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Juckreiz an den Schamlippen: Ursachen und Behandlung


Juckreiz an den Schamlippen? Das können die Ursachen sein


Aktualisiert am 22.03.2023Lesedauer: 6 Min.
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Qualitativ geprüfter Inhalt

Für diesen Beitrag haben wir alle relevanten Fakten sorgfältig recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Juckreiz an den Schamlippen kann sehr belastend sein.
Juckreiz an den Schamlippen kann sehr belastend sein. (Quelle: Biserka Stojanovic/Getty Images)

Anhaltender Juckreiz an den Schamlippen ist nicht nur unangenehm, mitunter steckt auch eine Erkrankung dahinter. Wir stellen Ihnen häufige Ursachen vor.

Juckreiz kann äußerst quälend sein – insbesondere, wenn er an intimen Stellen wie den Schamlippen auftritt. Gelegentlicher Juckreiz an einer oder beiden Schamlippen ist meist kein Grund zur Sorge und kann zum Beispiel auf eine harmlose Reizung zurückzuführen sein. Ist er jedoch häufiger spürbar und/oder kommen weitere Beschwerden wie zum Beispiel Ausfluss hinzu, sollten betroffene Frauen der Ursache auf den Grund gehen.

Mehr wissen

Der Fachbegriff für Juckreiz lautet Pruritus. Bei Juckreiz, der im Bereich der Vulva auftritt, sprechen Fachleute von Pruritus vulvae. Die Vulva ist der äußere Bereich des weiblichen Geschlechtsorgans. Neben den großen und kleinen Schamlippen umfasst sie den Venushügel, die Klitoris (Kitzler) sowie den Scheidenvorhof.

Juckreiz an den Schamlippen: Ursachen im Überblick

Zu möglichen Ursachen von Juckreiz an den Schamlippen zählen unter anderem:

  • Infektionen mit Pilzen, Bakterien, Viren oder Parasiten
  • chronisch-entzündliche Hautkrankheiten
  • allergische Reaktionen, Medikamente
  • mangelnde oder übertriebene Körperpflege, Rasur, enge Kleidung
  • bestimmte Grunderkrankungen, etwa Diabetes mellitus
  • Östrogenmangel in den Wechseljahren
  • Krebs(-vorstufen)
  • psychische Faktoren

Manchmal kann jedoch keine Ursache für den Juckreiz gefunden werden.

Juckreiz an den Schamlippen durch Infektionen

Verschiedenste Krankheitserreger können eine Entzündung auslösen und so Juckreiz an den Schamlippen beziehungsweise der Vulva und/oder in der Scheide hervorrufen.

Häufig steckt eine Pilzinfektion der Scheide (Candidose) hinter dem Juckreiz: Wenn sich Hefepilze in der Scheide vermehren, ist eine Entzündungsreaktion die Folge. Dabei können auch die Schamlippen und der Scheideneingang betroffen sein.

Mögliche Symptome einer Pilzinfektion der Scheide sind:

  • Juckreiz und Brennen im Bereich der Scheide
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
  • eine gerötete und weißlich belegte Scheidenschleimhaut
  • weiß-gelber, krümeliger Ausfluss, der an geronnene Milch erinnert
  • eventuell rote und geschwollene Schamlippen

Eine Scheidenentzündung und damit verbundener Juckreiz kann auch durch Viren entstehen. Dazu zählen zum Beispiel das humane Papillomavirus (HPV) oder das Herpes-simplex-Virus.

Bakterien können ebenfalls zu entzündlichen Reaktionen führen, etwa im Rahmen einer bakteriellen Vaginose. Davon sprechen Fachleute, wenn in der Scheide ein Ungleichgewicht der Bakterien entstanden ist. Im Vordergrund dieser Erkrankung steht allerdings weniger ein Juckreiz, sondern ein auffällig riechender, grau-weißer Scheidenausfluss. Juckreiz und Brennen in der Scheide oder an den Schamlippen sind für diese Erkrankung weniger typisch, können jedoch ebenfalls auftreten.

Gelegentlich sind Parasiten für Juckreiz an den Schamlippen verantwortlich. Eine sexuell übertragbare Erkrankung, die durch Parasiten ausgelöst wird, ist die Trichomonaden-Infektion (Trichomoniasis). Trichomonaden sind Parasiten, die sich in der Schleimhaut von Scheide und Harnröhre ansiedeln können. Oft wird die Infektion nicht bemerkt. Wenn doch, können Symptome wie Brennen, Schmerzen beim Wasserlassen, Ausfluss und Juckreiz auftreten. Weitere Parasiten, die Juckreiz an den Schamlippen verursachen können, sind zum Beispiel Krätzmilben oder Filzläuse.

Juckreiz an den Schamlippen durch Allergien

Hautreizungen oder allergische Reaktionen können Juckreiz an den Schamlippen begünstigen. Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn eine Frau überempfindlich auf bestimmte Inhaltsstoffe von seifenhaltigen Pflegeprodukten, Waschmitteln oder Weichspülern reagiert.

