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Die wichtigsten Fakten im Überblick

Ann-Kathrin Landzettel

20.10.2016Lesedauer: 4 Min.
Karies fĂŒhrt im schlimmsten Fall zum Verlust eines Zahnes.
Karies fĂŒhrt im schlimmsten Fall zum Verlust eines Zahnes. (Quelle: /Thinkstock by Getty-Images-bilder)
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Karies ist eine Erkrankung der ZĂ€hne. Bakterien im Zahnbelag zersetzen winzige Bestandteile von Essensresten und bilden dabei SĂ€uren. Diese greifen die Zahnsubstanz an und fĂŒhren bei unzureichender Mundhygiene zu Löchern im Zahnschmelz

Ursachen: Wie Karies entsteht

Auch wenn der Zahnschmelz das hĂ€rteste Material im Körper ist, unzerstörbar ist er nicht. FĂŒr Karies gibt es drei Hauptrisikofaktoren: hĂ€ufiger Zuckerkonsum, schlechte Mundhygiene und Zahnbelag (Plaque). Zahnbelag bietet kariesbildenden Bakterien (vor allem Streptokokkus mutans und Laktobazillen) den idealen NĂ€hrboden. Zersetzen sie die Nahrungsreste und den enthaltenen Zucker, entstehen als Abfallprodukt SĂ€uren. Diese greifen den Zahnschmelz an und fĂŒhren im ersten Schritt zu einer Entkalkung der geschwĂ€chten ZahnoberflĂ€che. Die betroffene Stelle zeigt eine helle weißliche FĂ€rbung und bietet den Bakterien eine zusĂ€tzliche AngriffsflĂ€che. Ohne eine ausreichende Zahnpflege wird der Zahnschmelz immer weicher. Irgendwann bildet sich schließlich ein kleines Loch. Dieses muss vom Zahnarzt ausgebohrt und mit einer FĂŒllung versehen werden. Geschieht dies nicht, frisst sich die Karies durch die Zahnkrone hindurch zur Zahnwurzel und zerstört schließlich das Zahnbein und den Zahnnerv.

Karies: Die drei Stadien der Zahnerkrankung

Karies im Anfangsstadium (Initialkaries): Initialkaries bezeichnet das Anfangsstadium einer Karies. Hier zeigen sich kleine weiße entkalkte Stellen, die besonders anfĂ€llig fĂŒr Kariesbakterien sind. In diesem Stadium ist nur der Zahnschmelz betroffen. Die fortschreitende Zerstörung lĂ€sst sich durch eine gute Mundhygiene und fluoridhaltige Zahnpasten noch aufhalten.

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Dentinkaries: Im weiteren Verlauf fĂ€rbt sich die kleine weiße Stelle am Zahnschmelz gelblich-brĂ€unlich und wird zunehmend weicher. StĂŒck fĂŒr StĂŒck frisst sich die Karies weiter durch den Zahnschmelz und erreicht irgendwann das Zahnbein. Dort breitet sie sich weiter aus und untergrĂ€bt den Zahnschmelz förmlich. So kann es passieren, dass eines Tages plötzlich ein Teil des Zahnes abbricht. Meist macht sich der kranke Zahn erst in diesem Stadium durch Schmerzen bemerkbar.

Tiefe Karies (Caries profunda): Bei der tiefen Zahnkaries sind bereits zwei Drittel des Zahnbeins zerstört. Hat sich die ZahnfÀule zum Nerv durchgefressen, leidet der Patient unter sehr starken Schmerzen. Bleibt die tiefe Karies unbehandelt, stirbt der Zahn ab.

Symptome: Bei diesen Beschwerden zum Arzt

Je frĂŒher Karies behandelt wird, desto geringer sind die SchĂ€den am Zahn. RegelmĂ€ĂŸige Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt helfen dabei, eine beginnende ZahnfĂ€ule frĂŒhzeitig zu entdecken. Auch wenn man selbst VerĂ€nderungen an den ZĂ€hnen oder am Zahnfleisch bemerkt oder Schmerzen bekommt, sollte man schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen.

Zu den Leitsymptomen einer Karies zÀhlen:

  • im Anfangsstadium kleine weißliche, spĂ€ter hell- bis dunkelbraune VerfĂ€rbungen auf der ZahnoberflĂ€che
  • vermehrte KĂ€lte- und Hitzeempfindlichkeit (Ziehen im Zahn beim Genuss von Eis oder heißen GetrĂ€nken)
  • weiche Stellen auf der ZahnoberflĂ€che
  • Schwellungen des Zahnfleisches
  • Blutungen des Zahnfleisches
  • im spĂ€teren Stadium Schmerzen
  • abbrechende Zahnteile

Behandlung: Das macht der Zahnarzt

Der Zahnarzt untersucht den betroffenen Zahn genau. Bei Bedarf fĂŒhrt er eine Röntgenuntersuchung durch, um das Ausmaß des Befalls festzustellen. Das Röntgenbild zeigt zudem, ob sich unter einer FĂŒllung oder in den ZahnzwischenrĂ€umen Karies gebildet hat. Im FrĂŒhstadium reicht es oftmals aus, die ZĂ€hne regelmĂ€ĂŸig mit einer fluoridhaltigen Zahncreme zu putzen oder vom Zahnarzt ein Fluoridgel auf die ZĂ€hne auftragen zu lassen.

