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Erpessung oder Cybermobbing: Jeder Vierte wird Opfer von Internet-Kriminalität

Erpessung oder Cybermobbing  

Jeder Vierte wird Opfer von Internet-Kriminalität

09.09.2019, 15:30 Uhr | dpa

Erpessung oder Cybermobbing: Jeder Vierte wird Opfer von Internet-Kriminalität. Laut dem "Digitalbarometer" gehen viele junge Menschen im Internet zu achtlos mit ihren Daten um.

Laut dem "Digitalbarometer" gehen viele junge Menschen im Internet zu achtlos mit ihren Daten um. Nur etwa jeder Vierte der 16- bis 29-jährigen Befragten hält sich an Sicherheitsempfehlungen. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Knapp jeder vierte Internetnutzer in Deutschland (24 Prozent) ist schon mindestens einmal Opfer von Cyber-Kriminalität geworden. Besonders häufig trifft es jüngere Menschen.

Wie eine aktuelle repräsentative Studie zeigt, haben 36 Prozent der Betroffenen Betrug beim Onlineshopping erlebt. Bei 28 Prozent von ihnen wurden vertrauliche Daten abgefischt, 26 Prozent der Betroffenen berichteten von Schadsoftware-Angriffen durch Viren oder sogenannte Trojaner. In 18 Prozent der Fälle ging es um Identitätsdiebstahl. Mit Cybermobbing oder Erpressersoftware haben jeweils 13 Prozent der Betroffenen Erfahrungen gemacht.

Das "Digitalbarometer" wird einmal jährlich vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und dem Programm Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes erstellt, um Probleme im Bereich der Cyber-Sicherheit zu identifizieren. Zu diesen Problemen zählt nicht nur die Nachlässigkeit vieler Nutzer, wenn es um den Schutz vor Online-Angriffen geht. Auch den Zugang zu Informationen über aktuelle Bedrohungen empfinden viele Bürger laut Studie als nicht optimal.

Den Angaben zufolge haben nur 61 Prozent der Menschen, die online gehen, Antivirenprogramme installiert. Lediglich 58 Prozent der Befragten gaben an, sichere Passwörter zu nutzen. Mehr als 60 Prozent der Nutzer installieren Updates nicht sofort. Seine E-Mails verschlüsselt immerhin knapp jeder Fünfte (19 Prozent).

Dass jüngere Menschen wesentlich häufiger Opfer von Internet-Kriminalität werden als Ältere, hat laut Studie nicht nur damit zu tun, dass sie mehr Dinge online erledigen - vom Fahrkartenkauf bis zur Interaktion via Social Media. Ein weiterer Grund dürfte sein, dass sie sorgloser sind, was Straftaten im Internet angeht. Während fast die Hälfte (49 Prozent) der 60- bis 66-Jährigen Empfehlungen zur Erhöhung der Sicherheit sofort umsetzt, tut dies von den 16- bis 29-Jährigen nur etwa jeder Vierte (26 Prozent).

Positiv beurteilte BSI-Vizepräsident Gerard Schabhüser bei der Vorstellung der Studie am Montag in Berlin die Entwicklung beim Online-Banking. Hier habe Zwei-Faktor-Authentifizierung zu einer deutlichen Verbesserung geführt. Neben einem Passwort wird dabei immer noch ein zweiter Sicherheitsfaktor eingebaut - etwa ein Fingerabdruck oder eine über einen Tan-Generator generierte Nummer.

Von den meisten Cyberangriffen erfährt die Polizei nichts. Denn das "Digitalbarometer 2019" zeigt: Nur jeder dritte Fall wird angezeigt. Die Aufklärungsquote lag zuletzt bei knapp 38 Prozent. Für das vergangene Jahr weist die Polizeiliche Kriminalstatistik rund 272.000 Straftaten "mit Tatmittel Internet" aus - acht Prozent mehr als 2017. "Wir vermuten, dass es ein großes Dunkelfeld gibt", sagte Martin von Simson, Referatsleiter im Bundesinnenministerium. Das liegt einerseits daran, dass manche Opfer den Aufwand einer Anzeige scheuen, weil sie keine große Summe Geld verloren haben oder aus Scham.

Denn neben Erpressungen im Stil von "Wir wissen, dass Du auf Porno-Seiten unterwegs bist" gibt es auch Betrüger, die online eine "Beziehung" aufbauen, um dann anschließend in einer angeblichen Notlage Geld zu fordern. Typische Szenarien dabei sind die imaginäre junge hübsche Frau aus Russland oder der Ukraine, die sich Geld für ihren Besuch bei einem älteren Mann in Deutschland schicken lässt, der dann aber nie stattfindet. Einsame Frauen im mittleren Alter fallen eher auf die Geschichte des vermeintlichen Ingenieurs herein, der in Afrika arbeitet und dort zum Beispiel einen Autounfall hat.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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