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Ja, die Redaktion hat f√ľr diesen Ratgeberartikel alle relevanten Fakten recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Harninkontinenz: Welche Formen es gibt und was hilft

Von t-online, lk

Aktualisiert am 17.02.2022Lesedauer: 3 Min.
Inkontinenz ist keinesfalls ein Frauenthema. Auch Männer sind häufig betroffen.
Inkontinenz ist keinesfalls ein Frauenthema. Auch Männer sind häufig betroffen. (Quelle: vchal/getty-images-bilder)
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Jeder Zehnte in Deutschland leidet nach Angaben der Deutschen Kontinenz Gesellschaft an Inkontinenz ‚Äď und es geht hier nicht nur um die Gro√üelterngeneration. Auch viele junge Frauen und M√§nner haben das Problem. Dar√ľber gesprochen wird aber meist nicht.

Das Wichtigste im √úberblick


  • Formen der Inkontinenz
  • Tabuthema Inkontinenz
  • Ursachen von Inkontinenz
  • Hilfe bei Harninkontinenz

Harninkontinenz kommt in allen Altersstufen vor. Nach Angaben des Berufsverbands der Frauen√§rzte ist etwa jede dritte bis vierte Frau irgendwann in ihrem Leben von Harninkontinenz betroffen ‚Äď zumindest vor√ľbergehend. Bei den 20- bis 30-J√§hrigen liegt demnach der Anteil der harninkontinenten Frauen bei etwa 10 Prozent, bei 40- bis 50-J√§hrigen bei 25 Prozent und bei √ľber 80-J√§hrigen bereits bei 40 Prozent.


Diese Formen von Inkontinenz gibt es

Junge Frau niest in ihren Ellenbogen: Belastungsinkontinenz: Bei dieser Form kommt es bei Belastung zu plötzlichem Urinverlust. Betroffene können beim Niesen oder Treppensteigen ihren Harndrang nicht mehr kontrollieren. Ursache ist meist eine Schwäche der Beckenbodenmuskulatur.
Frau gie√üt Pflanze: Tr√∂pfel-Inkontinenz:Tr√∂pfel-Inkontinenz: Wird die Blase beim Wasserlassen nicht vollst√§ndig entleert, treten bei dieser Inkontinenz-Form Urintropfen aus. Ursache f√ľr das "Nachtr√∂pfeln" ist bei Frauen ist meistens eine schwache Beckenbodenmuskulatur, bei M√§nner eine vergr√∂√üerte Prostata.
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Inkontinenz ist psychisch belastend

Das Leiden ist zwar weder schmerzhaft noch gef√§hrlich, aber es belastet das Selbstwertgef√ľhl der Betroffenen. Denn alles, was unter der G√ľrtellinie stattfindet, wird von vielen als unangenehm empfunden. Zudem l√∂st das Thema Inkontinenz bei vielen Ekel aus. Auch weil sie ihre Erkrankung geheim halten m√ľssen, ist der Alltag der Betroffenen deutlich erschwert. Welche sind die genauen Ursachen f√ľr Inkontinenz?

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Formen der Inkontinenz

Unter Inkontinenz versteht man den unfreiwilligen Verlust von Urin. Ursachen kann es daf√ľr zahlreiche geben. Sehr verbreitet ist etwa die Belastungsinkontinenz. Sie tritt bei Senioren, aber auch j√ľngeren Betroffenen dann auf, wenn die Belastung und damit der Druck auf die Blase steigt. Dies geschieht beim Lachen, Niesen oder Tragen von schweren Gegenst√§nden. Es gibt verschiedene Formen der Harninkontinenz. Diese sind die g√§ngigsten:

  • Belastungsinkontinenz
  • Dranginkontinenz
  • Mischinkontinenz
  • √úberlaufinkontinenz

Belastungsinkontinenz

Diese Art des unwillk√ľrlichen Urinverlustes ist vor allem ein Thema bei Frauen nach Schwangerschaft und Geburt oder im Zuge der Wechseljahre. Ursache ist ein erschlaffter Beckenbodenmuskel. Das wiederum kann zur Folge haben, dass auch der Schlie√ümuskel der Harnr√∂hre nicht mehr richtig funktioniert. Bei M√§nnern kann die Belastungsinkontinenz infolge einer Prostataoperation ausgel√∂st werden. Die Betroffenen verlieren dann kleine Mengen Urin bei Belastung.

