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Kryptowährung erklärt: So funktionieren Bitcoins

Kryptowährungen  

Hoffnung auf das schnelle Geld – So funktionieren Bitcoins

15.01.2021, 11:59 Uhr
Kryptowährung erklärt: So funktionieren Bitcoins. Bitcoins inmitten von Goldbarren: Ist die Währung bald das digitale Gold? (Quelle: imago images/Alexander Limbach)

Bitcoins inmitten von Goldbarren: Ist die Währung bald das digitale Gold? (Quelle: Alexander Limbach/imago images)

Bitcoin sorgt mit rasanten Kurssprüngen für Aufsehen und lockt mit vermeintlich schnellen Gewinnen. Börsenexperten sprechen sogar vom digitalen Gold. Was steckt hinter der Währung? Wir klären die wichtigsten Fragen.

Es war eine Rekordjagd, die ihresgleichen sucht: Der Kurs der Kryptowährung Bitcoin knackte im Winter 2020 konstant die Grenzen der Vorstellungskraft. Mehr als 40.000 US-Dollar war ein digitaler Coin Anfang 2021 wert, innerhalb eines Jahres steigerte sich der Kurs um 308 Prozent.

Viele Anleger hoffen deshalb jetzt auf das schnelle Geld. Doch was steckt eigentlich hinter der Digitalwährung? Ist sie sicher? Und wo bekommt man die digitalen Münzen her? Wir geben eine Übersicht.

Was sind Bitcoins?

Bitcoin ist eine digitale Währung, die 2009 eine Person namens Satoshi Nakamoto als Antwort auf die Weltfinanzkrise entwickelte. Bis heute ist nicht bekannt, wer hinter dem Pseudonym steht.

Einzige Recheneinheit der sogenannten Kryptowährung sind die Bitcoins selbst. Sie haben keinen fassbaren Gegenwert, wie etwa Goldmünzen, sondern existieren nur als Bytes auf Computern, Festplatten oder Smartphones. Der Kurs gibt an, wie viel ein einzelner dieser Coins in einer herkömmlichen Währung wie Dollar oder Euro wert ist.

Die ursprüngliche Idee der Bitcoin-Erfinder: Wer die Währung nutzt, soll Transaktionen, also Geschäfte, ohne den Einfluss von Banken, Regierungen oder Finanzinstituten durchführen können. Möglich macht dies die sogenannte Blockchain-Technologie. Sie ist vergleichbar mit der Buchführung von Banken. Vereinfacht gesagt wird jede Transaktion mit Bitcoins auf der Blockchain gesichert und die Blockchain auf allen Rechnern, die direkt mit Bitcoin handeln, hinterlegt.

So ist nicht eine Institution in der Kontrolle über die Währung, sondern jeder, der mit Bitcoins handelt. Durch die komplexen Rechenaufgaben, mit denen die einzelnen Blöcke – und damit die Transaktionsdaten – der Blockchain verschlüsselt werden, gilt es als ein sehr sicheres Konzept. Betrug wird so deutlich erschwert.

Wie seriös sind Bitcoins?

Das kommt darauf an, ob sie einen Fan der Kryptowährung fragen – oder eine Kritikerin. Fest steht: Der Digitalwährung haftete lange ein schlechter Ruf an. Noch immer verbinden viele Menschen die Kryptowährung mit den dunklen Seiten des Internets – nicht zuletzt, weil auch viele Kriminelle Bitcoin nutzen, um im Netz mit Drogen oder Waffen zu handeln. 

Dieses Image wandelt sich aber stark: Im März des vergangenen Jahres erkannte die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) Bitcoin offiziell als Finanzinstrument an. Zu einer offiziellen Währung hat die BaFin Bitcoin damit aber nicht erklärt, sondern viel mehr als privates Zahlungsmittel, das von vielen Parteien akzeptiert wird. Den Status eines gesetzlichen Zahlungsmittels hat Bitcoin damit nicht.

Der Boom der Währung seit der Corona-Krise ist also nicht allein durch begeisterte Technikfans zu erklären – sondern auch durch ein besseres Ansehen in der Gesellschaft.

Dazu trägt auch bei, dass der Zahlungsdienstleister Paypal seinen Kunden seit Oktober 2020 erlaubt, Kryptowährungen wie Bitcoin oder die kleineren Geschwister Ether und Litecoin auch mit Paypal zu kaufen und zu verkaufen. Ab 2021 sollen US-Amerikaner auch Waren mit den digitalen Währungen bezahlen können – bisher nahmen nur wenige Unternehmen und Geschäfte die Kryptowährungen als alltägliches Zahlungsmittel an.

