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Knochendichtemessung: Welche Verfahren gibt es und wie sind die Kosten?

Osteoporose erkennen  

Knochendichtemessung: Welche Verfahren gibt es?

Ann-Kathrin Landzettel

04.09.2020, 09:12 Uhr
Knochendichtemessung: Welche Verfahren gibt es und wie sind die Kosten?. Knochendichtemessung: Für die Knochendichtemessung kommt in der Regel eine spezielle Röntgenmethode zum Einsatz. (Quelle: Getty Images/Tonpor Kasa)

Knochendichtemessung: Für die Knochendichtemessung kommt in der Regel eine spezielle Röntgenmethode zum Einsatz. (Quelle: Tonpor Kasa/Getty Images)

Um das Risiko für Knochenbrüche zu erfassen oder eine Osteoporose zu diagnostizieren, können verschiedene Verfahren angewendet werden. Die Messung muss nicht in allen Fällen vom Patienten selbst gezahlt werden.

Mit fortschreitendem Lebensalter nimmt die Dichte der Knochen ab. Das ist ein natürlicher Prozess. Verlieren die Knochen rascher an Substanz als gewöhnlich, sprechen Mediziner von Osteoporose (Knochenschwund). Die Knochendichtemessung (Osteodensitometrie) zeigt, wie weit der Knochenabbau vorangeschritten ist.

Was ist Osteoporose?

Osteoporose entsteht, wenn sich im Knochen die sogenannten Knochenbälkchen (Trabekel) zurückbilden. Diese sind das Grundgerüst des Knochens. Je weniger Knochenbälkchen vorhanden sind, desto größer werden die Hohlräume im Knochen und desto instabiler wird er. Osteoporose wird oftmals durch Zufall festgestellt, etwa im Rahmen einer Röntgenuntersuchung aufgrund einer anderen Erkrankung oder durch einen überraschenden Knochenbruch.

Eine geringe Knochendichte geht mit einem erhöhten Risiko für Knochenbrüche (Frakturen) einher. Für ältere Menschen, deren Heilungsverlauf langsamer ist, stellen solche Verletzungen ein großes Risiko dar. Der Oberschenkelhalsbruch zum Beispiel gehört zu den häufigen Komplikationen aufgrund von Osteoporose. Bei einem Oberschenkelhalsbruch ist der Knochen im Übergang vom Hüftkopf zum Schaft des Oberschenkelknochens gebrochen. Viele erlangen ihre Gehfähigkeit nicht mehr zurück und werden pflegebedürftig. Doch auch Frakturen der Wirbelkörper kommen häufig in Folge einer Osteoporose vor.

Knochendichtemessung – wozu?

Eine Möglichkeit, das Risiko für Knochenbrüche zu erfassen, stellt die sogenannte Knochendichtemessung dar, auch Osteodensitometrie genannt. Dabei wird durch eine Röntgenuntersuchung der Mineralsalzgehalt im Knochen erfasst. Die ermittelte Knochendichte hilft den Ärzten, das Knochenbruch-Risiko einzuschätzen. Desweiteren wird die Knochendichtemessung eingesetzt, um:

  • eine Osteoporose zu diagnostizieren
  • den Schweregrad einer Osteoporose zu ermitteln
  • den Verlauf der Osteoporose-Therapie zu beobachten

Dem Osteoporose Selbsthilfegruppen Dachverband e.V. zufolge ist die Knochendichtemessung derzeit die beste Methode, um das Frakturrisiko zu bestimmen und den Therapieerfolg zu dokumentieren. 

DEXA (DXA): Wie geht eine Knochendichtemessung vor sich?

Die Knochendichtemessung misst, wie oben bereits beschrieben, den Mineralsalzgehalt der Knochen. Die verschiedenen Verfahren und Methoden werden typischerweise dafür verwendet, eine Osteoporose fest zu stellen. Bei den Untersuchungen wird die Knochendichte des Körpers an repräsentativen Stellen, wie beispielsweise der Lendenwirbelsäule, durchgeführt.

Für die Messung der Knochendichte kommt in der Regel eine spezielle Röntgenmethode zum Einsatz, die sogenannte DEXA oder DXA (engl. „Dual Energy X-Ray Absorptiometry“). Bei der DEXA-Knochendichtemessung werden schwache Röntgenstrahlen von unten durch die Knochen im Bereich der Lendenwirbelsäule geleitet. Dabei wird kein klassisches Röntgenbild erstellt, sondern erfasst, wie durchlässig die Knochen für die Röntgenstrahlen sind. 

Je mehr Röntgenstrahlen die Knochen durchlassen, desto stärker haben sie an Substanz verloren und desto brüchiger sind sie. Laut dem Osteoporose Selbsthilfegruppen Dachverband e.V. geht bereits eine Verminderung der Knochendichte um zehn Prozent mit einer Verdoppelung des Frakturrisikos im Bereich der Wirbelsäule und mit einer Verdreifachung im Bereich des Oberschenkelhalses einher.

T-Wert: Welche Knochendichte ist normal?

Die Untersuchung dauert, abhängig vom verwendeten Untersuchungsgerät, zwischen zwei Sekunden und zehn Minuten. Das Ergebnis der Knochendurchlässigkeit wird als T-Score (T-Wert) dargestellt. Die Messergebnisse werden wie folgt interpretiert:

  • T-Wert 0: Entspricht der Knochendichte eines gesunden Erwachsenen im Alter zwischen 20 und 30.
  • T-Wert -1: normale Knochendichte
  • T-Wert -1 bis -2,5: verminderte Knochendichte (Osteopenie)
  • T-Wert kleiner als 2,5: Osteoporose 

Knochendichtemessung mit Computertomografie (CT)

Der Vorteil der DEXA (DXA) ist, dass die Strahlenbelastung geringer ist als bei einer normalen Röntgenuntersuchung und einer Computertomografie (CT). Manchmal wird die Messung der Knochendichte dennoch über eine CT der Ferse erfasst. Möglich ist auch, über eine Ultraschalluntersuchung der Ferse Rückschlüsse auf die Knochendichte zu ziehen. Ob diese Verfahren besser oder schlechter sind als die DEXA (DXA) – dazu gibt es keine Studien. Nachteil der CT ist allerdings die deutlich höhere Strahlenbelastung des Patienten.

Wird die Knochendichtemessung von der Krankenkasse bezahlt?

Die Kosten der Knochendichtemessung betragen um die 50 Euro. Als Methode der reinen Früherkennung, also ohne Krankheitsanzeichen, ist die Untersuchung immer eine Privatleistung (IGeL) und muss vom Patienten bezahlt werden. 

Zu einer Kassenleistung wird die Knochendichtemessung, wenn:

  • der Arzt die Absicht hat, aufgrund konkreter Befunde einen Knochenschwund mit Medikamenten zu behandeln.
  • ein Bruch vorliegt.
  • die Messung bei Patienten erfolgt, bei denen die Diagnose Osteoporose bereits gestellt wurde. Laut den Verbraucherzentralen haben Osteoporose-Patienten alle fünf Jahre Anrecht auf eine von der Krankenkasse bezahlte Knochendichtemessung.

Auch wenn ein erhöhtes Risiko für Osteoporose vorliegt, beispielsweise bei chronisch kranken Patienten, ist eine Kostenübernahme möglich..

Verwendete Quellen:

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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