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Was kostet eine Bestattung? Die Kosten im Detail

Kosten im Detail  

Eine Bestattung kostet schnell mehrere Tausend Euro

19.11.2019, 11:27 Uhr
Was kostet eine Bestattung? Die Kosten im Detail. Männer tragen einen Sarg: Die Kosten für eine Beerdigung hängen unter anderem davon ab, ob eine Erd- oder Feuerbestattung erfolgt. (Quelle: Getty Images/kzenon)

Männer tragen einen Sarg: Die Kosten für eine Beerdigung hängen unter anderem davon ab, ob eine Erd- oder Feuerbestattung erfolgt. (Quelle: kzenon/Getty Images)

Beerdigungen können auf unterschiedliche Arten erfolgen. Ob Feuer-, Erd- oder Seebestattungen, eines ist allen gemein: Sie kosten viel Geld. Vieles hängt von den Wünschen des Verstorbenen ab.

Bei einem Todesfall gibt es viel zu regeln – darunter auch die Beerdigung des Verstorbenen. Der erste Gang führt in der Regel zum Bestatter, der sich um die Einzelheiten der Bestattung kümmert. Dabei sollte der Auftrag nicht gleich an den ersten Bestatter gehen, denn die Preise und Bedingungen können erheblich variieren.

Neben den örtlich ansässigen Bestattern gibt es mittlerweile viele Anbieter im Internet. Die sogenannte Onlinebestattung ist zumeist – je nach Leistungspaket – günstiger, aber auch unpersönlicher.

Kosten einer Bestattung

Nach Schätzung des Bundesverbandes Bestattungsbedarf gibt es in Deutschland rund 5.000 Bestatter. Auf rund 32.000 Friedhöfen finden Menschen ihre letzte Ruhe. Eine Bestattung kostet nach Angaben des Verbandes zwischen 2.500 Euro und 4.000 Euro – unabhängig davon, ob die Leiche verbrannt wurde oder nicht.

In der Regel ist eine Feuerbestattung günstiger als eine Erdbestattung. Zwar müssen für die Verbrennung zusätzlich zwischen 300 und 600 Euro veranschlagt werden. Doch erfordert eine Urnenbestattung weniger Platz, Gebühren und Pflege für die Grabstelle. Anzumerken ist, dass sich die Preise für die Bettung aufgrund unterschiedlicher Friedhofsgebühren bundesweit stark unterscheiden können.

Übrigens: In Deutschland ist ein Sarg bei der Bestattung vorgesehen – egal ob Erd- oder Feuerbestattung. Wer seine eigene Beerdigung plant, kann für die Hinterbliebenen festlegen, ein einfaches Modell zu wählen. Eine Ausnahme von der Sargpflicht gibt es für muslimische Bestattungen.

Mit einem Preis-Leistungs-Vergleich können die Hinterbliebenen das finanziell aber auch persönlich beste Angebot herausfinden. Dabei hängen die Endkosten einer Bestattung zusätzlich von den Wünschen des Verstorbenen und der Hinterbliebenen ab. In jedem Fall sollte ein Kostenvoranschlag bei unterschiedlichen Bestattungsunternehmen eingeholt werden. Dieser sollte klare Absprachen und die entsprechenden Brutto-Endpreise enthalten. Nur so ist ein Preisvergleich der Leistungen möglich und es kommt nicht zu unangenehmen Überraschungen.

Feuerbestattung: Vor der Feuerbestattung findet eine zweite Leichenschau statt. Ein Rechtsmediziner oder ein Amtsarzt überprüft noch einmal die Identität des Toten. Bei einer Erdbestattung ist dies nicht erforderlich.

Grundlegende Kosten

DienstleisterProduktvon €bis €Ø €
Arzt/StandesamtTotenschein, Sterbeurkunde5010075
Krematorium (Feuerbestattung)Einäscherung, zweite Leichenschau, Urnenversand200600400
BestatterÜberführung, Versorgung Leichnam, Einbettung, Sarg mit Ausstattung, ggf. Urne, Totenkleidung, Aufbahrung/Trauerfeier, Formalitäten, Grabkreuz, Trauerbriefe9006.0003.450

Friedhof und Grabpflege

DienstleisterProduktvonbisØ
FriedhofsverwaltungGebühren für Grabnutzung, Beisetzung, Trauerhalle und Grabmalgenehmigung5005.0002.750
SteinmetzFundament, Grabmal, Einfassung, Beschriftung, ggf. Entfernen bestehendes Grabmal/Einfassung/Fundament1.20010.0005.600
FriedhofsgärtnerProvisorische Grabanlage, Erstanlage, Grabpflege 25 Jahre25012.0006.125

Trauerfeier

DienstleisterProduktvonbisØ
FloristKranz, Blumenschmuck150750450
GasthausBewirtung Trauergesellschaft2001.000600
Pfarrer, TrauerrednerGestaltung TrauerfeierSpende450-

Quelle: Die oben genannten Angaben und Preise entstammen der Verbraucherinitiative Bestattungskultur Aeternitas.

Die Gesamtkosten belaufen sich bei den oben genannten Posten auf insgesamt 3.450 Euro im Minimum und 35.000 Euro im Maximalbereich. Zumeist liegen die Kosten für eine Rundumbestattung dazwischen. Je nachdem, welche Art der Bestattung und welche Leistungen gewählt werden, können die Kosten variieren.

Anonyme Bestattung – nicht nur für Mittellose

Menschen ohne eigene finanzielle Mittel müssen auch bestattet werden. In diesen Fällen kommt die Kommune für die Kosten der Bestattung auf. Sie wählt in der Regel die Art und den Ort aus – zumeist eine Feuerbestattung und ein anonymes Gemeinschaftsgrabfeld.

