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TaskRabbit: Ikea bringt neuen Dienstleister nach Deutschland

TaskRabbit  

Neuer Ikea-Service soll beim Möbelaufbau helfen

21.10.2019, 08:38 Uhr
TaskRabbit: Ikea bringt neuen Dienstleister nach Deutschland. Ein Mann baut ein Ikea-Regal zusammen: Mit der App TaskRabbit können Nutzer einen Handwerker nach Hause bestellen.  (Quelle: imago images/Joker/Alexander Stein )

Ein Mann baut ein Ikea-Regal zusammen: Mit der App TaskRabbit können Nutzer einen Handwerker nach Hause bestellen. (Quelle: Joker/Alexander Stein /imago images)

Mal eben ein Billy-Regal zusammenbauen oder das Bad putzen: Mit der App TaskRabbit können Nutzer Handwerker und Putzhilfen zu sich nach Hause bestellen. Im November startet der Dienst auch in Deutschland. Ikea will den Service in seinen Onlineshop integrieren. 

Vom Babysitter über den Handwerker bis zur Putzhilfe – zahlreiche Dienstleistungen lassen sich in Deutschland inzwischen per App oder über Onlineportale buchen. Ab November will auch das US-Unternehmen TaskRabbit auf diesem Markt mitmischen. 

Das Start-up aus San Francisco hat sich auf Services rund um den Möbeltransport und -aufbau sowie einfache Haus- und Handwerkarbeiten spezialisiert. "Wir glauben, allein für Arbeiten rund um den Haushalt gibt es einen Milliardenmarkt", sagte TaskRabbit-Geschäftsführerin Stacy Brown-Philpot im Gespräch mit t-online.de. "Ich habe noch nie jemanden getroffen, der keine Hilfe gebraucht hätte mit Heimarbeiten, für die er selbst keine Zeit hat."

Insgesamt 26 verschiedene Servicekategorien werden über TaskRabbit angeboten. Die Plattform war bisher in den USA, Kanada, England und Frankreich aktiv. Ab November 2019 sollen mehrere deutsche Städte und Regionen dazu kommen. Berlin und Umgebung sowie das Rhein-Ruhr-Gebiet machen den Anfang. Seit 2017 gehört TaskRabbit zum Ikea-Konzern

Uber, Deliveroo, Amazon – die "Gig-Economy" boomt

Die Möbelhauskette will den Service in ihren Onlineshop integrieren. Kunden können am Ende des Bestellprozesses dann nicht nur die Lieferung nach Hause beantragen, sondern auch gleich einen Handwerker für den Aufbau finden. Auch in einigen Filialen soll der Service verfügbar sein. TaskRabbit fungiert dabei lediglich als Arbeitskraftvermittler. Bei den Mitarbeitern – das Unternehmen nennt sie "Taskers" – handelt es sich um Selbstständige, die sich auf der Plattform registriert haben und auf Aufträge (Englisch: "task") hoffen. 

Das Prinzip kennt man bereits aus anderen Bereichen. Auch die Ridesharing-App Uber oder der Lieferservice Deliveroo etwa beschäftigen freiberufliche Fahrer, die Aufträge per App erhalten. Amazon wirbt mit seinem Programm Amazon Flex um Leute, die in ihrer Freizeit Pakete mit ihrem Privat-Auto ausfahren, um sich etwas hinzuzuverdienen. 

Tasker versuchen, "über die Runden zu kommen"

Solche Minijobs auf Abruf – Experten sprechen von der "Gig-Economy" – versprechen volle Flexibilität. "Der Vorteil von TaskRabbit ist, dass man selbst entscheiden kann, wann, wo und wie man arbeiten möchte", so Brown-Philpot. 