Latexhaltige Kondome oder Medikamente sowie nickelhaltiger Intimschmuck können ebenfalls allergische Reaktionen mit Juckreiz auslösen.

Juckreiz an den Schamlippen durch falsche Hygiene

Sowohl mangelnde als auch übertriebene Körperhygiene können Juckreiz an den Schamlippen zur Folge haben.

Eine unzureichende Körperpflege begünstigt, dass sich Krankheitserreger leicht vermehren können. Eine falsche oder übertriebene Hygiene kann hingegen zu Hautreizungen führen. Das gilt insbesondere, wenn Frauen auf aggressive, seifenhaltige Pflegeprodukte zurückgreifen.

Empfehlenswert ist, den Intimbereich täglich mit lauwarmem Wasser zu waschen.

Darüber hinaus kann die empfindliche Haut im Bereich der Vulva beim Rasieren gereizt werden, was ebenfalls Juckreiz auslösen kann.

Juckreiz an den Schamlippen bei Hauterkrankungen

Zahlreiche chronisch-entzündliche Hauterkrankungen können mit Juckreiz an den Schamlippen (und häufig auch an weiteren Körperstellen) einhergehen.

Dazu gehört zum Beispiel die Erkrankung Lichen sclerosus: Sie geht mit starkem Jucken und Brennen einher, das vor allem an der Vulva aufritt. Im weiteren Verlauf bilden sich Knötchen, die ebenfalls stark jucken. Zudem können weiße Flecken zu sehen sein. Ohne Behandlung wird die Haut im Intimbereich mit der Zeit rissig und es bilden sich Narben. Dies kann zu Schmerzen beim Geschlechtsverkehr führen. Lichen sclerosus ist vermutlich eine Autoimmunerkrankung. Fachleute gehen davon aus, dass das Immunsystem der Betroffenen eigene Haut- und Bindegewebszellen angreift.

Zu weiteren Hauterkrankungen mit Juckreiz, die nahezu alle Körperbereiche betreffen können, zählen zum Beispiel die Schuppenflechte und Lichen simplex chronicus. Sind die Schamlippen von einer Schuppenflechte betroffen, macht sich das durch rote, schuppende Hautveränderungen bemerkbar, die jucken können. Ein Brennen im Intimbereich und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr können weitere Symptome sein. Lichen simplex chronicus ist eine Hauterkrankung, die mit stark juckenden, verdickten und trockenen Hautpartien einhergeht. Bei Frauen ist dabei manchmal der Bereich um die Schamlippen befallen.

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Juckreiz durch Grunderkrankungen

Frauen mit bestimmten Grunderkrankungen oder Mangelerscheinungen haben häufiger mit Juckreiz zu kämpfen, zum Beispiel bei

  • Diabetes mellitus,
  • Nierenerkrankungen oder
  • Lebererkrankungen.

Juckreiz an den Schamlippen bei Östrogenmangel

Bei Frauen in oder nach den Wechseljahren tritt Juckreiz an den Schamlippen häufiger auf. Die Wechseljahre sind allerdings keine Krankheit, sondern eine natürliche Phase im Leben einer Frau. Dass es hier zu hormonellen Umstellungen kommt, ist ganz normal. Allerdings können mit den Wechseljahren verschiedene Beschwerden verbunden sein.

In der Zeit um die Menopause herum sinkt der Pegel des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen ab. Durch den Mangel wird die Haut im Intimbereich dünner und trockener, sodass sie leicht juckt.

Juckreiz an den Schamlippen durch Krebs

Selten ist Juckreiz an den Schamlippen ein Anzeichen einer Krebsvorstufe oder einer Krebserkrankung wie Vulvakrebs.

Vulvakrebs entwickelt sich meist aus der obersten Hautschicht der großen Schamlippen. Mögliche Symptome sind immer wiederkehrender Juckreiz, Brennen sowie Hautveränderungen im Bereich der Vulva. Weitere mögliche Beschwerden sind Probleme mit dem Wasserlassen und Schmerzen beim Sex.

Wichtiger Hinweis

In den meisten Fällen steckt hinter Symptomen wie Juckreiz, Brennen oder Hautveränderungen kein Krebs. Dennoch sollten Sie bei länger anhaltenden und/oder stärker werdenden Beschwerden ärztlichen Rat suchen. Denn früh erkannt ist Vulvakrebs gut behandelbar.

Meist sind die betroffenen Frauen mit bestimmten humanen Papillomaviren (HP-Viren) infiziert. Die Viren können Veränderungen in der (Schleim-)haut nach sich ziehen, aus denen im Laufe mehrerer Jahre Krebs entstehen kann. Bei den meisten infizierten Frauen bilden sich diese Krebsvorstufen jedoch von selbst zurück. An Vulvakrebs erkranken vor allem ältere Frauen nach den Wechseljahren.

Juckreiz durch psychische Ursachen

Lässt sich keine körperliche Ursache für den Juckreiz an den Schamlippen finden, könnte dieser psychische Gründe haben. Fachleute sprechen dann von einem psychogenen Juckreiz.

