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FĂŒr wen sich das E-Bike eignet – und fĂŒr wen nicht

  • Markus Abrahamczyk
Von Markus Abrahamczyk

Aktualisiert am 30.03.2022Lesedauer: 5 Min.
E-Mountainbike auf Tour im Gebirge: Gerade in schwierigem GelÀnde spielt es seine StÀrken aus. Aber es hat auch Nachteile.
E-Mountainbike auf Tour im Gebirge: Gerade in schwierigem GelÀnde spielt es seine StÀrken aus. Aber es hat auch Nachteile. (Quelle: Alessandra Eusebio/getty-images-bilder)
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Der Komfort ist hoch, das Tempo auch – genau wie Preis und Gewicht: Fans und Gegner des E-Bikes haben gute Argumente fĂŒr ihre Haltung. t-online zeigt, fĂŒr wen sich ein E-Bike eignet.

Das Wichtigste im Überblick


Besitzer eines E-Bikes lieben die Vorteile ihres Elektromotors, andere spotten ĂŒber Gewicht und Unhandlichkeit. Recht haben beide Seiten: Vieles spricht fĂŒr den Kauf eines E-Bikes, aber es gibt auch Argumente fĂŒr ein klassisches Fahrrad.


FĂŒr wen sich das E-Bike eignet – und fĂŒr wen nicht

E-Mountainbike auf Tour im Gebirge: Gerade in schwierigem GelÀnde spielt es seine StÀrken aus. Aber es hat auch Nachteile.
Mountainbike mit E-Motor: LĂ€ngst werden auch E-Bikes angeboten, die fĂŒr ganz bestimmte Zwecke optimiert sind.
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Aber fĂŒr welchen Radler ist das E-Bike eine gute Wahl? Und wer fĂ€hrt besser mit einem normalen Fahrrad? Hier finden Sie alle Pros und Kontras.

PRO: FĂŒr wen sich das E-Bike eignet

Wer genug Geld ausgeben kann

Denn gĂŒnstig ist ein gutes E-Bike nicht. Zwar kann man in BaumĂ€rkten oder anderswo immer wieder auf SchnĂ€ppchen stoßen. Kaufen sollte man diese aber eher nicht. UnabhĂ€ngige Tests, zum Beispiel von Stiftung Warentest, zeigten immer wieder, dass ihre Rahmen, Lenker und Bremsen den auftretenden Belastungen teilweise nicht standhalten können. Auch die Lebensdauer der Akkus und Motoren enttĂ€uschte.

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FĂŒr ein gutes Modell investiert man mindestens 2.000 Euro. Sonst fĂ€hrt nicht der Spaß mit, sondern das Risiko. Hinzu kommt, dass E-Bikes mehr Pflege benötigen und Reparaturen teurer werden können.

Ein Gebrauchtkauf ist nicht unbedingt eine Alternative: Der Akku hÀlt etwa 500-1.000 Ladezyklen, verliert dann an LeistungsfÀhigkeit. Ein neuer Akku kostet ab 500 Euro und macht das vermeintliche SchnÀppchen schnell zum teuren Kauf.

Mountainbike mit E-Motor: LĂ€ngst werden auch E-Bikes angeboten, die fĂŒr ganz bestimmte Zwecke optimiert sind.
Mountainbike mit E-Motor: LĂ€ngst werden auch E-Bikes angeboten, die fĂŒr ganz bestimmte Zwecke optimiert sind. (Quelle: jk78/getty-images-bilder)

Wer nicht so fit ist

Wer nicht mehr ganz so mobil ist oder weniger Ausdauer besitzt, aber das Fahrradfahren nicht aufgeben möchte, kann auf das E-Bike zurĂŒckgreifen und verliert dadurch nicht den Anschluss.

Beim Kauf achtet man besonders auf einen geeigneten Rahmen, sodass Auf- und Absteigen keine Probleme macht. Allerdings ist das E-Bike fĂŒr Ältere nur ratsam, wenn man sich im Umgang mit der Technik und dem höheren Tempo sicher fĂŒhlt (siehe unten).

Wer tragen kann

Auf Radtouren sind immer wieder Hindernisse wie Treppen oder sandige Waldstellen zu ĂŒberwinden, an denen das Fahrrad am besten geschultert wird. Das kann bei einem bis zu 28 kg schweren E-Bike schnell sehr unangenehm werden.

Zum Gewicht kommt hinzu: Viele E-Bikes haben eine ganz andere Rahmengeometrie als normale FahrrÀder. Dadurch lassen sie sich oft nur unbequem tragen.

