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Hilfe gegen Rückenschmerzen

Hilfe gegen Rückenschmerzen  

Tipps: So wird Ihr Rücken stark und gesund

Von Alexandra Grossmann

28.04.2019, 11:11 Uhr
Hilfe gegen Rückenschmerzen . Hände an einer schmerzhaften Stelle: Rückenschmerzen können quälend sein, lassen sich aber meistens gut behandeln. (Quelle: Getty Images/peepo)

Hände an einer schmerzhaften Stelle: Rückenschmerzen können quälend sein, lassen sich aber meistens gut behandeln. (Quelle: peepo/Getty Images)

Rückenschmerzen zählen zu den häufigsten Leiden in Deutschland. Doch es gibt viele Wege, ihnen vorzubeugen und sie zu behandeln. Wie sie entstehen und was Sie dagegen tun können.

Rückenschmerzen kommen häufig vor und können das Leben von Betroffenen stark einschränken. Der Arzt findet in vielen Fällen keine ernsthafte Erkrankung, die die Schmerzen verursacht.

Bei den meisten Menschen befinden sich die Rückenschmerzen am unteren Rücken, vor allem Frauen leiden unter ihnen. Je älter Menschen werden, desto größer ist das Risiko, Rückenschmerzen zu bekommen. Mit steigendem Alter nimmt auch das Risiko zu, dass die Schmerzen chronisch werden.

Ursachen für Rückenschmerzen

In rund 85 Prozent der Fälle lässt sich keine genaue Ursache für die Schmerzen finden. Mediziner nennen sie dann "unspezifisch": Sie tun weh, sind aber harmlos.

Zu viel sitzen, zu wenig bewegen und eine ungesunde Ernährung: Diese sind die wichtigsten Gründe für Rückenschmerzen. Bei der Ernährung kommt es zum Einen darauf an, nicht zu dick zu werden. Zum Anderen helfen Vitamine und andere Nährstoffe dem Knochenaufbau und der Muskulatur.

Verspannungen können chronisch werden

Es kann passieren, dass die Muskeln im Rücken sich verspannen. Auf die Dauer verändern diese Verspannungen den Körper, im schlimmsten Fall nutzen sich die Knochen und Gelenke ab. Dies lässt sich dann nicht mehr rückgängig machen.

Die wichtigsten Gründe für Rückenschmerzen:
Langes Sitzen
Zu wenig Bewegung
Übergewicht
Rauchen
Alter von 35 bis 50 Jahren
Familiäre Veranlagung
Ungesunde Ernährung
Psychische Probleme
Schwere körperliche Arbeit

Seltener sind die "spezifisch" genannten Rückenschmerzen: Sie sind die Folgen von konkreten Erkrankungen wie einer Verbiegung der Wirbelsäule, ein Bandscheibenvorfall oder Knochenschwund (Osteoporose). Nicht immer sind die Krankheiten direkt an der Wirbelsäule: Auch Nierensteine, eine Entzündung der Prostata und sogar ein Herzinfarkt können Rückenschmerzen auslösen.

Die Psyche und Rückenschmerzen

Psychische und soziale Gründe spielen eine große Rolle bei Rückenschmerzen. Stress im Büro, Ärger in der Partnerschaft, Liebeskummer oder Geldsorgen – was uns belastet, zeigt sich durch Schmerzen. Gerade der Rücken tut dann weh. Das kommt daher, dass sich bei psychischen Problemen die Muskeln im Nacken und im Rücken anspannen.

Diese Verspannungen verhärten die Muskeln, sie werden unbeweglich und tun weh. Menschen versuchen dann, den Schmerzen auszuweichen und schonen sich, indem sie sich noch weniger bewegen – was die Verspannungen noch stärker macht. So können die Rückenschmerzen immer schlimmer werden, ohne dass der Arzt einen Grund findet.

Was hilft gegen Rückenschmerzen?

Wie Rückenschmerzen behandelt werden hängt in erster Linie davon ab, warum sie entstanden sind. Handelt es sich um eine spezifische Krankheit, so muss diese vom Arzt behandelt werden – mit ihm wird die jeweilige Therapie besprochen. Meistens werden dann verschiedene Maßnahmen kombiniert.

Ein Bandscheibenvorfall zum Beispiel wird heute nur selten operiert. Stattdessen versucht man, die akuten Schmerzen mit Medikamenten zu lindern. Gleichzeitig sollen Physiotherapie sowie Wärme- und Entspannungsbehandlungen den Bandscheibenvorfall langfristig heilen.

