerikaner wiederholt klagte, er bekomme keine Luft mehr.

"Er hat um Hilfe geschrien, weil er am Sterben war", sagte Hall der "New York Times". "Ich werde mich immer an die Angst in Floyds Gesicht erinnern, weil er so ein König ist. Das lässt mich nicht mehr los: Einen erwachsenen Mann weinen zu sehen, und einen erwachsenen Mann dann sterben zu sehen."

Chef der Nationalgarde solidarisiert sich mit den Protesten

In einem Twitter-Statement hat sich der Chef der US-Nationalgarde, General Joseph Lengyel, mit den landesweiten Protesten gegen Rassismus solidarisiert. Unter der √úberschrift "Wir m√ľssen es besser machen" dr√ľckt er seine Anteilnahme am Schicksal des get√∂teten George Floyd aus. Der Tod des Afroamerikaners mache ihn krank. Lengyel sei au√üer sich, dass wieder und wieder unbewaffnete Angeh√∂rige von Minderheiten zum Opfer von Polizeigewalt werden. Man k√∂nne die Geschichte der Unterdr√ľckung zwar nicht ausl√∂schen, aber zuh√∂ren und lernen: "Wir m√ľssen besser werden."

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Besonders Polizisten und Soldaten st√ľnden wegen ihres Verfassungseides in der Pflicht. "Wir k√∂nnen Rassismus, Diskriminierung und unn√∂tige Gewalt nicht tolerieren." Bei Hass und Spaltung d√ľrfe man nicht daneben stehen und zusehen. Am Ende des Statements fordert Lengyel sich ihm anzuschlie√üen.

Wegen der Ausschreitungen im Zuge der √ľberwiegend friedlichen Proteste nach dem Tod von George Floyd drohte Donald Trump den Randalierern mit der Nationalgarde.

Kramp-Karrenbauer lobt US-Verteidigungsminister

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer begr√ľ√üt, dass US-Verteidigungsminister Mark Esper einen Einsatz des Milit√§rs gegen die Demonstranten in den USA ablehnt und sich damit gegen Pr√§sident Donald Trump stellt. Kramp-Karrenbauer sagte am Donnerstag im Bundesvorstand ihrer Partei nach Teilnehmer-Angaben, es sei gut zu wissen, dass ihr Amtskollege, der US-Verteidigungsminister, einen Einsatz der amerikanischen Armee im Inland ablehnt. Auch die Kommandierenden der US-Streitkr√§fte spr√§chen sich gegen Gewalt aus.

Und es sei auch gut zu wissen, dass in den Vereinigten Staaten und Deutschland immer noch dieselben Werte vorhanden seien. Die deutsche Verteidigungsministerin wird weiter mit den Worten zitiert, Amtsinhaber im Weißen Haus wechselten, diese Werte und die Kraft der Zivilgesellschaft blieben.

Wer auf Twitter nach "Rassist" sucht, findet Trump

Wenn man bei Twitter "racist" sucht, ist das erste Ergebnis Donald Trump. Der Kurznachrichtendienst macht daf√ľr seinen Algorithmus verantwortlich. Experten glauben an einen anderen Grund. Mehr dazu lesen Sie hier.

Obama: Junge Menschen verändern die Denkweise in den USA

Der fr√ľhere US-Pr√§sident Barack Obama sieht in den derzeitigen Protesten in den Vereinigten Staaten den Ausdruck eines positiven gesellschaftlichen Wandels. Anders als in der B√ľrgerrechtsbewegung der sechziger Jahre gegen die Diskriminierung der Schwarzen marschiere nun "ein viel repr√§sentativerer Querschnitt von Amerika" friedlich auf den Stra√üen, sagte Obama am Mittwoch in einer Videobotschaft.

In den USA finde "ein Wandel der Denkweise" statt, sagte der fr√ľhere Pr√§sident. Es herrsche ein breiteres Bewusstsein daf√ľr, dass das Land "besser" werden k√∂nne. Besonders positiv wertete Obama die hohe Zahl junger Teilnehmer an den landesweiten Demonstrationen. Aus dem Engagement der jungen Leute k√∂nne eine Dynamik f√ľr einen breiteren gesellschaftlichen Wandel entstehen, sagte Obama. Die Dynamik m√ľsse genutzt werden, um "endlich eine Wirkung zu erzielen".

In seiner Videobotschaft ging Obama nicht direkt auf den Umgang seines Nachfolgers Donald Trump mit den Protesten ein.

Obama hält eine Ansprache per Zoom: Der ehemalige US-Präsident sieht die Proteste auch als Zeichen der Hoffnung.
Obama hält eine Ansprache per Zoom: Der ehemalige US-Präsident sieht die Proteste auch als Zeichen der Hoffnung. (Quelle: My Brother's Keeper Alliance and The Obama Foundation/ap-bilder)

Gewalt gezielt angestachelt: Mehrere US-Rechtsextreme festgenommen

In Las Vegas hat das FBI drei mutma√üliche Rechtsextremisten verhaftet. Sie sollen auf den Protesten gegen Rassismus zu Gewalt angestachelt haben. Sie sollen einer Gruppierung angeh√∂ren, die einen B√ľrgerkrieg anstreben. Mehr dazu lesen Sie hier.

Alle lebenden Ex-Präsidenten verurteilen anhaltenden Rassismus

Die vier noch lebenden fr√ľheren US-Pr√§sidenten haben inzwischen den systematischen Rassismus in den USA verurteilt. Jimmy Carter, Bill Clinton, George W. Bush und Barack Obama kritisierten in Stellungnahmen die anhaltende Ungleichheit und die Benachteiligung Schwarzer in den USA. Mehr dazu lesen Sie hier.

√úber 60 Anklagen in Los Angeles nach Protesten mit Pl√ľnderungen

Nach mehrt√§gigen Massenprotesten gegen Polizeibrutalit√§t und Rassismus sind im Raum Los Angeles mehr als 60 Menschen wegen Pl√ľnderungen, Raub oder K√∂rperverletzung angeklagt worden. Dies teilte die Staatsanwaltschaft in der kalifornischen Millionenmetropole am Mittwoch mit. Sie unterst√ľtze friedliche Demonstrationen, m√ľsse aber gegen Leute vorgehen, die pl√ľndern und zerst√∂ren, sagte Bezirksstaatsanw√§ltin Jackie Lacey. Es drohen ihnen bis zu dreij√§hrige Haftstrafen.

Am Mittwochabend (Ortszeit) sollte im Bezirk Los Angeles die vierte n√§chtliche Ausgangssperre in Folge in Kraft treten. Nach schweren Ausschreitungen und Pl√ľnderungen in vielen Gesch√§ftsvierteln am Wochenende waren die Proteste am Dienstag und Mittwoch weitgehend friedlich verlaufen.

Autopsie: George Floyd hatte Corona

Der bei einem brutalen Polizeieinsatz getötete Afroamerikaner George Floyd ist einer offiziellen Autopsie zufolge mit dem Coronavirus infiziert gewesen. Die Infektion stand jedoch nicht in Zusammenhang mit seinem Tod. Hier lesen Sie mehr.

Staatsanwalt erhebt Anklage gegen drei weitere US-Polizisten

Nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei seiner brutalen Festnahme werden einer US-Senatorin zufolge drei weitere Polizisten offiziell beschuldigt. Zugleich w√ľrden die Vorw√ľrfe gegen den Polizisten Derek Chauvin versch√§rft, der Floyd minutenlang das Knie auf den Nacken gedr√ľckt hatte, erkl√§rte Senatorin Amy Klobuchar. Ihm werde nun ein "Mord zweiten Grades" zur Last gelegt. Hier lesen Sie mehr.

Demonstration in London: "Gerechtigkeit f√ľr George Floyd".
Demonstration in London: "Gerechtigkeit f√ľr George Floyd". (Quelle: Kirsty Wigglesworth/ap-bilder)

Proteste gegen Rassismus in mehreren europäischen Hauptstädten

In mehreren europäischen Hauptstädten sind am Mittwoch Menschen auf die Straße gegangen, um sich mit den Protesten in den USA gegen exzessive Polizeigewalt und Rassismus zu solidarisieren. In Athen kam es dabei zu schweren Ausschreitungen.

Eine Gruppe junger Demonstranten bewarf nahe der US-Botschaft in der griechischen Hauptstadt die Polizei mit Molotow-Cocktails, wie ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP beobachtete. Einige Demonstranten z√ľndeten auch M√ľlleimer an. Die Polizei setzte Tr√§nengas ein, um die Menge auseinanderzutreiben. Rund 3.000 Menschen hatten an dem Protestmarsch in der griechischen Hauptstadt teilgenommen.

In London marschierten mehrere tausend Demonstranten zum Amtssitz von Premierminister Boris Johnson in der Downing Street. W√§hrend des √ľberwiegend friedlichen Protests in der britischen Hauptstadt riefen Teilnehmer den Namen des Afroamerikaners George Floyd.Premier Johnson verurteilte den t√∂dlichen Polizeieinsatz gegen Floyd. "Was in den Vereinigten Staaten passiert ist, war entsetzlich und unverzeihlich", sagte der Regierungschef im Parlament.

Auch in Stockholm demonstrierten mehrere tausend Menschen. Die Polizei l√∂ste den Protest auf, da sich in Schweden wegen der Corona-Pandemie derzeit nicht mehr als 50 Menschen versammeln d√ľrfen. Nach Angaben eines AFP-Reporters setzten die Sicherheitskr√§fte vor dem K√∂niglichen Schloss Pfefferspray gegen Demonstranten ein. In Helsinki nahmen etwa 3.000 Menschen an einer friedlichen Kundgebung gegen Rassismus teil. Die Demonstration wurde nach einer Stunde auf Aufforderung der Polizei beendet. In Finnland d√ľrfen sich derzeit nicht mehr als 500 Menschen versammeln.