TaskRabbit werde deshalb vor allem von Studenten und Rentnern geschätzt, die ihr Einkommen aufbessern wollen. Doch auch andere Menschen, die "versuchen über die Runden zu kommen" wenden sich laut der TaskRabbit-Chefin an die Plattform. "Diese Nutzer haben vielleicht schon einen Job, aber das Geld reicht nicht, um ihre Bedürfnisse zu decken." Solchen Menschen biete TaskRabbit eine zusätzliche Einkommensquelle. Einige machten das Erledigen von Gelegenheitsjobs sogar zu ihrem Hauptberuf. Auf welchen Durchschnittsverdienst die "Tasker" pro Monat kommen, konnte Brown-Philpot jedoch nicht sagen. 

Gewerkschaft warnt vor Lohndumping

Kritiker fürchten, dass digitale Marktplätze wie TaskRabbit langfristig Arbeitsplätze kosten könnte, vor allem im Niedriglohnsektor. Wo vorher Firmen mit festangestellten Mitarbeitern beauftragt wurden, springen immer öfter gering qualifizierte Freiberufler spontan und je nach Bedarf ein. Dadurch können die Services deutlich günstiger angeboten werden. 

Die Gewerkschaft Verdi warnt jedoch vor Dumpinglöhnen und schlechten Arbeitsbedingungen in der "Gig Economy", da die Minijobber auf Abruf bereitstehen müssen, meist aber erst bezahlt werden, wenn es tatsächlich Arbeit gibt. Ihre Arbeitsmaterialien – Fahrzeug, Putzmittel oder Ähnliches – müssen sie dabei in der Regel selbst bezahlen und pflegen. Auch das schmälert das Einkommen. 

Die Geschäftsführerin von TaskRabbit Stacy Brown-Philpot (Quelle: Hersteller/TaskRabbit)Die Geschäftsführerin von TaskRabbit Stacy Brown-Philpot (Quelle: Hersteller/TaskRabbit)

TaskRabbit zahlt mehr als Mindestlohn

Bei TaskRabbit legen die Dienstleistenden ihren Stundenlohn selbst fest. Es gibt jedoch eine Untergrenze, die über dem gesetzlichen Mindestlohn des jeweiligen Landes liegt, erklärt die Geschäftsführerin. So soll verhindert werden, dass sich die Tasker gegenseitig unterbieten. Die Erfahrung habe gezeigt, dass das funktioniert: In Frankreich betrage der durchschnittliche Stundenlohn der "Tasker" das dreifache des gesetzlichen Mindestlohns, in den USA sogar das Fünffache, so Brown-Philpot. 

Auch Speditionsfirmen, die bisher mit Ikea zusammenarbeiten und bestellte Möbel ausliefern oder Küchen installieren, hätten keine neue Billig-Konkurrenz zu befürchten, da TaskRabbit diese Services nicht anbiete. Stattdessen konzentriert sich die Plattform auf einfache Tätigkeiten. Einen Schreibtisch aufbauen kostet laut der französischen TaskRabbit-Seite zwischen 47 und 119 Euro. Ein Umzug mit mehreren Kisten per Lieferwagen wird für unter 100 Euro angeboten. 

Kunden füllen auf der Website ein Formular aus, in dem sie den Auftrag beschreiben. Daraufhin wird ihnen eine Reihe von möglichen Kandidaten aus der Umgebung vorgeschlagen, aus denen sie auswählen. Hintergrundchecks und Nutzerbewertungen sollen sicherstellen, dass die Servicequalität stimmt. Alle "Tasker" würden auf ihre Fähigkeiten und Vertrauenswürdigkeit hin überprüft, versichert Brown-Philpot. Die Bezahlung soll über die App abgewickelt werden, um Schwarzarbeit und Betrug zu verhindern.  


Nach eigenen Angaben hat TaskRabbit im laufenden Geschäftsjahr mehr als 1,3 Millionen Aufgaben vermittelt. Damit die Kunden aber auch in Deutschland jederzeit einen passenden "Tasker" für ihre Aufgabe finden können, muss die Plattform vor dem Deutschlandstart noch genügend Arbeitskräfte rekrutieren. Dazu seien in den kommenden Monaten mehrere Informationsveranstaltungen für interessierte Nutzer geplant. Zukünftige "Tasker" können sich schon jetzt bewerben, indem sie sich auf der Plattform registrieren. 

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche

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