Dies ist der Fall, wenn der Verstorbene selbst für seine Bestattung keine Vorsorge geleistet, keine finanziellen Mittel hinterlassen hat und auch die Erben und Unterhaltsverpflichteten nicht für die Bestattung aufkommen können. Die Kostenübernahme muss beantragt werden.

Kostenübernahme: Angemessene Kosten einer Beerdigung können bei Anspruch auf Sozialhilfe vom Sozialamt übernommen werden. Dies ist der Fall, wenn weder für eine Bestattung vorgesorgt wurde noch der Nachlass ausreicht, die Kosten zu decken. Grundlage ist § 74 SGB XII.

Zunehmend fällt auch bei nicht mittellosen Menschen die Wahl auf ein anonymes Grab – so zum Beispiel eine Wiese auf einem Friedhof oder in einem dafür bestimmten Waldgebiet. Es gibt keine gesonderte Kennzeichnung des Ortes. Die Grabpflege, falls erforderlich, übernehmen der Friedhof, die Kommune oder auch freiwillige Helfer. Ganz anonym ist dies in der Regel aber auch nicht: Zumeist gibt es auf dem Friedhof eine Grabtafel mit den Namen der dort bestatteten Personen.

Bestattungskosten von der Steuer absetzen

Die Kosten einer Bestattung können von der Steuer als außergewöhnliche Belastungen abgesetzt werden. Dies gilt allerdings nur, wenn diese nicht aus dem Nachlass oder über eine entsprechende Vorsorge des Verstorbenen bestritten wurden. Es können nur die Kosten steuerlich geltend gemacht werden, die aus der eigenen Tasche gezahlt wurden. Im Übrigen werden nur die Kosten anerkannt, die unmittelbar mit der Bestattung zusammenhängen. Das anschließende Trauermahl, die Trauerkleidung oder auch die Bestellung und Pflege von Grabstätten können nicht steuermindernd geltend gemacht werden.

Vorsorge für die Bestattung

Wer für seine eigene Beerdigung vorsorgen will, kann dies unter anderem in Form eines Banksparplans oder zum Beispiel über ein Tagesgeldkonto tun, in das regelmäßige Beträge fließen. Eine Sterbegeldversicherung lohnt nur in wenigen Fällen. Der Grund: Wer nach Abschluss der Versicherung noch lange lebt, zahlt am Ende drauf. Gegebenenfalls deckt auch der Nachlass die Kosten für eine Bestattung ab. In diesem Fall muss nicht gesondert vorgesorgt werden.

Letzter Wille: Die Einzelheiten der Beerdigung können im letzten Willen festgehalten werden. Darin kann bestimmt werden, auf welche Art die Bestattung erfolgen soll – also eine Feuer-, Erd- oder zum Beispiel eine Seebestattung. Wichtig ist, die Wünsche so konkret wie möglich zu formulieren und regelmäßig zu erneuern. Der letzte Wille sollte zusammen mit dem Testament aufbewahrt werden.

Eine weitere Alternative ist, seine Bestattung bereits zu Lebzeiten zur organisieren und zu bezahlen. Das kann zum Beispiel angeraten sein, wenn der Vorsorgende das Geld auf einen Schlag bezahlen will oder dies vor dem Zugriff des Sozialamtes gesichert werden soll. Dazu ist ein Vertrag mit einem Bestatter erforderlich, der in der Regel aus zwei Teilen besteht: erstens ein Vertrag über die Bestatterleistung und zweitens ein Vertrag über die Zahlungsmodalitäten. Das Geld kann zum Beispiel auf ein Sperrkonto geparkt oder über eine Treuhandgesellschaft verwaltet werden. An das Bestattungsunternehmen selbst sollte die Zahlung nicht erfolgen. Denn man weiß nicht, ob das Unternehmen zum Zeitpunkt des Todes noch besteht.

Schutz vor Zugriff: Eine eigene, im üblichen Rahmen befindliche Bestattungsvorsorge muss vor der Beantragung von Sozialleistungen nicht aufgelöst werden. Das bedeutet: Das Geld bleibt geschützt.

Anders ist es, wenn das Geld über den Bestatter an die Treuhandgesellschaft fließt. Diese verwaltet dann das Geld und legt es verzinslich an. Einmal im Jahr sollte eine Auskunft über den Kontostand samt Zinsen erfolgen. Wichtig ist vor Abschluss eines Vorsorgevertrages, sich die Leistungen und Preise genau anzuschauen und zu vergleichen. So fallen bei einer vorzeitigen Kündigung in manchen Fällen erhebliche Gebühren an.

Leseraufruf: Sie haben einen geliebten Menschen verloren oder jemanden bei der Bewältigung seiner Trauer unterstützt? Welche Wege und Methoden haben Ihnen geholfen, mit Ihrer Trauer umzugehen? Wodurch konnten Sie einem Trauernden beim Abschiednehmen beistehen? Teilen Sie Ihre Erfahrungen mit uns. Schreiben Sie uns einfach über das folgende Formular, im Kommentarbereich unter diesem Artikel oder schicken Sie eine Mail an leseraufruf@t-online.de.

Eine weitere Alternative ist, einen persönlichen Testamentsvollstrecker zu benennen, der mit den Angelegenheiten der Beerdigung betraut wird, wie diese auszusehen hat und welche finanziellen Mittel dafür verwendet werden sollen. Die Einzelheiten können in einer Bestattungsverfügung festgelegt werden. Dies kann formlos erfolgen.

Verwendete Quellen:
  • Bundesverband Bestattungsbedarf
  • Verbraucherinitiative Bestattungskultur Aeternitas
  • Nachrichtenagentur dpa 
  • weitere Quellen
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