Trump: Habe Räumung von Weg zu Kirche nicht angeordnet

US-Pr√§sident Donald Trump hat nach eigenen Angaben nichts mit dem Einsatz gegen Demonstranten zu tun gehabt, als er sich vom Wei√üen Haus mit Geleit zu Fu√ü auf den Weg zu einer Kirche machte und dort mit einer Bibel f√ľr Kameras posierte. Er habe die R√§umung der Strecke nicht angeordnet, sagte Trump zwei Tage nach dem Vorfall in einem am Mittwoch gesendeten Radio-Interview des Senders Fox News. "Also, als ich ging, sagte ich nicht, 'Oh, schiebt sie weg.' Ich wusste nicht, wer dort war." Hier lesen Sie mehr.

US-Verteidigungsminister gegen Militäreinsatz zum Stopp von Unruhen

US-Verteidigungsminister Mark Esper hat sich gegen einen Einsatz des US-Milit√§rs ausgesprochen, um Unruhen im Land zu beenden. Er sei dagegen, in dieser Frage ein entsprechendes Gesetz, den "Insurrection Act", zu aktivieren, sagte Esper am Mittwoch in Washington. Die Nationalgarde sei am besten geeignet, um in Situationen wie diesen die √∂rtlichen Strafverfolgungsbeh√∂rden zu unterst√ľtzen. Die Option, aktive Einsatzkr√§fte des Milit√§rs in einer Strafverfolgungsrolle einzusetzen, "sollte nur als letztes Mittel und nur in den dringendsten und schlimmsten Situationen genutzt werden", mahnte er und betonte: "Wir sind derzeit nicht in einer solchen Situation."

Der "Insurrection Act" von 1807 erlaubt es dem US-Pr√§sidenten, unter bestimmten Umst√§nden das US-Milit√§r im Inland einzusetzen, um Gesetzlosigkeit und Aufst√§nde niederzuschlagen. Die Aktivierung dieser Regelung wurde zuletzt diskutiert, nachdem US-Pr√§sident Donald Trump gedroht hatte, die aktuellen Unruhen im Land notfalls mit milit√§rischer Gewalt zu stoppen. "Wenn eine Stadt oder ein Bundesstaat sich weigern, Ma√ünahmen zu ergreifen, die notwendig sind, um das Leben und den Besitz ihrer B√ľrger zu sch√ľtzen, dann werde ich das Milit√§r der Vereinigten Staaten einsetzen und das Problem schnell f√ľr sie l√∂sen", hatte Trump am Montagabend (Ortszeit) angek√ľndigt.

George W. Bush äußert sich zu Protesten

Der ehemalige US-Pr√§sident hat sich in einem offenen Brief zu den landesweiten Protesten gegen rassistische Polizeigewalt ge√§u√üert. "Es bleibt ein schockierendes Versagen, dass viele Afroamerikaner, besonders junge afroamerikanische M√§nner, in ihrem eigenen Land bel√§stigt und misshandelt werden", schreibt der ehemalige Amtsinhaber auch im Namen seiner Ehefrau Laura Bush. "Wir k√∂nnen die Realit√§t der Not Amerikas nur durch die Augen der Bedrohten, Unterdr√ľckten und Entrechteten sehen."

Andauernde Gerechtigkeit sei aber nur mit friedlichen Mitteln zu erreichen. "Pl√ľnderei ist nicht Befreiung, Zerst√∂rung ist nicht Fortschritt", schreibt der US-Republikaner. Andauernder Frieden hingegen in den Kommunen sei hingegen nur durch eine wirkliche Gleichbehandlung vor dem Rechtsstaat zu erreichen. "Rechtsstaatlichkeit h√§ngt grundlegend von der Fairness und der Legitimit√§t des Rechtssystems ab."

Die gesamte Stellungnahme finden Sie im englische Wortlaut HIER.

Deutscher Transatlantik-Koordinator kritisiert Trump scharf

Der Koordinator der Bundesregierung f√ľr die transatlantischen Beziehungen, Peter Beyer, hat die Reaktion von US-Pr√§sident Donald Trump auf Proteste scharf kritisiert. "Trump spaltet auch noch zwischen den politischen F√ľhrungsebenen. Das ist Steinzeitniveau", sagte der CDU-Politiker der "Passauer Neuen Presse". Der US-Pr√§sident bekomme die aktuellen Krisen "auch nicht ansatzweise in den Griff".

Beyer warf Trump demnach vor, nicht deeskalierend zu wirken, sondern "√Ėl ins Feuer zu gie√üen". Ihn erinnerten die "b√ľrgerkriegs√§hnlichen Zust√§nde" in rund 150 amerikanischen St√§dten "an die Unruhen und die Gewalt in den 60er Jahren in den S√ľdstaaten". Es gebe in der amerikanischen Gesellschaft "tektonische Spannungen, eine tiefe Spaltung und Polarisierung", die in den letzten dreieinhalb Jahren aus dem Wei√üen Haus noch befeuert worden seien.

Bundesregierung äußert sich zu US-Protesten

Die Bundesregierung vertraut angesichts der Eskalation bei den Protesten in den USA auf die Demokratie. "Amerika ist eine starke Demokratie, in der es eine lebhafte Debatte gibt √ľber alles, was jetzt passiert. Da braucht es nicht unsere Hinweise", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin zu Fragen, wie die deutsche Regierung auf den von US-Pr√§sident Donald Trump angek√ľndigten Einsatz des Milit√§rs stehe.

"Der Tod George Floyds, dieses schwarzen B√ľrgers, hat in Deutschland und in der ganzen Welt viele Menschen ersch√ľttert. Er hat auch die Bundesregierung ersch√ľttert", sagte Seibert. "Das ist ein entsetzlicher und auch ein vermeidbarer Tod, der aufr√ľttelt. Wir in der Bundesregierung verfolgen das, was sich jetzt in Amerika abspielt, aufmerksam. Wir verfolgen es auch mit innerer Anteilnahme, weil wir seit Jahrzehnten in Deutschland eine enge Verbindung zu den USA haben."

Es gebe in den USA auch viele friedliche Proteste, sagte Seibert. Die Bundesregierung hoffe, dass Gewalt ende und sich kluge Stimmen, die f√ľr ein friedliches Zusammenleben und ein Ende des Rassismus eintr√§ten, durchsetzten.

New York City: Polizei nimmt rund 200 Demonstranten fest

In New York City hat die Polizei bis zum Dienstagabend (Ortszeit) rund 200 Menschen bei Demonstrationen festgenommen. Die Zahl der Verhaftungen werde sich aber voraussichtlich noch erhöhen, sagte ein Offizieller dem Nachrichtensender CNN.

Es kam erneut zu vereinzelten Pl√ľnderungen, so der Sender weiter. Allerdings h√§tten diese nicht das Ausma√ü der Nacht zuvor angenommen. Heikel wurde es, als eine Gruppe Demonstranten versuchte, √ľber die Manhattan Bridge von Brooklyn nach Manhattan zu gelangen. Diese war von Polizeibeamten blockiert worden. Die Situation eskalierte allerdings nicht. Die Demonstranten durften umdrehen und zur√ľck nach Brooklyn laufen.

Nach Trumps Ank√ľndigung: US-Milit√§r verlegt Soldaten nach Washington

Das US-Milit√§r hat nach eigenen Angaben rund 1.600 Soldaten auf Milit√§rst√ľtzpunkte rund um Washington verlegt, um die Sicherheitskr√§fte in der Hauptstadt angesichts der anhaltenden Proteste bei Bedarf unterst√ľtzen zu k√∂nnen.

Die Milit√§rpolizisten und Infanteristen st√ľnden bereit, um gegebenenfalls unterst√ľtzend einzugreifen, erkl√§rte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Dienstagabend (Ortszeit). Minister Mark Esper habe die Verlegung der Soldaten angeordnet, hie√ü es weiter.

Trump: "Wann wird New Yorks Gouverneur die Regierung um Hilfe bitten?"

US-Präsident Donald Trump hat den Gouverneur des Bundesstaats New York, Andrew Cuomo, indirekt dazu aufgefordert, seine Regierung um Hilfe bei den Ausschreitungen in der Großstadt New York zu bitten. Auf Twitter zitierte Trump eine Schlagzeile des Nachrichtensenders Fox News, in der es hieß, in New York hätten sich "Zerstörung, Chaos und Rechtswidrigkeit breitgemacht". "Wann wird Gouverneur Cuomo die Regierung um Hilfe bitten?", schrieb Trump dazu in seinem Tweet.

Berichte: US-Justizminister Barr soll Räumung vor dem Weißen Haus angeordnet haben

Das Vorgehen der Sicherheitskr√§fte am Montag (Ortszeit) vor dem Wei√üen Haus sorgt noch immer f√ľr Emp√∂rung in den USA. Die "Washington Post" berichtet nun, dass das harte Vorgehen der Sicherheitskr√§fte gegen friedliche Demonstranten von US-Justizminister William Barr pers√∂nlich angeordnet worden sei. Kurz vor der Ansprache des Pr√§sidenten habe Barr den Sicherheitskr√§ften vor Ort mitgeteilt, dass der Platz ger√§umt werden m√ľsse. Auch sei Trumps Justizminister an einer Entscheidung beteiligt gewesen, die Bannmeile um das Wei√üe Haus auszuweiten. Die Zeitung beruft sich bei ihren Informationen auf zwei Sicherheitsvertreter des Wei√üen Hauses.

