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Arbeitszeitgesetz und Pausen: Gesetzgeber regelt Auszeiten

Kleine Auszeit  

So viel Pause steht Arbeitnehmern am Tag zu

24.08.2018, 17:19 Uhr | sm, t-online.de

Arbeitszeitgesetz und Pausen: Gesetzgeber regelt Auszeiten. Pause auf dem Bau: Arbeitnehmer, die mindestens sechs Stunden am Stück arbeiten, steht eine Pause von 30 Minuten zu. (Quelle: Getty Images/SeventyFour)

Pause auf dem Bau: Arbeitnehmer, die mindestens sechs Stunden am Stück arbeiten, steht eine Pause von 30 Minuten zu. (Quelle: SeventyFour/Getty Images)

Wer einer regulären Arbeit nachgeht, hat ein Anrecht auf eine Auszeit. Doch welche Ruhepausen stehen ab wie vielen Stunden Arbeitszeit den Arbeitnehmern zu? Kann man die Pause auch ans Ende des Arbeitstags setzen? Und wie steht es um die Vergütung durch den Arbeitgeber?

Grundlage der Pausenregelung ist das deutsche Arbeitszeitgesetz (ArbZG). Die Dauer der Pausen richtet sich nach der täglichen Arbeitszeit. Laut Gesetz darf diese acht Stunden pro Tag nicht überschreiten. Ausnahmen bestätigen die Regel: Sie kann auf zehn Stunden verlängert werden, wenn die tägliche Arbeitszeit sonst im Durchschnitt acht Stunden beträgt.

Arbeitszeitgesetz regelt Arbeitszeit und Pausenzeit

Als Arbeitszeit gilt die Zeit vom Beginn bis zum Ende der Arbeit – ohne die Ruhepausen. Das heißt, bei einer 40-Stundenwoche beträgt die reguläre tägliche Arbeitszeit acht Stunden. Pausen zählen nicht dazu. Wie die Arbeitszeit ist auch die Höhe der täglichen Ruhepausen im Arbeitszeitgesetz geregelt. Bei einem Achtstundentag muss nach spätestens sechs Arbeitsstunden eine Pause von mindestens 30 Minuten zur Erholung eingelegt werden.

Ruhepausen § 4 ArbZG: "Die Arbeit ist durch im voraus feststehende Ruhepausen von mindestens 30 Minuten bei einer Arbeitszeit von mehr als sechs bis zu neun Stunden und 45 Minuten bei einer Arbeitszeit von mehr als neun Stunden insgesamt zu unterbrechen. Die Ruhepausen nach Satz 1 können in Zeitabschnitte von jeweils mindestens 15 Minuten aufgeteilt werden. Länger als sechs Stunden hintereinander dürfen Arbeitnehmer nicht ohne Ruhepause beschäftigt werden."

Kurz zusammengefasst: Überschreitet die Arbeitszeit eine bestimmte Grenze, haben Arbeitnehmer einen gesetzlichen Anspruch auf Pausen, basierend auf folgenden gesetzlichen Vorgaben:

  • Arbeitszeit zwischen 6 und 9 Stunden: Pausenmindestdauer von 30 Minuten
  • Arbeitszeit von mehr als 9 Stunden: Pausenmindestdauer von 45 Minuten

Abweichende Regelungen in engen Grenzen möglich

Abgesehen davon können abweichende Regelungen verfügt werden, die auf einem Tarifvertrag oder einer darauf bezogenen Betriebs- oder Dienstvereinbarung beruhen. So kann zum Beispiel die Gesamtdauer der "Ruhepausen in Schichtbetrieben und Verkehrsbetrieben auf Kurzpausen von angemessener Dauer" aufgeteilt werden, so das ArbZG.

Pausenregelung: Arbeitgeber in der Pflicht

Da die Pausen nicht zur regulären Arbeitszeit gehören, muss sie der Arbeitgeber nicht bezahlen. Umso wichtiger ist es für Arbeitgeber festzustellen, ob es sich bei den Pausen um eine Auszeit im Sinne des Arbeitszeitgesetzes handelt. Der Arbeitgeber muss aber auch sicherstellen, dass Pausen genommen werden können.

Zuständig für den Arbeitsschutz und die Überwachung der Arbeitszeitvorgaben ist das Gewerbeaufsichtsamt. Übrigens: Angestellte dürfen ihre Arbeit verweigern, wenn sie regelwidrig zur Arbeit gezwungen werden – ihnen zum Beispiel Pausen verwehrt werden oder grundlos und auf Dauer mehr als acht Stunden pro Tag am Stück gearbeitet werden muss. Gewährt der Arbeitgeber nicht die gesetzlich zustehenden Pausen, droht ihm ein saftiges Bußgeld. Allerdings kann der Chef laut Direktionsrecht bestimmen, wie die Pausen eingelegt werden. Sprich: wie die Pausen aufzuteilen sind.

Kein Anspruch auf Zigarettenpausen

Arbeitnehmer haben übrigens keinen gesetzlichen Anspruch auf eine zusätzliche Zigarettenpause. Falls das Thema im Arbeitsvertrag und den zusätzlichen Betriebsvereinbarungen nicht geregelt ist, empfiehlt es sich, das Gespräch mit dem Arbeitgeber zu suchen, um eine Regelung zu vereinbaren.

Minderjährige müssen länger Pause machen

Besonderen Schutz genießen Minderjährige, so zum Beispiel Auszubildende. Sie müssen bereits ab einer Arbeitszeit von viereinhalb Stunden eine halbstündige Pause einlegen. Arbeiten sie länger als sechs Stunden, schreibt der Gesetzgeber ihnen 60 Minuten Pause vor.

Pausenregelung bei Bildschirmarbeitsplätzen

Arbeitnehmer verbringen immer mehr Zeit vor einem Bildschirm, mache Berufe sind heute ohne den Computer undenkbar. Nach der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) sind auch hier Pausenzeiten einzuhalten. Dort heißte es nach Nummer 6.1 Absatz 2 des Anhangs zur ArbStättV: " Der Arbeitgeber hat dafür zu sorgen, dass die Tätigkeiten der Beschäftigten an Bildschirmgeräten insbesondere durch andere Tätigkeiten oder regelmäßige Erholungszeiten unterbrochen werden."

Weder die Häufigkeit noch die Länge dieser Pausen sind rechtlich geregelt. Allerdings hat sich eine stündliche Pause von jeweils fünf Minuten bewährt. Die Augenpausen sind – im Gegensatz zur Arbeitszeitpause – Bestandteil der Arbeitszeit, entsprechend vom Arbeitgeber vergütet und können von den Beschäftigten frei gewählt werden.


Verwendete Quellen:
  • Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz
  • Bundesministerium für Arbeit und Soziales
  • dpa
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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