Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

So lĂ€sst sich Übergewicht bei Kindern verhindern

dpa-tmn, Marie Blöcher

Aktualisiert am 19.08.2016Lesedauer: 4 Min.
Übergewicht bei Kindern ist weit verbreitet. Dabei ist es gar nicht so schwer, die lĂ€stigen Pfunde zu vermeiden.
Übergewicht bei Kindern ist weit verbreitet. Dabei ist es gar nicht so schwer, die lĂ€stigen Pfunde zu vermeiden. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images-bilder)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo

Statistiken zeigen: Die deutschen Kinder

Ist der Griff zu Cola und Schokolade selbstverstĂ€ndlich, Bewegung aber die Ausnahme, dann ist Übergewicht hĂ€ufig die Folge - das gilt fĂŒr jedes Alter. Der Unterschied zwischen Erwachsenen und Kindern: Wer erwachsen ist, trĂ€gt die Verantwortung selbst, fĂŒr den Lebensstil der Kinder sorgen die Eltern.

Gesundheitliche Risiken steigen mit den Pfunden

Wenn Sie merken, dass ihr Kind zu dick oder auf dem Weg dahin ist, sollten Sie eingreifen. Denn hĂ€ufig bleibt Übergewicht ein Thema bis ins Erwachsenenalter und birgt gesundheitliche Risiken, warnt Torsten Spranger vom Berufsverband der Kinder- und JugendĂ€rzte.

Ist Ihr Kind zu dick oder zu dĂŒnn? Hier geht es zum BMI-Rechner fĂŒr Kinder und Jugendliche.

Oft sind es bestimmte Verhaltensmuster der Eltern, die das Übergewicht fördern. Das beginnt schon im SĂ€uglingsalter: "Ein schreiendes Baby ist nicht unbedingt ein hungriges Baby", erklĂ€rt Spranger. Eltern sollten versuchen, das BedĂŒrfnis des Kindes herauszufinden: Ist es MĂŒdigkeit? Oder hilft vielleicht eine Kuscheleinheit?

"Oft reagieren Eltern mit Nahrungsangeboten auf schreiende Babys und Kleinkinder - damit fördern sie schon frĂŒh ein Essverhalten, das ĂŒber den eigentlichen Bedarf hinausgeht."

Gemeinsam einkaufen und zusammen das Essen zubereiten

Auch bei der spĂ€teren Entwicklung des Essverhaltens spielen Eltern die SchlĂŒsselrolle, meint Dana Urban von der Onlineberatung der Bundeskonferenz fĂŒr Erziehungsberatung. Eltern sollten ihre Kinder von Anfang an einbinden, wenn es um die Frage geht, was auf den Tisch kommt: "Man sollte essen begreifbar machen - wortwörtlich."

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
Sanktionen treffen jetzt auch manche deutsche Rentner
Anti-Kriegs-Demo in MĂŒnchen (Symbolbild): Mit Sanktionen gegen Russland versucht der Westen, das Kriegstreiben Putins aufzuhalten.


Schon fĂŒr kleine Kinder ist es spannend, Lebensmittel anzufassen, zu riechen und zu probieren. Wer gemeinsam einkaufen geht, den Tisch deckt und Mahlzeiten zubereitet, zeigt seinem Kind ganz nebenbei, was alles zu einer gesunden ErnĂ€hrung gehört.

Gefahr: Wenn Essen zum Trostpflaster wird

Viele Kinder haben trotz BemĂŒhungen der Eltern mit Übergewicht zu kĂ€mpfen, schildert die PĂ€dagogin. Genetische Veranlagungen, bestimmte Essgewohnheiten, fett- und zuckerhaltige Produkte oder Essen als tröstender Ausgleich: Die GrĂŒnde fĂŒr Gewichtszunahme bei Kindern können ganz verschieden sein.

Wer unsicher ist, ob sein Kind ĂŒbergewichtig ist und wie man darauf reagieren soll, kann sich an Erziehungsberatungsstellen wenden, rĂ€t Urban. Auch auf der Internetseite des Berufsverbandes der Kinder- und JugendĂ€rzte finden Eltern medizinische Informationen und Anlaufstellen zur Beratung.

ZurĂŒckhaltung bei Fleisch und Milchprodukten

"Gerade weil die GrĂŒnde fĂŒr Übergewicht so verschieden sind, ist eine individuelle, umfassende Hilfestellung wichtig", meint Lydia Lamers von der Bundeszentrale fĂŒr gesundheitliche AufklĂ€rung. Bei der ErnĂ€hrung gibt es aber auch einige Faustregeln, die Eltern beachten sollten: Pflanzliche Lebensmittel wie GemĂŒse, Obst, Brot, Reis und Kartoffeln sollten den Hauptbestandteil ausmachen, tierische Lebensmittel wie Fleisch, Fisch und Milchprodukte einen kleineren Teil. Nur sparsam sollten fettige Lebensmittel und SĂŒĂŸigkeiten fĂŒr Kinder auf den Tisch kommen.