Große Investoren entdecken Bitcoin

Und noch eine Entwicklung stärkt die Legitimität des Bitcoins und holt ihn aus der einstigen Schmuddelecke des Internets: Inzwischen investieren immer mehr Fondsmanager das Geld ihrer Anleger in Bitcoin. Beim jüngsten Bitcoin-Boom 2017 waren es dagegen vor allem Privatanleger, die in die Kryptowährung investierten.

Hintergrund dieses Phänomens ist, dass in der Corona-Krise viele Staaten ihre Wirtschaft mit hohen Summen an Hilfsgeldern über Wasser halten und Investoren zunehmend eine Inflation fürchten.

Analysten zufolge hat sich die Digitalwährung als Anlageform mit vermeintlichem Schutz vor der Entwertung des klassischen Geldes gemausert. Bitcoin werde von den Investoren daher immer mehr wie andere Rohstoffe – etwa Gold – behandelt und steige damit im Kurs.

Wie kommt man an Bitcoins?

Wer also an die Zukunft der Digitalwährung glaubt und einsteigen möchte, bevor alle Bitcoins ausgegraben sind, hat verschiedene Möglichkeiten, in Bitcoins zu investieren.

  • Zentralisierte Börsen, an denen Sie Bitcoins direkt kaufen oder verkaufen können
  • Dezentrale Börsen, an denen Sie Bitcoins anonym handeln können
  • Bitcoin-ETPs, spezielle Wertpapiere, deren Preis sich vom Bitcoin ableitet

Die gängigste sind die sogenannten zentralisierten Börsen. An ihnen lassen sich Bitcoins leicht kaufen oder verkaufen. In diese Kategorie fallen die bekanntesten Anbieter wie Coinbase, Binance, Kraken und Geminini. Hinter den Handelsplätzen stehen private Firmen, die von ihren Kunden eine Identifizierung mit Ausweispapieren verlangen – sie sind also nicht anonym.

Die großen Börsen verfügen über ein hohes Handelsvolumen, eine hohe Liquidität und manche geben auf das Geld in den Wallets eine Versicherung aus. Diese gilt aber nur, wenn ein Anleger aufgrund eines Fehlers des Unternehmens Coins verliert.

Begehrtes Ziel für Hacking-Angriffe

Denn die Börsen bieten mit ihren privaten Servern, auf denen Kundendaten und Bitcoins ruhen, auch ein Ziel für Kriminelle. Immer wieder ist es in der Vergangenheit zu Hacking-Angriffen gekommen. Mit dem Anbieter Binance war auch schon eine der größten Börsen betroffen.

Zudem lagern die Bitcoins nicht auf den eigenen Rechnern, sondern auf den Servern der Anbieter. Auch Sicherheitsmerkale, wie der Wiederherstellungsschlüssel und der Sicherheitsschlüssel ruhen nicht in der Hand des Nutzers. Dafür sind diese Anbieter einfach für Neueinsteiger zu nutzen und der Zugriff auf die Bitcoins ist von überall aus mit einer Internetverbindung möglich.

Wer dagegen die Bitcoins selbst verwalten möchte, kann Bitcoins über dezentrale Börsen kaufen und sein Wallet auf der eigenen Festplatte speichern.

Bei dezentralen Börsen ist jeder Computer Teil des Systems. Diese Struktur sorgt dafür, dass die Handelsplätze deutlich sicherer vor Hackergangriffen sind, aber auch Regulierungen sind in diesem System nicht durchzusetzen. Bei diesen Börsen wird meist auf die Identifizierung verzichtet. Jeder Anleger kann die Plattform nutzen, wie er möchte – für legale, aber auch illegale Zwecke.

Kryptowährungen an der Deutschen Börse handeln

Vertrauter geht es da an der Börse Xetra zu, an der Anleger seit 2020 in Bitcoins investieren können. Hier gibt es mit den speziellen Wertpapieren namens ETPs (Exchange Traded Products) eine Form der Inhaberschuldverschreibung. Das Vermögen des ETP wird vollständig durch den Herausgeber der Schuldverschreibung mit Bitcoins hinterlegt, sodass das Produkt den Kursverlauf eins zu eins nachbildet.

