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Stevia: Gesunder Zuckerersatz ohne Kalorien?


Stevia - Ist der zuckersüße Ersatz gesund?

ps (CF)/ses

03.05.2012Lesedauer: 3 Min.
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Stevia-Extrakt ist bis zu 300-mal süßer als Zucker.
Stevia-Extrakt ist bis zu 300-mal süßer als Zucker. (Quelle: McPHOTO/imago-images-bilder)
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Geradezu revolutionär kommt Stevia daher: Der Zuckerersatz hat keine Kalorien und soll angeblich sogar gesund für die Zähne sein. Als wäre das noch nicht genug, ist Stevia auch noch natürlichen Ursprungs. Doch kann der pflanzliche Süßstoff wirklich alle Versprechen halten? Und gibt es auch Nebenwirkungen?

Stevia: das Allheilmittel?

Seit 2011 ist Stevia von der EU als Zuckerersatz in Lebensmitteln zugelassen. Schon vor der Zulassung wurde der Süßstoff, der mittels eines chemischen Verfahrens aus der Steviapflanze extrahiert wird, mit reichlich Vorschusslorbeeren bedacht. Er gilt als Wundermittel im Kampf gegen überschüssiges Hüftgold und Karies, weil er ohne Kalorien süßt. Auch für Diabetiker ist Stevia geeignet, da der Süßstoff den Blutzuckerspiegel nicht beeinflusst.

Stevia bereits bei Naturvölkern beliebt


Stevia: Alles rund um den Zuckerersatz

So sieht die Pflanze aus.
Mit Stevia süßen
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Bereits seit Jahrhunderten verwenden die Ureinwohner Paraguays und Brasiliens die bis zu 80 Zentimeter große Pflanze als Süßstoff für die Zubereitung von Speisen und Getränken. Der Vorteil liegt auf der Hand: Die Stevia-Pflanze ist bis zu 300 mal süßer als Zucker. In Japan und den USA hat Stevia schon lange einen riesigen Absatzmarkt.

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Warum die späte Zulassung von Stevia in der EU?

Der Grund, warum Stevia hierzulande so spät zugelassen wurde, liegt an den zahlreichen Meldungen, der Süßstoff schade der Gesundheit. Das Nachrichtenmagazin "Stern" weist in diesem Zusammenhang auf eine im Jahr 1968 veröffentlichten Tierstudie im Wissenschaftsmagazin "Science" hin, die eine Debatte über die Verträglichkeit von Stevia-Produkten in Gang brachte. Die Gabe von Stevia bei Hamstern führte zu schwerwiegenden Nierenschäden und zur Unterdrückung der Spermienproduktion. Aus diesem Blickwinkel schien das Argument der Lebensmittelindustrie, Stevia würde bereits seit langem bei Urvölkern zum Süßen von Speisen und Getränken Verwendung finden, eher ein vielsagender Aufruf zum Kauf als eine Begründung seiner positiven Wirkung.

Pflanzen-Extrakt mit starker Süßkraft

Der wissenschaftliche Lebensmittelausschuss der EU forderte laut Deutschlandradio daher zu prüfen, ob möglicherweise Gefahr besteht, dass auch beim Menschen gesundheitliche Schäden auftreten. Chemiker machten sich daran, die Pflanze zu untersuchen und gentechnisch so zu verändern, dass in ihren Extrakten lediglich die erhöhte Süßkraft übrig blieb. Auf diese Weise konnte eine Gesundheitsgefahr ausgeschlossen werden.

Wichtig hierbei: Nicht die Pflanze Stevia erhielt eine Zulassung in der EU, sondern lediglich ein genau definierter (künstlich) extrahierter Süßstoff daraus.

Vier Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht nicht überschreiten

Dennoch sprach die EU für den Verzehr die Empfehlung aus, je Kilogramm Körpergewicht nicht mehr als vier Milligramm täglich zu sich zu nehmen. Dieser Grenzwert hat zur Folge, dass Lebensmittel nur bis zu einem gewissen Prozentsatz mit Stevia gesüßt werden können.

Verbraucherschützer warnen in diesem Zusammenhang, dass vor allem Kinder diese Obergrenze schnell überschreiten könnten. „Bei einem Kleinkind mit rund 16 Kilo ist die Menge bereits mit einem Joghurt, zwei Kaugummis und einem halben Liter 'Light Limo' überschritten“, warnt Hedi Grunewald, Lebensmittelexpertin der Verbraucherzentrale Niedersachsen, auf apotheke-adhoc.de.

Achten Sie auf Kennzeichnungen bei Stevia

Lebensmittel mit den süßenden Extrakten aus den Blättern der Steviapflanze, den sogenannten Stevioglykosiden, müssen gekennzeichnet sein. Sie erkennen Stevia gesüßte Produkte entweder an dem Inhaltsstoff "Stevioglycoside" oder "Süßungsmittel E 960".

Das Süßungsmittel kann in Milchprodukten, alkoholfreien Erfrischungsgetränken und Konfitüren enthalten sein. Um sicher zu gehen, ob ein Produkt den Stevia-Süßstoff enthält, sollten Sie die aufgedruckten Inhaltsstoffe genau durchlesen.

Diabetiker: Vorsicht bei der Anwendung von Stevia

Auch Diabetikern ist bei der Verwendung des neuartigen Süßstoffs Vorsicht geraten. Diabetes-Verbände warnen vor einer Überdosierung mit unklaren Folgen, wie das Nachrichtenportal N-TV erklärt. So dürfen Produkte wie Speiseeis, Konfitüren oder Knabbereien, die mit dem Stevia-Süßstoff gesüßt sind, nur in Maßen verzehrt werden.

Das Argument, Stevia wirke sich nicht auf den Blutzuckerspiegel aus, sei irreführend. Zwar erhöht der Süßstoff nicht die Kalorienanzahl des gesüßten Produkts. Die im Lebensmittel enthaltenen Bestandteile (Kohlenhydrate, Fette) bewirken aber trotzdem einen Anstieg des Blutzuckers. Experten raten daher Diabetikern vom bedenkenlosen Verzehr von Lebensmitteln, die Stevioglycoside enthalten, ab.

Ist Stevia wirklich ein "natürlicher" Zuckerersatz?

Der in der EU zugelassene Extrakt aus der Stevia-Pflanze ist tatsächlich kein natürlicher, sondern ein künstlicher. Entsprechend hinkt Stevia seinem Ruf als gesundes Allheilmittel der Lebensmittelbranche etwas hinterher: "Mit der Natürlichkeit der Pflanze hat der Stoff, der am Ende im Produkt landet, nichts mehr zu tun, weil er durch ein chemisches Verfahren gewonnen wurde", äußert sich Agrarwissenschaftler Udo Kienle gegenüber dem "Stern". Durch das Experimentieren und Abstimmen des süßen Geschmacks kann von einer "natürlichen" Süßungsart, wie sie die Werbung teilweise verspricht, keine Rede mehr sein.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Von Lynn Zimmermann
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