Die Demonstranten im Lafayette-Park waren mit Gummigeschossen und Tränengas von Polizisten vertrieben worden, nur kurze Zeit, bevor sich US-Präsident Donald Trump samt Gefolge auf den Weg zu einem Fototermin in der nahe gelegenen St.-John’s-Kirche aufmachte. Das Weiße Haus dagegen argumentierte, die Räumung sei nicht wegen des PR-Termins vorgefallen, sondern um die Ausgangssperre der Stadt durchzusetzen.

Dirk Nowitzki: "Habe Angst um die Zukunft meiner Kinder"

Basketballstar Dirk Nowitzki äußerte sich auf Twitter zum Tod von George Floyd und zu den Protesten in den USA. Er schrieb auf Twitter, dass er sich um die Zukunft seiner Kinder sorge. Mehr dazu lesen Sie hier.

Biden: "Trump hat dieses Land in ein Schlachtfeld verwandelt"

Der designierte Pr√§sidentschaftskandidat der US-Demokraten, Joe Biden, hat den Umgang von Pr√§sident Donald Trump mit den Anti-Rassismus-Protesten im Land scharf kritisiert. "Donald Trump hat dieses Land in ein Schlachtfeld verwandelt, das von alter Verbitterung und neuen √Ąngsten getrieben wird", sagte der Ex-Vizepr√§sident bei einer Ansprache in Philadelphia.

"Wir befinden uns in einer Schlacht um die Seele dieser Nation", sagte Biden und wiederholte damit einen seiner Wahlkampfslogans. "Das Land schreit nach F√ľhrung, einer F√ľhrung, die uns vereinen kann", so der 77-J√§hrige in seiner ersten gro√üen Rede seit Wochen. Floyds T√∂tung durch Polizisten in Minneapolis vor einer Woche sei ein Weckruf f√ľr die Nation gewesen. F√ľr den Fall eines Sieges bei der Pr√§sidentschaftswahl am 3. November k√ľndigte der einstige Stellvertreter von Pr√§sident Barack Obama an, den "systemischen Rassismus" im Land bek√§mpfen zu wollen. Notwendig sei unter anderem eine Polizeireform.

Biden, der acht Jahre lang Stellvertreter des ersten schwarzen US-Pr√§sidenten Barack Obama war, gelobte, sich f√ľr eine Auss√∂hnung zwischen Schwarzen und Wei√üen einzusetzen. Angst und gesellschaftliche Spaltung d√ľrfe es nicht geben. Auch werde er nicht "die Flammen des Hasses sch√ľren". Trump hat seit Beginn der Ausschreitungen nach Floyds Tod wiederholt mit dem Einsatz von Gewalt gedroht, um die Lage unter Kontrolle zu bringen. Kritiker werfen ihm vor, mit seiner scharfen Rhetorik √Ėl ins Feuer zu gie√üen.

Joe Biden, der designierte Präsidentschaftskandidat der Demokraten: "Wir befinden uns in einer Schlacht um die Seele dieser Nation."
Joe Biden, der designierte Präsidentschaftskandidat der Demokraten: "Wir befinden uns in einer Schlacht um die Seele dieser Nation." (Quelle: Matt Rourke/ap-bilder)

Auch Demonstranten in New York ignorieren Ausgangssperre

Auch in New York haben sich Demonstranten den zweiten Abend in Folge √ľber eine Ausgangssperre hinweggesetzt. Der Nachrichtensender CNN zeigte am Dienstagabend (Ortszeit) Aufnahmen von andauernden friedlichen Protesten in mehreren Stadtteilen der Ostk√ľstenmetropole. Auch die "New York Times" berichtete, dass trotz der ab 19 Uhr (Ortszeit/1 Uhr MESZ) geltenden Ausgangssperre noch viele Demonstranten in den Stra√üen unterwegs waren. In der Hauptstadt Washington dauerten Proteste trotz abendlicher Ausgangssperre ebenfalls noch an.

Proteste in New York: Die Stadt hat ihre Ausgangsperre bis Sonntag verlängert.
Proteste in New York: Die Stadt hat ihre Ausgangsperre bis Sonntag verlängert. (Quelle: Brendan Mcdermid/Reuters-bilder)

Demonstranten vor Weißem Haus ignorieren Ausgangssperre

Vor dem Wei√üen Haus haben sich Demonstranten erneut √ľber die Ausgangssperre in Washington hinweggesetzt. Friedliche Proteste vor der US-Regierungszentrale dauerten auch nach Inkrafttreten der n√§chtlichen Ausgangssperre am Dienstagabend um 19 Uhr (Ortszeit/1 Uhr MESZ) an, wie ein dpa-Reporter berichtete. Hunderte Demonstranten protestierten ‚Äď wie auch in anderen US-Metropolen ‚Äď gegen Polizeigewalt, Rassismus und soziale Ungerechtigkeit. Vor dem Wei√üen Haus skandierten Demonstranten Spr√ľche wie "Wir bewegen uns nicht" und "Schei√ü auf Eure Ausgangssperre".

Maas verurteilt Trumps Drohung mit Militäreinsatz gegen Demonstranten

Bundesau√üenminister Heiko Maas (SPD) hat die Drohung von US-Pr√§sident Donald Trump, angesichts der Unruhen in den USA notfalls das Milit√§r gegen Demonstranten einzusetzen, scharf verurteilt. "Statt √Ėl ins Feuer zu gie√üen, m√ľssen wir vers√∂hnen. Statt uns auseinanderdividieren zu lassen, sollten wir den Schulterschluss suchen gegen√ľber den radikalen Extremisten", sagte Maas dem "Spiegel". Mit Gewalt zu drohen, l√∂se nur weitere Gewalt aus. "Demokraten d√ľrfen nie eskalieren ‚Äď auch nicht durch Worte", f√ľgte Maas hinzu.

Tausende demonstrieren in Paris gegen Rassismus und Polizeigewalt

In mehreren französischen Städten haben Tausende gegen Rassismus und Polizeigewalt demonstriert. In Paris protestierten am Dienstagabend rund 20.000 Menschen vor einem Gerichtsgebäude im Norden der Stadt, wie eine Sprecherin der Pariser Polizeipräfektur im Fernsehsender BFMTV sagte. Am Rande des Protests kam es Berichten zufolge zu Zusammenstößen mit der Polizei. Die Demonstration war wegen eines Corona-bedingten Versammlungsverbots untersagt worden.

Auch in Lyon und Marseille gingen Medienberichten zufolge Menschen auf die Straßen. Der Protest in der französischen Hauptstadt wurde von der Schwester des 2016 in Polizeigewahrsam gestorbenen Adama Traoré organisiert.

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Nach Polizeiangaben blockierten einige Demonstranten die Ringstraße der Pariser Autobahn und steckten Gegenstände in Brand. Die Sicherheitskräfte setzten Medienberichten zufolge Tränengas ein. Die Polizeipräfektur forderte die Demonstranten auf Twitter auf, sich zu zerstreuen. Innenminister Christophe Castaner verurteilte die Ausschreitungen.

Minnesota reicht B√ľrgerrechtsklage ein

Nach dem Tod von George Floyd wird die Polizei in Minneapolis einer eingehenden Untersuchung wegen m√∂glicher diskriminierender Praktiken unterzogen. Der Gouverneur des Bundesstaats Minnesota, Tim Walz, teilte am Dienstag (Ortszeit) mit, die Menschenrechtsabteilung seiner Verwaltung habe eine B√ľrgerrechtsklage gegen die Polizeibeh√∂rde der Gro√üstadt eingebracht. Hier lesen Sie mehr.

Gouverneur wirft New Yorker Polizei Versagen bei Ausschreitungen vor

Die j√ľngsten gewaltsamen Proteste in New York ziehen einen politischen Streit nach sich. Der Gouverneur des US-Bundesstaats New York, Andrew Cuomo, warf dem B√ľrgermeister der Acht-Millionen-Einwohner-Metropole, Bill de Blasio, und der Polizei Versagen vor. Beide h√§tten vergangene Nacht "nicht ihren Job gemacht", kritisierte Cuomo. "Ich glaube, der B√ľrgermeister untersch√§tzt das Ausma√ü des Problems." De Blasio habe Unterst√ľtzung durch die Nationalgarde zur√ľckgewiesen. Cuomo forderte, die New Yorker Polizei m√ľsse mehr von ihren 38.000 Leuten bereitstellen, um Pl√ľnderungen und Vandalismus zu verhindern.

Cuomo kritisierte auch Trumps Umgang mit den Protesten. Der Pr√§sident schie√üe sich auf die Pl√ľnderer ein, damit er nicht √ľber die T√∂tung Floyds sprechen m√ľsse.

Linke fordert von Bundesregierung Stellungnahme zu Ausschreitungen in den USA

Die Linke hat die Bundesregierung aufgefordert, zur Gewalteskalation in den USA Stellung zu nehmen ‚Äď und verlangt eine Sondersitzung des Ausw√§rtigen Ausschusses des Bundestags. "Das bisherige √∂ffentliche Schweigen der Bundesregierung in der Sache ist vollkommen inakzeptabel", erkl√§rte Linke-Parlamentsgesch√§ftsf√ľhrer Jan Korte in Berlin. Er verwies auf den von US-Pr√§sident Donald Trump angedrohten Einsatz von Soldaten.

