Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Wann ist welcher Corona-Test sinnvoll?

  • Nicole Sagener
Von Nicole Sagener

Aktualisiert am 01.07.2020Lesedauer: 5 Min.
Test auf SARS-CoV-2: Der Abstrich aus Mund oder Rachen ist die gängigste Testvariante auf das neue Coronavirus.
Test auf SARS-CoV-2: Der Abstrich aus Mund oder Rachen ist die gängigste Testvariante auf das neue Coronavirus. (Quelle: Carlos Tischler/Eyepix/ABACA/dpa-bilder)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo

Ob tatsächlich eine Infektion mit dem Coronavirus vorliegt, kann nur ein Test zeigen. Doch nicht bei jedem Verdachtsfall ist der Rachenabstrich die richtige Variante. Welcher Test ist sinnvoll? Und wie lange muss ich auf das Ergebnis warten?

Das Wichtigste im √úberblick


Bin ich mit dem Coronavirus infiziert? Oder habe ich vielleicht sogar schon eine Infektion mit SARS-CoV-2 hinter mir? Mit Fortschreiten der Corona-Pandemie fragen sich das immer mehr Menschen ‚Äď auch, weil sich zunehmend zeigt, wie vielf√§ltig die Symptome sein k√∂nnen und dass eine Infektion auch ohne Krankheitsanzeichen verlaufen kann. Zudem verlangen inzwischen manche Bundesl√§nder von Urlaubern aus Corona-Hotspots einen negativen Corona-Test. Die neue Corona-App der Bundesregierung soll helfen, die Infektionsketten zu unterbrechen. Sie h√§lt einen Vorteil f√ľr ihre Nutzer parat.


Sieben wichtige Verhaltensregeln in der Corona-Zeit

Nies- und Hustetikette beachten
Hände waschen
+5

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
Selenskyj: K√∂nnen nicht gesamtes Staatsgebiet mit Gewalt zur√ľckholen
Der ukrainische Pr√§sident Wolodymyr Selenskyj (Archiv): Bei einem solchen Vorgehen w√ľrden Hunderttausende Menschen get√∂tet.


Wann sollte ich mich auf Corona testen lassen?

Das Robert Koch-Institut (RKI) r√§t inzwischen dazu, alle Patienten mit Atemwegserkrankungen auf eine Infektion mit dem Coronavirus zu testen. Doch auch f√ľr symptomfreie Menschen kann ein Test infrage kommen. Die Testkapazit√§ten sind laut Angaben des RKI in den vergangenen Wochen entsprechend deutlich gestiegen: von rund 30.000 m√∂glichen Tests pro Tag Mitte M√§rz auf mehr als 169.000 Ende Juni.

Grunds√§tzlich gilt: Wer Symptome hat, die auf eine Coronavirus-Infektion hindeuten, sollte dies √ľberpr√ľfen lassen. Die "CovApp" der Charit√© Berlin hilft Ihnen mit einem digitalen Fragebogen bei einer ersten Einsch√§tzung. Wer unsicher ist, sollte in jedem Fall einen Arzt anrufen und ihm den Verdacht schildern.

Mediziner sollten laut dem RKI bei Patienten mit folgenden Symptomen eine Testung auf Corona veranlassen:

  • Akute respiratorische, also grippe√§hnliche Symptome wie Husten, Schnupfen, Halskratzen, Fieber und Kontakt zu einer infizierten Person in den letzten 14 Tagen
  • Vom Arzt festgestellte Hinweise auf eine virale Lungenentz√ľndung im Zusammenhang mit einer Fallh√§ufung in Pflegeeinrichtungen oder Krankenh√§usern
  • Vom Arzt festgestellte Hinweise auf eine virale Lungenentz√ľndung ohne Hinweis auf eine andere Ursache
  • Akute respiratorische Symptome bei Risikogruppen. Dazu geh√∂ren unter anderem Menschen √ľber 60, Patienten, die immunsupprimiert sind oder onkologisch behandelt werden sowie medizinisches Personal und Besch√§ftigte in Pflegeeinrichtungen.
  • Sind die Testkapazit√§ten ausreichend, sollen auch Menschen mit akuten respiratorischen Symptomen ohne Risikofaktoren getestet werden.

Wohin wende ich mich f√ľr einen Test auf SARS-CoV-2?

Zuerst sollten Sie sich telefonisch an den Hausarzt wenden und ihm Ihre Symptome schildern. H√§lt der Arzt einen Test f√ľr sinnvoll, sagt er Ihnen, wo Sie sich testen lassen k√∂nnen oder wird einen direkten Termin mit Ihnen in der Praxis vereinbaren, wo er Sie gegebenenfalls untersucht und selbst einen Rachenabstrich bei Ihnen nimmt. Der Abstrich ist das √ľbliche Verfahren, wenn Verdacht auf eine akute Infektion besteht.

