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Der untere Rücken: Darum ist er besonders anfällig für Schmerzen

Verbreitetes Leiden  

Rückenschmerzen: Wann Sie zum Arzt gehen sollen

05.01.2019, 11:18 Uhr | t-online.de, lk

Der untere Rücken: Darum ist er besonders anfällig für Schmerzen. Rückenschmerzen: Der untere Bereich des Rückens ist besonders sensibel. (Quelle: Getty Images/	spukkato)

Rückenschmerzen: Der untere Bereich des Rückens ist besonders sensibel. (Quelle: spukkato/Getty Images)

Der untere Rücken im Bereich der Lendenwirbel ist besonders anfällig. Ursache sind häufig muskuläre Verspannungen, aber auch ein Bandscheibenvorfall kann dahinter stecken. Welche Auslöser es gibt und was gegen Schmerzen im unteren Rücken helfen kann, erfahren Sie hier.

Rückenschmerzen sind ein weit verbreitetes Leiden. Psychische Belastungen am Arbeitsplatz und fehlende Bewegung gelten als Hauptursachen für Rückenleiden. Weitere Gründe sind eine falsche Körperhaltung, stundenlanges Sitzen sowie Übergewicht. Der untere Rücken ist besonders häufig betroffen. Das liegt daran, dass die Lendenwirbelsäule besonderen Belastungen ausgesetzt ist.

Für die betroffenen Patienten bedeuten Rückenschmerzen oftmals eine erhebliche Verschlechterung der Lebensqualität, und sie gehen je nach Intensität der Schmerzen mit spürbaren Einschränkungen im Alltag einher. Dauern Rückenschmerzen länger als drei Monate, gelten sie als chronisch. Akute Schmerzen verschwinden meist nach ein bis zwei Wochen. Das Gute: Kreuzschmerzen sind nur selten ein Grund zur Sorge, weil sie in aller Regel ungefährlich sind. 

Wann sollten Sie zum Arzt gehen?

Wenn die Rückenschmerzen länger anhalten oder sehr stark sind und sich intensivieren oder aber immer wiederkehren, ist ein Besuch beim Arzt angeraten. Verschwinden starke Rückenschmerzen nach drei Tagen nicht, sollten Sie die Ursache abklären lassen. Der Mediziner kann zunächst verschiedene Grunderkrankungen wie Rheuma oder Osteoporose ausschließen, zu deren Begleiterscheinungen Rückenschmerzen gehören können. Danach geht es darum, die Ursache der Schmerzen zu finden. Ein Orthopäde wird den Patienten befragen, abtasten und ihn bestimmte Bewegungen ausführen lassen, die Hinweise zur Schmerzursache geben können.

Wenn der untere Rücken betroffen ist, können auch Röntgenaufnahmen sowie eine Computer- oder Kernspintomografie Hinweise, zum Beispiel auf Verbiegungen der Wirbelsäule geben. Allerdings besteht hier die Gefahr von Fehldiagnosen, denn oft hängen der Zustand der Wirbelsäule und Schmerzen gar nicht im direkten Zusammenhang. So kann eine Person mit einer stärker gekrümmten Wirbelsäule, einer sogenannten Skoliose, schmerzfrei sein und ein Patient mit grader Wirbelsäule hingegen kann Beschwerden haben.



Immer wieder kommt es deshalb auch zu unnötigen Rückenoperationen: Nach Angaben der Techniker Krankenkasse sind acht von zehn Rücken-OPs überflüssig. In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Rückenoperationen bundesweit deutlich gestiegen. Nach einer Analyse der Bertelsmann Stiftung gibt es aber massive regionale Unterschiede mit regelrechten "OP-Hochburgen".


Mythos Bandscheibenvorfall

Häufig steckt hinter Rückenschmerzen ein Bandscheibenvorfall. Dann drücken die Vorwölbungen der Bandscheibe auf die Nerven und das tut weh. Der Bandscheibenvorfall klingt für viele sehr bedrohlich. Denn die Schmerzen, die er auslöst, können sehr heftig sein. Experten zufolge ist dieses Krankheitsbild jedoch weder gefährlich, noch kommt es zu Spätschäden. Im Gegenteil: Ein Bandscheibenvorfall heilt in aller Regel von allein wieder aus – ganz ohne Therapie! 

Falsche Haltung und mangelnde Bewegung

Häufiger als Fehlstellungen der Wirbelsäule oder ein Bandscheibenvorfall führt eine falsche Körperhaltung zu Rückenschmerzen. Wer zum Beispiel viele Stunden am Tag in einer sitzenden Position verbringt, der belastet seine Wirbelsäule und die Muskulatur zu einseitig. Betroffen ist auch hier häufig zunächst der untere Rücken. 

Schonen hilft dem Rücken nicht

Noch immer ist ein Irrglaube verbreitet: Nämlich, dass man sich bei Rückenschmerzen schonen sollte. Das ist aber genau das Falsche. Es gilt hingegen, dass man sich möglichst variabel bewegen sollte. Je vielfältiger der Rücken eingesetzt wird, desto besser. Verkrampfungen und Fehlhaltungen wirken Sie am besten durch regelmäßige Bewegung entgegen. Wer noch keine Rückenbeschwerden hat, kann mit variantenreicher körperlicher Aktivität auch wunderbar vorbeugen, damit es gar nicht erst zu Problemen kommt. 

Stress und Anspannung begünstigen Rückenschmerzen

Bei Rückenschmerzen sind häufig verspannte Muskeln der Auslöser. Verspannungen werden begünstigt durch Stress. Wer unter Spannung steht und psychisch leidet, reagiert nicht selten mit einer Verkrampfung der Rückenmuskulatur und infolgedessen mit Schmerzen. Manchmal treten neben Depressionen auch Rückenschmerzen auf. Psychische Belastungen sind laut Krankenkassen ein sehr häufiger Grund für Rückenleiden.


Hilfe zur Selbsthilfe

Um akute Rückenschmerzen wieder loszuwerden, reicht es meist schon, die Beschwerden symptomatisch mit einem Schmerzmittel zu behandeln. Bei Rückenschmerzen raten Ärzte sogar zu schmerzlindernden Präparaten, die für kurze Zeit eingenommen werden dürfen, weil sich ansonsten die meist muskulär bedingten Verspannungen verstärken. Denn wer Schmerzen hat, geht in eine Schonhaltung und bewegt sich nicht mehr regulär. Moderate Bewegung inklusive Schwimmen und Walken eignen sich, um die Muskeln zu entspannen und die Wirbelsäule zu mobilisieren. Auch Radfahren ist sehr geeignet, weil dabei vor allem der untere Rücken sanft bewegt wird.


Krankenkassen bieten ihren Mitgliedern Kurse in einer Rückenschule an, in denen man unter fachkundiger Aufsicht Übungen lernt, die die Rückenmuskulatur stärken. Ein Teil der Kosten wird erstattet.


Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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