Sie sind hier: Home > Gesundheit > Krankheiten & Symptome >

Epilepsie: Was Sie über die Erkrankung wissen sollten

Bei Anfällen zur Stelle sein  

Epilepsie: Was Sie im Notfall tun müssen

07.02.2019, 14:28 Uhr | Sabine Meuter, dpa-tmn

Epilepsie: Was Sie über die Erkrankung wissen sollten. EEG-Bild: Ein einzelner Anfall bedeutet nicht zwangsläufig Epilepsie. (Quelle: Getty Images/sudok1)

EEG-Bild: Ein einzelner Anfall bedeutet nicht zwangsläufig Epilepsie. (Quelle: sudok1/Getty Images)

Halluzinationen, Muskelzuckungen, Ohnmacht: Epilepsie hat viele Gesichter. Oft, aber nicht immer, lässt sich die Erkrankung mit Medikamenten kontrollieren. Es ist gut, für den Notfall zu wissen was zu tun ist – für Betroffene ebenso wie für Außenstehende.

In Deutschland sind eine halbe Million Menschen von Epilepsie betroffen. Die Anzeichen für eine Erkrankung sind vielfältig und epileptische Anfälle unterscheiden sich von Person zu Person. Außenstehende können helfen, wenn ein Betroffener einen Anfall bekommt.

Jeder kann betroffen sein

"Es ist wie ein Vorhang, der sich am Kopf entlang zuzieht und alles verdunkelt", beschreibt der 37-Jährige Alexander Walter, Vorsitzender des Landesverbandes Hessen der Deutschen Epilepsievereinigung, einen seiner epileptischen Anfälle. Drei bis fünf Minuten dauern diese. Nach einer Viertelstunde ist wieder alles so, als sei nichts gewesen. Eine Lappalie ist ein epileptischer Anfall deswegen aber nicht: Im Job, im Straßenverkehr oder im Schwimmbad hat er womöglich fatale Folgen.

Treffen kann Epilepsie jeden, von jung bis alt. Rund 500.000 Menschen sind nach Angaben der Deutschen Epilepsievereinigung erkrankt. Walter gelingt es dank eines Vorgefühls, der sogenannten Aura, meistens, sich gegen die Anfälle zu wappnen. Bei einem Anfall entfaltet das Gehirn vorübergehend eine übermäßige Aktivität und sendet zu viele Signale. Es kommt zu einer Art Gewitter im Kopf.  

Die Folge dieser Überlastung des Gehirns sind epileptische Anfälle. "Sie machen sich ganz unterschiedlich bemerkbar", sagt Stefan Conrad, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Epilepsievereinigung. Es gibt generalisierte und fokale Anfälle: Bei ersteren ist das gesamte Gehirn betroffen, bei letzteren nur ein Teil. 

Anfälle und Ursachen unterscheiden sich 

Bei einem Anfall verkrampfen sich Gliedmaßen, während andere Körperteile die Muskelspannung verlieren. Betroffene können dabei bewusstlos werden und stürzen. Es gibt Anfälle, bei denen Halluzinationen auftreten oder es zucken einzelne Muskelgruppen in schneller Folge. 

Epilepsie hat ganz unterschiedliche Ursachen. "Das können etwa Schlaganfälle, Kopfverletzungen durch Unfälle oder Entzündungen der Hirnhaut sein", erklärt Conrad. Das Problem: Nicht immer wird eine Epilepsie auch gleich als Epilepsie erkannt. So war es auch bei Walter: "Erst in meinem 24. Lebensjahr ist bei mir Epilepsie diagnostiziert worden", erzählt er.

Ein einzelner Anfall bedeutet nicht zwangsläufig Epilepsie

Von Epilepsie ist die Rede, wenn epileptische Anfälle ohne erkennbaren Auslöser mehrfach aufgetreten sind. "Aufgrund eines einmaligen Anfalls liegt nicht unbedingt Epilepsie vor", sagt Conrad. Ein einzelner Anfall kann auch andere Ursachen haben – Schlafentzug etwa oder übermäßigen Alkoholkonsum.

Walter hatte in seinem Leben schon unzählige epileptische Anfälle. Im Epilepsiezentrum Frankfurt Rhein-Main bekam er Medikamente verschrieben, mit deren Hilfe er die Erkrankung in den Griff bekam. Er fühlt sich gut aufgehoben mit seiner Familie und seinen Freunden. "Für mich war es einfach, weil ich immer Hilfe hatte", sagt Walter.


Außenstehende und andere Betroffene können helfen

Es gibt auch Epilepsie-Betroffene, die sich nicht so gut im Leben zurechtfinden. Manche bekommen trotz der verschriebenen Medikamente immer noch regelmäßig Anfälle. "Gerade für sie ist es enorm wichtig, dass sie sich mit anderen Betroffenen zwanglos austauschen können", erklärt Björn Tittmann, Leiter einer Epilepsie-Selbsthilfegruppe im sächsischen Annaberg.

Was ihm ein Anliegen ist: "Es muss bekannter werden, wie Außenstehende sich im Fall eines Falles verhalten sollten." Gut zu wissen: Ein Anfall hört in der Regel von selbst wieder auf. Wichtig ist aber, Betroffene währenddessen zu schützen: Scharfkantiges sollte man ihnen abnehmen, eine Brille auch. Ansonsten sollten Umstehende dem Betroffenen ruhig und geduldig zur Seite stehen.

Verwendete Quellen:
  • dpa

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Die DSL-Alternative mit LTE50. Pausieren jederzeit möglich
zum Homespot 200 bei congstar
Klingelbonprix.deOTTOCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
  • giga.de
  • desired.de
  • kino.de
  • Statista
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Magenta TV
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Magenta Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2019