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Riester-Fondssparplan: Für wen sich die Altersvorsorge lohnt

Fondssparplan  

Dieses Riester-Produkt bietet Ihnen die höchste Renditechance

31.05.2021, 21:53 Uhr
Riester-Fondssparplan: Für wen sich die Altersvorsorge lohnt. Eine Frau am Laptop (Symbolbild): Mit einem Riester-Fondssparplan investiert man einen Teil seines Geldes in Aktien. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/ Kirill Smyslov)

Eine Frau am Laptop (Symbolbild): Mit einem Riester-Fondssparplan investiert man einen Teil seines Geldes in Aktien. (Quelle: Kirill Smyslov/Thinkstock by Getty-Images)

Wer viel aus seinen Riester-Beiträgen herausholen will, sollte sich die Variante mit Fondssparplan genauer ansehen. Allerdings sind die Ertragsaussichten nicht für alle Sparer gleich hoch.

Riestern kann man auf viele Weisen: klassisch als Rentenversicherung, mit Bausparvertrag – aber auch an der Börse. Riester-Fondssparplan nennt sich diese Variante.

Sie verspricht nicht nur die Chance auf eine Aktienrendite, sondern auch den Schutz vor großen Verlusten. Wir erklären, wie Riestern mit Aktien funktioniert, welche Vor- und Nachteile es gibt und für wen es sich eignet.

Was ist ein Riester-Fondssparplan?

Ein Riester-Fondssparplan ist eine Spielart der Riester-Rente, mit der Sie privat fürs Alter vorsorgen können. Wie der Name schon verrät, werden die angesparten Beträge dabei in Investmentfonds angelegt. Zusätzlich gibt es Förderungen vom Staat in Form von Zulagen und Steuervorteilen (siehe unten).

Ihre Beiträge und die staatlichen Zulagen fließen unter anderem in Aktienfonds, also in ein ganzes Bündel vieler verschiedenen Aktien. Dadurch ergeben sich für Sie größere Renditechancen als bei anderen Riester-Varianten.

Dennoch handelt es sich weiterhin um ein Riester-Produkt. Das heißt, im Gegensatz zu ungeförderten Fonds stehen Ihnen hier am Ende garantierte Beträge als lebenslange Rente zu. Die Versicherer müssen deshalb einen gewissen Teil in sichere, aber wenig ertragreiche Fonds anlegen, um mögliche Verluste am Aktienmarkt bis zum Ende der Ansparphase wieder auszugleichen. Riester-Fondssparpläne sind deshalb nicht für jeden Sparer gleich gut geeignet (siehe unten).

Wie funktioniert ein Riester-Fondssparplan?

Grundsätzlich funktioniert ein Riester-Fondssparplan wie ein konventioneller Fondssparplan – mit der Einschränkung, dass sein Anbieter gesetzlich verpflichtet ist, die Beiträge der Sparer und die staatlichen Zulagen zum Rentenbeginn zu garantieren.

Für Sparer bedeutet das, dass sie kein Geld verlieren, wenn der Fonds Verluste macht. Umgekehrt können sie mehr Geld heraus bekommen, als sie eingezahlt haben, wenn der Fonds Gewinne erwirtschaftet. Das ist umso eher möglich, je früher Sie mit dem Sparplan beginnen. Denn dann bleibt mehr Zeit, um eventuelle Verluste am Aktienmarkt wieder hereinzuholen.

Gut zu wissen: Verkalkulieren sich die Anbieter und schaffen es nicht, am Ende der Laufzeit so viel Rendite zu erwirtschaften, dass zumindest Ihre Einzahlungen und Zulagen bereitstehen, müssen die Anbieter mit ihrem eigenen Geld einspringen. Je höher ihre Bonität, desto sicherer funktioniert das auch. 

Riester-Fondssparpläne bestehen meist aus verschiedenen Fondsarten wie aktiv gemanagten Aktienfonds, ETFs oder Anleihenfonds, die sich darin unterscheiden, wie risiko-, aber eben auch ertragreich sie sind. Verkürzt könnte man sagen: Die Aktienfonds sollen Rendite bringen, die Anleihenfonds dafür sorgen, dass am Ende die Beiträge garantiert werden können.

Das Problem ist allerdings: Wegen der Niedrigzinsen bringen Anleihen derzeit kaum noch Erträge. Das führt dazu, dass die hohe Aktienquote nicht mehr so lange wie früher aufrechterhalten werden kann. Anbieter steigen also eher auf sichere Anleihen um – und das drückt letztlich die Rendite.

Wie funktioniert die Riester-Förderung?

Ein weiterer Unterschied zu ungeförderten Fondssparplänen sind natürlich die staatlichen Extras, also Zulagen und Steuervorteile. Um den Zuschuss zu bekommen, müssen Sie den Riester-Fondssparplan jedes Jahr mit 4 Prozent Ihres rentenversicherungspflichtigen Vorjahreseinkommens besparen. Für Arbeitnehmer sind das rentenversicherungspflichtige Einkommen und das Bruttoeinkommen pro Jahr meist dasselbe. 

