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FĂŒr diesen Beitrag haben wir alle relevanten Fakten sorgfĂ€ltig recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Wie sich Akne inversa von normalen Pickeln unterscheidet

Ann-Kathrin Landzettel

Aktualisiert am 25.02.2022Lesedauer: 3 Min.
Abzess unter dem Kinn: Acne inversa kann zu schmerzhaften EntzĂŒndungen fĂŒhren.
Abzess unter dem Kinn: Acne inversa kann zu schmerzhaften EntzĂŒndungen fĂŒhren. (Quelle: DETAILS/getty-images-bilder)
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Akne inversa bezeichnet eine Hauterkrankung, bei der sich schmerzhafte Abszesse und Fisteln in der Haut bilden. Die LebensqualitĂ€t der Betroffenen ist aufgrund der ausgedehnten eitrigen EntzĂŒndungen stark beeintrĂ€chtigt. Auslöser ist eine Verhornungsstörung. Welche Symptome typisch fĂŒr Akne inversa sind und wie die Behandlung aussieht.

Das Wichtigste im Überblick


  • Was ist Akne inversa?
  • Akne inversa: Ursachen der Hauterkrankung
  • Akne inversa kommt oft mit 30
  • Vom eitrigen Abszess zur Fistel
  • HĂ€ufige Risikofaktoren der Akne inversa
  • Wann bei Akne inversa eine OP infrage kommt
  • Medikamentöse Behandlung bei Akne inversa

Was ist Akne inversa?

Akne inversa (Hidradenitis suppurativa) ist eine nicht heilbare, immer wiederkehrende Hauterkrankung. Bei den Betroffenen bilden sich in Hautfalten große, schmerzhafte, teils offene Abszesse (Eiteransammlungen), die sich zu Fisteln (eitrigen GĂ€ngen in der Haut ausdehnen können.

Die schweren EntzĂŒndungsreaktionen der Akne inversa schrĂ€nken das Leben der Betroffenen stark ein. Durch die Schmerzen, die teils offenen Wunden sowie verhĂ€rtetes Narbengewebe sind die Bewegungen oft stark eingeschrĂ€nkt. Unangenehm ist es unter anderem auch, wenn sich Abszesse spontan entleeren.


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So viel LebensqualitÀt nimmt Akne inversa

Die Erkrankung kann bis hin zur ArbeitsunfĂ€higkeit und zum sozialen RĂŒckzug der Betroffenen fĂŒhren. GeschĂ€tzt leiden etwa 40 Prozent der Akne inversa-Kranken unter Depressionen aufgrund der schweren Hauterkrankung. Laut dem Berufsverband der Deutschen Dermatologen e.V. (BVDD) ist sogar eine Anerkennung als Schwerbehinderung möglich.

Die Akne inversa birgt bei ausgeprĂ€gteren KrankheitsverlĂ€ufen zudem gesundheitliche Risiken: Laut dem BVDD besteht die Gefahr einer lebensbedrohlichen Blutvergiftung (Sepsis), wenn Bakterien in die BlutgefĂ€ĂŸe gelangen.

Akne inversa: Ursachen der Hauterkrankung

Auch wenn zu Beginn der Hauterkrankung viele zuerst an „normale“ Akne denken: Akne inversa hat nichts mit der klassischen Akne mit unreiner Haut zu tun. Meist treten zu Beginn erbsengroße Knötchen auf – vor allem im Achsel-, Scham- und Leistenbereich sowie am Po und bei Frauen hĂ€ufig unter den BrĂŒsten. Ursache der Akne inversa ist eine Verhornungsstörung der TalgdrĂŒsen an den Haarwurzeln.

Die hornbildenden Zellen sind ĂŒberaktiv und es kommt zu Verstopfungen des Haarkanals. Talg sammelt sich, in dem sich Bakterien ideal vermehren können. TalgdrĂŒse und Haarwurzel entzĂŒnden sich. Auch benachbarte SchweißdrĂŒsen können betroffen sein. Es kommt zur Eiterbildung. Experten vermuten unter anderem eine Fehlsteuerung des Immunsystems sowie eine erbliche Veranlagung als Auslöser der Hauterkrankung.