Bundesau√üenminister Heiko Maas (SPD) "muss im Rahmen einer Sondersitzung des Ausw√§rtigen Ausschusses dringend Auskunft geben √ľber die bisherigen Reaktionen der Bundesregierung auf die rassistische Polizeigewalt und brutale Repression in den USA", f√ľgte die Linke-Au√üenpolitikerin Sevim Dagdelen hinzu. "Weiteres Stillhalten ist angesichts der Gewalteskalation keine Option."

"Machtmissbrauch": EU positioniert sich zum Tod von George Floyd

Der EU-Au√üenbeauftragte Josep Borrell hat den Tod von George Floyd scharf verurteilt. "Dies ist ein Machtmissbrauch, der angeprangert und bek√§mpft werden muss", sagte Borrell am Dienstag in Br√ľssel. Er forderte eine Aufkl√§rung angesichts von "exzessivem Einsatz von Gewalt" durch Sicherheitskr√§fte. Borrell f√ľgte hinzu: "Hier in Europa sind wir, genau wie in den USA, schockiert und entsetzt vom Tod von George Floyd." √úberall m√ľsse sichergestellt sein, dass Personen, die f√ľr die Aufrechterhaltung der Ordnung verantwortlich seien, ihre Kapazit√§ten nicht so ausnutzen wie im Fall von Floyd.

"Wir unterst√ľtzen das Recht auf friedlichen Protest und verurteilen auch Gewalt und Rassismus jeder Art", sagte der EU-Au√üenbeauftragte weiter. Nun m√ľssten die Spannungen abgebaut werden. "Wir vertrauen auf die F√§higkeit der Amerikaner, als Nation zusammenzukommen, um als Nation zu genesen und diese wichtigen Fragen in diesen schwierigen Zeiten anzugehen."

New York: Luxuskaufhaus Macy‚Äôs gepl√ľndert

Im Zentrum der US-Metropole New York ist es am Montagabend (Ortszeit) erneut zu Pl√ľnderungen gekommen. In Onlinenetzwerken wird berichtet, dass am Montagabend auch das ber√ľhmte Kaufhaus Macy‚Äôs attackiert worden sei. Die Polizei best√§tigte das zun√§chst nicht.

Mehrere Gruppen junger Menschen zogen durch Manhattan und griffen Gesch√§fte an, wie AFP-Journalisten berichteten. Aufnahmen des Senders NY1 zeigten, wie Jugendliche aus einer Filiale der Elektromarkt-Kette Best Buy fl√ľchteten und anschlie√üend von der Polizei festgenommen wurden.

Wegen der anhaltenden Unruhen im Zusammenhang mit dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd verl√§ngerte B√ľrgermeister Bill de Blasio die n√§chtliche Ausgangssperre in New York um drei Stunden. Am Dienstag beginnt diese dann schon um 20 Uhr (Ortszeit) anstatt wie am Montag um 23 Uhr. Bis Mittwochmorgen 5 Uhr darf dann niemand auf die Stra√üe. Die Stadt sei "vollkommen unter Kontrolle und √ľberwiegend ruhig und friedlich", versicherte de Blasio.

Kurz nach 23 Uhr versammelten sich Hunderte Demonstranten im Stadtteil Brooklyn zu einem stillen Protest gegen Rassismus und Polizeigewalt. Die Polizei ließ sie trotz des Verstoßes gegen die Ausgangssperre gewähren.

NBA-Coach nennt Trump einen "geistesgestörten Idioten"

Der NBA-Coach Popovich hat Donald Trump f√ľr sein Verhalten in den Tagen des Protests scharf kritisiert. Er nennt ihn "Zerst√∂rer" und "geisteskranken Idioten" und fordert einen anderen US-Pr√§sidenten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Journalisten-Team mit Gummiegeschoss angegriffen:Deutschland will Vorfall in USA aufklären

Die Bundesregierung will sich bei den US-Beh√∂rden um Aufkl√§rung √ľber einen Vorfall in Minneapolis bem√ľhen, bei dem offenbar ein Gummimantelgeschoss auf ein Fernsehteam der Deutschen Welle abgefeuert wurde. Man werde mit den US-Beh√∂rden in Kontakt treten, um die genaueren Umst√§nde zu erfahren, k√ľndigte Au√üenminister Heiko Maas am Dienstag in Berlin an. Grunds√§tzlich gelte, dass Journalisten ohne Gefahr f√ľr ihre Sicherheit unabh√§ngig berichten k√∂nnen m√ľssten. "Jede Gewaltaus√ľbung, die es in diesem Zusammenhang gibt, muss nicht nur kritisiert werden, sondern sie muss vor allen Dingen konsequent verfolgt und aufgekl√§rt werden, damit Journalistinnen und Journalisten bei ihrer Arbeit auch effektiv gesch√ľtzt werden."

Auf Bildmaterial der Deutschen Welle ist zu sehen, wie ihr Reporter Stefan Simons während einer Schalte in Minneapolis von einem Knall unterbrochen wird. Nach Angaben des Senders feuerte die Polizei offenbar ein Gummimantelgeschoss auf Simons ab, das diesen aber verfehlte. Ein Team der Nachrichtenagentur Reuters wurde in Minneapolis durch solche Geschosse verletzt.

UN: Unruhen zeigen grundsätzliche Benachteiligung von Schwarzen

Die Unruhen nach dem Tod von George Floyd werfen nach Angaben der UN-Hochkommissarin f√ľr Menschenrechte, Michelle Bachelet, ein Schlaglicht auf die Benachteiligung von Schwarzen in den USA. Das betreffe Bereiche wie Gesundheit, Bildung und Arbeit und zeige, dass dort Menschen aufgrund von Herkunft oder Hautfarbe diskriminiert w√ľrden, teilte Bachelet am Dienstag in Genf mit.

Bachelet äußerte sich zu den Protesten im Rahmen einer Mitteilung, in der sie anprangerte, dass die Coronavirus-Pandemie in vielen Ländern Ungleichheiten offenbart habe.

Houston: Polizeichef macht Donald Trump eine deutliche Ansage

Der Polizeichef von Houston, Art Acevedo, hat in einem CNN-Interview heftige Kritik an Donald Trump geäußert. Dieser forderte von der Polizei im Land, "dominant" vorzugehen. Das, argumentierte Acevedo, sei genau die falsche Reaktion auf die Proteste, die sich vor allem gegen Polizeigewalt richten. In Richtung Trump sagte Acevedo: "Bitte, wenn Sie nichts Konstruktives beizusteuern haben, halten Sie Ihren Mund."

Der Pr√§sident w√ľrde mit solchen Aussagen junge Frauen und M√§nner in Gefahr bringen. "Es geht nicht darum, zu dominieren, sondern darum, Herzen und den Verstand zu erreichen", so Acevedo weiter. Er stellte klar, dass Freundlichkeit keine Schw√§che sei, und distanzierte sich im Namen seiner Mitarbeiter klar von den Ansichten des Pr√§sidenten.

Er stellte au√üerdem die F√ľhrungsf√§higkeiten Trumps infrage: "Er sollte sich jetzt benehmen wie ein Pr√§sident." Auch gab er zu, dass es in den USA schlechte Polizeiarbeit gebe und dass derzeit gegen ein gesellschaftliches Problem demonstriert werde. Dies sollte friedlich geschehen. Deshalb forderte er in Bezug auf Trumps Aussagen: "Bitte, reagiert nicht darauf."

Den Ausschnitt aus dem Interview mit Art Acevedo sehen Sie hier.

12-J√§hriger schreibt Song √ľber Erfahrungen mit Rassismus ‚Äď und landet einen Hit

Mit einem Protestlied gegen Rassismus und Polizeigewalt hat der 12-j√§hrige Afroamerikaner Kedron Bryant Aufsehen in den sozialen Medien erregt. In dem 50-sek√ľndigen Instagram-Video, das bis Montag rund 2,8 Millionen mal geliked wurde, singt der Junge unter anderem von der Herausforderung, als "junger schwarzer Mann" standhaft zu bleiben gegen allt√§gliche Diskriminierungen.

Prominente Pers√∂nlichkeiten wie der ehemalige US-Pr√§sident Barack Obama, Basketball-Star LeBron James, die Schauspielerin Eva Longoria und die S√§ngerin Janet Jackson teilten das Video auf ihren Instagram-Konten. Obama sprach von einem "kraftvollen Song", mit dem Bryant die Frustrationen beschreibe, die er f√ľhle.

Armeehubschrauber sollte offenbar Demonstranten einsch√ľchtern

√úber einer Gruppe von Demonstranten in der Hauptstadt Washington ist am Montagabend ein Armeehubschrauber gekreist. Zwischenzeitlich kam der Helikopter √ľber der Menschenmenge zum Stillstand. Beobachter werteten den Einsatz als Versuch, die Demonstranten einzusch√ľchtern.

In einem Video, das bei Twitter verbreitet wurde, ist zu sehen, wie der Helikopter dicht √ľber den Menschen schwebt und ein starker Abwind unter dem Flugger√§t die Demonstranten in Bedr√§ngnis bringt.

Buffalo: Polizisten durch SUV verletzt

In Buffalo im US-Bundesstaat New York ist ein SUV-Fahrer √ľber eine Polizeilinie gefahren und hat dabei zwei Beamte verletzt. Bei Twitter schrieb ein Vertreter des betroffenen Erie-County, dass Fahrer und Beifahrer festgenommen wurden und der Vorfall untersucht w√ľrde. Der Zustand der Verletzten sei stabil.

