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Arbeitsrecht: Können Arbeitnehmer fristlos kündigen?

Arbeitsrecht  

Wann Arbeitnehmer fristlos kündigen dürfen

26.10.2019, 10:31 Uhr | dpa

Arbeitsrecht: Können Arbeitnehmer fristlos kündigen?. Finger tippt auf Cancel: Vor einer fristlosen Kündigung verlangt der Gesetzgeber oft erst eine Abmahnung. (Quelle: Getty Images/inga)

Finger tippt auf Cancel: Vor einer fristlosen Kündigung verlangt der Gesetzgeber oft erst eine Abmahnung. (Quelle: inga/Getty Images)

Kündigungsfristen erschweren Arbeitnehmern den Jobwechsel. Denn oft suchen Arbeitgeber Angestellte, die sofort anfangen können. Im alten Job festzuhängen, kann ein Nachteil sein. Rechtfertigt das eine fristlose Kündigung?

Manchmal soll der Jobwechsel schnell gehen, doch durch monatelange Kündigungsfristen fühlen sich Arbeitnehmer ausgebremst. Unter bestimmten Umständen kann diese Wartezeit für Arbeitnehmer entfallen. 

Fristlose Kündigung darf aus "wichtigem Grund" erfolgen

"Das Arbeitsverhältnis kann von jedem Vertragsteil — also auch vom Arbeitnehmer — aus wichtigem Grund ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist gekündigt werden", erklärt Jürgen Markowski, Fachanwalt für Arbeitsrecht in Nürnberg. Das ist in Paragraf 626 im Bürgerlichen Gesetzbuch verankert. Als "wichtig" stuft der Gesetzgeber Umstände ein, die das Arbeitsverhältnis für den Einzelnen unzumutbar machen.

Neben ausbleibendem Lohn können das Beleidigungen durch den Arbeitgeber, sexuelle Belästigung und rassistisches Verhalten sein. Auch wenn der Arbeitgeber regelmäßig und willkürlich Urlaub verweigert, kann eine fristlose Kündigung gerechtfertigt sein.

Stellenwechsel ist kein Grund für fristlose Kündigung

Wichtig: "Der Wunsch, eine andere Stelle anzunehmen, ist kein Grund für eine fristlose Kündigung. Hier muss der Arbeitnehmer die im Arbeitsvertrag vereinbarte Kündigungsfrist einhalten", erklärt Markowski, der in der Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV) tätig ist.

Im schlimmsten Fall muss der Arbeitnehmer Schadenersatz leisten. "Das kommt vor allem bei unberechtigten fristlosen Kündigungen wegen Stellenwechsel immer wieder vor", so der Fachanwalt. Mit dem Schadenersatz gleicht der Arbeitnehmer zum Beispiel Kosten für den Einsatz von Leiharbeitskräften, die Rekrutierung von Personal oder Produktionsausfälle aus.

Ab dem Zeitpunkt, ab dem der Arbeitnehmer vom außerordentlichen Kündigungsgrund erfährt, läuft eine Frist von zwei Wochen ab. Nur innerhalb dieser zwei Wochen kann der Arbeitnehmer eine fristlose Kündigung einreichen.

"Da muss ich mich schnell entscheiden, weil das ja bedeutet, dass das Arbeitsverhältnis unzumutbar ist. Wenn ich vier Wochen abwarte, impliziert das, dass es ja so schlimm nicht gewesen sein kann", sagt Markowski.

Manchmal ist erst eine Abmahnung erforderlich

Bei Dauertatbeständen gelte es, dann zu handeln, wenn das Maß überschritten ist. Bleibt zum Beispiel die Lohnzahlung aus, muss der Arbeitnehmer den Arbeitgeber laut Markowski zunächst abmahnen. Zeigt sich keine Besserung, kann er fristlos kündigen.


Bei fristlosen Kündigungen gelten für Angestellte die gleichen Maßstäbe wie für Arbeitgeber. So kann beispielsweise eine vorherige Abmahnung erforderlich sein. Damit bekommt der Arbeitgeber die Chance, etwaiges Fehlverhalten oder aus Sicht des Arbeitnehmers unzumutbare Zustände zu beenden.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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