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Woher kommt der typische Schwimmbadgeruch?

Vorsicht bei Schwimmbadgeruch  

Ist Chlor im Badewasser schädlich?

07.07.2018, 13:24 Uhr | Julia Naue, dpa, AM, sah

Familienausflug ins Schwimmbad: Chlorgeruch ist ein schlechtes Zeichen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/Purestock)
Daher riecht es im Schwimmbad wirklich nach Chlor

Fast immer, wenn man ins Schwimmbad geht, riecht es nach Chlor. Doch warum ist das so? Wir haben die Auflösung. Aber Vorsicht, der Grund ist echt eklig.

Familienausflug ins Schwimmbad: Chlorgeruch ist ein schlechtes Zeichen. (Quelle: ProSieben)


Wer keinen See in der Nähe hat, den zieht es im Sommer ins Freibad. Doch das Wasser in Frei- und Schwimmbädern ist in der Regel chlorhaltig. Der ein oder andere Badegast fragt sich jedoch: Ist das schädlich?

Das Infektionsschutzgesetz verpflichtet die Betreiber von öffentlichen Bädern, dafür zu sorgen, dass Gäste durch die Benutzung nicht krank werden. Die Chlorung des Badewassers dient im Schwimmbad deshalb zur Desinfektion. Selbst wer jeden Tag schwimmen geht und dabei immer circa 100 Milliliter Chlorwasser schluckt, muss keine Konsequenzen fürchten.

Woher kommt der typische Schwimmbadgeruch?

Das, was Badegäste als typischen Schwimmbadgeruch wahrnehmen, ist gar nicht das Chlor im Wasser. Die Chemikalie, die im Badewasser Keime abtötet, ist geruchlos. Erst zusammen mit einer anderen Substanz entsteht das typische Odeur. Wenn es stark nach Chlor riecht, heißt das also, dass viel Urin im Wasser ist.

Chlor geht schnell Verbindungen mit anderen Stoffen ein. Aus dem geruchlosen "freien" Chlor und dem ebenfalls geruchlosen Harnstoff wird "gebundenes" Chlor: zum Beispiel Trichloramin, das sehr stark riecht. Je mehr Harnstoff, desto mehr Trichloramin, desto mehr Schwimmbadgeruch. 

Ist Chlor im Wasser schädlich?

Ob das Chlor im Wasser schädlich ist, kommt auf die Konzentration an und darauf, wie empfindlich der einzelne Schwimmer ist. Trichloramin kann Atembeschwerden hervorrufen – das kann für Asthmatiker gefährlich sein. Es kann die Augen sowie die Schleimhäute in Nase und Rachen reizen. Ohne Chlor wären die Gesundheitsgefahren aber größer, denn dann würden Krankheitserreger im Wasser nicht abgetötet.

Gegen rote Augen kann beispielsweise eine Schwimmbrille helfen und leichte Schleimhautreizungen gehen in der Regel von alleine wieder weg. Ob ein Bad seinen Wasserreinigungspflichten nachkommt, können Sie ganz leicht erkennen: Wenn Sie das Schwimmbad schon im Eingang riechen, dann ist was faul.

Wie viel Chlor sollte im Wasser sein?

Chlor dient dazu, Krankheitserreger abzutöten. Standard sind zwischen 0,3 und 0,6 Milligramm pro Liter Wasser. Die richtige Dosis ist abhängig von einer ganzen Reihe von Faktoren: Wie ist die Wasserqualität? Wie viele Schwimmer sind im Wasser? Wie leistungsfähig ist die Aufbereitungsanlage? Und auch ob die Sonne scheint, ist entscheidend, denn Chlor baut sich unter UV-Strahlung leichter ab.

So gelangt Harnstoff ins Wasser

Ein großer Teil des Harnstoffs im Badewasser stammt vom Urin: von Pipi machenden Kleinkindern, inkontinenten Älteren oder Schwimmern, die zu faul sind, zur Toilette zu gehen. Ein paar Tropfen verliert aber auch jede gesunde Blase. Weiterer Harnstoff kommt von der Körperoberfläche: Er ist ein Hautbestandteil – und wird beim Schwimmen ausgewaschen.

Einmal ins Becken pinkeln trägt etwa sechs Gramm Harnstoff ins Becken ein. Das entspricht der Menge von fast 40 Badenden, die den Harnstoff nur über die Haut eintragen. Das Umweltbundesamt hat es ausgerechnet: Pro Badegast gelangen durchschnittlich 0,16 Gramm Harnstoff ins Wasser.

Gründliches Duschen ist wichtig

Wie reduziert man die Belastung? Die wichtigste Regel – außer zur Toilette zu gehen – lautet: vor dem Schwimmen duschen. "Gründliches Duschen entfernt 75 bis 97 Prozent des Harnstoffs", informiert das Umweltbundesamt.

Forscher aus Kanada haben errechnet, dass sich in einem klassischen Schwimmbecken mit einem Fassungsvermögen von 830.000 Litern Wasser (das entspricht etwa einem 25 Meter langen Pool mit sieben Schwimmbahnen) etwa 75 Liter Urin befinden. In kleineren Pools seien es rund 30 Liter gewesen.

Verwendete Quellen:

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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