Ein Tweet soll den Vorfall zeigen:

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Chicago: Tote bei Protesten nahe der Metropole

Zwei Menschen sind Medienberichten zufolge bei Protesten gegen Polizeigewalt in Cicero, einem Vorort von Chicago, ums Leben gekommen. Mindestens 60 Menschen wurden festgenommen, wie die Fernsehsender NBC und CBS unter Berufung auf √∂rtliche Beh√∂rdenangaben berichteten. In der Stadt soll es am Montag (Ortszeit) zu mehreren Pl√ľnderungen gekommen sein, darunter auch in einem Spirituosengesch√§ft. Einzelheiten waren zun√§chst nicht bekannt.

Laut NBC waren mehr als hundert Polizisten im Einsatz, zudem wurden Kr√§fte der Polizei des Bundesstaates Illinois und des Sheriffb√ľros von Cook County hinzugezogen.

St. Louis: Sch√ľsse auf Polizisten

In St. Louis im US-Bundesstaat Missouri wurden bei Protesten nach Polizeiangaben vier Beamte von Sch√ľssen getroffen. Sie wurden in Krankenh√§user gebracht, wie die Polizei auf Twitter mitteilte. Die Verletzungen seien ersten Angaben zufolge aber nicht lebensbedrohlich. Wer die Sch√ľsse abgegeben hatte, war zun√§chst nicht bekannt.

Schalke-Profi McKennie: "Wenn ich nichts sage, werden wir niemals die Kraft haben, etwas zu ändern"

Fu√üball-Profi Weston McKennie lief am Samstag im Schalke-Trikot mit einer Armbinde auf. Darauf stand: "Justice for George" (Gerechtigkeit f√ľr George). Eigentlich sind politische Botschaften nicht gestattet. Der US-Nationalspieler sei aber daf√ľr bereit, die Konsequenzen zu tragen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Bisch√∂fin ist "emp√∂rt" √ľber Trump-Foto vor Kirche mit Bibel

Die Bisch√∂fin Mariann Edgar Budde hat sich kritisch zu einem √∂ffentlichen Auftritt von US-Pr√§sident Donald Trump vor der St.-John‚Äôs-Kirche nahe dem Wei√üen Haus ge√§u√üert. "Ich bin emp√∂rt. Der Pr√§sident hat nicht gebetet, als er nach St. John‚Äôs kam", sagte Budde dem US-Nachrichtensender CNN. Stattdessen habe er eine Kirche ihrer Di√∂zese ohne ihre Erlaubnis daf√ľr benutzt, eine Botschaft zu verbreiten, die im Widerspruch zu den Lehren Jesu und Glauben ihrer Gemeinde st√ľnde. "Wir distanzieren uns von der aufhetzenden Sprache dieses Pr√§sidenten", erkl√§rte Budde.

Trump hatte vor seinem Auftritt in einer Rede damit gedroht, das Milit√§r gegen US-B√ľrger einzusetzen. W√§hrend seines Auftritts setzten Polizisten in einem Park vor dem Wei√üen Haus Tr√§nengas und Gummigeschosse ein, um eine friedliche Demonstration aufzul√∂sen.

Trump posiert mit Bibel vor Kirche ‚Äď friedliche Demonstranten werden mit Tr√§nengas beschossen

W√§hrend der Ansprache von US-Pr√§sident Donald Trump im Rosengarten des Wei√üen Hauses zeigte eine Live-√úbertragung im US-Fernsehen, wie auf der anderen Stra√üenseite im Lafayette-Park Polizisten Tr√§nengas auf weitgehend friedliche Demonstranten abfeuerten. Dar√ľber berichtete unter anderem der US-Nachrichtensender CNN. Trump durchquerte nach seiner Ansprache den Park, um mit einer Bibel vor der gegen√ľberliegenden St.-John‚Äôs-Kirche f√ľr Fotos zu posieren.

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Das Empire State Building setzt ein Zeichen

"Das Empire State Building bleibt heute dunkel", schrieben die Betreiber des Wahrzeichens von New York auf Twitter. Es sei ein Zeichen, um des tragischen Tods von George Floyd sowie der Ungerechtigkeit und ihrer Opfer zu gedenken. Die Aktion solle dazu aufrufen, der Gewalt ein Ende zu setzen. "Es gibt schon genug Verlust und Trauer", heißt es in dem Post weiter.

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Medien: Ex-Boxer Mayweather wird f√ľr Floyd-Beisetzung bezahlen

Laut mehreren US-Medienberichten wird der Ex-Boxer Floyd Mayweather die Kosten der Beerdigung von George Floyd f√ľr dessen Familie √ľbernehmen. Demnach habe der 43 Jahre alte ehemalige Weltmeister √ľber einen gemeinsamen Bekannten angeboten, die Beisetzung sowie Trauerfeiern unter anderem in Houston, Minnesota und Charlotte zu bezahlen. Die Familie habe das Angebot angenommen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Privater Autopsiebericht belastet Polizisten

Ein Autopsiebericht, den George Floyds Familie veranlasst hat, belastet zwei Polizisten, die bei der Festnahme des Afroamerikaners anwesend waren, berichtet die "New York Times". Demzufolge starb Floyd nicht nur, weil ein Polizist aus Minneapolis √ľber acht Minuten auf seinem Nacken kniete. "Auch das Gewicht der beiden anderen Polizisten auf seinem R√ľcken, die nicht nur den Blutfluss in sein Gehirn, sondern auch den Luftfluss in seine Lunge verhinderten" sei eine Todesursache, erkl√§rte ein Anwalt der Familie. Hier lesen Sie mehr.

UN-Chef Guterres ruft zu Zur√ľckhaltung auf

UN-Generalsekret√§r Ant√≥nio Guterres hat nach tagelangen Protesten nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd in den USA alle Beteiligten zur Zur√ľckhaltung aufgefordert. "Beschwerden m√ľssen geh√∂rt werden, aber sie m√ľssen auf friedliche Art und Weise ausgedr√ľckt werden; und die Beh√∂rden m√ľssen Zur√ľckhaltung zeigen in der Art und Weise, wie sie mit den Demonstranten umgehen", sagte der Sprecher von Guterres, Stephane Dujarric, am Montag (Ortszeit) vor Journalisten.

"In den USA, wie in jedem anderen Land der Erde auch, ist Vielfalt ein Geschenk und keine Bedrohung, aber der Erfolg von vielf√§ltigen Gesellschaften erfordert in jedem Land eine massive Investition in sozialen Zusammenhalt." F√§lle von Polizeigewalt m√ľssten untersucht werden.

Trump droht mit Militäreinsatz zum Stopp von Protesten

US-Pr√§sident Donald Trump hat die Mobilisierung aller verf√ľgbaren zivilen und milit√§rischen Kr√§fte seiner Regierung angek√ľndigt, um die Ausschreitungen in den USA zu stoppen. "Wir beenden die Ausschreitungen und die Gesetzlosigkeit, die sich in unserem Land ausgebreitet haben", sagte Trump am Montagabend (Ortszeit) bei einer kurzfristig anberaumten Ansprache im Rosengarten des Wei√üen Hauses. Hier lesen Sie mehr.

Tränengas in Philadelphia

Bei Protesten nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd hat die Polizei in der US-Metropole Philadelphia Tr√§nengas gegen Demonstranten eingesetzt. Der Sender CNN berichtete, Demonstranten seien am fr√ľhen Montagabend auf einer Autobahn marschiert, als die Polizei eingeschritten sei. Auch vor dem Wei√üen Haus versammelten sich am Montag erneut Demonstranten, um gegen Floyds Tod bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis zu protestieren. Am Wei√üen Haus fuhren am Montag Milit√§rfahrzeuge mit Soldaten der Nationalgarde auf, wie auf Fernsehbildern zu sehen war.

China und Iran kritisieren die USA

China und der Iran haben die von schweren Ausschreitungen begleiteten Anti-Rassismus-Proteste in den USA f√ľr Kritik an Washington genutzt. Der Rassismus sei "eine chronische Krankheit der amerikanischen Gesellschaft", sagte ein Sprecher des chinesischen Au√üenministeriums in Peking. Teheran forderte Washington auf, "die Gewalt" gegen die eigene Bev√∂lkerung zu beenden. "An die amerikanische Bev√∂lkerung: Die Welt hat Ihren Aufschrei √ľber diese Unterdr√ľckung geh√∂rt. Die Welt steht an Ihrer Seite", sagte der Sprecher des iranischen Au√üenministeriums, Abbas Mussawi, in Teheran.

"Und an die amerikanischen Beamten und Polizisten: Stoppen Sie die Gewalt gegen Ihr Volk und lassen Sie ihm Luft zum Atmen", f√ľgte Mussawi in Anlehnung an die letzten Worte des bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis get√∂teten Schwarzen George Floyd hinzu, der mehrfach gesagt hatte, er k√∂nne nicht mehr atmen. Mussawi beschuldigte den Erzfeind USA auch, friedliche Demonstranten "mit √§u√üerster Gewalt wahllos zu unterdr√ľcken". Die USA √ľbten "Gewalt und Mobbing im In- und Ausland" aus.

Der Sprecher des chinesischen Au√üenministeriums, Zhao Lijian, sagte in Peking, die nach dem Vorfall entbrannten Unruhen zeigten "die Schwere der Probleme von Rassismus und Polizeigewalt in den USA". Die Reaktion der US-Regierung auf die Anti-Rassismus-Proteste sei ein "Lehrbuchbeispiel f√ľr ihre weltber√ľhmte Doppelmoral", sagte er und verglich dabei die Demonstranten in den USA mit den prodemokratischen Demonstranten in Hongkong.