Akne inversa kommt oft mit 30

„Meist tritt die Erkrankung im frĂŒhen Erwachsenenalter auf“, erklĂ€rt Dr. Uwe Kirschner, Hautarzt und Akne inversa-Experte aus Mainz, in einer Pressemitteilung vom BVDD. Untersuchungen zufolge zeigt sich die Hauterkrankung meist um das 30. Lebensjahr. SchĂ€tzungen zufolge sind etwa drei Millionen Deutsche betroffen – Frauen hĂ€ufiger als MĂ€nner. Bei etwa 20 Prozent der Betroffenen kommt es zu einer starken AusprĂ€gung der Erkrankung.

Akne inversa: Symptome erkennen

Die Akne inversa geht mit einer Vielzahl verschiedener Symptome einher:

  • geschwollenes, entzĂŒndetes Hautgewebe
  • erbsengroße entzĂŒndete Knötchen
  • Rötungen
  • Schmerzen
  • Fistelbildung (im fortschreitenden Verlauf)
  • Einblutungen
  • Narbenbildung
  • ausgeprĂ€gte eitrige EntzĂŒndungen (Abszesse), die sich entleeren können
  • Schwellungen der Lymphknoten
  • Kopfschmerzen
  • Fieber
  • verschlechterter Allgemeinzustand

Vom eitrigen Abszess zur Fistel

Kapselt der Körper den entzĂŒndeten Bereich vom gesunden Gewebe ab, entsteht ein sogenannter Abszess, also eine Eiteransammlung unter der Haut. Ausgehend von dem Abszess kann sich wiederum eine Fistel bilden. Durch diesen krankhaften Gang in der Haut sucht sich der Eiter seinen Weg nach draußen. Der Abszess entleert sich.

Es kann zu einer unangenehmen Geruchsentwicklung kommen. Außerdem können KleidungsstĂŒcke durchnĂ€sst werden. Die Erkrankung ist daher mit starken SchamgefĂŒhlen verbunden. „Die Akne inversa hat einen sehr starken negativen Einfluss auf die LebensqualitĂ€t“, betont Kirschner.

HĂ€ufige Risikofaktoren der Akne inversa

Rauchen und Übergewicht werden in Zusammenhang mit der Entstehung der Akne inversa diskutiert. Doch viele Betroffene sind Nichtraucher und normalgewichtig. Die Erkrankung ist gehĂ€uft bei Menschen mit rheumatischen Erkrankungen anzutreffen.

Schweiß und enge Kleidung fördern die Erkrankung ebenso wie eine Nassrasur, bei der es zu Mikroverletzungen der Haut kommt, wodurch Bakterien leichter eindringen können. Auch Stress kann den Krankheitsverlauf negativ beeinflussen. Akne inversa tritt meist unabhĂ€ngig von der „klassischen“ Akne auf.

Wann bei Akne inversa eine OP infrage kommt

„Viele Betroffene haben einen jahrelangen Leidensweg hinter sich, bis die Erkrankung erkannt und adĂ€quat behandelt wird“, berichtet Kirschner gegenĂŒber dem BVDD. Ist Akne inversa diagnostiziert, sind oft operative Maßnahmen als Therapiemaßnahme angebracht. Dabei werden die eingekapselten Abszesse und Fisteln oft mehrere Zentimeter tief herausgeschnitten.

Die Patientinnen und Patienten brauchen Geduld: Die Wundheilung ist langwierig und kann sich ĂŒber mehrere Wochen bis Monate hinziehen. Außerdem besteht das Risiko, dass sich neue entzĂŒndliche Reaktionen an anderen Hautbereichen bilden.

Medikamentöse Behandlung bei Akne inversa

Neben der Operation begleiten Medikamente die Akne inversa-Behandlung. Antibiotika sind dann unverzichtbar, wenn es zu Infektionen kommt. Lichttherapie (IPL) und Radiofrequenztherapie können vor allem bei leichten und mittelschweren Akne inversa-VerlĂ€ufen helfen. Die Verwendung von Einmalrasierern sowie die Desinfektion, etwa mit antiseptischen Cremes, helfen der Haut, EntzĂŒndungsschĂŒbe zu reduzieren.

„HĂ€ufig werden verschiedene Maßnahmen kombiniert, um eine Kontrolle der Hauterkrankung zu erzielen“, erklĂ€rt Kirschner. Welche Maßnahmen im Einzelfall fĂŒr die Therapie am besten geeignet sind, bespricht der behandelnde Dermatologe mit dem Betroffenen. Auch ein Rauchstopp sowie eine Gewichtsreduktion wird von Ärzteseite bei Akne inversa dringend angeraten.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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