Mischung aus Ruhe und Bewegung

Unspezifische Rückenschmerzen treten entweder langsam und schleichend oder ganz plötzlich auf. Akute Schmerzen klingen meistens innerhalb weniger Tage wieder ab. Als Sofortmaßnahme bei starken Schmerzen gilt: Sich Ruhe gönnen, aber keinesfalls längere Zeit sitzen oder liegen.

Der Rücken muss in Bewegung bleiben, allerdings langsam und mit Bedacht. Viele Menschen finden zum Beispiel langsames Gehen angenehm. Dabei lockern sich Wirbelsäule und Muskulatur sanft und schonend.

Stufenlagerung, Wärme und Schmerzmittel

In Ruhepausen tut die sogenannte Stufenlagerung gut: Dabei liegt der Rücken flach auf dem Bett oder auf dem Boden, die Unterschenkel ruhen auf einer Ablage. Diese sollte ungefähr so hoch sein, wie die Oberschenkel lang sind.

Sofern keine Entzündung vorliegt, tut Wärme gut. Spezielle Pflaster aus der Apotheke oder eine Wärmflasche entspannen die Muskeln, ein warmes Bad fördert zusätzlich die Durchblutung.

Warnzeichen für die falsche Haltung

Schmerzmittel helfen ebenfalls, denn sie lindern die Schmerzen und machen es möglich, sich zu bewegen. Schmerzlindernde Medikamente sollten aber ohne ärztlichen Rat nicht länger als drei Tagen eingenommen werden.

Langsam und schleichend auftretende Rückenschmerzen sind ein Warnzeichen dafür, dass der Rücken sich nicht wohlfühlt. Betroffene sollten die Tipps gegen akute Schmerzen befolgen, die Schmerzen beobachten und so herausfinden, aus welchen Gründen sie entstehen.

Vorbeugen gegen Rückenschmerzen

Es gibt eine ganze Reihe von Maßnahmen, mit denen Rückenschmerzen vermieden werden können. Dabei spielt der Kopf eine große Rolle: Wer sich nicht beirren lässt, an eine Besserung glaubt und mit einer positiven Grundhaltung viel Gutes für den Rücken tut, hat gute Chancen, dass die Schmerzen auch wieder vergehen.

Als Faustregel gilt: Wenig sitzen und mehr bewegen beugt Rückenschmerzen vor. Ob Schwimmen, Tanzen, Yoga oder Inline-Skating – viele Sportarten machen den Rücken stark und geschmeidig. Auch gezieltes Krafttraining stärkt die Muskulatur.

Vorsicht beim Heben und Bücken

Wer im Büro arbeitet, sollte auf einen ergonomischen Arbeitsplatz für eine gesunde Körperhaltung achten. Spezielle Übungen für die Zeit im Büro wirken Rücken- und Nackenschmerzen entgegen.

Wichtig ist es, sich im Alltag richtig zu bewegen. Dem Rücken tut es meistens gut, wenn er bei Belastungen gerade gehalten wird. Wer etwas Schweres anheben möchte, sollte in die Knie gehen und sich mit gestrecktem Rücken aufrichten. So tragen die Arme und Beine das meiste Gewicht.

Öfter in die Hocke gehen

Anstatt sich zu bücken, ist es generell besser, in die Hocke zu gehen. Auch beim Staubsaugen, bei der Gartenarbeit oder anderen alltäglichen Tätigkeiten sollte darauf geachtet werden, dass der Rücken möglichst selten gekrümmt wird.

Mit Rückenschmerzen zum Arzt gehen

Normalerweise vergehen Rückenschmerzen nach einigen Tagen. Tritt aber keine Besserung ein, sollte nach etwa einer Woche ein Arzt nach den Ursachen schauen. Vielleicht gibt es eine Erkrankung, die Rückenschmerzen verursacht und eine besondere Behandlung braucht.



Wenn die Schmerzen ungewöhnlich heftig sind, nicht weniger oder sogar schlimmer werden, sollte ebenfalls ein Arzt aufgesucht werden. Gleiches gilt, wenn die Rückenschmerzen in die Arme oder in die Beine ausstrahlen oder auch, wenn sich Körperteile unempfindlich oder gelähmt anfühlen.

Verwendete Quellen:

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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