Mehrere Schießereien in Iowa und Kentucky: Drei Tote

Nach einer Serie von Schießereien in der Stadt Davenport in Iowa sind zwei Menschen ums Leben gekommen, ein Polizist soll verletzt sein. Das berichtet CNN. Nach Angaben des Polizeichefs sei es in der Stadt zu mehreren Schießereien gekommen, bei denen vier Personen angeschossen wurden. Zwei davon starben. Bei einer Streife sei das Feuer auf drei Polizisten eröffnet worden, einer von ihnen sei verletzt.

Auch in Louisville im Bundesstaat Kentucky gab es einen Toten: Kurz nach Mitternacht (Ortszeit) haben Polizei und Nationalgarde eine Menschenmenge auf einem Parkplatz aufl√∂sen wollen, wie CNN schreibt. Aus der Menge wurden Sch√ľsse auf die Beamten abgegeben, woraufhin diese das Feuer erwiderten, erkl√§rte der Polizeichef der Stadt in einer Pressekonferenz. Dabei wurde ein Mann get√∂tet. Mehrere Personen werden nun von der Polizei vernommen.

FC Liverpool geht f√ľr Floyd auf die Knie

Premier-League-Spitzenreiter FC Liverpool hat nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd durch Polizeigewalt in den USA ein klares Zeichen gegen Rassismus gesetzt. Die komplette Mannschaft von Teammanager J√ľrgen Klopp ging am Montag vor Beginn des Mannschaftstrainings im Stadion an der Anfield Road am Mittelkreis auf die Knie.

Stars wie Virgil van Dijk und Trent Alexander-Arnold twitterten ein entsprechendes Foto mit den Worten "Gemeinsam sind wir stark" und dem Hashtag #BlackLivesMatter. Der Kniefall wurde durch den fr√ľheren Star-Quarterback Colin Kaepernick aus der US-Footballliga NFL zu einem Symbol f√ľr den Kampf gegen Rassismus.

Kaepernick hatte 2016 in der NFL gegen Polizeigewalt und Rassismus in Amerikas Alltag demonstriert. W√§hrend der Nationalhymne, die vor jedem Spiel ert√∂nt, kniete sich der heute 32-J√§hrige hin. Damit hatte er f√ľr weltweites Aufsehen gesorgt.

Ausgangssperre und Nationalgarde jetzt auch in Washington

In der US-Hauptstadt Washington ist angesichts der anhaltenden Proteste nach dem t√∂dlichen Polizeieinsatz gegen einen Afroamerikaner eine Ausgangssperre f√ľr die Nacht zum Montag (Ortszeit) verh√§ngt worden. Die Ausgangssperre gilt f√ľr den gesamten Hauptstadtbezirk im Zeitraum zwischen 23 und 6 Uhr (Ortszeit), wie B√ľrgermeisterin Muriel Bowser √ľber Twitter mitteilte.

Polizei vor dem Weißen Haus: Zwischen 23 und 6 Uhr gilt die Ausgangssperre in der US-Stadt.
Polizei vor dem Weißen Haus: Zwischen 23 und 6 Uhr gilt die Ausgangssperre in der US-Stadt. (Quelle: Jonathan Ernst/Reuters-bilder)

Bowser k√ľndigte au√üerdem an, dass auf ihre Anordnung hin die Nationalgarde in die Stadt entsandt werde, um die Polizei zu verst√§rken. Zuvor am Sonntag hatten sich erneut Demonstranten nahe des Wei√üen Hauses versammelt. Bereits am Vortag hatten Demonstranten stundenlang in N√§he des Amtssitzes von Pr√§sident Donald Trump ihrer Emp√∂rung √ľber exzessive Polizeigewalt gegen Afroamerikaner Luft gemacht.

Sohn von George Floyd ruft zu friedlichen Protesten auf

Der Sohn des get√∂teten George Floyd hat dazu aufgerufen, bei den anhaltenden Protesten in den USA Gewalt zu vermeiden. In einem TV-Interview mit dem CNN-Tochtersender KBTX appellierte Quincy Mason Floyd an die Demonstranten, friedlich zu bleiben. Zugleich √§u√üerte sich der Mann, der in Bryan (Texas) lebt, bewegt √ľber die gro√üe Anteilnahme am Tod seines Vaters: "Jeder kommt und zeigt ihm Liebe. Mein Herz ist sehr ber√ľhrt von all dem."

Tanklaster rast in Menschenmenge in Minneapolis

Ein Tanklaster ist in eine Ansammlung von Demonstranten auf einer Autobahnbr√ľcke in der US-Stadt Minneapolis gefahren. Hunderte Menschen ergriffen panisch die Flucht, als der Lkw mit hoher Geschwindigkeit angerauscht kommt. Mehr zu dem Vorfall lesen Sie hier.

Tochter von New Yorks B√ľrgermeister verhaftet

Die Tochter des New Yorker B√ľrgermeisters Bill de Blasio wurde am Samstagabend (Ortszeit) bei einem Protest in Manhattan festgenommen, wie mehrere US-Medien am Sonntag unter Berufung auf die Beh√∂rden berichteten.

Chiara de Blasio wurde demnach in Gewahrsam genommen, nachdem sie offenbar mit weiteren Demonstranten den Verkehr blockiert und sich geweigert hatte, die Straße zu räumen.

Auf der Polizeiwache habe sie nicht angegeben, die Tochter des B√ľrgermeisters zu sein. Die 25-J√§hrige erhielt den Berichten zufolge eine Anordnung, vor dem New Yorker Strafgericht zu erscheinen.

Proteste in Washington: Trump flieht in Bunker

US-Pr√§sident Donald Trump soll sich US-Medienberichten zufolge wegen der um sich greifenden Protesten in Washington am Wochenende f√ľr kurze Zeit in den Bunker des Wei√üen Hauses zur√ľckgezogen haben, der in der Vergangenheit bei Terroranschl√§gen benutzt wurde. Zuvor hatten sich erneut Demonstranten nahe des Wei√üen Hauses versammelt.

Proteste in USA gehen auch vor Weißem Haus weiter

Die Proteste gehen auch in der Hauptstadt Washington weiter. Vor dem Weißen Haus versammelten sich am Sonntag (Ortszeit) erneut Demonstranten. Polizisten riegelten die Regierungszentrale von Präsident Donald Trump ab. Die Protestierenden zogen daraufhin weiter, wurden aber bereits nach etwa 100 Metern von einer Polizeisperre aufgehalten, wo es vereinzelt zu Gerangel kam. Sicherheitskräfte wurden mit Plastikflaschen beworfen, Demonstranten nahmen einem Beamten seinen Schlagstock ab. Die Protestler skandierten "Kein Frieden ohne Gerechtigkeit".

Deutscher Journalist gerät unter Polizeibeschuss

Inzwischen sind auch zahlreiche Journalisten aus Deutschland in Minneapolis angekommen, um √ľber die Ausschreitungen zu berichten. Wie Deutsche Welle und die "Welt" melden, ist ein Deutsche-Welle-Team um den Korrespondenten Stefan Simons von der Polizei beschossen worden. In einem Video des Senders sieht man, wie der Journalist nach einem lauten Ger√§usch offenbar von einem Gummigeschoss zusammenzuckt, sich einigen Beamten hinter ihm zuwendet und erkl√§rt, dass sie von der Presse seien. Obwohl er im Folgenden auf eine entsprechende Akkreditierung verweist, drohen die Polizisten, das Team zu verhaften. Anschlie√üend fordern sie die Journalisten auf, in deren Auto zu steigen und den Ort zu verlassen.

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Sp√§ter √§u√üert Simons in dem Video zwar durchaus Verst√§ndnis daf√ľr, dass die Nerven der Beamten √§u√üerst angespannt seien und diese unter gro√üem Stress stehen w√ľrden. Er kritisiert aber deutlich, dass sie ihn und sein Team daran gehindert h√§tten, ihren Job zu machen.

Arizonas Gouverneur verhängt einwöchige Ausgangssperre

Arizonas Gouverneur Doug Ducey hat angesichts der heftigen Ausschreitungen in seinem Bundesstaat eine einw√∂chige Ausgangssperre verk√ľndet. Auf Twitter schrieb der Republikaner, dass diese ab 20 Uhr in Kraft trete. "Dies gibt den Beh√∂rden ein zus√§tzliches Instrument, um die Gesetzlosigkeit zu verhindern, die wir hier und in anderen St√§dten des Landes gesehen haben", schrieb Ducey. Die Polizei werde in der Lage sein, Personen zu verhaften, die Unruhe stiften und Sch√§den verursachen wollen.

Trump ruft zu härterem Durchgreifen auf und greift Biden an

Nach Ausschreitungen in zahlreichen amerikanischen St√§dten hat US-Pr√§sident Donald Trump demokratische B√ľrgermeister und Gouverneure zu einem sch√§rferen Durchgreifen aufgerufen. "Legen Sie eine h√§rtere Gangart ein", schrieb Trump am Sonntag (Ortszeit) auf Twitter. "Diese Menschen sind Anarchisten. Rufen Sie jetzt unsere Nationalgarde. Die Welt schaut zu und lacht Sie und den Schl√§frigen Joe aus." Der Republikaner Trump verunglimpft seinen voraussichtlichen Herausforderer bei der Wahl im November, den demokratischen Ex-Vizepr√§sidenten Joe Biden, als "Schl√§frigen Joe". Zudem k√ľndigte Trump an, er wolle die Antifa-Bewegung in den USA als Terrororganisation einstufen lassen. Hier lesen Sie mehr.

