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Nach Zugunglück zwischen Köln und Frankfurt: Wie oft wird ein ICE gewartet?

SCHNELL ERKLÄRTZugunglück  

Wie sicher sind die ICE der Deutschen Bahn?

13.10.2018, 11:16 Uhr | mab, dpa

Zwischen Frankfurt und Köln: 510 Personen im ICE, der Feuer fängt (Screenshot: dpa)
ICE-Wagen fängt Feuer - Brandursache noch unklar

Erst beim Ausstieg kam es zu Verletzungen.

Zwischen Köln und Frankfurt: Ein ICE-Wagen hat Feuer gefangen, 510 Personen mussten den Zug verlassen. (Quelle: dpa)


Zugunglück in Rheinland-Pfalz: Ein ICE geht am Morgen in Flammen auf. Ermittler klären nun, ob es bei der letzten Inspektion des Zuges Auffälligkeiten gab. Wie oft wird ein ICE gewartet? Was wird dabei überprüft?

Beinahe-Katastrophe im Berufsverkehr: Ein vollbesetzter ICE geht am frühen Morgen in Flammen auf. Meterhohe Flammen lodern, eine dicke schwarze Rauchwolke steigt auf. 510 Fahrgäste werden auf der wichtigen Strecke zwischen Köln und Frankfurt evakuiert.

Wie kam es zu dem Brand? Wie sicher sind unsere Züge? Und wie oft wird ihre Sicherheit eigentlich geprüft? t-online.de beantwortet alle Fragen.


Was war in dem ICE passiert?

Gegen 6.30 Uhr bemerkte ein mitreisender Bundespolizist eine Rauchentwicklung. Er leitete einen Nothalt ein, startete dann mit dem Zugpersonal die Räumung auf freier Strecke. Alle Fahrgäste konnten gerettet werden. Sie kamen zunächst in ein Gemeindehaus in der Nähe.

Die Ursache des Feuers ist laut Bundespolizei noch unklar. Der ICE wurde beschlagnahmt. Ermittler klären nun unter anderem, wann der Zug zuletzt in der Inspektion war und ob dabei irgendwelche Auffälligkeiten festgestellt wurden.

Heftige Feuer-Bilder: Ein ICE ist zwischen Frankfurt und Köln in Brand geraten. (Quelle: t-online.de)

Wie häufig werden ICE gewartet?

Jeder einzelne der rund 260 ICE legt täglich bis zu 1.800 Kilometer zurück, pro Jahr rund 500.000 Kilometer. Damit die Züge möglichst viel Zeit fahrend verbringen und nur wenig Standzeit haben, ist ihre Wartung genau getaktet. Das sind die Wartungsintervalle für den ICE:

  • Alle 8.000 Kilometer: Kontrolle des Laufwerks und Beseitigung der Mängel. Prüfung von Dach- und Einstiegsbereich, Frischwasser nachfüllen, WC-Behälter leeren.
  • Alle 24.000 Kilometer: gründliche Nachschau (zwei bis drei Stunden). Überprüfung von Bremsen, Leit- und Sicherungstechnik.
  • Nach 144.000 Kilometern: erste Inspektionsstufe (acht Stunden). Revision der Bremsen und Prüfung von Klimaanlage, Kücheneinrichtungen, Sitzen und Fahrgastinformationssystemen.
  • Nach 288.000 Kilometern: zweite Inspektionsstufe. Zusätzlich werden überprüft: Fahrmotoren, Lager, Batterien, Wellen, Kupplungen.
  • Nach 576.000 Kilometern: dritte Inspektionsstufe. Zusätzlich werden überprüft: Luftpresser, Trafo-Kühlung, Fahrgasträume.
  • Nach ca. 1,2 Millionen Kilometern (etwa alle zwei Jahre): Revision, Arbeiten an allen Komponenten.
  • Nach ca. 2,4 Millionen Kilometern: „schwere Instandhaltung“ (insgesamt zehn Tage). Komplette Zerlegung des ICE in seine Bestandteile. Unter anderem Austausch der Drehgestelle.
  • Kleine Reparaturen werden während der Fahrt erledigt. Bordtechniker sind dafür auf dem gesamten Bahnnetz unterwegs.

Wie sicher ist Bahnfahren?

Sicher auf der Schiene: Das Bahnfahren ist um ein Vielfaches weniger gefährlich als Reisen mit dem Auto oder Bus. (Quelle: t-online.de/Allianz Pro Schiene)Sicher auf der Schiene: Das Bahnfahren ist um ein Vielfaches weniger gefährlich als Reisen mit dem Auto oder Bus. (Quelle: Allianz Pro Schiene/t-online.de)

Die Bilder brennender Züge sind immer wieder erschreckend. Trotzdem: Die Bahn ist von allen Verkehrsmitteln das sicherste. In einem Auto ist das Todesrisiko 53-mal höher als in einem Zug. Auch der Bus ist deutlich sicherer als der Pkw.

Wie schätzt das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) die Sicherheit auf den Schienen ein?

Im letzten Sicherheitsbericht spricht die Behörde von einem hohen Niveau. Wesentliche strukturelle Mängel hat sie nicht festgestellt. Allerdings zeigte unter anderem das schwere Unglück von Bad Aibling, dass man auch im Zugverkehr nicht allein der Technik hohe Aufmerksamkeit widmen muss, sondern genauso dem Menschen und seinem Wirken.

Wo hakt es im Einzelnen?

Die Behörde bemängelt, dass immer häufiger Haltesignale überfahren werden. Künftig wird verstärkt überwacht, wie die Bahnunternehmen mit diesen Pannen umgehen. Verbessert werden sollen auch das Training des Stellwerkspersonals und die Überwachung seiner Dienstausübung. Außerdem geht es um das Verfahren, das eine Zugfahrt trotz eines rot zeigenden oder defekten Signals erlaubt. Dies führte zum Unfall von Bad Aibling. Kontrollieren will das EBA ebenfalls, inwiefern die Bahnunternehmen ihre Lokführer solide trainieren und deren Fahrtdaten auswerten.

Was meint der Fahrgastverband "Pro Bahn" zur Sicherheit?

Probleme mache das Nebeneinander noch sehr unterschiedlicher Sicherungssysteme bei der Bahn. Neben modernen elektronischen Stellwerken gebe es noch alte Stellwerke, in denen per Hebel und Stahlseilzug veraltete Signale bedient werden. Hier müsse schnell investiert werden. Trotz einer weitgehenden Automatisierung müsse ferner weiterhin Personal in die Abläufe eingreifen können.

Wie viele Zugunfälle ereignen sich in Deutschland?

In den vergangenen Jahren hat es jeweils zwischen 400 und 500 Unfälle mit Verletzten gegeben. Dazu zählen aber auch Unfälle an Bahnübergängen, durch Unwetter oder Arbeitsunfälle auf Betriebsgeländen. Rund 150 Fahrgäste pro Jahr wurden zuletzt bei Unfällen verletzt. Während 2013 und 2014 keine Fahrgäste getötet wurden, gab es nach den Zahlen des Statistischen Bundesamtes 2015 drei und 2016 neun getötete Reisende.

Verwendete Quellen:
  • dpa, Allianz Pro Schiene, FIS
  • Eigene Recherche

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