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Carsten Maschmeyer: So war der Corona-Lockdown mit Veronica Ferres

INTERVIEWCarsten Maschmeyer  

So war der Corona-Lockdown mit Veronica Ferres

Von Sebastian Berning

30.09.2020, 17:29 Uhr
Carsten Maschmeyer über Fastfood, Freundschaft und Soft-Rock

Im Fragenhagel mit t-online.de spricht Carsten Maschmeyer unter anderem über seine Essgewohnheiten, Urlaubsziele und Fernsehfavoriten. (Quelle: t-online.de)

Klare Antworten: Im Fragenhagel spricht Carsten Maschmeyer unter anderem über Fastfood, Freundschaft und Soft-Rock. (Quelle: t-online.de)


Carsten Maschmeyer ist wieder als Investor in "Die Höhle der Löwen" zu sehen. Trotz des TV-Erfolgs beschreibt er das letzte halbe Jahr wegen Corona im Interview mit t-online.de als "intensiv" – auch wenn es private Vorzüge hatte.

Die weltweite Corona-Pandemie hatte auf alle Bereiche des Lebens Auswirkungen. So mussten auch die Dreharbeiten für die neue Staffel "Die Höhle der Löwen" pausiert werden. Löwe Carsten Maschmeyer durchlebte ein sehr durchwachsenes Jahr.

t-online.de: Herr Maschmeyer, wie haben Sie die letzten Monate erlebt?

Carsten Maschmeyer: Das waren aus heutiger Sicht drei Corona-Phasen. In der ersten Phase gab es die ersten Meldungen, dass es einen Virus in China gibt und das langsam zu uns herüberschwappt. Das war für die meisten Menschen noch weit weg, weil noch niemand direkt betroffen war. In der zweiten Phase kam die Pandemie auch in Deutschland an und es kam zu dem anschließenden Lockdown. Das war für mich eine besonders herausfordernde Phase.

Inwiefern?

Ich habe ständig im Internet nachgelesen, wie viele Neuinfektionen es gibt, wie viele Tote. Man fühlte sich einer unsichtbaren Gewalt ausgesetzt. Manch andere haben das aber vielleicht auch wie Urlaub empfunden, weil sie viel zuhause waren. Dann kam die Post-Lockdown-Phase, in der das normale Leben wieder losging mit vielen neuen Abstands- und Hygieneregeln, Home Office-Kultur und der Sorge vor der zweiten Welle.

Wo haben Sie den Lockdown verbracht?

Das einzig Schöne daran war, dass ich mehrere Wochen am Stück mit fast der ganzen Familie zusammen frühstücken und abends essen konnte.

Wie hat das Arbeiten für Sie und Ihre Familie geklappt?

Das Haus wurde aufgeteilt, denn wir hatten zu der Zeit nur in der Küche, im Esszimmer und in einem Schlafzimmer eine richtig gute Internetverbindung. Das haben meine Frau, Tochter und ich uns dann untereinander aufgeteilt.

Wie sahen Ihre Aufgaben im Home Office aus?

Ich habe natürlich sehr viel mit Startup-Gründern telefoniert. Mein persönlicher Rekord waren 94 Telefonate an einem Tag. Da wackelte mir am Abend dann schon das Ohr. Abends war dann Family-Dinner und wir haben Brettspiele gespielt, die wir lange nicht gespielt haben: Monopoly, Mensch ärger dich nicht, Risiko oder Siedler. Das war schon schön, aber wir waren auch sehr besorgt, denn wir hatten auch Infizierte und Todesfälle im Bekanntenkreis.

Wo sahen Sie zu der Zeit Ihr normales Leben als eingeschränkt an?

Meine größte Einschränkung ist, dass ich meinen jüngeren Sohn, der seit sieben Jahren in Kalifornien lebt, seit einem halben Jahr nicht gesehen habe. Man kann dort ja nicht rein oder raus. Wir halten auf digitalen Kanälen Kontakt und hatten auch per Zoom gemeinsame Abendessen. Jetzt hoffe ich, dass er bald problemlos aus den USA raus kann oder wir reindürfen, um uns endlich wieder zu sehen.

Sie sprachen Ihre Startups an. Wie haben Sie denn die Maßnahmen der Politik im Bereich Wirtschaft empfunden? Oder anders gefragt: Was hätten Sie als Wirtschaftsminister anders gemacht?

