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Tinnitus: Auch eine Fistel kann dahinterstecken

Tinnitus  

Hinter Tinnitus kann eine Fistel stecken

30.10.2013, 09:31 Uhr | akl

Tinnitus: Auch eine Fistel kann dahinterstecken . Tinnitus: Eine Durafistel im Kopf kann pulssynchrone Ohrgeräusche auslösen.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Tinnitus: Eine Durafistel im Kopf kann pulssynchrone Ohrgeräusche auslösen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Immer mehr Menschen leiden unter unangenehmen Ohrgeräuschen. Eine Sonderform stellt hierbei der pulssynchrone Tinnitus dar. Dann quietscht, pocht und rauscht es im Ohr. Besonders unangenehm: Das Pochen hat den selben Rhythmus wie der Herzschlag. Schuld kann in seltenen Fällen eine Fistel sein. Dabei handelt es sich um ein krankhaft verändertes Blutgefäß, welches sich an einer, hinter dem Ohr verlaufenden, Arterie bilden kann. Drückt man gezielt auf diese Stelle, verschwindet der Ton meist kurzfristig.

Pulsierendes Geräusch im Ohr

Fisteln sind krankhafte, röhrenförmige Gänge, die sich zwischen zwei Blutgefäßen bilden. Sie können aber auch zwischen einem Blutgefäß und einem anderen Organ beziehungsweise der Körperoberfläche entstehen. Bei der sogenannten Durafistel gehören pulsierende Geräusche im Ohr zu den Hauptsymptomen. Denn bei ihr besteht eine Verbindung zwischen den Arterien im Kopf und den venösen Abflüssen, die im Gehirn innerhalb der harten Hirnhaut unter der Schädeldecke verlaufen.

Dort, wo das Blut der Arterie in die Vene fließt, kommt es dann in der Nähe des Innenohres zu Turbulenzen im Blutstrom. So entsteht das Pochen im Gleichklang mit dem Herzen. Drückt man auf die betroffene Stelle, wird der Blutfluss kurzfristig unterbrochen - das Geräusch verstummt für ein paar Sekunden. Viele Betroffene leiden unter anderem auch unter pulsierenden Kopfschmerzen sowie einer Schwellung der Bindehaut im Auge. Es kann sogar vorkommen, dass die Augen hervortreten.

Durafistel kann lebensgefährlich werden

Solch eine Fistel kann durch einen Unfall entstehen, manchmal aber auch ohne erkennbaren Grund. Doch sie kann lebensgefährlich werden, wenn sich der Blutdruck aus den Arterien auch in den Venen aufbaut und das Blut nicht schnell genug abfließen kann. Dann werden die Gefäßwände der Venen stark strapaziert und können einreißen - eine Hirnblutung droht.

Fistel wird verklebt

In der Regel versuchen Mediziner, die Fistel zu verschließen. Nach Angaben des Universitätsklinikums Heidelberg wird hierfür unter Vollnarkose ein sehr dünner Katheter über die Leiste bis in die Fistelgefäße geführt. Über diesen Schlauch werde dann ein Mittel in die Fistelgefäße gespritzt, um diese zu verkleben beziehungsweise zu verstopfen. Abhängig davon, wie groß die Fistel ist und wo sie sich befindet, müssen mitunter mehrere Behandlungen durchgeführt werden. In einigen Fällen entscheiden sich die Ärzte auch für eine Operation.

Weitere Ursachen für den pulssynchronen Tinnitus

Doch der pulssynchrone Tinnitus kann nicht nur durch eine Fistel entstehen. Auch Aussackungen von Blutgefäßen (Aneurysmen), Fehlbildungen von Blutgefäßen (Blutschwämme) oder Tumore können das gleichmäßige Pochen im Ohr entstehen lassen. Denn durch alle diese Erkrankungen werden die betroffenen Blutgefäße verstärkt durchblutet und der Patient nimmt das Strömen wahr. Mit Hilfe von bildgebenden Verfahren wie Ultraschall, Röntgenaufnahmen sowie Computer- und Kernspintomografien kann der Arzt herausfinden, was das Rauschen auslöst.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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