Wer diesen Mindesteigenbetrag aufbringt, erhält vom Staat die jährliche Grundzulage in Höhe von 175 Euro geschenkt. Haben Sie Kinder, gibt es noch eine Kinderzulage. Für Kinder, die bis Ende 2007 geboren wurden, beträgt diese 185 Euro, für Kinder, die ab 2008 geboren wurden, 300 Euro pro Jahr. Maximal können Sie 2.100 Euro im Jahr in den Riester-Fondssparplan einzahlen, die Zulagen schon eingerechnet. 

Riester-Rente wird nachgelagert besteuert

Den Anlagebetrag können Sie zusätzlich in der Steuererklärung als Sonderausgaben geltend machen. Das mindert Ihre Steuerlast. Wie sehr, hängt von Ihrem individuellen Steuersatz und der Höhe der jährlichen Einzahlungen in den Riester-Vertrag ab.

Auf die spätere Riester-Rente müssen Sie allerdings Einkommensteuer zahlen. Diese nachgelagerte Besteuerung ist für die meisten Sparer vorteilhaft, weil der Steuersatz im Alter oft niedriger ist als im Berufsleben.

Wichtig: Der Steuervorteil in der Ansparphase wird noch mit den Zulagen verrechnet. Sie profitieren also eigentlich nur von einer der beiden Förderungen: Entweder ist Ihr Steuervorteil größer als die Zulagen oder andersherum.

Lohnt sich ein Riester-Fondssparplan?

Ein Riester-Fondsparplan hat verschiedene Vorteile und Nachteile, die Sie gründlich abwägen sollten. So ist er beispielsweise flexibler als eine klassische Riester-Rentenversicherung und kann Ihnen unter Umständen eine höhere Rendite bringen.

Doch selbst im unwahrscheinlichen Fall, dass die Rendite komplett ausbleibt, sind immerhin Ihre Einzahlungen garantiert – eine Sicherheit, die Sie bei einem klassischen Fondssparplan nicht hätten. Je nach Ihrer persönlichen Situation, können Sie zudem stark von den Zulagen oder den Steuervorteilen profitieren.

Das trifft vor allem auf Sparer mit vielen Kindern zu (die dann die Zulagen stark ausschöpfen) und auf Besserverdiener (deren Steuerlast stark sinkt). Sparer mit mittlerem Einkommen profitieren bei Riester generell am wenigsten von der staatlichen Förderung. Für sie ist die Variante mit Fondssparplan wegen der zusätzlichen Aktienrendite aber immer noch die lohnendste.

Ältere Riester-Sparer benachteiligt

Nachteile haben beim Riester-Fondssparplan insbesondere ältere Sparer. Denn für gewöhnlich investieren die Fondsgesellschaften zunächst in risikoreiche, dafür jedoch renditestarke Aktien. Erst später schichten sie das Kapital in sichere Anleihen um, um das Angesparte nicht zu gefährden.

Bei älteren Sparern beginnt diese Sicherungsphase in der Regel bereits nach einer sehr kurzen Zeit, weil ihnen bis Rentenbeginn weniger Zeit bleibt als jüngeren Sparern, um mögliche Verluste wieder hereinzuholen. Das eigentliche Renditepotenzial dieses Riester-Modells können Sie so kaum ausschöpfen.

Aber auch bei jüngeren Sparern fällt es wegen der niedrigen Sparzinsen zunehmend schwer, eine hohe Aktienquote lange aufrechtzuerhalten. Die Versicherer fordern inzwischen, dass die Beitragsgarantie aufgeweicht werden soll.

Riester-Rente mit klassischen Fonds oder ETFs?

Das ist Geschmackssache. Aber: Ob sich ein Riester-Fondssparplan lohnt, hängt nicht zuletzt auch davon ab, wie hoch seine Kosten sind. Auch eine noch so großartige Anlagestrategie nützt nichts, wenn das Produkt so teuer ist, dass von der Rendite kaum etwas übrig bleibt.

Viele Versicherer haben inzwischen neben aktiv gemanagten Aktienfonds auch ETFs, börsengehandelte Indexfonds, in ihrer Fondspalette. Weil es dort keinen Manager gibt, der mitbezahlt werden muss, sondern nur ein Computeralgorithmus einen Index nachbildet, sind ETFs deutlich günstiger – und damit letztlich oft besser für Ihre Rendite.

Für die Experten der Stiftung Warentest sind ETFs auch in Riester-Fondssparplänen die erste Wahl – vor allem wenn sie einen weltweit gestreuten Aktienindex wie den MSCI World abbilden. 

Verwendete Quellen:

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