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Schlaganfall: So erkennen Sie die Warnzeichen

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FAST-Test kann Leben retten  

So erkennen Sie einen Schlaganfall schnell

10.05.2018, 10:01 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel, t-online.de

Schlaganfall: So erkennen Sie die Warnzeichen. Bild eines menschlichen Gehirns. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/janulla)

Bei einem Schlaganfall ist das Hirn in Gefahr (Quelle: janulla/Thinkstock by Getty-Images)

Ein Bekannter fängt plötzlich an zu nuscheln oder schwankt beim Gehen: Hinter diesen Symptomen kann ein Schlaganfall stecken. Dann zählt jede Minute. Doch nur wer die Warnzeichen kennt und richtig deutet, kann zielgerichtet handeln. Der sogenannte FAST-Test kann dabei helfen.

Nach Angaben der Deutschen Schlaganfall-Hilfe ereignen sich jedes Jahr etwa 270.000 Schlaganfälle. Sie stellen die dritthäufigste Todesursache in Deutschland dar. Dabei wird die Durchblutung des Gehirns unterbrochen. In 80 Prozent der Fälle ist ein Blutgerinnsel, das ein Hirngefäß verstopft, der Auslöser des Schlaganfalls. Dann sprechen Ärzte von einem Hirninfarkt. Seltener platzt ein Gefäß und es kommt zu einer Hirnblutung.

Schlaganfall-Warnzeichen erkennen

Zu den typischen Symptomen gehören Sehstörungen, Sprachprobleme, Lähmungen und Taubheitsgefühle. Auch Schwindel und sehr starke Kopfschmerzen sind mögliche Warnzeichen. Doch wie deutet man einen Schlaganfall bei seinem Gegenüber richtig?

Vorsicht bei entgleisten Gesichtszügen

Ein deutlicher Hinweis sind entgleiste Gesichtszüge, wenn beispielsweise der Mund schief ist oder ein Mundwinkel nach unten hängt. Auch bei plötzlichen Gangschwierigkeiten sollte man aufmerksam werden. Oft zieht der Betroffene ein Bein etwas nach, schwankt auffällig oder kann gar nicht mehr gehen. Lähmungserscheinungen in den Armen sind ebenfalls häufig zu beobachten. Der Betroffene kann Gegenstände nicht mehr richtig festhalten. 

Symptome wie bei einem Betrunkenen

Aufgrund der plötzlich ungelenken Motorik kann es sogar passieren, dass Außenstehende hinter dem Verhalten zu viel Alkohol vermuten. Denn ein Schlaganfall kann dem Anschein nach die gleichen körperlichen Auswirkungen zeigen, wie sie bei einem Betrunkenen auftreten. Das kommt unter anderem daher, weil Betroffene mit Sehschwierigkeiten und manchmal auch Doppelbildern zu kämpfen haben.

Das eingeschränkte Gesichtsfeld kann zu Orientierungsproblemen führen. Oft kommt starker Schwindel hinzu. Der Betroffene schwankt, kann sich nicht mehr aufrecht halten. Aufgrund der Sprachprobleme wirkt das Sprechen abgehackt, Silben werden verdreht oder weggelassen. Viele können sich nur noch lallend bemerkbar machen. Übelkeit und Erbrechen sind weitere Warnzeichen. Es kann zur Bewusstlosigkeit kommen.

Bei Verdacht auf einen Schlaganfall den FAST-Test durchführen

Wer die genannten Verhaltensänderungen bei seinem Gegenüber bemerkt, sollte sofort den sogenannten FAST-Test durchführen. Laut der Deutschen Schlaganfall-Hilfe lassen sich mit ihm die meisten Schlaganfälle innerhalb weniger Sekunden feststellen. Die Buchstaben F-A-S-T stehen dabei für "Face - Arms - Speech - Time", also Gesicht, Arme, Sprache und Zeit.

  • Face: Bitten Sie die Person zu lächeln. Ist das Gesicht halbseitig verzogen und wirkt schief, deutet das auf eine Halbseitenlähmung hin.
  • Arms: Bitten Sie die Person, die Arme nach vorne zu strecken und dabei die Handflächen nach oben zu drehen. Bei einer Lähmung kann die Person nicht beide Arme gleichzeitig heben.
  • Speech: Bitten Sie die Person, einen einfachen Satz nachzusprechen. Klingt die Sprache unklar, liegt wahrscheinlich eine Sprachstörung vor.
  • Time: Wenn der Betroffene mit diesen Aufgaben Probleme hat, sollten Sie sofort den Notarzt unter 112 verständigen.

Pro Minute sterben bis zu zwei Millionen Nervenzellen

Schnelles Handeln ist wichtig. Denn aufgrund der Durchblutungsstörung im Gehirn werden die Nervenzellen an der betroffenen Stelle nur noch unzureichend mit Sauerstoff versorgt. Je länger diese Störung besteht, desto mehr Nervengewebe wird unwiederbringlich zerstört. Medizinern zufolge sterben pro Minute bis zu zwei Millionen Nervenzellen ab.

Besser einmal zu viel zum Hörer greifen

Wer zögert und hofft, dass die Beschwerden von selbst wieder besser werden, riskiert schwerwiegende Folgen. Auch die Scheu vieler Menschen, nachts den Notarzt zu rufen, ist in diesem Fall fatal. Notdienste fordern immer wieder dazu auf, bei Verdacht sofort zum Hörer zu greifen: Besser einmal zu viel anrufen als zu lange zögern, lautet das Motto.

Medikament nur in den ersten vier Stunden wirksam

Mit jeder Minute, die verstreicht, steigt das Risiko für irreparable Schäden im Gehirn. Zudem kann nur in den ersten vier Stunden nach dem Schlaganfall ein Medikament verabreicht werden, das das Gerinnsel auflöst. Verstreicht diese Zeitspanne, stehen die Chancen schlecht, dass sich der Patient wieder erholt.

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 (Quelle: t-online.de)WICHTIGER HINWEIS:
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