Wer regelmĂ€ĂŸig fĂ€hrt

Besonders im tĂ€glichen Einsatz und auf lĂ€ngeren Touren spielt das E-Bike seine Vorteile aus. Der tĂ€gliche Arbeitsweg endet nicht im Schweißbad, und auch ein AnhĂ€nger fĂŒr Kinder lĂ€sst sich viel leichter ziehen.

Wer nur gelegentlich eine kurze Runde drehen möchte, ist auch auf einem herkömmlichen Fahrrad gut aufgehoben – und spart sich die hohen Mehrkosten des Elektroantriebs.

Computer am Lenker: Er verrÀt Tempo, Reichweite und vieles mehr. Hier lÀsst sich auch die Power des Elektromotors einstellen.
Computer am Lenker: Er verrÀt Tempo, Reichweite und vieles mehr. Hier lÀsst sich auch die Power des Elektromotors einstellen. (Quelle: tigerstrawberry/getty-images-bilder)

Wer in schwierigem GelÀnde fÀhrt

HĂ€ufig im Gebirge unterwegs oder mit Gegenwind entlang der KĂŒste? Da bietet ein Elektromotor die ideale Entlastung. Selbst Mountainbikes fĂŒr den Profieinsatz, RennrĂ€der und sogar LastenrĂ€der, um Kinder oder schwere GĂŒter zu transportieren, sind inzwischen schon mit einem Motor ausgerĂŒstet.

Ist der Akku aber leer, und das ist im Schnitt nach 70 Kilometern der Fall, wird ohne UnterstĂŒtzung gestrampelt. Denn eine komplette Ladung dauert schon mal vier Stunden. Dann muss die volle Last des Rades allein mit den Waden bewegt werden. Der Technik des Fahrrads schadet das aber nicht.

Reparatur am E-Bike: Besitzer sollten sich auf höheren Aufwand und auch höhere Kosten einstellen.
Reparatur am E-Bike: Besitzer sollten sich auf höheren Aufwand und auch höhere Kosten einstellen. (Quelle: tigerstrawberry/getty-images-bilder)

KONTRA: FĂŒr wen sich das E-Bike weniger eignet

Wer Besorgungen macht

Wenn man gerne zum Shoppen radelt und das Fahrrad in der Innenstadt abstellt, ist ein teures E-Bike keine gute Wahl. Zumindest in GroßstĂ€dten wie Berlin kann es einfach nicht sicher genug angeschlossen werden. Professionelle Banden stehlen FahrrĂ€der selbst vor den Augen von Passanten – und bevorzugen natĂŒrlich wertvolle Modelle.

Wer Sport treiben will

Wenn stramme Waden und ein knackiger Hintern gefragt sind, bleibt Ihnen das Strampeln nicht erspart. Der Hilfsmotor lindert die Qualen, aber auch den Trainingseffekt. Andererseits ist auch ein Ausflug auf dem Elektrofahrrad besser als gar keiner. Auch er kurbelt den Kreislauf an und bringt Sauerstoff ins Blut.

Abnehmbarer Akku: ein hilfreiches Detail, wenn Keller oder Garage keinen freien Stromanschluss bieten.
Abnehmbarer Akku: ein hilfreiches Detail, wenn Keller oder Garage keinen freien Stromanschluss bieten. (Quelle: tigerstrawberry/getty-images-bilder)

Wer keine Möglichkeit zur sicheren Unterbringung hat

Das E-Bike im Innenhof abstellen? Im Gemeinschaftsfahrradkeller oder gar auf der Straße anschließen? Keine gute Idee. Denn dann ist es garantiert bald gestohlen – das kann auch das beste Fahrradschloss nicht verhindern. Das wertvolle E-Bike benötigt einen sicheren Raum – und sei es die eigene Wohnung. Dann aber ist ein Aufzug nötig, um das schwere und sperrige Bike zu transportieren.

Denn auch E-Bikes werden zwar immer leichter, einige Modelle sind kaum schwerer als ein normales Fahrrad. Allerdings kosten sie ein Vermögen. Die meisten Modelle wiegen mindestens 20 kg, viele sind noch schwerer. Das lĂ€sst sich kaum vermeiden, weil Akku und Motor zum normalen Gewicht hinzukommen. Außerdem mĂŒssen gerade die schnelleren E-Bikes, deren Motor den Fahrer bis Tempo 45 unterstĂŒtzt, stabiler gebaut sein als andere FahrrĂ€der.

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Idealerweise hat der Lagerraum einen Stromanschluss, damit Sie den Akku laden können. Andernfalls ist wichtig, dass der Akku abnehmbar und nicht fest im Rahmen verbaut ist.