Statt sich online eine Geldbörse anzulegen, können Anleger Bitcoin-ETPs wie Aktien handeln. Bei manchen Angeboten steht es ihnen sogar frei, ihre Anteile in Bitcoins ausgezahlt zu bekommen. Das erspart den Weg über Drittanbieter. Die Börse wird zudem mit Liquidität und hohen Regulierungsstandards verbunden.

Kann man mit Bitcoins Geld verdienen?

Ja. Es kann aber ebenso schnell verloren gehen. Denn Bitcoins sind – zumindest aktuell – noch hauptsächlich ein Spekulationsobjekt. Sein Wert unterliegt starken Schwankungen. 

Die große Hoffnung auf das schnelle Geld hat Bitcoin nach dem ersten Hype aus der Tech-Nische herauskatapultiert. Plötzliche Bitcoin-Millionäre beflügelten bei vielen Anlegern eine Art digitalen amerikanischen Traum. Doch die Kryptowährung stellt für Anleger auch ein großes Risiko da: Beim vergangenen Boom 2017 stieg der Kurs auf fast 20.000 Dollar und rutschte später wieder auf knapp 3.000 Dollar.

Die Zukunft des Bitcoins spaltet selbst die Marktexperten. So nannte die Bank of America Bitcoin im Januar 2021 die „Mutter aller Blasen“ und zog Vergleiche zu der Häuser-Blase 2008/2009 oder der Dotkom-Blase Ende der 90er-Jahre.

Bitcoins entstehen immer langsamer

Dagegen ist die Investmentgesellschaft Blackrock überzeugt, dass Bitcoin gekommen sei, um zu bleiben. Der Fakt, dass Bitcoins eine endende Ressource sind, stimmt einige Analysten positiv. Aktuell steige die Nachfrage nach Bitcoins viel schneller als neue Währungseinheiten generiert werden könnten. 

Tatsächlich verlangsamt sich mit der steigenden Zahl der Bitcoins die Produktion neuer Einheiten – auch das ist Teil der Programmierung.

Wie funktionieren eigentlich Bitcoins?

Neue Bitcoins entstehen durch das sogenannte Schürfen, im Englischen mining genannt. Dieser Prozess ist wiederum mit der Blockchain verbunden. Um den Entstehungsprozess eines Bitcoins nachzuvollziehen, ist es wichtig, den Ablauf der Blockchain zu verstehen.

Die Blockchain ist vergleichbar mit einem Register, das viele einzelne Karten hat. Jede Transaktion wird von jedem Nutzer auf eine Registerkarte aufgeschrieben. Wenn die Karte voll ist, wird sie abgelegt und verschlüsselt.

Diese Verschlüsselung erfolgt durch eine hoch komplexe Rechenaufgabe. Diese kann man sich mit einem Zauberwürfel verdeutlichen. Die vollgeschriebene, aber unverschlüsselte Registerkarte ist der noch nicht gelöste Würfel. Alle Personen des Netzwerkes versuchen nun herauszufinden, mit welchen Bewegungen der Würfel komplett nach Farben geordnet werden kann und schreiben den Lösungsweg auf. Wenn der Würfel gelöst ist, ist die Verschlüsselung abgeschlossen und er wird als sogenannter „Block“ abgelegt. Mehrere dieser Blöcke ergeben schließlich die Blockchain.

Rechenleistung wird mit Bitcoins belohnt

Wenn jemand nun versucht, etwas an einem abgelegten Block zu verändern, kann das von jedem Nutzer entdeckt werden. Denn dann würde auf einmal der Lösungsweg nicht mehr zum Ergebnis des Blockes passen – um beim Beispiel des Würfels zu bleiben: Er wäre nicht mehr säuberlich nach Farben sortiert.

Für diese Rechenaufgabe gibt es eine Belohnung: Wenn ein Computer die Aufgabe löst, bekommt der Besitzer Bitcoins. Dieser Ertrag wird aber alle vier Jahre halbiert, man spricht vom Halving.

Hat ein sogenannter Miner 2009 noch 50 Bitcoins pro verschlüsselten Block bekommen, waren es 2020 nur noch 6,25 Bitcoins. Der Prozess verlangsamt sich also, das Wachstum der Bitcoin-Menge ist endlich. Geschätzt wird der letzte Bitcoin 2140 entstehen. 

Solange ein Interesse an der Kryptowährung bestehen bleibt, ist es also möglich, dass die Nachfrage immer wieder das Angebot übersteigen kann – und es damit zu Kursanstiegen kommt.

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