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Hämorrhoiden mit Salben, Cremes und Zäpfchen behandeln

Salben, Zäpfchen und Sitzbäder  

Ohne OP: Hämorrhoiden auf die sanfte Art behandeln

17.09.2019, 09:03 Uhr | t-online.de , ms

Hämorrhoiden mit Salben, Cremes und Zäpfchen behandeln. Bei leichten Beschwerden können Hämorrhoiden auch mit Mitteln aus der Drogerie oder Apotheke behandelt werden. (Quelle: Getty Images/ Milkos)

Bei leichten Beschwerden können Hämorrhoiden auch mit Mitteln aus der Drogerie oder Apotheke behandelt werden. (Quelle: Milkos/Getty Images)

Fast jeder Erwachsene leidet in seinem Leben mal unter Hämorrhoiden. Trotzdem sind die blutenden Gefäßpolster für viele ein Tabu-Thema. Wem der Gang zum Arzt unangenehm ist, kann frühe Beschwerden auch selbst behandeln. Wir erklären, wie Sie Hämorrhoiden im Anfangsstadium auf sanfte Art behandeln können.

Hämorrhoiden hat jeder Mensch. Dabei handelt es sich um Blutgefäßpolster, die zusammen mit dem Schließmuskel den Enddarm abdichten. Bei vergrößerten Hämorrhoiden spricht man von einem Hämorrhoidalleiden. Im Volksmund wird allerdings oft vereinfacht von "Hämorrhoiden" gesprochen. Salben, Zäpfchen oder Sitzbäder aus der Apotheke können im frühen Stadium hilfreich sein. Bei starken Beschwerden wie Blut im Stuhl und Schmerzen sollte jedoch ein Arzt zu Rat gezogen werden. 

Welche Salbe bei Hämorrhoiden?

Eine Behandlungsmöglichkeit bei Hämorrhoiden im Frühstadium sind Salben. Sie können Symptome wie analen Juckreiz und gereizte Haut eindämmen. Hierfür können verschiedene Produkte eingesetzt werden. Hierzu gehören zum Beispiel rezeptfreie Salben mit natürlichen Wirkstoffen wie Hamamelis, Calendula oder Aloe Vera. Außerdem enthalten sie entzündungshemmende Stoffe sowie Zink und Panthenol. Diese Salben helfen vor allem dabei, den Juckreiz und die Hautreizungen zu lindern. Auch Cremes, die den Wirkstoff Lidocain enthalten, sind hilfreich gegen Hämorrhoiden. Lidocain betäubt die Stelle und reduziert somit Schmerzen, Brennen und Juckreiz. Darüber hinaus gibt es kortisonhaltige Salben, die entzündungshemmend wirken. Diese werden allerdings nur vom Arzt verordnet und dürfen lediglich über einen bestimmten Zeitraum zur Behandlung angewendet werden. 

Die Stiftung Warentest hat 2014 frei verkäufliche Hämorrhoiden-Cremes und -Salben unter die Lupe genommen. Dabei kamen die Experten zum Schluss, dass nur zwei örtliche betäubende Wirkstoffe erfolgreich Juckreiz und Schmerzen lindern konnten: Lidocain und Quinsocain. Sie sind in den Hämorrhoiden-Präparaten "Posterisan akut Salbe und Zäpfchen" und "Haenal akut Creme" enthalten. Salben und Cremes mit Hamamelisextrakten und anderen Wirkstoffen fanden die Tester dagegen "allenfalls hilfreich zur Hautpflege".

Gegen die lästigen Gefäßpolster selbst sind die örtlich betäubenden Wirkstoffe jedoch machtlos, denn sie behandeln lediglich die Symptome nicht die Ursache. Von alleine bilden sich die Hämorrhoiden nur selten zurück. Eine Umstellung des Lebensstils und der Essgewohnheiten kann den Heilvorgang unterstützen. Die beste Hilfe gibt es letztendlich beim Arzt. Er kann die Hämorrhoiden veröden oder abschnüren. Operationen sind in der Regel erst bei fortgeschrittenen Hämorrhoiden des dritten oder vierten Grades erforderlich.

Salben gegen Hämorrhoiden in der Schwangerschaft

Fast jede zweite Frau leidet während der Schwangerschaft oder nach der Geburt an Hämorrhoiden. Oft sind sie eine Folge des starken Pressens während der Entbindung. Doch auch der Fötus übt während der Schwangerschaft Druck auf den Darm aus. Das kann zu Verstopfungen führen, die wiederum Hämorrhoiden begünstigen.

Bei vielen Hämorrhoiden-Mitteln gibt es in der Packungsbeilage für Schwangere keine konkreten Empfehlungen, die für oder gegen die Benutzung der Salben sprechen. Oft fehlen genügend Daten, da Studien an schwangeren Frauen nicht erlaubt sind. Hersteller von Salben und Zäpfchen mit Wirkstoffen wie Hamamelis und Calendula oder auch Lidocain halten die Behandlung während einer Schwangerschaft für unproblematisch. Empfohlen wird jedoch, vor der Behandlung mit dem Arzt zu sprechen. Salben, die Schwangere bei Hämorrhoiden problemlos ohne Absprache mit dem Arzt anwenden können, sind solche, die Zinkoxid enthalten. Dazu gehören auch einfache Zinksalben. 

