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Experte erklÀrt, was sich hinter Vulvodynie verbirgt

t-online, Ann-Kathrin Landzettel

Aktualisiert am 06.02.2018Lesedauer: 3 Min.
Vulvodynie liegt vor, wenn Frauen Schmerzen und Brennen im Bereich der gesamten Vulva haben.
Vulvodynie liegt vor, wenn Frauen Schmerzen und Brennen im Bereich der gesamten Vulva haben. (Quelle: Symbolbild/grinvalds/Thinkstock by Getty-Images-bilder)
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Begriffe wie Vulvodynie und Vestibulodynie dĂŒrften den meisten Frauen fremd sein. Weniger fremd sind ihnen mit großer Wahrscheinlichkeit Schmerzen und Brennen im Intimbereich, genauer im Bereich der Vulva. FĂŒr die betroffenen Frauen bedeutet das eine große EinschrĂ€nkung ihrer LebensqualitĂ€t. Der Weg zur Diagnose ist oft lang.

Von Vulvodynie sprechen GynĂ€kologen, wenn Schmerzen und Brennen im Bereich der gesamten Vulva auftreten, von Vestibulodynie, wenn im feuchten Teil der Vulva, zwischen den kleinen Schamlippen, die Beschwerden mindestens drei Monate lang anhalten. Schmerzen und Brennen können spontan oder bei BerĂŒhrung auftreten. Teilweise kommt es zu Rötungen.

Vulvodynie und Vestibulodynie: Jede 20. Frau einmal im Leben betroffen

"SchĂ€tzungsweise jede 20. Frau leidet einmal in ihrem Leben zeitweise unter den unerklĂ€rlichen Schmerzen und Brennen im Intimbereich. Manche von ihnen sogar mehrere Jahre", weiß Professor Werner Mendling, Leiter des Deutschen Zentrums fĂŒr Infektionen in GynĂ€kologie und Geburtshilfe sowie Mitglied der Deutschen Gesellschaft fĂŒr GynĂ€kologie und Geburtshilfe. "Viele Frauen können weder Sex haben noch Tampons benutzen. Selbst Radfahren und Sitzen ist hĂ€ufig nicht oder nur unter starken Schmerzen möglich."

Und nicht nur das: Selbst Urinieren kann zu starken Schmerzen fĂŒhren, ebenso die Blutungen bei der Periode. Um zu verdeutlichen, wie belastend die Erkrankung sein kann: Viele Betroffene berichten von "Schmerzen wie Feuer", "stechenden Nadeln", "Reibeisen" oder "offenem Fleisch".

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Bei Vulvodynie und Vestibulodynie liegt keine Infektion vor

Die Ursachen der Vulvodynie und Vestibulodynie sind noch nicht vollstÀndig erforscht. Das Besondere an dem Krankheitsbild ist, dass weder eine Infektion noch eine Hauterkrankung vorliegt. Untersuchungen legen den Schluss nahe, dass die Schmerzstörung hÀufig in Verbindung mit emotional stark belastenden Konflikten und psychischen Belastungen auftritt.

Störungen in der Schmerzverarbeitung in der empfindlichen Hautpartie sowie im zentralen Nervensystem werden ebenso diskutiert wie eine Hochregulation des Immunsystems mit einer Überproduktion schmerzauslösender MolekĂŒle. Traumata und Nervenwachstumsfaktoren werden ebenfalls in Betracht gezogen.

"Schmerzstörung im Intimbereich kaum bekannt"

"Leider ist diese Erkrankung in der Öffentlichkeit und bei Ärzten noch wenig bekannt, sodass vielen Frauen, die darunter leiden, damit Unrecht getan wird, wenn ihr Problem leichtfertig als dauernde Infektionen oder Psychoproblem abgetan wird", sagt Mendling, der seit vielen Jahren die Krankheitsbilder der Vulvodynie und Vestibulodynie untersucht. "Hier ist noch viel AufklĂ€rungsarbeit nötig. Je mehr Frauen und auch Ärzte wissen, dass es diese Schmerzstörung gibt und dass sie alles andere als selten ist, desto besser stehen die Chancen auf eine frĂŒhe Diagnose und eine Linderung der Beschwerden."

Burning Vulva Syndrome: Diese Symptome können auf die Schmerzstörung hinweisen

An Vulvodynie beziehungsweise Vestibulodynie, frĂŒher auch "Burning Vulva Syndrome" genannt, sollten Frauen dann denken, wenn zu der wiederkehrenden Schmerzempfindlichkeit und dem Brennen im Intimbereich keine weiteren, fĂŒr andere Erkrankungen typischen Symptome auftreten, wie etwa Ausfluss, ein unangenehmer Geruch, NĂ€ssen oder Juckreiz.

Falsche Therapien verstÀrken die Beschwerden

Ohne die Diagnose der belastenden Störung geraten die betroffenen Frauen in einen Teufelskreis aus Schmerzen und verschiedenen Therapien. "Die wichtigste, die Beschwerden verschlimmernde Komponente ist das stÀndige Verabreichen von Haut- und Vaginalcremes oder ScheidenzÀpfchen, ohne dass eine Infektion vorliegt", so der Experte.

Ein weiteres Problem sei, dass Untersuchungen von bakteriologischen Kulturen aus der Scheide oft dazu fĂŒhrten, dass Bakterien als kritisch angesehen wĂŒrden, die zur normalen Flora gehörten. Langwierige und unnötige Antibiotika-Behandlungen, welche das Gleichgewicht der Scheide noch mehr zerstörten, seien hĂ€ufig die Folge. "Als Ergebnis haben viele Frauen zusĂ€tzlich mit neuen Problemen zu kĂ€mpfen, darunter beispielsweise BlasenentzĂŒndungen. Oder es nehmen Pilze Überhand", so Mendling.

Es gibt kein Medikament gegen Vulvodynie und Vestibulodynie

Ist die Diagnose Vulvodynie oder Vestibulodynie gestellt, sollte laut dem Experten die Anwendung von Antibiotika und Antipilzmitteln (Antimykotika) beendet werden. Der Intimbereich wird lediglich mit Wasser gewaschen und vorsichtig trocken getupft. Medikamentös kommen lokal oder oral Antiepileptika oder Antidepressiva in Betracht, die in der Lage sind, sogenannte neuropathische Schmerzen zu reduzieren.

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"Wichtig ist ein gesamtheitliches, interdisziplinÀres Konzept, um psychosozial und körperlich wieder ins Lot zu kommen. Die Therapie muss dabei individuell zusammengestellt werden. Jede Frau reagiert anders auf die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten. Manchmal kann erst nach einigen Versuchen eine Linderung erreicht werden", so Mendling. Im letzten Schritt kann auch ein operativer Eingriff helfen. Bei manchen Frauen lassen die Beschwerden nach einiger Zeit von selbst wieder nach.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Ann-Kathrin Landzettel
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