Wer sich nicht sicher fĂŒhlt

Immer mehr E-Biker sind in schwere UnfĂ€lle verwickelt. In diese UnfĂ€lle geraten extrem viele Senioren, warnt Siegfried Brockmann von der Unfallforschung der Versicherer (UDV). "Viele Ă€ltere Menschen fahren durch die UnterstĂŒtzung des Elektromotors viel schneller, als es ihre FĂ€higkeiten eigentlich erlauben", sagt der Unfallforscher. Das fĂŒhre vielfach zu Kontrollverlust und StĂŒrzen.

Gerade Ă€ltere Radfahrer machen sich am besten ganz behutsam mit Technik und Tempo eines E-Bikes vertraut – und entscheiden dann ganz ehrlich, ob sie sich dem Fahrrad gewachsen fĂŒhlen.

Radtour durchs GrĂŒne: Gerade manche Ältere tun sich schwer mit dem Umstieg aufs E-Bike und bleiben lieber bei ihrem gewohnten Fahrrad.
Radtour durchs GrĂŒne: Gerade manche Ältere tun sich schwer mit dem Umstieg aufs E-Bike und bleiben lieber bei ihrem gewohnten Fahrrad. (Quelle: 22kay22/getty-images-bilder)

Wer das Fahrrad im Urlaub nutzt

Auch das E-Bike kann mit auf Reisen gehen – aber dann ist der Transport gut zu planen. Im Flugzeug lĂ€sst es sich nicht mitnehmen. Denn die meisten Fluglinien nehmen keine Akkus an Bord, da sie als Gefahrgut eingestuft werden. Bahnreisende bedenken am besten das Gewicht und die Sperrigkeit des E-Bikes, insbesondere an Treppen im Bahnhof.

Am Auto sind DachgepĂ€cktrĂ€ger alles andere als ratsam. Wegen des Gewichts lassen sich E-Bikes kaum aufs Autodach hieven. HecktrĂ€ger wiederum mĂŒssen auf das hohe Gewicht, den oftmals stĂ€rkeren Rahmen und auch auf die hĂ€ufig grĂ¶ĂŸere LĂ€nge von E-Bikes ausgerichtet sein. Der vorhandene TrĂ€ger fĂŒr normale FahrrĂ€der ist dieser Aufgabe oftmals nicht gewachsen.

Wer zu jung ist

Kinder unter 14 Jahren gehören nicht auf ein E-Bike, da sie die höheren Geschwindigkeiten noch nicht einschĂ€tzen können und eventuell die Kontrolle ĂŒber das Fahrrad verlieren.

Die Alternative

E-Bikes mit besonderer Technik können 4.000 Euro oder mehr kosten. Wer keine extremen Touren fĂ€hrt, muss nicht so viel Geld ausgeben. Ein relativ gĂŒnstiges E-Bike – aber kein Billigmodell – genĂŒgt alltĂ€glichen AnsprĂŒchen vollkommen. Und wer sich gar nicht entscheiden kann, hat dann vielleicht noch genĂŒgend Geld fĂŒr ein gĂŒnstiges normales Fahrrad ĂŒbrig.

Alle PROS und KONTRAS im Überblick

PRO E-Bike KONTRA E-Bike
Macht lÀngere Touren auch im
Alter möglich
Nicht ganz billig
Erleichtert Fahrten in
schwierigem GelÀnde
Schwer und unhandlich zu tragen
Erlaubt hohes Tempo Braucht sichere Unterbringung
Schwierig in den Urlaub mitzunehmen
Nichts fĂŒr Kinder

E-Bike, Pedelec und S-Pedelec – die Unterschiede

Jedes Fahrrad mit Elektromotor wird als E-Bike bezeichnet. Und dann unterscheidet man: Kann der Motor das Fahrrad allein antreiben? Oder unterstĂŒtzt er nur die Trittbewegung des Fahrers? In diesem Fall wird auch vom Pedelec gesprochen. Das KĂŒrzel steht fĂŒr "Pedal Electric Cycle".

Weitere Artikel

Eine weitere Sonderform wiederum ist das S-Pedelec. Hier unterstĂŒtzt der Motor den Fahrer bis zu Tempo 45. Vorgeschrieben sind deshalb ein Versicherungskennzeichen und ein Helm. Das S-Pedelec gehört außerdem nicht auf den Radweg, sondern auf die Straße. Auch auf Waldwegen und in FußgĂ€ngerzonen, die fĂŒr FahrrĂ€der freigegeben sind, hat es nichts zu suchen. Beim normalen Pedelec unterstĂŒtzt der Motor den Fahrer nur bis Tempo 25.

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