Die Anwendung: Was es bei Cremes und Salben zu beachten gilt 

Bei der Anwendung einer Hämorrhoiden-Salbe oder -Creme im Analbereich ist es wichtig, auf strenge Hygiene zu achten. Dazu gehört, sich nach jedem Stuhlgang ausgiebig mit Wasser zu reinigen. Um Verletzungen der Gefäßposter zu vermeiden, sollte nicht gerieben, sondern nur leicht trocken getupft werden. Die meisten Tuben besitzen eine schmale Spitze oder einen passenden Applikator, der in den Analkanal eingeführt wird. Durch Druck auf die Tube gelangt die Salbe an die vorgesehene Stelle. Damit sich keine Bakterien bilden, sollte die Tube oder der Applikator nach Gebrauch gründlich gereinigt werden. Grundsätzlich liegt jeder Hämorrhoiden-Salbe eine Packungsbeilage bei, die gründlich vor der ersten Anwendung gelesen werden sollte, um Verletzungen und Nebenwirkungen zu vermeiden.

Zäpfchen gegen Hämorrhoiden

Viele Ärzte empfehlen zur Behandlung mit Salben unterstützend Hämorrhoiden-Zäpfchen, die sich einfach und schmerzlos einführen lassen. Sie beinhalten ebenfalls das örtlich betäubende Schmerzmittel Lidocain, das den Juckreiz und die Schmerzen im Analbereich lindert. Zur Auswahl stehen Zäpfchen, die die Wirkstoffe im Darm direkt freisetzen oder Analtampons, die im Analkanal verbleiben und dort stückweise die Wirkstoffe abgeben.

Sitzbäder bei Hämorrhoiden

Neben Salben und Zäpfchen sind auch Sitzbäder hilfreich bei Hämorrhoiden. Hierfür werden entzündungshemmende Essenzen mit Arnika, Kamille, Teebaumöl, Eichenrinde oder Hamamelis in klares Wasser gegeben. Auf Seife und Waschlotionen sollte verzichtet werden, um die sensible Haut nicht unnötig zu reizen. Nach dem Bad empfiehlt es sich, eine kühle Quarkkompresse oder einen erkalteten Schwarztee-Beutel auf den Analbereich zu legen. Das hilft gegen Entzündungen.

Tipps für die Analhygiene

Die Analhygiene ist bei Hämorrhoiden besonders wichtig. Ein ungereinigter Analbereich mit Stuhlresten kann die Hämorrhoiden reizen. Der After sollte daher nach dem Toilettengang immer sorgfältig gereinigt werden. Am besten tun Sie das, indem Sie das Toilettenpapier mit etwas Wasser anfeuchten und den After danach leicht trocken tupfen. Denn grobes Abputzen kann die Beschwerden verstärken und Schmerzen oder Blutungen auslösen. Doch auch zu starke Hygiene durch feuchtes Toilettenpapier oder Waschgel kann den Analbereich reizen, da diese Produkte oft aggressive oder allergene Stoffe beinhalten. 

Wie wirkt sich das Verhalten beim Toilettengang aus?

Auch das Verhalten beim Toilettengang kann Hämorrhoidalleiden verursachen. Denn starkes Pressen während dem Stuhlgang lässt das Blut in den Blutgefäßpolstern nicht richtig abfließen. Schmerzende Hämorrhoiden und Blut im Stuhl können die Folge sein. Es gibt einige Tipps, wie Sie das vermeiden können. Meist sind Verstopfungen und harter Stuhl die Ursache für starkes Pressen auf der Toilette. Diesem können Sie entgehen, wenn Sie immer dann auf Toilette gehen, wenn Sie den Drang verspüren. Denn wird der Stuhlgang aufgeschoben, können Verstopfungen entstehen. Generell sollte man ganz entspannt und ohne Zeitdruck auf die Toilette gehen. Doch zu viel Zeit auf der Toilette und langes Sitzen ist wiederum kontraproduktiv. Für einen weichen Stuhl empfehlen sich ausreichendes Trinken, eine ballaststoffreiche Ernährung sowie regelmäßige Bewegung. Auch auf Lebensmittelunverträglichkeiten sollte geachtet werden, denn diese können zu Durchfall führen. Das reizt die Hämorrhoiden zusätzlich.

Hausmittel gegen Hämorrhoiden

Auch bestimmte Hausmittel können bei Hämorrhoiden helfen. Zum Beispiel Bananen: Sie wirken entzündungshemmend und können die Beschwerden lindern. Dafür wird eine reife Banane zerdrückt und anschließen wie eine Salbe auf die Hämorrhoiden aufgetragen. Auch die Schale der Banane kann hierfür genutzt werden. Kühle Quarkkompressen oder erkaltete Schwarztee-Beutel helfen ebenfalls gegen Entzündungen.

Gesunde Ernährung und Sport bei Hämorrhoiden

Um Hämorrhoiden vorzubeugen und sie zu bekämpfen, sollte auf eine gesunde Ernährung sowie genügend Bewegung und Sport geachtet werden. Eine ballaststoffreiche Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse und ausreichend Flüssigkeitszufuhr von bis zu zwei Liter Wasser am Tag sorgen für einen weichen Stuhlgang und wirken Verstopfungen entgegen, die eine häufige Ursache für Hämorrhoiden sind. Langes Sitzen begünstigt zusätzlich Hämorrhoidalleiden. 

Verwendete Quellen:
  • Berufsverband der Coloproktologen Deutschlands e.V.
  • Deutsche Apotheker Zeitung
  • eigene Recherche
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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