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Was hinter knackenden Gelenken steckt

Von t-online
Aktualisiert am 15.07.2022Lesedauer: 3 Min.
Wenn beim Treppensteigen die Kniegelenke knacken, kann eine Arthrose dahinterstecken.
Wenn beim Treppensteigen die Kniegelenke knacken, kann eine Arthrose dahinterstecken. (Quelle: ThamKC/getty-images-bilder)
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Knackende Finger und knirschende Knie: Wenn die Gelenke Geräusche von sich geben, kann das viele Ursachen haben. Nicht alle sind unbedenklich.

Ob beim Treppensteigen oder Spreizen der Finger: Bei fast jedem kracht es mal in den Gelenken. Oft reichen schon kleinste Bewegungen aus, um das unangenehmen Gelenkknacken zu erzeugen. Doch obwohl es so viele Betroffene gibt, weiß kaum einer, was das Knacken wirklich hervorruft. Und auch die Frage, ob Gelenkgeräusche harmlos oder gefährlich sind, verunsichert viele. Wir sind dem Phänomen der knackenden Gelenke nachgegangen.


Ursachen, Symptome und Behandlung von Arthrose

Der Begriff Arthrose (Gelenkverschleiß) beschreibt ein Krankheitsbild, bei dem sich die Knorpelschicht eines Gelenks nach und nach abnutzt. Der Verschleiß führt zu einer schrittweisen Zerstörung des Gelenkknorpels, der im schlimmsten Fall dazu führt, dass der Knorpel komplett aufgelöst wird und das Gelenk nicht mehr reibungslos bewegt werden kann. Erfahren Sie im Folgenden alles zu Ursachen, Behandlungsmethoden und zu Maßnahmen, die Arthrose vorbeugen helfen.
Röntgenaufnahme eines Kniegelenks
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Gasbläschen lösen sich aus Gelenkschmiere im Finger

Absichtliches Fingerknacken ist nur eine Gewohnheit – einen physischen Grund dafür gibt es nicht. "Ein Gelenk drängt niemals danach, geknackt zu werden", erklärte Matthias Schulz, Leiter der Handchirurgie im Helios Klinikum Berlin. In den Fingern gebe es grundsätzlich keine Spannungen, die durch Knacken gelöst werden müssen. Wenn es jemand dennoch als entspannend empfinde, handle es sich um eine reine Kopfsache. Die häufigste Ursache für das Knacken in den Fingern sind Bläschenbildungen, die sich aus der Gelenkschmiere lösen.

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Diese Schmiere liegt zwischen zwei Gelenken: Sie lässt die beiden Knorpelflächen geschmeidig aufeinander gleiten. Bei einer plötzlichen und extremen Bewegung werden die Gelenke auseinandergezogen – und damit auch die Gelenkflüssigkeit. Dabei löst sich Gaspartikel (Kohlendioxid): Es knackt. Anschließend lösen sich die Kohlendioxid-Bläschen wieder in der Schmiere auf.

Dieses Phänomen zum Beispiel durch Dehnübungen verhindern zu wollen, funktioniere nicht. "Das Knacken passiert unabhängig davon, ob jemand dehnbare Gelenke hat oder nicht", sagt Schulz. Doch Vorsicht: Wer dauernd mit den Fingergelenken knackt, schadet ihnen.

Knackende Gelenke deuten auf Knorpelverschleiß hin

Knack-Geräusche können in allen Gelenken des Bewegungsapparates auftreten. Generell deuten sie auf eine Beschädigung oder Abnutzung der Knorpel hin. Besonders häufig sind Schulterknacken und Knirschen in den Knien. "Ob sich dahinter eine schlimme Krankheit verbirgt, kommt auf die Ursache des Knackens an", sagt Doktor Markus Giesa, Oberarzt der Orthopädischen Klinik in Mainz.

Auch wenn bei manchen Patienten nicht klar ist, woher das Gelenkknacken kommt: In den meisten Fällen ist es harmlos. "Die krachenden Geräusche sind hörbare natürliche Verschleißerscheinungen von Knorpeln und Knochen", weiß der Orthopäde.

Knirschende Knie durch Meniskusschaden

Besonders oft knackt es im Knie, da die Gelenke stark belastet sind: Sie werden ständig gestreckt und gebeugt. Beim Laufen müssen sie das eigene Gewicht abfedern und Stöße aushalten. Treten beim Knacken Schmerzen auf, sollte man mit seinen Beschwerden einen Arzt aufsuchen. Denn in diesem Fall sind für die lauten Knack- und Reibegeräusche fortgeschrittene Verschleißerscheinungen verantwortlich. "Das können Probleme mit den Schleimhäuten und Sehnen, ein Meniskusschaden oder der Mangel an Gelenkschmiere in der Kniekapsel sein", erklärt Giesa.

Knackende Gelenke sind ein Frauenproblem

Im Gegensatz zu Männern können Frauen mit mehreren Gelenken knacken. "Das liegt meistens am weichen weiblichen Bindegewebe", weiß Giesa. Dies führt zu einer Überbeweglichkeit (Hypermobilität) der Gelenke und Bänder bei Frauen. Das dadurch verursachte Knacken mit den Gelenken muss nicht zwangsläufig auf eine andere Krankheit hindeuten. Dennoch strapaziert das wiederholte Geknacke unnötig die Gelenke.

Im schlimmsten Fall steckt Arthrose dahinter

Tritt das Knacken plötzlich auf, zum Beispiel nach einem Sturz oder starker körperlicher Belastung, sollte man sich unbedingt untersuchen lassen. Eine Untersuchung beim Arzt ist auch empfehlenswert, wenn die Gelenk-Geräusche mit Schmerzen verbunden sind. Dann kann hinter den Beschwerden eine ernste Erkrankung stecken, etwa ein Knorpelverschleiß oder eine fortgeschrittene Arthrose sein.

Krafttraining löst Blockierungen der Muskulatur

Wenn die Gelenke knacken, kann aber auch die Muskulatur dafür verantwortlich sein. Bei verkürzten Muskeln oder Muskelblockaden werden die betroffenen Gelenke nicht richtig gestützt.

Wandsitzen als Übung: Mit einer einfachen Trainingsmethode können Sie dem knacken in den Knien vorbeugen und die Muskulatur stärken. Stellen Sie sich dazu etwa einen Schritt weit mit dem Rücken zur Wand auf. Die Füße sind dabei hüftbreit voneinander entfernt. Dann lehnen Sie sich mit geradem Rücken an die Wand und rutschen an ihr herunter, bis die Beine in einem 90 Grad-Winkel stehen. Halten Sie diese Position dann mindestens für 30 Sekunden. Nach einer Pause nochmal wiederholen.

Manchmal sind auch die Faszien (Muskelhüllen) zu trocken, so dass sich die Muskelgruppen schlecht gegeneinander verschieben. Dann können sich Symptome wie Schmerzen oder das Knacken zeigen. In diesem Fall sind Bewegung und Dehnübungen die richtige Therapie. Denn mit bestimmten Übungen können Blockierungen gelöst werden und das Gelenkspiel verbessert sich. Nach entsprechender Diagnose beim Arzt kann beispielsweise ein gezieltes Krafttraining begonnen werden, aber auch Physiotherapie kann helfen.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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