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Smartphone-Tarife: Finger weg von veralteten Billig-Angeboten

Finger weg!  

Mit diesen Handy-Tarifen werden Sie nicht glücklich

27.07.2019, 09:24 Uhr | tve, str, t-online.de

Smartphone-Tarife: Finger weg von veralteten Billig-Angeboten. Ein Mann trinkt Kaffee und schaut auf sein Smartphone: Viele Billig-Tarife klingen nur auf den ersten Blick attraktiv.  (Quelle: imago images/Westend61)

Ein Mann trinkt Kaffee und schaut auf sein Smartphone: Viele Billigtarife klingen nur auf den ersten Blick attraktiv. (Quelle: Westend61/imago images)

Ein Smartphone-Tarif muss nicht teuer sein. Mit einer Prepaid-Karte oder einem Vertrag vom Mobilfunkdiscounter können Kunden schon für eine Handvoll Euro surfen, telefonieren und SMS schreiben. Günstige Angebote gibt es viele. Doch nicht alle sind empfehlenswert.

Es war einmal ein großer Umschwung: Seit dem Jahr 2004 überschwemmen Mobilfunkdiscounter wie Aldi Talk, Congstar, Simyo oder Tchibo mobil den Markt und stellen mit günstigen Minutenpreisen die Allmacht der etablierten Netzbetreiber Telekom, Vodafone und Telefónica infrage. In diesen 15 Jahren hat sich einiges verändert: Verschiedene Discounter wurden zusammengelegt oder umbenannt, andere verschwanden. Wieder andere sind zwar immer noch auf dem Markt, wurden aber vernachlässigt.

Alexander Kuch vom Fachmagazin teltarif.de hat sich mit den Ursachen beschäftigt: "Viele Mobilfunkdiscounter haben sich darauf konzentriert, günstige Preise zu bieten und am besten immer 'der Billigste' zu sein", sagt er. "Dabei haben sie es möglicherweise versäumt, regelmäßig mit dem Netzbetreiber über technische Updates zu verhandeln, die aber auch eine neue Kalkulation der Tarife erfordern."

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Für die Kunden hat das unterschiedliche Folgen. Wir erklären, welche typischen Probleme bei Mobilfunkdiscountern auftreten können und welche Angebote Sie deshalb meiden sollten. 

1. Schlechter Kundenservice

Manche Anbieter sparen beim Kundenservice. Das macht sich vor allem dann bemerkbar, wenn Probleme auftreten. Nur mit viel Glück erreicht der Kunde in solchen Fällen einen Mitarbeiter, der weiterhelfen kann. Telefon-Hotlines gibt es heute sowieso kaum noch. Stattdessen sollen Kunden per E-Mail oder Chat Kontakt aufnehmen. Eine Antwort lässt dann häufig auf sich warten. 

Das Portal teltarif.de nennt den Discount-Anbieter Blau als Negativbeispiel. Die Tarife wurden seit 2014 mehrfach umgebaut. Das führte zu einer zusehenden Abnahme der Service-Qualität. "Wie O2 ist auch Blau seither nicht mehr per E-Mail erreichbar, und andere Kontaktwege wie der Chat wurden nur zögerlich angenommen oder waren zeitweise überlastet", kritisiert Kuch. 

2. Schlechtes Preis-Leistungs-Verhältnis

Die meisten Mobilfunktarife beinhalten heutzutage eine Telefon- und SMS-Flatrate in alle Netze. Doch auch Pakete, bei denen jede Minute und SMS einzeln abgerechnet werden, gibt es noch. Sparen lässt sich dadurch nicht unbedingt, meint der Mobilfunkexperte Kuch. 

So lohnt es sich zum Beispiel bei der Mobilfunkmarke Fyve, die Sache einmal durchzurechnen. "Fyve bietet bis heute keine Allnet-Flat, sondern nur Minutenpakete an – die allerdings so viel kosten wie bei vielen anderen Anbietern eine Allnet-Flat", sagt Kuch.

Flatrate ist nicht gleich Flatrate

Auch wenn günstige "Flatrates" beworben werden, sollten Kunden vorsichtig sein. Eine Flatrate zum Monatspreis von 20 Euro etwa – das klingt auf den ersten Blick nicht schlecht. Doch die Anbieter legen den Begriff "Flatrate" sehr unterschiedlich aus. Der Teufel steckt häufig im Detail. 

So vermarktet der Anbieter Debitel bereits seit sieben Jahren unverändert eine "Light Allnet Flat" für 19,95 Euro pro Monat, die ihrem Namen längst nicht mehr gerecht wird. Denn statt einer "echten" Flatrate erhält der Kunde lediglich 100 Inklusivminuten in alle Netze, eine SMS-Flat und lächerliche 200 Megabyte (MB) Datenvolumen im UMTS-Netz (3G), dessen Ende heute schon besiegelt ist.

Vor sieben Jahren mag die "Light Allnet Flat" von Debitel ein gutes Angebot gewesen sein. Heutzutage wirkt der reine UMTS-Tarif mit einer Surf-Geschwindigkeit von 7,2 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) wie aus der Zeit gefallen. "Mehr Speed oder LTE gibt's nicht, auch nicht gegen Aufpreis", warnt Kuch. 

