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Östrogenmangel macht die Knochen brüchig

Ann-Kathrin Landzettel

03.03.2020Lesedauer: 3 Min.
Frau mit schmerzender Hand: Im Verlauf der Wechseljahre kommt es zu Östrogenmangel. Darunter leiden auch die Knochen.
Frau mit schmerzender Hand: Im Verlauf der Wechseljahre kommt es zu Östrogenmangel. Darunter leiden auch die Knochen. (Quelle: ljubaphoto/getty-images-bilder)
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Die Zeit während und nach den Wechseljahren ist für Frauen mit hormonellen Veränderungen verbunden. Diese können sich nicht nur durch Symptome wie Nachtschweiß, Stimmungsschwankungen und Blutungsstörungen zeigen. Auch das Risiko für Osteoporose steigt mit der neuen Hormonsituation.

Das Wichtigste im Überblick


  • Wechseljahre bringen Hormone durcheinander
  • Erst Östrogenüberschuss, dann Östrogenmangel
  • Östrogenmangel führt zu erhöhtem Osteoporoserisiko

Wechseljahre bringen Hormone durcheinander

Ein schwankender Hormonspiegel ist bei Frauen normal und zyklusbedingt. Dass viele Frauen gerade in den Wechseljahren mit verstärkten Beschwerden zu kämpfen haben, ist auf ein komplexes Zusammenspiel im Körper zurückzuführen.

Jede Frau hat einen gewissen Eizellenvorrat. Bei der Geburt liegt dieser etwa bei 1.300.000. Bis zur Pubertät ist er schon auf 300.000 Eizellen geschrumpft. Zum Zeitpunkt der Menopause, der letzten Regelblutung, sind es etwa noch 1000. Da die Eizellen zudem mitaltern, vermindert sich auch deren Qualität.


Lebensmittel für starke Knochen

Greifen Sie bei Mineralwasser zu Sorten mit einem Kalziumgehalt von mehr als 150 Milligramm pro Liter. So decken Sie mit anderthalb Litern etwa ein Viertel Ihres Tagesbedarfs.
Dunkelgrüne Gemüsesorten sind nicht nur reich an Kalzium, sondern liefern auch viel Vitamin K. Das Vitamin unterstützt die Kalziumeinlagerung in die Knochen. Als bestes Knochengemüse gilt der Grünkohl mit mehr als 200 mg Kalzium pro 100 Gramm.
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"Die Wechseljahre sind das Ergebnis der abnehmenden Eizellenzahl und der schlechter werdenden Eizellenqualität. Denn dadurch verändert sich die Hormonsituation erheblich", sagt Dr. Anneliese Schwenkhagen, Frauenärztin mit dem Schwerpunkt gynäkologische Endokrinologie und Expertin der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG).

  • Symptome erkennen: So machen sich die Wechseljahre bemerkbar

Erst Östrogenüberschuss, dann Östrogenmangel

Bei jungen gesunden Frauen reift die Eizelle in der Regel über 14 Tage hinweg in einem Eibläschen (Follikel) heran. In der Wand dieses Follikels wird parallel zur Eireifung in steigender Konzentration das Östrogen Östradiol gebildet. Nach dem Eisprung wird aus dem aufgeplatzten Follikel der sogenannte Gelbkörper, der nicht nur Östradiol, sondern nun auch das Gelbkörperhormon Progesteron bildet.

Mit zunehmendem Alter funktioniert die Eireifung immer seltener reibungslos. Die Zyklen werden unregelmäßiger. Findet kein Eisprung mehr statt, kann der Follikel möglicherweise immer weiter wachsen und sich Zysten bilden. Die erreichten Östradiolspiegel können weit über dem liegen, was vorher normal war. Parallel dazu fehlt es an Progesteron. Ist der Eizellenvorrat schließlich erschöpft, fällt die Östrogenproduktion endgültig ab. Die Gebärmutterschleimhaut baut sich nicht mehr auf. Der Zeitpunkt der letzten Regelblutung, der Menopause, liegt in Deutschland etwa bei 51 bis 52 Jahren.