Gemeinsam ein Farbenessen zubereiten

Bewusste ErnĂ€hrung kann Spaß machen, vor allem wenn man sie gemeinsam umsetzt, sagt Urban. Um Kinder auf den Geschmack von frischen Lebensmitteln zu bringen, bieten sich kleine Tricks an: "In einem Sinnesquiz kann man zum Beispiel Rohkost blind probieren und dann erraten lassen."

Hat das Kind eine Lieblingsfarbe, wie Rosa, kann man ein Farbenessen zubereiten und mit SĂ€ften und Rote Bete experimentieren. Auch Ă€ltere Kinder kann man fĂŒr bewusste ErnĂ€hrung begeistern: Wer vorschlĂ€gt, gemeinsam eine Pizza zu backen anstatt einen Lieferdienst anzurufen, kann fĂŒr den Belag frisches GemĂŒse wĂ€hlen.

Besser nicht vor dem Fernseher essen

Nicht nur was, sondern auch wie gegessen wird, ist fĂŒr eine gesunde Gewichtsentwicklung entscheidend, sagt Spranger: Besonders wichtig ist es, dass regelmĂ€ĂŸig gemeinsam Mahlzeiten eingenommen werden. Gerade fĂŒr Kinder sollte Essen einen Ausschließlichkeits-Charakter haben: "Der Klassiker ist das Abendbrot beim Fernsehen - fĂŒr eine gesunde ErnĂ€hrung ist das sehr problematisch." Denn das SĂ€ttigungsgefĂŒhl wird von den Kindern nicht wahrgenommen, wenn sie auf den Fernseher konzentriert sind.

Der Medienkonsum wirkt sich ohnehin oft auf die Gewichtsentwicklung von Kindern aus, meint der Kinderarzt: Verbringen Kinder viel Zeit vor der Spielkonsole oder dem Fernseher, bewegen sie sich kaum. Kommen dann Chips oder Junkfood dazu, verdichtet man alle klassischen Faktoren fĂŒr eine Gewichtszunahme.

90 Minuten Bewegung pro Tag sind empfehlenswert

Andersherum wirkt Bewegung sich rundum positiv auf die Gesundheit aus: UngefĂ€hr 90 Minuten sollten sich Kinder am Tag bewegen. RegelmĂ€ĂŸige Bewegung finden sie zum Beispiel durch ein sportliches Hobby, sagt Urban.

"Viele Sportvereine haben Schnupperangebote fĂŒr Kinder, die man auf der Suche nach dem passenden Sport ausprobieren kann." Wichtig ist, dass das Kind sich auch dagegen entscheiden darf - denn Bewegung sollte Spaß machen. Nicht immer muss es ein Sport im Verein sein: Am Wochenende kann die Familie gemeinsam eine Radtour machen oder einen Wanderausflug.

Auf keinen Fall sollten die Themen ErnĂ€hrung und Bewegung den Alltag der Familie dominieren, warnt Spranger. Gerade wenn Kinder Ă€lter werden und Schönheitsideale eine Rolle zu spielen beginnen, ist es wichtig, den schmalen Grad zwischen bewusster ErnĂ€hrung und einer zwanghaften Kontrolle nicht zu ĂŒberschreiten. Bei Kindern sollte es nie um DiĂ€ten oder absoluten Verzicht gehen. Vielmehr sollten Eltern versuchen, ihren Kindern ein eigenes GefĂŒhl dafĂŒr zu vermitteln, was ihrem Körper gut tut und was schadet.

Weitere Artikel

Gewicht einschÀtzen
BMI-Rechner fĂŒr Kinder und Jugendliche: Wie viele Kilos sind gesund?
Mann hebt Kind hoch: Auch im Kindesalter ist ein gesundes Körpergewicht wichtig fĂŒr Wohlbefinden und Gesundheit.

SĂŒĂŸigkeiten
Wie viel dĂŒrfen Kinder naschen?
Auch an Ostern sollten Kindern nur in Maßen naschen.

Tabelle mit Richtwerten
Welche Sportart eignet sich in welchem Alter?
Sport in der Gruppe stÀrkt Teamgeist und Selbstvertrauen.


In unserer "Eltern-Welt" auf Facebook finden Sie alles, was Eltern bewegt: Jetzt Fan werden und mitdiskutieren!

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Von Christiane Braunsdorf
Lebensmittel
Beliebte Themen

t-online - Nachrichten fĂŒr Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Ströer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverlÀngerung FestnetzVertragsverlÀngerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website