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Hämorrhoiden: Ursachen, Behandlung und Vorbeugung

Blutende Gefäßposter  

Hämorrhoiden: Ursachen, Behandlung, Vorbeugung

18.06.2019, 13:59 Uhr | t-online.de

Hämorrhoiden: Ursachen, Behandlung und Vorbeugung. Wie bekommt man Hämorrhoiden und was sind Hämorrhoiden überhaupt? (Quelle: Getty Images/ spukkato)

Wie bekommt man Hämorrhoiden und was sind Hämorrhoiden überhaupt? (Quelle: spukkato/Getty Images)

Hämorrhoiden sind für viele ein peinliches Tabuthema. Dabei ist laut Schätzungen fast jeder Dritte über 30 Jahren und sogar jeder Zweite über 50 Jahren von Hämorrhoidalleiden betroffen. Erfahren Sie alles, was Sie über Hämorrhoiden wissen müssen – von der Ursache bis zur Behandlung. 

Was sind Hämorrhoiden?

Hämorrhoiden sind ringförmige Blutgefäßpolster am After und dienen dazu, den Darm gut abzudichten. "Jeder Mensch hat diese Polster. Sie dichten den Enddarm nach außen ab und verhindern, dass Stuhlreste austreten", erklärt Prof. Alexander Herold vom End- und Dickdarm-Zentrum in Mannheim.

Zu Hämorrhoidalleiden (im Volksmund wird meist einfach der Begriff "Hämorrhoiden" genutzt) kommt es, wenn die Gefäßpolster am After krankhaft vergrößert sind. "Wenn auf die Blutgefäße längere Zeit Druck ausgeübt wird, kann das Blut nicht mehr abfließen, die Adern erweitern sich, und ihr zartes Bindegewebe leiert aus." In der Folge dringt Flüssigkeit aus dem unteren Mastdarm nach außen. Dadurch beginnt die Haut am After zu jucken und zu brennen.

Was sind die Ursachen für Hämorrhoiden?

Auf einen Blick:

  • Pressen beim Stuhlgang
  • langes Sitzen auf der Toilette
  • Verstopfung 
  • Flüssigkeitsmangel
  • Bewegungsmangel
  • Schwangerschaft
  • angeborene Schwäche des Bindegewebes

Hämorrhoidalleiden ist am Anfang oft symptom- und beschwerdefrei, da „Hämorrhoiden von einer Darmschleimhaut überzogen sind, die keine Schmerznerven hat", sagt Bernhard Lenhard von der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG). Die Ursachen sind vielfältig.

Heftiges Pressen beim Stuhlgang ist einer der häufigsten Gründe für Hämorrhoidalleiden. "Man sollte nur dann auf Toilette gehen, wenn man auch wirklich muss", so der Experte. Langes Verweilen auf dem Klo während dem Stuhlgang belastet den Beckenboden. Sie sollten deshalb ausgiebiges Zeitung lesen auf der Toilette vermeiden. Auch Verstopfungen können ein Auslöser für Hämorrhoidalleiden sein. Beschwerden bei der Stuhlentleerung entstehen häufig durch eine ballaststoffarme Ernährung. Genetisch bedingte Bindegewebsschwäche oder eine Schwangerschaft können ebenfalls zu Hämorrhoiden führen. Bei Kindern ist die Erkrankung der Schwellkörper des Analkanals dagegen selten.

Was sind die Symptome?

Meist wird Hämorrhoidalleiden erst entdeckt, wenn folgende Symptome auftreten:

  • Spuren von hellrotem Blut beim Stuhlgang oder auf dem Toilettenpapier
  • Brennende Schmerzen
  • Juckreiz am After
  • Nässe im Analbereich
  • Gefühl der unvollständigen Darmentleerung
  • Druckgefühl im Darm
  • Fremdkörpergefühl im Analbereich
  • Nachschmieren von Stuhl

Wie läuft eine Untersuchung ab? 

Bei ersten Beschwerden wie Blutungen und Juckreiz sollten Sie einen Proktologen (Facharzt für Enddarmerkrankungen) aufsuchen. "Allein schon deshalb, um rechtzeitig andere ernsthafte Erkrankungen auszuschließen", erklärt Lenhard. "Darmkrebs zum Beispiel verursacht ganz ähnliche Beschwerden."