Typische Symptome in den Wechseljahren

"Etwa ein Drittel der Frauen hat sehr starke Beschwerden während der Wechseljahre und danach. Welche Beschwerden das sind, ist abhängig von der Phase des Klimakteriums, in der sich die Frau gerade befindet", sagt Schwenkhagen.

"Während in der frühen Phase der Wechseljahre vor allem Beschwerden wie Zyklusstörungen mit zum Teil sehr starken Blutungen, Zystenbildung, Brustspannen, Stimmungsschwankungen und Schlafstörungen auftreten, gehören in der späten Phase nach der letzten Regelblutung Hitzewallungen und Schweißausbrüche, Nachtschweiß, trockene Scheidenschleimhäute, Blasenentzündungen, Inkontinenz und Scheideninfektionen zu den häufigen Problemen."

Östrogenmangel führt zu erhöhtem Osteoporoserisiko

Doch nicht nur direkt spürbare Symptome deuten auf die Veränderungen im Hormonhaushalt hin. Von den Frauen unbemerkt, nimmt die Stabilität der Knochen ab. Das Osteoporoserisiko steigt. Der Grund: Der Körper braucht Östrogen, um Kalzium in die Knochen einzubauen.

Fehlt das Sexualhormon, steigt das Risiko für brüchige Knochen. Östrogenmangel wird bei Frauen als häufigster Auslöser für eine primäre Osteoporose betrachtet. Mediziner sprechen von postmenopausaler (postklimakterische) Osteoporose. "Nicht alle Frauen bekommen nach den Wechseljahren Osteoporose, aber das Risiko ist stark erhöht. Vor allem bei einem Lebensstil mit wenig Bewegung, einer Ernährung mit wenig Kalzium und einem vorliegenden Vitamin D-Mangel", sagt die Frauenärztin.

Die Mortalität bei einer vorliegenden Osteoporose ist laut der Expertin hoch. Oft sind es Stürze und die dadurch entstandenen Knochenbrüche, die zu Bettlägerigkeit und Pflegebedürftigkeit führen. Der Körper verliert immer mehr Kraft, das Immunsystem ist geschwächt und das Risiko für Erkrankungen, beispielsweise für Lungenentzündungen, nimmt zu.

"Das Kritische bei Osteoporose ist, dass Sie die nachlassende Knochendichte nicht bemerken. Die Diagnose wird meist erst dann gestellt, wenn es zu Knochenbrüchen kommt", sagt Schwenkhagen.

Östrogenmangel durch Hormonersatztherapie ausgleichen?

Die Gynäkologin rät Frauen mit starken Beschwerden während und nach den Wechseljahren, diese nicht einfach auszusitzen, sondern sich über verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zu informieren. "Pflanzliche Präparate, beispielsweise mit Traubensilberkerzenextrakt können bei leichten Beschwerden Linderung verschaffen. Bei stärkeren Beschwerden ist die Gabe von Sexualhormonen am wirkungsvollsten", sagt die Frauenärztin.

"Studien haben gezeigt, dass eine Hormonersatztherapie zusätzlichen Nutzen haben kann, beispielsweise eine Senkung des Osteoporoserisikos. Mögliche positive Effekte gibt es auch beim Diabetes- und Herz-Kreislauf-Risiko. Die Hauptindikation ist aber natürlich die Behandlung klimakterischer Beschwerden."

Wichtig ist laut der Expertin, dass sich die betroffenen Frauen ausführlich über die Vorteile und Risiken informieren, bevor sie sich für oder gegen eine Hormonersatztherapie entscheiden. "Das Ziel muss eine individuelle, Herangehensweise sein. Beschwerden und Risikoprofil, Lebenssituation und Ängste müssen berücksichtigt werden und schließlich gemeinsam mit der Patientin eine Therapie festgelegt werden", sagt Schwenkhagen.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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