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Daran erkennen Sie, dass Sie an Natriummangel leiden

t-online, Ann-Kathrin Landzettel

Aktualisiert am 26.04.2022Lesedauer: 3 Min.
Natriummangel: Erkrankungen, die mit Durchfall, Erbrechen und Fieber einhergehen, greifen die NatriumvorrÀte im Körper an.
Natriummangel: Erkrankungen, die mit Durchfall, Erbrechen und Fieber einhergehen, greifen die NatriumvorrÀte im Körper an. (Quelle: Phynart Studio/getty-images-bilder)
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Salz ist fĂŒr den Körper lebensnotwendig. Viele Körperfunktionen und StoffwechselvorgĂ€nge lassen sich nur mit Hilfe der kleinen Kristalle bewerkstelligen. Dazu gehört die Regulierung des Blutdrucks und die Aufrechterhaltung des FlĂŒssigkeitshaushalts. Was jeder ĂŒber Salz wissen sollte.

Das Wichtigste im Überblick


  • Natriummangel kommt vor allem bei Älteren vor
  • Salz kann den Blutdruck in die Höhe treiben
  • Zu viel Salz erhöht das Magenkrebs-Risiko
  • Wie viel Salz braucht der Körper?
  • Statt Salz mit frischen KrĂ€utern wĂŒrzen

Speisesalz besteht aus den Mineralstoffen Natrium und Chlorid – und hat keine Kalorien. Natrium reguliert unter anderem den Wasserhaushalt, wirkt auf den Blutdruck ein und sorgt fĂŒr die SignalĂŒbertragung von Nerven- und Muskelzellen. Somit ist das Mineral auch fĂŒr den Herzrhythmus von großer Bedeutung. Chlorid ist unter anderem ein wichtiger Bestandteil der VerdauungssĂ€fte und ist an der Bildung von MagensĂ€ure beteiligt.


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Natriummangel kommt vor allem bei Älteren vor

Unter Natriummangel leiden hĂ€ufig Ă€ltere Menschen um die 70 Jahre. Bei ihnen reagiert der Körper empfindlich auf Schwankungen im Salzhaushalt. Zudem haben sie oft nur wenig Durst und auch der Hunger lĂ€sst bei vielen nach – da kann es sein, dass zu wenig des Mineralstoffs aufgenommen wird.

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Die Folgen können sein:

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  • Erbrechen
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Auch Erkrankungen, die mit Durchfall, Erbrechen und Fieber einhergehen, greifen die NatriumvorrÀte im Körper an. Ebenso Medikamente, darunter bestimmte Blutdrucksenker, Rheumamittel und Antidepressiva. Ein Bluttest zeigt, wie es um die Mineralstoffversorgung bestellt ist.

Salz kann den Blutdruck in die Höhe treiben

Doch nicht nur zu wenig Salz kann kritisch werden. Auch ein Zuviel belastet den Körper. Fakt ist: Salz kann die Blutdruck-Werte ansteigen lassen. WĂ€hrend Menschen, die einen zu niedrigen Blutdruck haben, von dieser Wirkung durchaus profitieren können, kann das fĂŒr Menschen mit einer Neigung zu Bluthochdruck kritisch sein. Bluthochdruck kann im Laufe der Jahre wichtige Organe wie das Herz, die HerzkranzgefĂ€ĂŸe, das Gehirn, die Nieren und die BlutgefĂ€ĂŸe schĂ€digen. Zu den Folgen gehören lebensbedrohliche Krankheiten wie Herzinfarkt oder Schlaganfall. Ab einem Wert von 140/90 mm Hg (Millimeter QuecksilbersĂ€ule) spricht der Arzt von Bluthochdruck (Hypertonie).

Wie stark Salz Einfluss auf den Blutdruck nimmt, ist bei jedem anders. Bei manchen Menschen steigt der Blutdruck durch Salz im Essen an, sie werden als salzsensitiv bezeichnet. Bei den Bluthochdruckpatienten reagieren Studien zufolge bis zu 50 Prozent von ihnen auf Speisesalz sensibel. Bei anderen Menschen hingegen zeigt sich kein nennenswerter Effekt des Minerals auf die Blutdruck-Werte.

Zu viel Salz erhöht das Magenkrebs-Risiko

Ein zu hoher Salzkonsum wird auch im Zusammenhang mit Magenkrebs diskutiert. Laut dem Krebsinformationsdienst (KID) des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) scheinen stark gesalzene oder gepökelte Speisen das Magenkrebsrisiko zu steigern – unabhĂ€ngig davon, ob es sich um gesalzenes oder gepökeltes Fleisch, Fisch oder stark gesalzenes GemĂŒse handelt. Die ErklĂ€rung: Kochsalz schĂ€digt vermutlich die Magenschleimhaut und trĂ€gt so zu EntzĂŒndungsprozessen im Magen bei.

Wie viel Salz braucht der Körper?

Welche Salzmengen unbedenklich sind, darĂŒber streiten Experten. Um die wichtigen Körperfunktionen aufrecht erhalten zu können, gilt als tĂ€glicher Minimalwert eine Salzzufuhr von 1,4 Gramm. Laut dem Bundesinstitut fĂŒr Risikobewertung (BfR) braucht der Körper eines Erwachsenen bis zu maximal sechs Gramm Kochsalz tĂ€glich, um den Bedarf zu decken. Mehr als sechs Gramm sollten es auch laut der Deutschen Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung (DGE) nicht sein – das entspricht etwa einem Teelöffel Salz.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt als tĂ€glichen Maximalwert sogar nur fĂŒnf Gramm an – etwa neun bis zwölf Gramm Salz nehmen wir laut der WHO zufolge in den westlichen LĂ€ndern tĂ€glich zu uns. Das entspricht in etwa eineinhalb bis zwei Teelöffeln. MĂ€nner konsumieren dabei mehr als Frauen.

Statt Salz mit frischen KrĂ€utern wĂŒrzen

Aber was heißt das fĂŒr den Alltag? Da die tĂ€gliche Salzzufuhr tendenziell zu hoch ist und wir dem Körper eher zu viel zufĂŒhren, ist es empfehlenswert – besonders fĂŒr Bluthochdruckpatienten – die Salzaufnahme im Blick zu behalten und statt zum Salzstreuer öfter auch mal zu frischen KrĂ€utern zu greifen. Wer wissen möchte, wie es um seine Natriumwerte bestellt ist, kann einen Bluttest beim Arzt anfragen – und dabei auch den Blutdruck kontrollieren lassen. Mit Hilfe der vorliegenden Untersuchungsergebnisse kann der Arzt eine Empfehlung zu der tĂ€glichen Salzmenge aussprechen.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Von Jennifer Buchholz
Bundesinstitut fĂŒr RisikobewertungFieberWHO

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