Zunächst tastet der Arzt den Enddarm vorsichtig mit einem Finger ab. "So kann man knotige Veränderungen oder Einengungen fühlen sowie Druck und Spannung des Schließmuskels überprüfen", sagt Bernhard Strittmatter, Vorstandsvorsitzender des Berufsverbandes der Coloproktologen Deutschlands (Spezialisten für Dick- und Enddarmleiden). "Das weiche Gewebe der Hämorrhoiden kann man meist aber nicht tasten."

Deshalb wird im Anschluss ein Proktoskop in den Analkanal eingeführt. Das ist ein dünnes Metallrohr mit einer Beleuchtung an der Spitze, mit welchem der Arzt das Innere des Enddarms genau betrachten kann. "Bei Blutungen, die sich nicht durch den Befund im Enddarm erklären lassen, sollte vorsichtshalber auch der dahinterliegende Mastdarm und gegebenenfalls der gesamte Dickdarm untersucht werden.

Welche Stadien gibt es? 

Je früher man mit den Symptomen zum Arzt geht, desto besser – denn bleiben Hämorrhoiden unbehandelt, werden sie im Laufe der Zeit größer und müssen im schlimmsten Fall operativ entfernt werden. Mediziner unterteilen dabei die Erkrankung in folgende vier Stadien: 

SchweregradSymptome
Grad 1 Die Hämorrhoiden sind nur per Darmspiegelung zu erkennen. Es zeigen sich leichte bis keine Symptome.
Grad 2Beim Pressen wölben sich die Hämorrhoiden nach außen, danach ziehen sie sich aber wieder zurück. Sie sind vergrößert und hinterlassen ein unangenehmes Fremdkörpergefühl.
Grad 3Die Hämorrhoiden ziehen sich nicht wieder automatisch zurück, und es muss mit den Fingern nachgeholfen werden.
Grad 4Die angeschwollenen Gefäßpolster lassen sich auch mit den Fingern nicht wieder zurückschieben. Das Fremdkörpergefühl hält an, zusätzlich können Nässen und Schmerzen auftreten. Ist der Darmausgang beschädigt, kann es ebenfalls zu leichter Inkontinenz und verstärktem Stuhldrang kommen.

(Quelle: apotheken-umschau.de)

Welche Behandlungen gibt es bei Hämorrhoidalleiden? 

Zur Linderung von Beschwerden wie Juckreiz und Blutungen empfehlen Therapeuten unter anderem warme Sitzbäder, Cremes, Zäpfchen, Salben oder feuchte Umschläge mit Kamille oder Quark. Auch Ballaststoffreiche Ernährung mit viel Obst und Gemüse wird empfohlen. Nach dem Stuhlgang sollte der After mit feuchtem Toilettenpapier ohne Chemikalien gereinigt werden.

Wie kann vorgebeugt werden?

Folgende Maßnahmen helfen, um das Risiko für Hämorrhoiden zu senken:

  • Ballaststoffreiches Essen, z.B. Müsli, Vollkornnudeln oder Naturreis
  • Frisches Obst und Gemüse
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr, mindestens zwei Liter am Tag
  • Regelmäßige Bewegung und Sport
  • Vermeiden von Übergewicht
  • nur den nötigen Stuhlgang verrichten

Da Hämorrhoidalleiden nicht immer von äußeren Faktoren, sondern auch oft durch genetisch bedingte Faktoren wie Bindegewebsschwäche ausgelöst wird, ist eine 100 prozentige Vorbeugung leider nicht möglich.

Bei beginnenden Beschwerden wie Blut im Stuhl oder Brennen und Juckreiz in Analbereich sollten Sie zunächst immer einen Arzt aufsuchen. Wem der Gang zum Arzt unangenehm und peinlich ist, kann für die Behandlung auch erstmal auf Salben und Zäpfchen aus der Apotheke zurückgreifen. Doch nur ein Arzt kann letztendlich die richtige Diagnose stellen und die Ursache finden, um so die richtige Behandlung einzuleiten. Je früher die Erkrankung erkannt wird, desto besser kann man dagegen vorgehen. Im schlimmsten Fall droht eine Behandlung durch eine OP. 

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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