Sie sind hier: Home > Finanzen > Geld >

Wie erkennt man Falschgeld?

Achtung bei 50er-Blüten  

Wie dreist Geldfälscher sind und wie Sie sich schützen

20.02.2019, 07:15 Uhr | /mar/ben/DP/stb, dpa, AM, dpa-AFX, t-online.de

Wie erkennt man Falschgeld?. Mehr Falschgeld in Deutschland (Quelle: dpa/Arne Dedert)

Auf der Vorderseite von echten Banknoten sind Teile des Druckbildes etwas erhaben und können gefühlt werden. (Quelle: Arne Dedert/dpa)

Wer in einer dunklen Bar mit einem Hundert-Euro-Schein bezahlt, sollte beim Wechselgeld besser genau hinschauen. Denn noch immer bringen Kriminelle vor allem Blüten alter Fünfziger in Umlauf, mit denen sie beispielsweise in der Gastronomie bezahlen. Das treibt die Falschgeldzahlen in Deutschland nach oben. 

Die dreisten Tricks der Fälscher

Selbst vor dem Klingelbeutel in der Kirche machen Geldfälscher nicht Halt. Im bayerischen Erding spendeten Unbekannte in einem Gotteshaus großzügig 50 Euro. Der Schein stellte sich als einseitig bedruckte Farbkopie des runderneuerten Fünfzigers heraus, der zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht im Umlauf war.

Doch nicht immer geben sich Fälscher Mühe. Besonders plump war der Versuch eines Kunden, der Anfang April an einem Kiosk in Mainz mit einem 300-Euro-Schein zahlen wollte, den es in echt gar nicht gibt. Den Schein zierten barbusige Frauen und der Aufdruck www.1000euroschein.de. Der Kiosk-Besitzer alarmierte die Polizei.

Achtung vor "falschen Fuffzigern"

Fünfzig-Euro-Scheine werden mit Abstand am häufigsten gefälscht. Neue Sicherheitsmerkmale der Anfang April eingeführten Banknote sollen Kriminellen das Handwerk erschweren. Bisher hält sich die Zahl nachgemachter 50-Euro-Scheine der neuen Serie in Grenzen. Gerade einmal 35 Blüten dieser Sorte wurden in Deutschland im ersten Halbjahr aus dem Verkehr gezogen. 

In den ersten sechs Monaten brachten Kriminelle insgesamt 25.147 falsche Fünfziger in Umlauf und damit mehr als im zweiten Halbjahr 2016. Davon waren 25 112 nachgemachte Scheine der alten 50-Euro-Serie. "Es werden vor allem noch gefälschte Fünfziger der alten Europaserie registriert. Auch Fälscher haben wohl eine logistische Reserve",  so der Stefan Hardt, Leiter des Zentralbereichs Bargeld bei der Deutschen Bundesbank.

Wie groß ist die Falschgeldgefahr für den Einzelnen?

Die Gefahr, mit Falschgeld in Berührung zu kommen, ist allerdings äußerst gering. Im ersten Halbjahr kamen rechnerisch rund zehn Blüten auf 10.000 Einwohner. Insgesamt entdeckten Banken, Handel und Polizei in Deutschland der Bundesbank zufolge rund 39.700 gefälschte Euro-Scheine. "Die aktuellen Falschgeldzahlen sind zwar im ersten Halbjahr gestiegen, allerdings gehe ich von einem Rückgang bei den 50-Euro-Fälschungen im zweiten Halbjahr aus", sagt Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele.

Fälscher Nutzen das Darknet für Materialbeschaffung

Weltweit wurden nach Angaben der Europäischen Zentralbank (EZB) in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres rund 331.000 nachgemachte Euro-Banknoten aus dem Verkehr gezogen – Tendenz sinkend.

Produziert werden Blüten vor allem in Südeuropa. Ihre Rohstoffe beziehen Fälscher nach Erkenntnissen von Ermittlern und Währungsexperten zunehmend über dunkle Kanäle im Internet – dem sogenannten Darknet. Mit ein paar Klicks kann sich im Grunde jeder zum Beispiel glitzernde Hologramm-Sticker besorgen und billige Farbkopien damit zu vermeintlich echten Geldscheinen veredeln.

Wettlauf der Technik

Fälscher und Währungsexperten liefern sich eine Art Wettlauf. Die Notenbanken bringen Scheine mit veränderten Sicherheitsmerkmalen heraus – Kriminelle versuchen, diese nachzumachen. "Es gibt immer ein gewisses Wettrennen der Technik. Deshalb gab es auch zu Zeiten der D-Mark neue Banknoten-Serien", erläutert Bundesbank-Vorstand Thiele.

So funktioniert die Prüfung eines Geldscheins

Fühlen: Auf der Vorderseite von echten Banknoten sind Teile des Druckbildes etwas erhaben und können gefühlt werden. Bei der ersten Euro-Serie ist dies der Schriftzug "BCE ECB EZB EKT EKP" am oberen Rand. Bei der neuen Europa-Serie ist der erweiterte Schriftzug "BCE ECB E?? EZB EKP EKT EKB BCE EBC" erhaben, zusätzlich gibt es Striche am rechten und linken Rand.

Sehen: Wird eine echte Banknote gegen das Licht gehalten, ist das Wasserzeichen im unbedruckten Bereich als Schattenbild zu sehen. Im oberen Bereich des Hologrammstreifens befindet sich bei der Europa-Serie außerdem ein transparentes Fenster, durch welches sich das Porträt der Frauenfigur "Europa" erkennen lässt. Dieses Fenster hat ebenfalls der neue Zwanziger, der seit November 2015 im Umlauf ist.

Kippen: Wenn Euro-Geldscheine gekippt werden, verändern sich die Hologrammelemente. Auf der Rückseite der ersten Serie kann bei vielen Banknoten durch das Kippen auch der Farbwechsel der rechten Wertzahl von rot nach grün geprüft werden. Die Banknoten der neuen Serie weisen auf der Vorderseite links die sogenannte Smaragdzahl auf: Beim Kippen verändert sich die Farbe, und ein heller Balken wandert auf- beziehungsweise abwärts.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen dpa, dpa-afx

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Jetzt Sky Fußball-Bundesliga-Paket 1 Jahr inkl. sichern!*
bei der Telekom
myToysbonprix.deOTTOUlla Popkenamazon.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal