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Harnsäure: Welche Werte sind optimal, welche gefährlich? Übersicht und Tipps

Ab diesen Werten wird's gefährlich  

Wann ist die Harnsäure im Blut zu hoch?

14.12.2021, 11:13 Uhr | amr, dpa, t-online

Harnsäure: Welche Werte sind optimal, welche gefährlich? Übersicht und Tipps. Ist der Harnsäurewert zu hoch, kann es zu einem Gichtanfall kommen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Ist der Harnsäurewert zu hoch, kann es zu einem Gichtanfall kommen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Ein normaler Harnsäurewert ist wichtig für die Gesundheit und das Wohlbefinden. Ist die Konzentration der Harnsäure im Blut zu hoch, kann es zu einem Gichtanfall kommen, doch welche Harnsäurewerte sind optimal?

Gicht-Risiko: Erhöhter Harnsäurespiegel 

Harnsäure entsteht, wenn unser Körper Purine abbaut. Purine sind Eiweißverbindungen, die genetische Informationen in sich tragen und in jeder Körperzelle und vielen Lebensmitteln, vor allem in Fleisch und Innereien, enthalten sind. Die Ausscheidung der Harnsäure erfolgt über die Nieren, den Darm, Schweiß und Speichel. Ist die Harnsäureausscheidung gehemmt, kann es zu Schäden an den Nieren kommen. 

Überschreitet der Harnsäurespiegel einen bestimmten Wert, kommt es zu einem akuten Gichtanfall. Dabei wirken bestimmte Faktoren begünstigend:

  • übermäßiger Verzehr purinreicher Lebensmittel
  • übermäßiger Alkoholkonsum
  • Übergewicht
  • hoher Gewichtsverlust (Fastenkur)
  • Stress und körperliche Anstrengung

Bei einem Gichtanfall bilden sich Harnsäurekristalle, die sich in den Gelenken ablagern und zu Entzündungen führen, die Schmerzen und Schwellungen auslösen. Nach Angaben des BDI (Bundesverband der Deutschen Industrie) haben in den Industrieländern etwa 20 Prozent der Männer einen erhöhten Harnsäurespiegel. Bei Frauen steigt der Wert meist erst nach den Wechseljahren an. 

Ausführlich: Alles zu Symptomen und Behandlung eines Gichtanfalls

Harnsäure: Welche Werte optimal sind

Die Normalwerte für die Harnsäure im Blut sind abhängig von Alter und Geschlecht. Allerdings gelten nach den Wechseljahren für Frauen die gleichen Werte wie für Männer. Wie hoch diese Richtwerte sind, zeigt die folgende Harnsäuretabelle:  Harnsäure-Tabelle:

Alterweiblichmännlich
1 - 4 Jahre 1,7 - 5,1 mg/dl2,2 - 5,7 mg/dl
5 - 11 Jahre3,0 - 6,4 mg/dl3,0 - 6,4 mg/dl
12 - 17 Jahre3,2 - 6,4 mg/dl3,2 - 8,1 mg/dl
Erwachsene2,4 - 5,7 mg/dl 3,4 - 7,0 mg/dl

Wie bestimmt man die Harnsäure?

Wenn Sie wissen möchten, wie hoch Ihr Harnsäurewert ist, können Sie sich testen lassen. Bei der Blutabnahme sollten Sie nüchtern sein und – falls nötig – den Arzt auf die Einnahme von anderen Medikamenten aufmerksam machen. Zudem sollten Sie drei Tage vorher keinen Alkohol und keine Innereien mehr verzehren.

Während einer Fastenkur steigt der Harnsäurespiegel in der Regel stark an. Deshalb ist ein Test zu dieser Zeit nicht ratsam. Fragen Sie zur Sicherheit bei Ihrem Arzt nach, was Sie sonst noch beachten müssen. Gichtpatienten sollten ihren Harnsäurewert zweimal im Jahr kontrollieren lassen. 

Auch ein Harnsäure-Selbsttest zu Hause ist möglich. Das Gerät funktioniert wie ein Blutzuckermessgerät: Auf einen Teststreifen wird ein Tropfen Blut gegeben, aus dem das Gerät dann den Harnsäurewert ermittelt. Allerdings sind solche Selbsttests in der Anschaffung recht teuer und nicht so genau wie der Bluttest beim Arzt.

Blutabnahme (Symbolbild): Mit einem Bluttest kann der Harndrüsenwert festgestellt werden. (Quelle: imago images/Westend61)Blutabnahme (Symbolbild): Mit einem Bluttest kann der Harndrüsenwert festgestellt werden. (Quelle: Westend61/imago images)

Harnsäure: Was bedeuten zu niedrige und zu hohe Werte?

Die Hauptursache für Hyperurikämie ist in der Regel übermäßiger Fleischkonsum. Liegen die Werte dauerhaft über dem Normalwert, können auch Krankheiten oder Funktionsstörungen zugrundeliegen:

  • Nierenleiden 
  • Schilddrüsenerkrankungen
  • Alkoholismus
  • vorübergehende Störungen im Purin-Stoffwechsel infolge einer Strahlen- oder Chemotherapie

Wird ein zu niedriger Harnsäurewert festgestellt, kann das folgende Gründe haben:

  • Störungen im Purin-Stoffwechsel
  • eine Lebererkrankung
  • Überdosierung von Gichtmedikamenten wie Allopurinol 

Purinarme Ernährung senkt Harnsäurewert

Menschen mit einem erblich bedingt hohen Gichtrisiko sollten mit einer purinarmen Ernährung vorbeugen. Die Erkrankung kommt vor allem dann zum Ausbruch, wenn über Jahre hinweg besonders viel purinreiche Nahrung aufgenommen wurde. Dazu gehören Lebensmittel, wie Fleisch, Innereien, Fisch, Meeresfrüchte und Hülsenfrüchte, sowie Alkohol. Eine purinarme Ernährung wirkt Gicht effektiv entgegen.

Purin-Tabelle: Diese Lebensmittel sind purinarm

Auch Vitamin C kann gegen Gicht helfen, denn es hemmt Entzündungen und die Bildung von Harnsäure im Körper. Mediziner raten aber, bei der Gichtprävention nicht nur auf Vitamin-C-Präparate zu setzen, sondern vor allem viel Obst und Gemüse zu essen und sich öfter zu bewegen. Hier finden Sie eine Tabelle mit purinarmen Lebensmitteln.

Auf diese Weise können Menschen mit Gichtrisiko teilweise sogar ganz auf harnsäuresenkende Medikamente verzichten und einem Anfall allein durch ihre Ernährung vorbeugen.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche 

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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