Gott sei Dank war ich nie in der Politik und ich würde da auch aus Harmonie- und Logikgründen nie hingehen, weil man immer eine Opposition hat, egal wofür man ist. Es ist gut, dass die Politik sehr früh riesengroße Budgets zur Verfügung gestellt hat, um zu helfen. Was ich aus der Gründerwelt höre, ist, dass die Leute enttäuscht sind, dass manche große Unternehmen mit Milliarden gesponsert werden, obwohl ihre Geschäftskonzepte von gestern sind. Und dann dürfen sie trotzdem noch viele Leute entlassen. Die Hilfsgelder an Startups werden dagegen sträflich vernachlässigt. Ich glaube, dass die Minister Scholz und Altmaier gute Absichten hatten. Aber wie zögerlich, bürokratisch und subjektiv die KfW die Gelder vergibt, kann ich nicht nachvollziehen.

Wie viele Startups haben Sie aktuell?

Ich bin aktuell an 85 Firmen beteiligt.

Wie kamen diese durch die Corona-Krise? Gab es Geschäftsaufgaben?

Wir haben in der momentanen Phase keine Geschäftsaufgabe und keine Insolvenz. Allerdings haben wir einen – zumindest vorübergehenden – Verlierer. Aber selbst der könnte sich noch als Erfolg entwickeln. Das ist die Limousinen-Plattform "Blacklane" in Berlin. Die sind von 10 Millionen Euro Monatsumsatz auf 100.000 Euro runter. Ist ja klar, keine Messen, keine Flüge, keine Hotels. Limousinen wurden im Frühjahr nicht gebraucht. Man fährt damit ja nicht zur Eisdiele oder zum Bäcker.

Wird sich diese spezielle Branche wieder erholen?

Ja, das ist bereits wieder angestiegen, weil die Menschen nicht mehr so gerne mit vollbesetzten Zügen oder Flugzeugen reisen. Unter dem Strich haben wir mehr Gewinner als Verlierer, weil wir sehr auf digitale Modelle setzen. Gerade die sind gefragt in Zeiten von Stay-at-home und kontaktlosem Interagieren.

Lohnt es sich Ihrer Meinung nach, dass Anleger gerade in Tech-Titel und Stay-at-home-Aktien wie Spotify oder Netflix investieren?

Wenn wir beobachten, wie sich das Verhalten der Menschen verändert, dann sieht man, dass diese Aktien gefragt sind. Wer Mitte März in so etwas investiert hat, der hat schöne Gewinne gemacht. Ob man jetzt noch zu All-Time-High-Kursen kaufen sollte? Da bin ich eher skeptisch.

Reisen Sie aktuell noch viel?

Im Moment ist mein liebstes Transportmittel die Limousine. Da bin ich allein oder nur mit einem eigenen Kollegen im Auto. Beim Zugfahren muss man durchgehend Maske tragen, auch wenn die Fahrt fünf Stunden dauert. Das ist auch richtig so, aber Maske ist nicht gleich Maske. Das gleiche beim Fliegen: Eigentlich soll da Abstand eingehalten werden, aber dann sitzen die Leute im Flieger enger, als sie aktuell sollten. Reisen ist schwieriger geworden und ich reise mittlerweile auch deutlich weniger. Wenn man sich früher zum Meeting getroffen hat, kann man das heute auch erstmal per Zoom machen.

Veronica Ferres mit Ehemann Carsten Maschmeyer. (Quelle: imago images / Gartner)Veronica Ferres mit Ehemann Carsten Maschmeyer. (Quelle: imago images / Gartner)

Sie reisen aktuell nicht viel, Sie waren lange Zeit daheim. Wie stehen Sie zum Home Office?

Natürlich funktioniert beim Home Office vieles sehr gut. Man spart sich den Arbeitsweg, da sind einige Kollegen produktiver und ausgeruhter. Im Home Office zählt die Leistung mehr, als das frühe Erscheinen im Büro. Man sieht die Ergebnisse und nicht die weichen Faktoren, wie das Zwischenmenschliche. Zwei Sachen leiden allerdings: der kreative Prozess, in dem sich Ideen spontan ergeben und das Onboarden neuer Kolleginnen und Kollegen. Trotzdem denke ich, es wird mehr in Richtung Home Office gehen. Allerdings nicht ausschließlich, sondern ein Mix aus Arbeiten von Zuhause und im Büro.

Wie fleißig sind Sie im Home Office? Sind Sie da genauso fokussiert, wie im Büro oder lenkt da die Familie auch mal ab?

Ich habe mal produktivere Tage, mal etwas langsamere Tage. Wenn ich aber um neun Uhr zur Videokonferenz verabredet bin, dann bin ich auch pünktlich da. Weil die ganze Familie von Zuhause aus gearbeitet hat, haben wir uns morgens sogar "Tschüss" gesagt, obwohl wir alle im gleichen Haus waren. Jeder hatte seine Ecke und hat gearbeitet. Wir mussten uns aber manchmal auch mal absprechen, wer wann einen Call hat, damit es keine Rückkopplungen gab.

Verwendete Quellen:
  • Eigenes Gespräch mit Carsten Maschmeyer

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