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Datenspende: So soll die Corona-Warn-App funktionieren – nach Ostern fertig?

Bereits nach Ostern fertig?  

Animation zeigt: So soll die Corona-Warn-App funktionieren

09.04.2020, 09:40 Uhr | dpa

 (Quelle: RTL)
Animation zeigt: So würde die Handy-Warn-App in der Corona-Krise funktionieren

Die Bundesregierung will Infektionsketten besser nachvollziehen können. Eine App soll dabei helfen und Menschen warnen, die direkten Kontakt mit einem Infizierten hatten. Dies funktioniert aber nur unter einer Bedingung. (Quelle: RTL)

Animation zeigt: So würde die Handy-Warn-App funktionieren. (Quelle: RTL)


Bewegungsdaten und Smartphone-Technik sollen dabei helfen, das Coronavirus in den Griff zu kriegen. Ein vielversprechendes Konzept befindet sich aber immer noch in der Entwicklung – so soll es funktionieren. 

Die in Europa entwickelte Technologie zur Eindämmung der Covid-19-Epidemie mit Hilfe von Smartphones wird voraussichtlich bis zum Ende der Osterferien in Deutschland als konkrete App zur Verfügung stehen. Das kündigte Chris Boos, einer der führenden Forscher des Projektes PEPP-PTan. "Ich gehe davon aus, dass wir zwischen 15. und 19. April die erste App tatsächlich live haben", sagte der IT-Unternehmer, der im Digitalrat der Bundesregierung sitzt.

Wie die App funktionieren soll, sehen Sie in einer Animation oben im Video.

Das Konzept war in den vergangenen Wochen von 130 Experten aus acht europäischen Ländern entwickelt und von Soldaten der Bundeswehr in Berlin getestet worden.

Nutzung der Corona-App ist freiwillig

Boos betonte, bislang gebe es noch keine fertige Tracking-App, sondern ein offenes technisches Konzept, das drei Ziele verfolge. Zum einen müsse das System eine saubere Messung ermöglichen. "Wir wollen nicht Äpfel mit Birnen vergleichen." Das zweite Ziel sei die Sicherung der Privatsphäre. "Wir verwenden keinerlei Ortungsdaten und auch keine Daten, die einen Menschen identifizieren können." Dabei setze man auf eine komplette Anonymisierung und reine Freiwilligkeit. Der dritte Punkt sei die Interoperabilität zwischen den Ländern. "Wir haben dann eine Art Roaming, damit man auch wieder wirklich die Grenzen öffnen kann und trotzdem informiert Infektionsketten nachverfolgen kann."

Robert Koch-Institut prescht mit anderer App vor

Wer die Anwendung nun konkret in die App-Stores bringe, sei eine politische Entscheidung, betonte Boos. Er persönlich sehe das Robert Koch-Institut (RKI) als "natürliche Quelle für eine App in Deutschland". Das RKI hatte bereits am Dienstag eine erste Corona-App veröffentlicht, mit der Bürger Gesundheitsdaten aus Fitnesstrackern und Smartwatches spenden können, mit denen Wissenschaftler Rückschlüsse auf die Verbreitung des Virus ziehen wollen. Das RKI sei auch bei dem PEPP-PT-Projekt von Anfang mit dabei gewesen.

Als Betatester für die PEPP-PT-Plattform habe man aber auch der Start-up-Community Zugriff gewährt, sagte Boos. "Wir wissen von vielen, die schon an Apps bauen, auch für unterschiedliche Länder."

Experten loben das Konzept

Technisch setzt das Projekt auf der Bluetooth-Technologie auf. Hat man eine entsprechende App installiert, sendet das Smartphone regelmäßig per Bluetooth eine ID, quasi wie ein kleiner mobiler Leuchtturm. Gleichzeitig lauscht die App auf die ID-Signale der anderen Nutzer, die sich in der Nähe aufhalten. Befinden sich zwei Anwender in der Reichweite des anderen, tauschen sie ihre IDs aus und speichern sie verschlüsselt lokal ab. 

Eine Animation zur Funktionsweise sehen Sie in diesem Video.

Hannes Amtesreiter, der Deutschland-Chef von Vodafone, sprach von einem "gut durchdachten und präzisen Projekt", das man von Beginn an unterstützt habe. "Spezifische Situationen und Krisen brauchen spezielle Innovationen. Und das ist eine." Der Digitalkonzern hatte sein Testzentrum in Düsseldorf, das größte von Vodafone in Europa, zur Verfügung gestellt, um die Bluetooth-Sensorik für das Projekt weiterzuentwickeln und in der Praxis zu testen.

Verwendete Quellen:

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