Die sogenannte Vulvodynie ist eine chronische Schmerzstörung, deren Ursachen nicht genau bekannt sind. Vermutlich spielen psychische Faktoren eine Rolle. Betroffene Frauen spüren meist im gesamten Bereich der Vulva Juckreiz sowie Schmerzen.

Juckreiz an den Schamlippen: Was hilft?

Juckreiz an den Schamlippen kann zahlreiche Ursachen haben. Daher empfiehlt es sich, frühzeitig eine Frauenärztin oder einen Frauenarzt aufsuchen. Das gilt insbesondere, wenn der Juckreiz schon lange anhält oder immer wiederkehrt und/oder wenn weitere Beschwerden auftreten – beispielsweise Ausfluss oder auch ein Brennen oder Juckreiz in anderen Körperregionen.

Die Ärztin oder der Arzt wird im Gespräch zum Beispiel wissen wollen,

  • wie intensiv der Juckreiz an den Schamlippen ist,
  • wie lange der Juckreiz schon spürbar ist,
  • ob weitere Beschwerden bestehen,
  • ob der Juckreiz auch an weiteren Körperstellen auftritt,
  • ob die Patientin Vorerkrankungen hat (etwa Diabetes),
  • ob bestimmte Faktoren den Juckreiz verschlimmern oder lindern und/oder
  • ob die Patientin Hormonpräparate nimmt.

Diese Angaben liefern bereits Hinweise auf die mögliche Diagnose. Anschließend wird die Ärztin oder der Arzt die Patientin gynäkologisch untersuchen, um die mögliche Ursache einzugrenzen. Dabei wird sie oder er den kompletten weiblichen Intimbereich begutachten und das Scheidensekret (Fluor vaginalis) unter dem Mikroskop betrachten. Je nach Ergebnis können sich weitere Untersuchungen anschließen.

Was Sie selbst tun können

Auch wenn es schwerfällt: Wer Juckreiz an den Schamlippen spürt, sollte möglichst nicht kratzen. Denn beim Kratzen können feine Risse in der sensiblen Hautpartie entstehen, durch die Krankheitserreger leicht eindringen und eine Entzündung auslösen können. Kratzen kann das Problem also unter Umständen verschlimmern.

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Um den Juckreiz loszuwerden, ist es vor allem wichtig, die Ursache zu kennen. Nach der Ursache richtet sich dann die weitere Behandlung. Einige Beispiele:

  • Ist Juckreiz an den Schamlippen durch eine Allergie entstanden, sollten Betroffene den Auslöser möglichst meiden – etwa durch die Wahl eines anderen Waschmittels.
  • Hat ein Scheidenpilz zum Juckreiz geführt, helfen spezielle Zäpfchen und Cremes mit einem Antipilzmittel.
  • Bei einer Hauterkrankung wie Lichen sclerosus wird die Ärztin oder der Arzt eventuell ein Kortisonpräparat verschreiben.
  • Ist der Juckreiz psychisch bedingt, kann unter Umständen eine Psychotherapie helfen.

Unabhängig von der Ursache können einige allgemeine Maßnahmen helfen, den Juckreiz zu lindern:

  • Tragen Sie luftige Kleidung, zum Beispiel aus Baumwolle.
  • Waschen Sie die Intimregion täglich mit lauwarmem Wasser.
  • Verzichten Sie auf seifenhaltige Produkte für den Intimbereich; klares Wasser reicht in der Regel zur Reinigung aus.
  • Baden Sie nicht zu häufig.
  • Trocknen Sie die Haut im Intimbereich durch sanftes Tupfen vorsichtig ab.
Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
Verwendete Quellen
  • "Vulvodynie". Online-Informationen von AMBOSS: www.amboss.com (Stand: 14.3.2023)
  • "Veränderungen der Vulva". Online-Informationen des Öffentlichen Gesundheitsportals Österreichs: www.gesundheit.gv.at (Stand: 20.12.2022)
  • "Pruritus vulvae". Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand: November 2022)
  • "Trichomonaden". Online-Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: www.frauengesundheitsportal.de (Stand: August 2022)
  • "Pilzinfektion der Scheide (Scheidenpilz)". Online-Informationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): www.gesundheitsinformation.de (Stand: 23.2.2022)
  • "Bakterielle Scheideninfektion". Online-Informationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): www.gesundheitsinformation.de (Stand: 9.2.2022)
  • Wölber, L., et al.: " Pruritus vulvae – Ursachen, Diagnostik und Therapie" Deutsches Ärzteblatt, Jg. 117, Heft 8, S. 126-133 (21. Februar 2020)
  • "Lichen sclerosus – eine chronische Hauterkrankung im Genitalbereich". Online-Informationen des Berufsverbands der Frauenärzte e. V.: www.frauenaerzte-im-netz.de (Stand: 21.6.2019)
  • Hahn, J.: "Checkliste Innere Medizin". Thieme, Stuttgart 2018
  • Moll, I.: "Dermatologie". Thieme, Stuttgart 2016
  • Weyerstahl, T., Stauber, M.: "Duale Reihe Gynäkologie und Geburtshilfe". Thieme, Stuttgart 2013
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