Dranginkontinenz

Hierbei verlieren die Patienten schwallartig Urin. Sie haben einen intensiven pl√∂tzlichen Harndrang und das Gef√ľhl, nicht mehr einhalten zu k√∂nnen. Ausl√∂ser sind meist entweder eine Blasenentz√ľndung oder ein schwacher Blasenschlie√ümuskel. Manchmal kann auch ein Tumor dahinterstecken, etwa wenn eine gutartige Prostatavergr√∂√üerung vorliegt.

Mischinkontinenz

Wenn Dranginkontinenz und Belastungsinkontinenz zusammen auftreten, liegt eine Mischinkontinenz vor.

√úberlaufinkontinenz

Ist die Blase voll und es flie√üt unkontrolliert Urin ab, liegt meist diese Form der Harninkontinenz vor. Ursachen sind in der Regel entweder eine geschw√§chte Blasenmuskulatur oder die Harnr√∂hre ist blockiert ‚Äď etwa durch einen Harnstein. M√§nner sind h√§ufiger betroffen als Frauen. Hauptursache ist eine gutartige Prostatavergr√∂√üerung (benigne Prostatahyperplasie).

Tabuthema Inkontinenz

Obwohl nach Angaben der Deutschen Kontinenz Gesellschaft e. V. jeder zehnte Deutsche im Laufe des Lebens Erfahrungen mit Inkontinenz macht, ist das Thema nach wie vor ein Tabu. Frauen sind deutlich h√§ufiger betroffen. Demnach ist Harninkontinenz laut dem Verein die verbreitetste chronische Krankheit unter Frauen, noch vor Depression, Bluthochdruck und Diabetes. Senioren, die an Harnverlust leiden, sch√§men sich h√§ufig so sehr, dass sie wahre Meister im Verbergen ihrer Inkontinenz werden. √Ąrzte sind jedoch mit dem Thema vertraut ‚Äď sollten Sie ebenfalls darunter leiden, scheuen Sie sich also nicht, Ihren Hausarzt um Rat zu fragen. Er √ľberweist Sie bei Bedarf auch an einen Spezialisten.

Ursachen von Inkontinenz

Betroffen sind vor allem Frauen und Schwangere sowie √úbergewichtige. Zudem sind k√∂rperliche Erkrankungen wie etwa Blasenentz√ľndungen, hormonelle Umstellungen, Ver√§nderungen der Prostata oder Verletzungen urs√§chlich f√ľr den unkontrollierten Urinverlust. Seelische Belastung kann die Krankheit zus√§tzlich verst√§rken.

Bei Frauen kann auch während der Schwangerschaft oder nach der Geburt eines Kindes eine Harninkontinenz auftreten. Denn durch Schwangerschaft und Geburt wird die Beckenbodenmuskulatur geschwächt, der Harnfluss kann dadurch schwieriger kontrolliert werden.

Inkontinenz: Warum Sie sich nicht zur√ľckziehen sollten

Leider werden die Beschwerden von vielen Betroffenen aus Schamgef√ľhl verschwiegen und es findet oft ein R√ľckzug aus dem sozialen Umfeld statt. Dies muss aber nicht sein. Inkontinenz kann meist so weit gebessert werden, dass Betroffene wieder vorbehaltlos am Leben teilnehmen k√∂nnen.

Hilfe bei Harninkontinenz

So können Beckenbodentraining, Einlagen, Medikamente oder Operationen helfen, um die Inkontinenz in den Griff zu bekommen. Welche Therapie im Einzelfall infrage kommt, ist jedoch äußerst unterschiedlich. Daher sollten Sie sich, auch wenn es Ihnen zu Beginn peinlich ist, von einem Arzt untersuchen und entsprechend beraten lassen.

Zun√§chst muss auch eine neurologische Ursache f√ľr die Harninkontinenz ausgeschlossen werden. Je nach Ausma√ü wird der Arzt Ihnen verschiedene Behandlungsm√∂glichkeiten aufzeigen und speziell auf Ihre Form der Blasenschw√§che eingehen.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte √Ąrzte. Die Inhalte von t-online k√∂nnen und d√ľrfen nicht verwendet werden, um eigenst√§ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Von Nicole Sagener
Deutschland

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