Eine "echte" Mobilfunk-Flatrate, mit der man bedenkenlos in alle Netze telefonieren sowie unbegrenzt SMS verschicken und surfen kann, ist in Deutschland selten und kostet reichlich. Telekom und Vodafone verlangen 80 Euro pro Monat für ihre Premiumtarife. Bei O2 zahlen Kunden 60 Euro für mobiles Surfen ohne Monats-Limit. Echte Daten-Flatrates zum Discount-Tarif gibt es bei Freenet für etwa 30 Euro und Mobilcom-Debitel ab 40 Euro. 

3. Lahmes Internet und kein LTE-Zugang

In Zeiten von 5G sind UMTS-Tarife mit lahmer Internetverbindung aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr zeitgemäß. Erstens ist eine Surfgeschwindigkeit von 7,2 Mbit/s gerade mal genug, um eine Webseite zu laden. Zweitens wird das 3G-Netz nach und nach abgeschaltet. Bei manchen Anbietern lassen sich LTE-Optionen dazu buchen. Wo das nicht möglich ist, werden Kunden wohl bald den Tarif wechseln müssen

Davon betroffen sind unter anderem Nutzer einer Prepaid-Karte von Congstar. Alexander Kuch nennt es "unverständlich, warum die Telekom ihrer eigenen Discount-Tochterfirma Congstar bei Prepaid-Tarifen immer noch nicht den Zugang zum LTE-Netz erlaubt". Hat man hingegen einen Vertrag bei Congstar, kann man LTE gegen Aufpreis nutzen. 

UPDATE: Inzwischen bietet Congstar die LTE-Option auch für Prepaid-Karten an

Das LTE-Netz ist aber nicht bei jedem Anbieter gleich gut oder gleich schnell. Die gebotene Surfgeschwindigkeit variiert je nach Anbieter zwischen 21,5 Mbit/s und 500 Mbit/s. Turbo-Internet gibt es in der Regel nur mit einem hochpreisigen Vertrag. Für etwas weniger Geld können Nutzer beim Discounter immerhin mit 50 Mbit/s rechnen. 

4. Kein Roaming

Seit 2017 können Verbraucher im EU-Ausland zum selben Tarif wie zu Hause telefonieren, SMS versenden und mobiles Internet nutzen. Die Berechnung von sogenannten Roaming-Aufschlägen in der EU-Zone wurden nämlich von der EU verboten. Viele Billiganbieter stellte die Vorgabe vor große Herausforderungen, schließlich gehörten die Einnahmen aus den Roaming-Gebühren zum Geschäftsmodell. 

Der Discount-Anbieter DeutschlandSIM rettete sich mit einer radikalen Maßnahme: Die Mobilfunkmarke aus dem Hause Drillisch schaffte nicht nur die Gebühren, sondern gleich das Roaming ab. Das Ergebnis: Rein nationale Tarife, die nur im Inland funktionieren. Mit so einer SIM-Karte sitzen Handy-Nutzer im Ausland quasi auf dem Trockenen. "Das macht sonst kein anderer Provider mehr", sagt Kuch. 

Wie viel kostet ein guter Discount-Tarif?

Wer nicht auf einen zeitgemäßen Tarif mit LTE, Allnet-Flat, Roaming und gutem Service verzichten möchte, hat trotz allem immer noch eine Vielzahl an Anbietern zur Auswahl. Kuch: "An erster Stelle sind hier insbesondere die Netzbetreiber selbst zu nennen, die bei ihren eigenen Prepaid-Tarifen für etwa zehn Euro monatlich mittlerweile LTE-Maximalgeschwindigkeit, ein Minutenpaket sowie 1,5 bis 2 GB Datenvolumen bieten, was für viele Nutzer ausreicht." Auch das Preis-Leistungs-Verhältnis der Mobilfunkmarken von Drillisch (zum Beispiel Smartmobil, Yourfone) und die Zubuchoptionen einiger Prepaid-Discounter lobt Kuch.

Wer noch mehr braucht, bekommt Tarife mit schnellem Netz, 3-GB-Flat, Telefon-Flat und SMS-Flat schon für eine geringe Grundgebühr. Beim Handy-Tarif-Vergleich von teltarif.de liegt momentan ein Aktionstarif von simply für 7,99 Euro pro Monat vorn. Es folgen sieben Tarife für unter 10 Euro Grundgebühr mit mindestens 3 GB Inklusivvolumen. Dabei handelt es sich ausschließlich um Tarife im Telefónica-Netz, das als das schlechteste in Deutschland gilt


"Der Preis ist noch abhängig vom Netz", sagt Kuch. "Wer an seinem Ort eine gute Netzversorgung des Telefónica-Netzes hat, bekommt einen zeitgemäßen Tarif bereits für 8 bis 9 Euro. Wer wegen der besseren Netzabdeckung die Netze von Vodafone und der Telekom wählt, muss dafür rund 5 Euro monatlich mehr bezahlen."

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Verwendete Quellen:

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