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Daran erkennen Sie, dass Sie an Natriummangel leiden

Häufig ältere Menschen betroffen  

Daran erkennen Sie, dass Sie an Natriummangel leiden

15.04.2021, 07:14 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel, t-online, sah

Daran erkennen Sie, dass Sie an Natriummangel leiden. Natriummangel: Erkrankungen, die mit Durchfall, Erbrechen und Fieber einhergehen, greifen die Natriumvorräte im Körper an. (Quelle: Getty Images/Phynart Studio)

Natriummangel: Erkrankungen, die mit Durchfall, Erbrechen und Fieber einhergehen, greifen die Natriumvorräte im Körper an. (Quelle: Phynart Studio/Getty Images)

Salz ist für den Körper lebensnotwendig. Viele Körperfunktionen und Stoffwechselvorgänge lassen sich nur mit Hilfe der kleinen Kristalle bewerkstelligen. Dazu gehört die Regulierung des Blutdrucks und die Aufrechterhaltung des Flüssigkeitshaushalts. Was jeder über Salz wissen sollte.

Speisesalz besteht aus den Mineralstoffen Natrium und Chlorid – und hat keine Kalorien. Natrium reguliert unter anderem den Wasserhaushalt, wirkt auf den Blutdruck ein und sorgt für die Signalübertragung von Nerven- und Muskelzellen. Somit ist das Mineral auch für den Herzrhythmus von großer Bedeutung. Chlorid ist unter anderem ein wichtiger Bestandteil der Verdauungssäfte und ist an der Bildung von Magensäure beteiligt.

Natriummangel kommt vor allem bei Älteren vor

Unter Natriummangel leiden häufig ältere Menschen um die 70 Jahre. Bei ihnen reagiert der Körper empfindlich auf Schwankungen im Salzhaushalt. Zudem haben sie oft nur wenig Durst und auch der Hunger lässt bei vielen nach – da kann es sein, dass zu wenig des Mineralstoffs aufgenommen wird.

Die Folgen können sein:

  • Schwindel
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Schwankender Gang
  • Verwirrtheit
  • Gedächtnisstörungen

Auch Erkrankungen, die mit Durchfall, Erbrechen und Fieber einhergehen, greifen die Natriumvorräte im Körper an. Ebenso Medikamente, darunter bestimmte Blutdrucksenker, Rheumamittel und Antidepressiva. Ein Bluttest zeigt, wie es um die Mineralstoffversorgung bestellt ist.

Salz kann den Blutdruck in die Höhe treiben

Doch nicht nur zu wenig Salz kann kritisch werden. Auch ein Zuviel belastet den Körper. Fakt ist: Salz kann die Blutdruck-Werte ansteigen lassen. Während Menschen, die einen zu niedrigen Blutdruck haben, von dieser Wirkung durchaus profitieren können, kann das für Menschen mit einer Neigung zu Bluthochdruck kritisch sein. Bluthochdruck kann im Laufe der Jahre wichtige Organe wie das Herz, die Herzkranzgefäße, das Gehirn, die Nieren und die Blutgefäße schädigen. Zu den Folgen gehören lebensbedrohliche Krankheiten wie Herzinfarkt oder Schlaganfall. Ab einem Wert von 140/90 mm Hg (Millimeter Quecksilbersäule) spricht der Arzt von Bluthochdruck (Hypertonie).

Wie stark Salz Einfluss auf den Blutdruck nimmt, ist bei jedem anders. Bei manchen Menschen steigt der Blutdruck durch Salz im Essen an, sie werden als salzsensitiv bezeichnet. Bei den Bluthochdruckpatienten reagieren Studien zufolge bis zu 50 Prozent von ihnen auf Speisesalz sensibel. Bei anderen Menschen hingegen zeigt sich kein nennenswerter Effekt des Minerals auf die Blutdruck-Werte.

Zu viel Salz erhöht das Magenkrebs-Risiko

Ein zu hoher Salzkonsum wird auch im Zusammenhang mit Magenkrebs diskutiert. Laut dem Krebsinformationsdienst (KID) des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) scheinen stark gesalzene oder gepökelte Speisen das Magenkrebsrisiko zu steigern – unabhängig davon, ob es sich um gesalzenes oder gepökeltes Fleisch, Fisch oder stark gesalzenes Gemüse handelt. Die Erklärung: Kochsalz schädigt vermutlich die Magenschleimhaut und trägt so zu Entzündungsprozessen im Magen bei.

Wie viel Salz braucht der Körper?

Welche Salzmengen unbedenklich sind, darüber streiten Experten. Um die wichtigen Körperfunktionen aufrecht erhalten zu können, gilt als täglicher Minimalwert eine Salzzufuhr von 1,4 Gramm. Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) braucht der Körper eines Erwachsenen bis zu maximal sechs Gramm Kochsalz täglich, um den Bedarf zu decken. Mehr als sechs Gramm sollten es auch laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) nicht sein – das entspricht etwa einem Teelöffel Salz.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt als täglichen Maximalwert sogar nur fünf Gramm an – etwa neun bis zwölf Gramm Salz nehmen wir laut der WHO zufolge in den westlichen Ländern täglich zu uns. Das entspricht in etwa eineinhalb bis zwei Teelöffeln. Männer konsumieren dabei mehr als Frauen.

Statt Salz mit frischen Kräutern würzen

Aber was heißt das für den Alltag? Da die tägliche Salzzufuhr tendenziell zu hoch ist und wir dem Körper eher zu viel zuführen, ist es empfehlenswert – besonders für Bluthochdruckpatienten – die Salzaufnahme im Blick zu behalten und statt zum Salzstreuer öfter auch mal zu frischen Kräutern zu greifen. Wer wissen möchte, wie es um seine Natriumwerte bestellt ist, kann einen Bluttest beim Arzt anfragen – und dabei auch den Blutdruck kontrollieren lassen. Mit Hilfe der vorliegenden Untersuchungsergebnisse kann der Arzt eine Empfehlung zu der täglichen Salzmenge aussprechen.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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