Polizei schließt sich in einigen Städten den Protesten an

In der Stadt Flint im Bundesstaat Michigan, hat sich die lokale Polizei dem Protestmarsch der Demonstranten angeschlossen. Wie "Mid-Michigan Now" berichtet, sei die Polizei zun√§chst in Schutzausr√ľstung angekommen. Der Sheriff h√§tte dann jedoch mit den Demonstranten geredet und sich ihnen schlie√ülich angeschlossen.

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Unter dem auf Twitter verbreiteten Video kommentierten zahlreiche User, dass sie in anderen Städten ähnliches erlebt hätten. Aus Santa Cruz in Kalifornien wurden Bilder geteilt, auf denen kniende Polizisten zu sehen sind. Sie beteiligten sich an einer Gedenkaktion der Demonstranten.

Der Polizeichef von Santa Cruz, Andy Mills, kniet auf der Straße: In einigen Städten beteiligte sich die Polizei an friedlichen Protesten.
Der Polizeichef von Santa Cruz, Andy Mills, kniet auf der Straße: In einigen Städten beteiligte sich die Polizei an friedlichen Protesten. (Quelle: Shmuel Thaler/ap-bilder)

Berliner protestieren f√ľr Gerechtigkeit

Deutlich mehr Menschen als erwartet sind am Sonntag in Berlin f√ľr George Floyd auf die Stra√üe gegangen. Unter dem Motto "Police brutality USA amidst the killing of George Floyd in Minneapolis" zogen am Mittag "in der Spitze rund 1.500 Teilnehmer" durch Kreuzberg, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Eine Privatperson hatte f√ľr die Demonstration demnach urspr√ľnglich nur 100 Teilnehmer angemeldet. Unter den Demonstranten waren auch Familien und Kinder. Sie zeigten Plakate mit Slogans wie "I can't breathe, Justice for George Floyd" und "Being black is not a crime".

Zuvor zog am Morgen ein "Gedenkmarsch gegen rassistische Polizeigewalt in den USA" zum Brandenburger Tor. Statt der angemeldeten 75 Menschen waren nach Polizeiangaben rund 200 Teilnehmer unterwegs, ebenfalls auf Initiative einer Privatperson. Beide Protestz√ľge seien friedlich verlaufen, sagte der Polizeisprecher am Nachmittag. Bereits am Samstag hatten etwa 2.000 Menschen vor der US-Botschaft in Berlin protestiert.

London: Demonstrationen vor US-Botschaft

In London ist es am Sonntag zu teilweise gro√üen Demonstrationen gekommen. Ein Protestzug mit mehr als Tausend Menschen zog an der US-Botschaft in der britischen Hauptstadt vorbei, wie die Nachrichtenagentur PA berichtete. Auch auf dem Trafalgar Square versammelten sich laut BBC Hunderte Demonstranten. Sie hielten Schilder in die H√∂he mit Slogans wie "Black lives matter" (Schwarze Leben z√§hlen) und "Justice for George Floyd" (Gerechtigkeit f√ľr George Floyd).

Attacke mit Schlagstöcken: Polizei geht auf John Cusack los

Der Schauspieler John Cusack, bekannt aus etlichen Hollywood-Filmen, zeigt auf Twitter ein Video, wie er von Polizisten mit Schlagstöcken angegriffen wird. Er schreibt dazu, dass er in Chicago mit dem Fahrrad unterwegs gewesen sei und ein brennendes Auto filmen wollte, als die Beamten auf ihn losgingen.

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Ausschreitungen erreichen neues Ausma√ü ‚Äď Polizei greift Journalisten an

In der f√ľnften Nacht der Proteste erreichte die Gewalt der Ausschreitungen in vielen US-St√§dte neue Ausma√üe. Vielerorts kam es trotz Ausgangssperre zu gewaltt√§tigen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten. Etliche Journalisten berichten, dass sie von der Polizei angegriffen und teilweise sogar verletzt wurden. Hier lesen Sie mehr.

Notstand f√ľr Los Angeles verh√§ngt

Der Gouverneur von Kalifornien, Gavin Newsom, hat f√ľr das Los Angeles County ‚Äď die Stadt Los Angeles und Umgebung ‚Äď den Notstand verh√§ngt. Das berichtet CNN. Zudem billigte er das Unterst√ľtzungsgesuch der Stadt an die Nationalgarde.

Präsidentschaftskandidat Biden: Prosteste sind "richtig und notwendig"

Der designierte Präsidentschaftskandidat der US-Demokraten, Joe Biden, hat die Gewalt bei den Anti-Rassismus-Protesten in seinem Land verurteilt, zugleich aber das Recht auf Demonstrationen gegen Polizeigewalt betont. "Gegen solche Brutalität zu protestieren, ist richtig und notwendig", erklärte Biden am Sonntag. "Es ist eine absolut amerikanische Reaktion." Biden verurteilte aber Brandstiftungen und "unnötige Zerstörung". Die Proteste rechtfertigten keine lebensbedrohliche Gewalt und die Demontage von Geschäften.

Drei Tote in Indianapolis

In Indianapolis im Bundesstaat Indiana sind nach Angaben von CNN mindestens drei Menschen angeschossen worden. Es soll einen Toten gegeben haben. Das habe der Polizeichef der Stadt in einer Pressekonferenz bekannt gegeben. Ein Polizist soll leicht verletzt sein. Die Polizei rät der Bevölkerung, die Innenstadt zu meiden.

Gouverneur von Minnesota aktiviert gesamte Nationalgarde

Der Gouverneur von Minnesota, Tim Walz, rechnet mit einem H√∂hepunkt der Ausschreitungen in Minneapolis Samstagnacht. Er hat deshalb zum ersten Mal seit Ende des Zweiten Weltkrieges die gesamte Nationalgarde des US-Bundesstaates in Bereitschaft versetzt. "Wir sind unter Beschuss", sagte er. Recht und Ordnung m√ľssten wieder hergestellt werden.

Nach Angaben von CNN hat auch der Gouverneur des Bundesstaates Georgia, Brian Kemp, 3.000 Soldaten der Nationalgarde aktiviert. Auch der B√ľrgermeister von Los Angeles hat die Nationalgarde in seine Stadt gerufen. Damit haben mittlerweile 12 Bundesstaaten der USA die Nationalgarde aktiviert, schreibt "NBC".

Trump macht Linksradikale f√ľr Ausschreitungen verantwortlich

US-Pr√§sident Donald Trump hat linksradikale Gruppen f√ľr die Ausschreitungen in amerikanischen St√§dten verantwortlich gemacht. "Die Gewalt und der Vandalismus werden von der Antifa und anderen gewaltsamen Gruppen des linken Fl√ľgels angef√ľhrt", sagte Trump am Samstagabend (Ortszeit) nach dem Start von US-Astronauten vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral. "Linksradikalen Kriminellen, Verbrechern und anderen in unserem Land und auf der Welt wird nicht erlaubt werden, unsere Gemeinden in Brand zu stecken."

Trump warf gewaltsamen Demonstranten vor, das Gedenken an George Floyd zu entehren. "Was wir jetzt auf unseren Straßen sehen, hat nichts mit Gerechtigkeit oder mit Frieden zu tun", sagte Trump. "Meine Regierung wird Mob-Gewalt beenden."

Trump sagte weiter: "Ich stehe vor Ihnen als ein Freund und Verb√ľndeter jedes Amerikaners, der nach Gerechtigkeit und Frieden strebt." Er sei aber strikt gegen jene, die diese "Trag√∂die" ausnutzen wollten, um zu pl√ľndern oder zu bedrohen. "Heilung statt Hass und Gerechtigkeit statt Chaos sind der Auftrag, den es zu erf√ľllen gilt."

Viele Festnahmen nach Ausschreitungen

Bei Protesten nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd sind in der kalifornischen Gro√üstadt Los Angeles 533 Menschen zeitweise festgenommen worden. Alle bis auf 18 Verd√§chtige seien inzwischen wieder auf freiem Fu√ü, erkl√§rte Polizeisprecher Michael Chan am Samstag. Sechs Polizeibeamte seien verletzt worden. Die Festnahmen bei den Protesten in der Nacht zu Samstag seien unter anderem wegen des Verdachts auf Pl√ľnderung, Einbr√ľche, Versto√ü gegen Bew√§hrungsauflagen und versuchten Mord erfolgt. F√ľr das restliche Wochenende wurde in der Stadt mit neuen Demonstrationen gerechnet.

In Chicago im Bundesstaat Illinois waren dem Sender CNN zufolge mehr als 100 Menschen zeitweise festgenommen worden, in New York waren es der Polizei zufolge rund 200.

Proteste: Trump droht mit "unbegrenzter Macht des Militärs"

Wegen Ausschreitungen in vielen St√§dten hat US-Pr√§sident Donald Trump √∂rtlichen Beh√∂rden mit dem Einsatz der "unbegrenzten Macht des Milit√§rs" gedroht. Gouverneure und B√ľrgermeister m√ľssten "viel h√§rter" vorgehen, sonst werde die Regierung einschreiten, drohte er am Samstag √ľber Twitter. Die Regierung sei bereit, das n√∂tige zu tun, um die Lage unter Kontrolle zu bekommen. Dann werde es auch "viele Festnahmen" geben, drohte er √ľber Twitter w√§hrend eines Flugs in den Bundesstaat Florida.

Angeklagter Polizist: Ex-Schönheitskönigin will sich von ihm scheiden

Der US-Polizist Derek C. hat mutma√ülich George Floyd get√∂tet und wurde inzwischen wegen Totschlag angeklagt. Dessen Frau Kellie, eine fr√ľhere Miss Minnesota, verlangt die Scheidung und hat dies √ľber ihre Anw√§lte √ľbermitteln lassen. Das Paar war wohl zehn Jahre lang verheiratet.

