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"Call of Duty: Black Ops Cold War" im Test: Kurzweilig, aber ein bisschen blass

"Black Ops Cold War" im Test  

So actionreich ist der neue "Call of Duty"-Teil

Von Nedzad Hurabasic

19.11.2020, 09:40 Uhr
"Call of Duty: Black Ops Cold War" im Test: Kurzweilig, aber ein bisschen blass . Szene aus dem Spiel "Call of Duty Black Ops Cold War": Es ist bereits der 17. Teil des kurzweiligen Shooters.  (Quelle: t-online/Screenshot)

Szene aus dem Spiel "Call of Duty Black Ops Cold War": Es ist bereits der 17. Teil des kurzweiligen Shooters. (Quelle: Screenshot/t-online)

Wie heiß ist der Kalte Krieg? Im neuen "Call of Duty"-Teil soll der Spieler die Welt vor der nuklearen Katastrophe retten. Dabei geht es wie gewohnt zur Sache. Gleichzeitig trauen sich die Macher etwas Neues.

Atomare Aufrüstung und Abschreckung zwischen Nato und Warschauer Pakt waren die beherrschenden Themen der 80er-Jahre – umgeben von bunter Popkultur wie "Miami Vice", Schulterpolstern und Leggings. Es war zugleich das Jahrzehnt, in dem ein Schauspieler Präsident der USA wurde – Ronald Reagan.

Spiele-Herausgeber Activision greift dieses Potpourri gesellschaftlicher Strömungen auf und vermischt sie in seinem Actionspiel "Call of Duty: Black Ops Cold War" zu einem Blockbuster-Agententhriller, der Gamer um die ganze Welt hetzt. Wir haben das Spiel für Sie ausprobiert.

Der Job: Die Welt vor der nuklearen Katastrophe retten

Das neue "Call of Duty" – es ist der mittlerweile 17. Teil der Erfolgsserie – lässt Sie auf eine Zeitreise gehen. In eine Epoche, in der sich Ost und West offenbar unversöhnlich gegenüberstehen und Stellvertreterkriege führen. Es ist ein kurzweiliges und spannendes Abenteuer, dessen Einzelspielermodus sich in etwa sechs Stunden durchspielen lässt.

In der Rolle einer geheimen Kommandoeinheit der USA versucht man im Auftrag des Präsidenten, einen sowjetischen Topspion mit dem Codenamen "Perseus" auszuschalten und die Welt vor der nuklearen Katastrophe zu retten.

Ganz schön heiß, der Kalte Krieg

Dabei setzen die Entwickler zwar auf viele etablierte Spielmechaniken der Reihe, probieren aber auch einige neue Dinge aus. Wie gehabt bleibt, dass das Abenteuer vor allem auf Knalleffekte des Blockbuster-Kinos zurückgreift.

Kaum eine der zwölf Missionen verzichtet auf übertriebene Explosionen und Massen an Gegnern, die auf den Spieler zustürmen. Ob man sich 1981 in der Ukraine tummelt, in Ost-Berlin, im Vietnamkrieg 1968 um sein Leben kämpft, in Kuba nach Atomwaffen sucht oder an anderen fiktiven Schauplätzen aktiv wird – Action wird ganz groß geschrieben.

Meist geht es da geradlinig mit verschiedenen zeitgenössischen Sturmgewehren in der Hand zur Sache, nur in wenigen, noch dazu kurzen Abschnitten, darf man einen Kampfheli fliegen oder anderweitig Bösewichte bekämpfen.

Im Schleichmodus am Feind vorbei

Doch die wild zusammengewürfelte Truppe um den CIA-Agenten "Russel Adler" agiert auch im Verborgenen und verschafft Ihnen so spielerische Abwechslung vom Dauergeballer. Die Entwickler greifen viel häufiger als in der "Call of Duty"-Vergangenheit zu Schleichmissionen.

Dafür etablieren sie einige frische Spielideen: Besonders deutlich wird das in zwei Missionen in Ost-Berlin und Moskau, wo Sie hinter den feindlichen Linien operieren und Informationen beschaffen müssen. Kein leichtes Unterfangen, weil es vor Feinden wimmelt – aber eine neue Schleich-Mechanik verrät dem Spieler, wann er von den Kontrahenten erkannt wird.

Dazu passt, dass die Handlung nicht so linear erzählt wird, wie in früheren Episoden. Ob bestimmte Figuren leben oder sterben, hängt bisweilen allein von den Entscheidungen des Spielers in Dialogen oder auf dem Schlachtfeld ab. Außerdem sammeln Sie in den Missionen Beweismittel, die für spätere Aufträge wichtig sein können. Beides kann sich auf den Fortgang der Geschichte und sogar auf das Ende der Geschichte auswirken. Wer gut und wer böse ist, welche Motive die einzelnen Protagonisten verfolgen, lässt sich schon bald kaum noch erkennen.

Die Mehrspieler-Schlachten

Der Online-Modus von "Cold War" umfasst die regulären Mehrspieler-Gefechte, den Zombies-Modus und "Warzone". Im Vergleich zu den Vorjahren gibt es nur marginale spielerische Anpassungen, die ein Großteil der Gamer kaum bemerken dürfte. Spieler treffen in verschiedenen Kriegs-Szenarios – etwa 6 versus 6- oder 12 versus 12-Kämpfen – aufeinander. Die auffälligste Änderung ist wohl, dass man in den Modi "Verbundene Waffen" jetzt Vehikel wie Panzer einsetzen darf.

Die immens flotten Multiplayer-Gefechte strotzen nur so vor hektischer Ballerei, sind aber nach wie vor extrem spannend inszeniert. Im herkömmlichen Mehrspielermodus wie auch bei der blutigen Zombies-Jagd fehlt es jedoch insgesamt etwas an Abwechslung. Die bietet der im letzten Jahr eingeführte kostenlose Battle-Royale-Modus "Warzone", der nun zusätzlich in "Cold War" integriert ist. Und das führt zur vielleicht bedeutendsten Neuerung:

Viele Mehrspieler-Inhalte des letztjährigen Titels "Modern Warfare" und des aktuellen "Cold War" fließen in "Warzone" zusammen und können dort verwendet werden. Spieler des immens populären Online-Hits freuen sich also auf etliche kostenfreie Updates. Die Entwickler erlauben übrigens überall plattformübergreifendes Zusammenspiel – Gamer auf unterschiedlichen Konsolen und PC zocken auf Wunsch gemeinsam.

Fazit: kurzweilig, aber auch ein bisschen blass

Letztlich ist das neue "Call of Duty"-Abenteuer dennoch nicht mehr als das, wofür Fans die Serie lieben: ein kurzweiliger Shooter, der Spieler mit schnell wechselnden Schauplätzen und Dauerfeuer auf Trab hält. Das funktioniert spielerisch gut und unterhält mit einigen packenden Action- und Schleich-Missionen – wirklich denkwürdig bleiben aber weder das Drumherum noch die überwiegend eher blassen Figuren.

Update 19.11.2020: Informationen zum Mehrspielermodus wurden ergänzt.

"Call of Duty Black Ops: Cold War" für PC, PS4/PS5 und Xbox Series X/S/, Xbox One. Ab 18 Jahren.

Verwendete Quellen:
  • Eigener Test

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