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Wie Sie auf Android Schadsoftware vermeiden

dpa, Julian Hilgers

Aktualisiert am 11.08.2019Lesedauer: 3 Min.
Notwendig oder ĂŒberflĂŒssig? - Virenschutz fĂŒr Androiden
Notwendig oder ĂŒberflĂŒssig? - Virenschutz fĂŒr Androiden (Quelle: Robert GĂŒnther)
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Wer ein Android-Smartphone nutzt, ist besonders durch Schadsoftware gefĂ€hrdet. Sicherheitskonzern bieten darum Virenschutz fĂŒr Android-Smartphones – doch sind die wirklich nötig?

Das Smartphone ist heutzutage ein stĂ€ndiger Begleiter. Viele nutzen es nicht nur zum Chatten oder Spielen, auch BankgeschĂ€fte werden oft mobil erledigt. FĂŒr Hacker und Kriminelle sind die GerĂ€te deshalb Ă€ußerst attraktiv.


Android-Easter-Eggs von "Gingerbread" bis "Pie"

Android
Bei Honeycomb erscheint eine Bugdroid-Biene in neonblau und schwarz. Mit einem Klick drauf erscheint eine Sprechlase mit "REZZZZZZZZ". Eine Anspielung auf den Film Tron. "Rez" bedeutet, dass ein Objekt im Tron-Universum erschaffen wird.
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Als besonders gefĂ€hrdet gelten dabei Android-Smartphones. Zum einen, weil es das am meisten verbreitete Betriebssystem ist. Beispielsweise, weil die Software tendenziell anfĂ€lliger ist als iOS von Apple. Aber es gibt Anti-Viren-Software fĂŒr Android, die GerĂ€te vor Angriffen schĂŒtzen soll. Doch auch ohne Virenschutz können Nutzer Schadsoftware vermeiden – wenn sie die richtigen Schritte anwenden.

Warum Android-Smartphones besonders gefÀhrdet sind

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Warum Android-Handys als gefĂ€hrdeter gelten als Apple-GerĂ€te, erklĂ€rt Georg Oevermann von der Zeitschrift "Computer Bild: "Apple-Handys werden zentral, regelmĂ€ĂŸig und meist sogar flĂ€chendeckend aktualisiert", sagt Oevermann". "Bei Android liegt das in den HĂ€nden vieler verschiedener GerĂ€te-Hersteller."

So könnten beispielsweise wichtige Sicherheitsupdates bei einem Hersteller frĂŒher zur VerfĂŒgung stehen als bei einem anderen. Zudem werden GerĂ€te von Apple deutlich lĂ€nger mit neuen Updates versorgt als vergleichbare Android-Modelle. So können SicherheitslĂŒcken auf dem GerĂ€t entstehen.

Googles eigenes Virenprogramm

In vielen FÀllen können sich Android-Nutzer eine Antivirus-App trotzdem sparen, meint Ronald Eikenberg vom Fachzeitmagazin "c't". Wer Apps nur aus dem Play Store von Google bezieht und anstehende Updates direkt installiert, sei demnach schon gut abgesichert.

Denn Google hat ein eigenes Virenprogramm eingebaut, zumindest fĂŒr seinen App Store. Play Protect scannt alle Apps, zeigt Warnungen an und entfernt die Anwendungen gegebenenfalls. Um diesen PrĂŒfprozess zu verbessern, hat Google in den letzten Jahren viel unternommen. Doch das System ist noch nicht perfekt. "Im Play Store tummelt sich noch immer Böses", sagt Oevermann. So fanden Sicherheitsforscher in der Vergangenheit immer wieder gefĂ€hrliche Apps im Play Store.

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen empfiehlt deshalb, die Bewertungen von Apps zu lesen und auf brandneue Anwendungen eher zu verzichten. Denn anders als bei Apple werden die Programme im Play Store von Android teilweise erst nach Veröffentlichung geprĂŒft.

GefÀhrliche Apps

Eine grĂ¶ĂŸere Gefahr sind Apps, die am Play Store vorbei auf dem GerĂ€t installiert werden. Bei Android ist das im Vergleich zu Apple möglich. In der Theorie ermöglicht das eine grĂ¶ĂŸere Auswahl an Apps, praktisch kann der sogenannte Sideload jedoch ein Einfallstor fĂŒr Viren und Trojaner sein. "Die Installation von externen Apps sollte man deshalb gar nicht erst zulassen", rĂ€t Eikenberg. In der Regel ist diese Funktion auf Androiden aber auch standardmĂ€ĂŸig deaktiviert.

Ansonsten rĂ€t Hauke Mormann von der Verbraucherzentrale NRW, die gleichen Sicherheitstipps wie beim Computer zu beherzigen: ZugĂ€nge mit Passwörtern schĂŒtzen und Links oder Mail-AnhĂ€nge von unbekannten Absendern nicht öffnen oder unbekannte Dateien installieren.

Kostenlose Antivirus-Apps

Doch selbst wenn man das beherzigt: Viele klicken schneller als gedacht und das auch mal an der falschen Stelle. Aus Sicht von Georg Oevermann ist eine zusĂ€tzliche Antivirus-App fĂŒr Android deshalb trotzdem empfehlenswert – vor allem fĂŒr Nutzer, die unbekannte Apps und Websites nutzen wollen. Einige Programme gibt es sogar kostenlos, etwa von Avast, Avira, Eset oder Bitdefender. Im Test von "Computer Bild" schnitten kostenpflichtige Apps allerdings tendenziell besser ab.

Die Investition kann sich nicht nur im Kampf gegen Schadsoftware lohnen. "Viele Apps bieten Sonderfunktionen wie Diebstahl- oder Kinderschutz oder verschlĂŒsseltes Surfen mit einem VPN an", erklĂ€rt Eikenberg. Auch Firewall und Backup-Funktion sind nĂŒtzlich.

Der wichtigste Faktor ist aber, wie gut die jeweilige App Schadsoftware erkennt. "Hier sollte man Testberichte vergleichen und entscheiden, welcher Anbieter einem am vertrauenswĂŒrdigsten vorkommt", sagt Mormann.

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Nutzer ist bester VirenschĂŒtzer

Ob man am Ende eine Antivirus-App fĂŒr sein Android-GerĂ€t braucht, lĂ€sst sich nicht pauschal beantworten. Der beste Virenschutz ist in jedem Fall der Nutzer selbst.

Wer Apps nur aus dem Play Store bezieht, Updates regelmĂ€ĂŸig installiert und Dateien sowie Links von unbekannten Quellen nicht anklickt, ist bereits sehr gut geschĂŒtzt. Die VerbraucherschĂŒtzer empfehlen außerdem regelmĂ€ĂŸige Daten-Backups. Etwa einmal im Monat seien diese ratsam. So sind zumindest wichtige Daten gesichert, wenn es doch mal ein Virus auf den Androiden schafft.

Übrigens: Dass das Smartphone gehackt wurde oder eine Schadsoftware auf dem GerĂ€t gelandet ist, ist fĂŒr Nutzer nicht immer direkt ersichtlich. Eine teurere Telefonrechnung, höherer Daten- oder Akkuverbrauch oder ungewöhnliche Bewegungen im Mailpostfach oder auf dem Bank- oder Kreditkartenkonto können Anzeichen dafĂŒr sein.

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