In einem Post der Kanzlei auf Facebook hei√üt es: "Heute Abend habe ich mit Kellie C. und ihrer Familie gesprochen. Sie ist ersch√ľttert √ľber den Tod von Herrn Floyd, und ihr tiefstes Mitgef√ľhl gilt seiner Familie, seinen Angeh√∂rigen und allen, die diese Trag√∂die betrauern. Sie hat die Aufl√∂sung ihrer Ehe mit Derek C. beantragt".

"Gerechtigkeit f√ľr Floyd": Demo vor US-Botschaft in Berlin

Nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz in der US-Gro√üstadt Minneapolis haben mehrere Hundert Menschen vor der US-Botschaft in Berlin protestiert. Unter dem Motto "Gerechtigkeit f√ľr George Floyd! Gegen rassistische Polizeigewalt" hatten mehrere Initiativen im Netz zu dem Protest aufgerufen.

Biden fordert Kampf gegen "systematischen Rassismus"

Nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd hat der ehemalige Vizepr√§sident Joe Biden einen entschlossenen Kampf gegen "systematischen Rassismus" in den USA gefordert. "Durch unser Schweigen, durch unsere Selbstgef√§lligkeit sind wir Komplizen der Fortsetzung des Kreislaufs der Gewalt", sagte der designierte Pr√§sidentschaftskandidat der Demokraten in einer Videobotschaft. "Leute: Wir m√ľssen aufstehen. Wir m√ľssen uns bewegen. Wir m√ľssen uns √§ndern."

Anwälte der Floyd-Familie zweifeln an Obduktionsergebnis

Die Anw√§lte der Familie des verstorben George Floyd haben Zweifel an den Ergebnissen einer Obduktion angemeldet. Zugleich k√ľndigten sie nach einem Bericht des Fernsehsenders ABC am Freitag (Ortszeit) an, bei einem bekannten Gerichtsmediziner eine eigene Untersuchung in Auftrag zu geben. Im Haftbefehl gegen einen beteiligten Polizeibeamten hei√üt es, nach vorl√§ufigen Erkenntnissen sei Floyd nicht erstickt.

Die beiden Anw√§lte von Floyds Familie, Benjamin Crump und S. Lee Merritt, sagte zum Obduktionsergebnis, man habe bereits in anderen F√§llen gesehen, dass Menschen, die mit den Beh√∂rden zusammenarbeiteten, Dinge pr√§sentierten, die eine "Illusion" seien. "All diese Dinge wie Asthma oder Herzprobleme spielen keine Rolle, solange sie (die Opfer) leben, atmen, gehen, reden. Alles ist in Ordnung ‚Äď bis die Polizei sie anspricht."

Im Haftbefehl gegen die Polizisten, der f√ľr den Tod des Afroamerikaners verantwortlich sein soll, hei√üt es, der Gerichtsmediziner gehe nicht von Ersticken aus. Der 46-J√§hrige habe an Gesundheitsproblemen gelitten, die gemeinsam mit der Festsetzung und m√∂glichen Rauschmitteln im Blut vermutlich zum Tod gef√ľhrt h√§tten. In den letzten zwei Minuten und 53 Sekunden habe Floyd keine Lebenszeichen mehr gezeigt.

Bericht: Sch√ľsse auf Sicherheitsbeamte in Oakland ‚Äď ein Toter

Zwei Beamte des Federal Protective Service sollen in Oakland, Kalifornien, angeschossen worden sein. Das berichtet der Fernsehsender CNN. Einer der Beamten sei an seinen Verletzungen gestorben. Die Polizei untersuche den Vorfall.

Protest im kalifornischen Oakland: Bei Ausschreitungen ist ein Sicherheitsbeamter getötet worden.
Protest im kalifornischen Oakland: Bei Ausschreitungen ist ein Sicherheitsbeamter getötet worden. (Quelle: Noah Berger/ap-bilder)

In der Stadt hatten rund 7.500 Menschen protestiert, es kam zu Ausschreitungen. Der Federal Protective Service untersteht dem US-Heimatministerium und ist f√ľr Regierungsgeb√§ude zust√§ndig.

Floyd-Protest am Weißen Haus: Trump droht Demonstranten

Nach einem Protest vor dem Wei√üen Haus hat US-Pr√§sident Donald Trump Demonstranten gedroht, indirekt, aber daf√ľr mit sehr deutlichen Worten. Falls Demonstranten am Freitag √ľber den Zaun des Regierungssitzes gelangt w√§ren, w√§ren sie von "boshaften Hunden und den bedrohlichsten Waffen" begr√ľ√üt worden, schrieb Trump am Samstag auf Twitter. Dann w√§ren sie "wirklich mindestens schwer verletzt" worden. Viele Beamte des Secret Service warteten nur auf "Action".

Minnesota: Wegen Protesten zusätzlich 1.000 Nationalgardisten

Der US-Bundesstaat Minnesota hat wegen der anhaltenden und teils gewaltsamen Proteste nach dem Tod von George Floyd zus√§tzlich mehr als 1.000 Nationalgardisten als Verst√§rkung einberufen. Sie w√ľrden die 700 Soldaten unterst√ľtzen, die wegen der Proteste bereits im Einsatz seien, erkl√§rte die Nationalgarde von Minnesota am Samstag √ľber Twitter. Es handle sich um den gr√∂√üten Einsatz der Einheit in ihrer 164-j√§hrigen Geschichte, hie√ü es weiter.

Berichte: 19-J√§hriger stirbt nach Sch√ľssen auf Demonstranten

In Detroit soll es nach √ľbereinstimmenden Berichten verschiedener US-Medien zu Sch√ľssen bei einer Demonstration gekommen sein. Ein Unbekannter habe nach Polizeiangaben aus seinem Auto auf die Menge gefeuert. Ein 19-J√§hriger sei an den Folgen seiner Verletzungen sp√§ter im Krankenhaus verstorben.

Polizei von Portland räumt die Innenstadt nach Ausschreitungen

√úber den Kurznachrichtendienst Twitter hat die Polizei von Portland die Bewohner der Stadt aufgerufen, das Zentrum sofort zu verlassen.

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Die Innenstadt wurde f√ľr Fu√üg√§nger und den Verkehr gesperrt. Zuvor hatte es mehrere Feuer gegeben, zudem sollen Sch√ľsse gefallen sein. Zudem soll Gas freigesetzt worden sein. Die Polizei spricht von "erheblichem Vandalismus".

√úber 200 Festnahmen in Houston

In Houston, Texas, kam es in der Nacht zu √ľber 200 Festnahmen von Demonstranten. Zuvor kam es zu Ausschreitungen bei den Protesten. Auf Twitter gab die √∂rtliche Polizei bekannt, dass der Gro√üteil wegen einer Stra√üenblockade festgenommen wurde.

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Vier Polizisten wurden den Angaben zu Folge leicht verletzt, acht Fahrzeuge beschädigt.

Atlanta verhängt den Ausnahmezustand

Nach Ausschreitungen bei Protesten gegen Polizeigewalt ist f√ľr die US-Stadt Atlanta im Bundesstaat Georgia sowie weitere St√§dte im Umland der Ausnahmezustand erkl√§rt worden. Rund 500 Mitglieder der Nationalgarde von Georgia sollen eingesetzt werden, um Menschen und Eigentum zu sch√ľtzen, schrieb der Gouverneur von Georgia, Brian Kemp, am fr√ľhen Samstagmorgen auf Twitter.

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Atlantas B√ľrgermeisterin Keisha Bottoms hatte Medienberichten zufolge darum gebeten, nachdem es am Freitag zu Gewalt bei den Protesten nach dem Tod des Schwarzen George Floyd gekommen war. Demonstranten griffen unter anderem das Hauptquartier des Senders CNN an.

Fernsehteam in Louisville von der Polizei angegriffen

In Louisville im Bundesstaat Kentucky berichtete ein Team des Fernsehsenders "Wave 3" live von den Protesten. Als sie sich einer Gruppe Polizisten näherten, greift einer von ihnen die Reporterin und den Kameramann mit Pfeffergeschossen an. Das Video von den Vorfall sehen Sie hier. Zuvor war in Minneapolis ein CNN-Team von der Polizei festgenommen worden.

Erneut Proteste in vielen Städten

Auch in der vierten Nacht in Folge kam es in vielen Städten in den USA zu Demonstrationen. In Minneapolis gingen die Menschen trotz der verhängten Ausgangssperre auf die Straßen. In Atlanta wurde das Hauptquartier von CNN angegriffen. Mehr lesen Sie hier.

Verantwortlicher Polizist wird angeklagt

Wie US-Medien √ľbereinstimmend berichten, wird der Polizist, der dem am Boden liegenden Floyd sein Knie in den Hals gedr√ľckt haben soll, wegen Mord und Totschlags angeklagt. Der Gouverneur von Minnesota, Tim Walz, kritisierte Trump f√ľr seine √Ąu√üerungen ‚Äď sie seien "nicht hilfreich". Der US-Pr√§sident ruderte daraufhin zur√ľck. Die Einzelheiten lesen Sie hier.

Trump: "Wenn Pl√ľnderungen beginnen, beginnt das Schie√üen"

Nach Ausschreitungen bei Protesten in Minneapolis hat US-Pr√§sident Trump auf Twitter mit Konsequenzen gedroht. W√∂rtlich schrieb er: "Wenn Pl√ľnderungen beginnen, beginnt das Schie√üen". Er kritisierte den B√ľrgermeister der Stadt scharf. Hier lesen Sie mehr.

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Von Bastian Brauns, Houston
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