Ist der Zahnschmelz bereits weich oder haben sich kleine Löcher gebildet, muss behandelt werden. Um Schmerzen bei der Behandlung vorzubeugen, kommt oftmals eine BetĂ€ubungsspritze zum Einsatz. Anschließend bohrt der Zahnarzt die betroffene Stelle aus und fĂŒllt diese. HierfĂŒr kommen meist Kunststoff, Keramik oder Edelmetalle zum Einsatz. Amalgam ist aufgrund der Quecksilberbelastung in der Kritik. Viele Ärzte setzen solche FĂŒllungen daher nicht mehr ein und raten ihren Patienten, vorhandene FĂŒllungen StĂŒck fĂŒr StĂŒck durch andere Materialien zu ersetzen. Wer AmalgamfĂŒllungen hat und unsicher ist, was das persönliche Gesundheitsrisiko angeht, vereinbart am besten einen Beratungstermin.

Ist der Zahn stĂ€rker beschĂ€digt, kann eine Krone notwendig werden. Oftmals geht die Behandlung mit einer Zahnwurzelbehandlung einher. Manchmal muss der ganze Zahn entfernt werden. Dieser wird dann durch ein Implantat oder eine BrĂŒcke ersetzt.

Erste Hilfe: Was die Zahnschmerzen lindern kann

Zahnschmerzen kommen meist zu den unpassendsten Momenten: samstags vor dem Schlafengehen, im Urlaub oder auf der Dienstreise. Ist der schnelle Gang zum Zahnarzt nicht möglich, können Schmerztabletten, beispielsweise mit den Wirkstoffen Ibuprofen oder Paracetamol, die Beschwerden kurzzeitig lindern. UnterstĂŒtzend kann das Kauen einer GewĂŒrznelke helfen. Das enthaltene Ă€therische Öl Eugenol wirkt leicht betĂ€ubend und desinfizierend.

Vorbeugen: So bleiben die ZĂ€hne gesund

Das Risiko fĂŒr ZahnfĂ€ule lĂ€sst sich senken, indem man nach den Mahlzeiten die ZĂ€hne putzt und ZahnbelĂ€ge entfernt. Wichtig: Erst 30 Minuten nach dem Essen zur ZahnbĂŒrste greifen. Die SĂ€uren im Essen weichen den Zahnschmelz auf und durch zu starkes Putzen kann dieser abgerieben werden (Abrasion). Es braucht einige Zeit, bis der Speichel die SĂ€uren neutralisiert und die ZahnoberflĂ€che remineralisiert hat.

Auch Zahnseide stellt eine wichtige Maßnahme fĂŒr die Mundhygiene dar. Sie erreicht die Stellen, an die die ZahnbĂŒrste nicht kommt. Die Verwendung einer fluoridhaltigen Zahnpasta stĂ€rkt den Zahnschmelz und macht ihn widerstandsfĂ€higer gegenĂŒber SĂ€uren. Zudem sollten zuckerhaltige Lebensmittel nur in Maßen verzehrt und nach ihrem Genuss auf eine gute Mundhygiene geachtet werden.

RegelmĂ€ĂŸige Vorsorgeuntersuchungen beim Zahnarzt sind ebenfalls wichtig fĂŒr die Zahngesundheit. Sie sollten zwei Mal im Jahr wahrgenommen werden. Nicht nur, dass Karies so schon im FrĂŒhstadium entdeckt werden kann. Die regelmĂ€ĂŸige Entfernung von Zahnstein reduziert das Kariesrisiko. Kleine entkalkte Zahnstellen können mit Fluorid behandelt werden.

Ein Mal im Jahr: Professionelle Zahnreinigung (PZR)

Da bakterielle BelĂ€ge die Hauptursache fĂŒr die kariöse Zahnzerstörung darstellen, zĂ€hlt deren Entfernung zu den wichtigsten Maßnahmen im Kampf gegen Karies. ZahnĂ€rzte empfehlen daher, zusĂ€tzlich zu der Zahnhygiene zu Hause einmal im Jahr eine professionelle Zahnreinigung (PZR) durchfĂŒhren zu lassen. Mit speziellen Instrumenten kann der Zahnarzt hartnĂ€ckige Ablagerungen und bakterielle BelĂ€ge an schwer zugĂ€nglichen Stellen entfernen und Bakterien so den NĂ€hrboden nehmen. Neben einem Pulverstrahlreiniger, der mit einem Salz-Wasser-Gemisch arbeitet, kommen auch Zahnseide und Fluoridgel zum Einsatz. Die Behandlung dauert zwischen 30 und 60 Minuten.

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Obwohl der medizinische Nutzen einer Zahnreinigung unbestritten ist, muss der Patient die Kosten selbst tragen. Die PZR ist nicht im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen enthalten, sondern zĂ€hlt als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL). Die Kosten sind abhĂ€ngig vom Aufwand und können bis zu 150 Euro betragen. Einige Krankenkassen ĂŒbernehmen allerdings einen Teil der Kosten. Am besten fragt man vor der Behandlung bei seiner Krankenkasse nach.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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