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Das passiert, wenn Sie Ihre Haut zu viel pflegen

Von dpa-tmn
Aktualisiert am 26.03.2019Lesedauer: 3 Min.
Frau cremt ihr Gesicht ein: ÜbermĂ€ĂŸige Hautpflege kann Periorale Dermatitis verursachen.
Frau cremt ihr Gesicht ein: ÜbermĂ€ĂŸige Hautpflege kann Periorale Dermatitis verursachen. (Quelle: Extreme Photographer/getty-images-bilder)
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Einst hieß sie "Stewardessenkrankheit", obwohl der schmerzhafte Hautausschlag im Gesicht auch andere Berufsgruppen treffen kann. Ein Übermaß an Pflege- und Kosmetikprodukten ist oft die Ursache. Was hilft Betroffenen

Die Haut im Mundbereich spannt, es bilden sich kleine rote Pusteln, die jucken oder brennen. Doch wer mit extra viel Creme dagegen hĂ€lt, tut seiner Haut womöglich nichts Gutes. Denn bei der vermeintlich trockenen Haut kann es sich um eine Mundrose – auch Periorale Dermatitis genannt – handeln. Deren Ursache ist zu viel Pflege.

"Die Periorale Dermatitis Ă€ußert sich durch entzĂŒndliche, gerötete, spitzkegelige Papeln oder Knötchen, die etwa ein bis zwei Millimeter groß sind. Sie treten meist um den Mund herum auf, können sich aber auch um die Augen und die Nase bilden", erklĂ€rt Professor Cord Sunderkötter. Er ist Direktor der Klinik fĂŒr Dermatologie und Venerologie des UniversitĂ€tsklinikums Halle an der Saale.

Hauterkrankung ist schwer zu erkennen

Das TĂŒckische: Oft ist die Mundrose nicht leicht zu erkennen, weil die HautverĂ€nderungen nicht sehr stark sind. "Viele Patienten bekommen vom Hausarzt eine Cortisoncreme verschrieben", sagt Jens Tesmann, Dermatologe aus Stuttgart und Mitglied des Berufsverbands der deutschen Dermatologen. Mit Cortison werde die Periorale Dermatitis schnell besser. "Aber sie kommt umso stĂ€rker zurĂŒck, wenn man die Creme absetzt", so Tesmann.

Was ist also zu tun, wenn es um den Mund oder an den Augenlidern brennt, wenn es juckt und sich rote Knötchen zeigen? Auf keinen Fall sollten Betroffene selbst zur Creme greifen. "Periorale Dermatitis ist eine der wenigen Hauterkrankungen, bei denen man etwas weglassen muss, damit sie besser wird", sagt Sunderkötter. Anhaltender Gebrauch von Kosmetika, vor allem von feuchtigkeitsspendenden Cremes, ist bei Menschen mit entsprechender Veranlagung oft sogar Verursacher der Krankheit.

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"Treibhaus fĂŒr pathogene Keime"

Überpflege mit Gesichtswasser und Waschlotion oder auch stark deckendes Make-up seien weitere Auslöser, ergĂ€nzt Tesmann. Die Haut könne nicht atmen, unter der Dekoschicht entstehe ein "Treibhaus fĂŒr pathogene Keime". FrĂŒher nannte man die Mundrose deshalb auch "Stewardessenkrankheit": Diese Berufsgruppe ist meist stark geschminkt, wechselt die Klimazonen und hat unregelmĂ€ĂŸige Schlafzeiten. Und das alles bedeute Stress – fĂŒr den Menschen und fĂŒr seine Haut.

Dass privater Stress bei ihr den brennenden Ausschlag begĂŒnstigt hat, davon ist die DĂŒsseldorferin Saskia Tieberg (Name geĂ€ndert) ĂŒberzeugt. "Es fing ganz klassisch an mit kleinen roten Pusteln in NĂ€he der Mundwinkel", erinnert sich die 36-JĂ€hrige. Der Ausschlag wurde innerhalb weniger Tage deutlich stĂ€rker, die PĂŒnktchen wuchsen zu roten FlĂ€chen zusammen.

Sechs Wochen lang kĂ€mpfte Tieberg mit dem Ausschlag – eine Zeit, die sie nicht noch einmal erleben möchte. Sie glaubt, dass ihre Periorale Dermatitis stressbedingt war. "Ich benutze seit Jahren die gleichen sehr milden und hautvertrĂ€glichen Pflege- und Kosmetikprodukte. Es gab also keinen Wechsel, der verantwortlich gewesen sein könnte."

Behandlung dauert meist Wochen

Doch genau das ist ein typischer Irrglaube: "Wer anhaltend Kosmetika verwendet, auch ĂŒber Jahre dieselben Produktlinien, bei dem kann irgendwann der Zeitpunkt erreicht sein, bei dem die Haut sehr gereizt ist", sagt Sunderkötter. Betroffene brauchen Geduld: "Die Periorale Dermatitis kann nicht schnell behandelt werden", sagt Dermatologe Tesmann. "Sie dauert Wochen. Darauf mĂŒssen sich die Patienten einstellen."

Die beste Therapie ist es, auf die betroffenen Hautpartien zunĂ€chst konsequent keine Pflege- oder Kosmetikartikel aufzubringen. Manchmal können sich die Beschwerden zunĂ€chst verschlechtern – es empfiehlt sich, einen Dermatologen aufzusuchen und eine Therapie mit alternativen, schonenden Arzneien oder Salben zu machen.

Als UnterstĂŒtzung empfiehlt Tesmann SchwarzteeumschlĂ€ge: Einen sehr starken schwarzen Tee kochen, abkĂŒhlen lassen und dann ein darin getrĂ€nktes dĂŒnnes Baumwolltuch auf die Hautstellen legen. Auch Cord Sunderkötter rĂ€t zu diesem Hausmittel. In der Regel klingt die Mundrose nach einigen Wochen wieder ab.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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