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Körperfettwaage: Die Angaben sind nicht immer genau

Körperfettwaage  

Körperfettwaagen liefern ungenaue Ergebnisse

30.09.2009, 14:25 Uhr | ag

Körperfettwaagen erfreuen sich großer Beliebtheit. Doch ihre Ergebnisse sind mit Vorsicht zu genießen. "Der Wert ist abhängig davon, wie viel Wasser sich im Körper befindet, und dieser Anteil verändert sich ständig", erklärt Professor Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule in Köln. Teilweise weichen die Messergebnisse erheblich vom tatsächlichen Körperfettanteil ab. Das ergab eine Untersuchung, die das Gesundheitsmagazin "Healthy Living" gemeinsam mit der DAK durchgeführt hat. Besonders hoch sind die Messfehler bei Frauen. Die Experten raten daher: Wer seinen Körperfettanteil zuverlässig erfahren will, sollte die Messung besser bei einem Arzt durchführen lassen.

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Messung erfolgt mit Hilfe von Strom

Das Messprinzip der Körperfettwaagen nennt sich Bioelektrische Impedanzanalyse (BIA). Es nutzt die Tatsache, dass Fett den Strom schlechter leitet als Wasser und Muskeln. Vereinfacht ausgedrückt: Je höher der Widerstand, desto dicker die Fettpolster. Dabei wird ein schwacher Strom durch den Körper geleitet und der dabei auftretende Widerstand gemessen. Nach Eingabe von Alter, Geschlecht und Körpergröße stellt man sich barfuß auf die metallene Bodenplatte der Waage. Von dort wird ein unmerklicher Strom durch den Körper gesendet. Er fließt leichter durch die Flüssigkeit in der Muskulatur als durch Fett. Aus dem so ermittelten Gesamt-Widerstand errechnet das Gerät schließlich den Körperfettanteil.

Schwankungen im Tagesverlauf sind normal

Anders als bei professionellen Körperfett-Messgeräten wie sie von Sportärzten benutzt werden, wandert der Strom bei den Fettwaagen für den Hausgebrauch nur durch die untere Körperhälfte. Der Fettanteil in Bauch, Brust und Armen wird also nicht gemessen. Die Folge sind falsche Ergebnisse. "Das Fett, das sich am Bauch verteilt, entgeht dem Gerät", erklärt Froböse und weist darauf hin, dass auch äußere Umstände wie etwa die Trinkmenge oder sportliche Betätigung das Messergebnis um 5 bis 10 Prozent beeinflussen können. Auch die Haltung während des Messvorgangs, nasse Füße oder die Tatsache, dass die Fußflächen nicht immer exakt den gleichen Punkt an den Elektroden treffen, können das Gerät verwirren. Der Experte warnt daher davor, sich zu sehr vom Ergebnis der Waage abhängig zu machen.

Spiegelbild verrät wahre Problemzonen

"Sich fast jeden Tag zu wiegen, ist nicht sinnvoll“, meint auch Silke Willms, Ernährungswissenschaftlerin bei der DAK. "Bei Frauen können Wassereinlagerungen im Bindegewebe durch Hormonveränderungen im weiblichen Zyklus dazu führen, dass am nächsten Morgen der Zeiger etwas weiter ausschlägt.“ Viel wichtiger als häufiges Wiegen sei der Blick auf den Speiseplan und die tägliche Bewegung oder das Sportprogramm. Auch Froböse hält nichts vom regelmäßigen Gang zur Körperfettwaage. Im Normalfall reiche ein kritischer Blick in den Spiegel völlig aus, um das Körperbild zu beurteilen. Ohnehin sei es wenig sinnvoll, ein Idealbild anzustreben, bei dem der Körper fast nur noch aus Haut, Muskeln und Knochen besteht. Es gehe vor allem darum, dass das Körperbild stimmt und kein Übergewicht besteht. "Zehn Prozent Körperfett mehr oder weniger sind da nicht entscheidend."

Der Zeitpunkt ist entscheidend

Wer trotzdem Wert darauf legt, sein Gewicht und seinen Körperfettanteil regelmäßig zu kontrollieren, sollte ein paar Dinge beachten: Steigen Sie immer auf die selbe Waage, am besten immer zur gleichen Uhrzeit. Nur so sind die Werte vergleichbar. Wiegen nach dem Sport oder direkt nach dem duschen macht ebenso wenig Sinn. Denn durch fechte oder schwitzige Füße kann es zu Fehlmessungen kommen.

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