Abstrich aus Rachen oder Nase: Direkter Nachweis von SARS-CoV-2

Personen mit typischen Symptomen werden in der Regel mit der sogenannten PCR-Methode getestet, die das Erbgut des Virus nachweist. Die Probe daf√ľr wird √ľber einen Abstrich aus Rachen oder Nase gewonnen und dann im Labor untersucht. Der Test kann bereits zwei bis drei Tage vor Start der Symptome gelingen und gilt als die genaueste Testmethode.

Auch hier können allerdings Fehler nicht ausgeschlossen werden. In einzelnen Fällen kann der Test ein negatives Ergebnis anzeigen, obwohl die betroffene Person mit SARS-CoV-2 infiziert ist. Wie verlässlich das Ergebnis ist, kann von der Qualität der Proben, deren Transport und dem Zeitpunkt der Testung im Verlauf der Covid-19-Erkrankung abhängen. Zudem ist nicht ausgeschlossen, dass man sich kurze Zeit vor dem Abstrich noch angesteckt haben könnte.

Wenn ein Patient mit begr√ľndetem Verdacht auf eine SARS-CoV-2-Infektion in der initialen PCR negativ getestet wird, sollte mit dem Labor eine erneute Probenentnahme und -untersuchung abgesprochen werden.

Was kostet der Abstrich?

Stuft Sie der behandelnde Arzt unter Ber√ľcksichtigung der Empfehlungen des RKI als einen begr√ľndeten Verdachtsfall ein und f√ľhrt einen Test durch, √ľbernimmt die Krankenkasse sowohl die Behandlungskosten als auch die Laborkosten von etwa 60 bis zu 200 Euro pro Analyse. Versicherte m√ľssen dann also keine Kosten tragen. Schon bevor das Testergebnis vorliegt, sollten die Betroffenen sich selbst isolieren.

Symptomfreie Personen sollen in der Regel nicht getestet werden. Tests bei Gesunden w√ľrden die Testkapazit√§ten unn√∂tig belasten, hei√üt es dazu vom RKI. Es gibt aber einige Ausnahmen:

Allerdings: F√ľr Benutzer der neuen Corona-App ist der Test laut Kassen√§rztlicher Bundesvereinigung kostenlos, auch f√ľr symptomfreie Kunden. Der Vorteil: Stellt die App ein erh√∂htes Infektionsrisiko fest, k√∂nnen die Betroffenen beim Arzt einen Abstrich vornehmen lassen, um sich auf das Coronavirus testen zu lassen. Die Kosten daf√ľr tragen die Krankenkassen. Ein von der Kasse √ľbernommener Test ohne Symptome kann auch dann infrage kommen, wenn zum Beispiel in einer Schule, einer Kita oder einem Pflegeheim, das man besucht hat, ein Fall vorkam ‚Äď vorausgesetzt, das Gesundheitsamt ordnet in der Folge Reihentestungen an. Auch vor der Einweisung ins Krankenhaus wird jeder getestet.

Laut dem RKI kann, in Abstimmung mit der lokalen Gesundheitsbehörde, auch eine regelmäßige Testung folgender Personengruppen auch ohne Symptome sinnvoll sein:

  • Menschen, die in direktem Kontakt zu einer nachweislich infizierten Person standen
  • Patienten vor der Aufnahme in Risikobereiche einer Klinik, wie etwa die H√§mato-Onkologie oder Geriatrie
  • Medizinisches Personal und √Ąrzte
  • Mitarbeiter von Pflegeeinrichtungen
  • Besch√§ftigte in Einrichtungen f√ľr Menschen mit Beeintr√§chtigungen und Behinderungen
  • Bewohner von Pflege- und Altersheimen

Bayerns Sonderweg bei Testungen

Als bisher einziges Bundesland hat Bayern angek√ľndigt, allen B√ľrgern, auch ohne Symptome, Tests zu erm√∂glichen und im Zweifel die Kosten daf√ľr zu tragen.

Loading...
Symbolbild f√ľr eingebettete Inhalte

Embed

Test auf Antikörper im Blut: Nachweis einer fortgeschrittenen oder durchgemachten Infektion

Diese Methode kommt, anders als der PCR-Test, bei Personen mit Verdacht auf eine bereits l√§nger bestehende oder schon durchgemachte Infektion infrage. Antik√∂rper-Tests weisen nicht das Virus nach, sondern erfassen die Immunreaktion des K√∂rpers auf SARS-CoV-2. Das Abwehrsystem bildet erst einige Tage nach Ansteckung mit dem Virus Antik√∂rper. Die Immunreaktion l√§sst sich darum meist erst ein bis zwei Wochen nach dem Beginn einer Infektion im Blut nachweisen. Aus diesem Grund ist der Test ungeeignet bei Personen in einem fr√ľhen Stadium der Infektion.

Allerdings haben Untersuchungen mittlerweile gezeigt, dass bei Infizierten mit einem milden Verlauf ein direkter Nachweis des Erregers mittels PCR h√§ufig nicht mehr gelingt. In diesen F√§llen k√∂nnen Bluttests wie die Antik√∂rpertests helfen, eine SARS-CoV-2-Infektion nachzuweisen. Wie die Kassen√§rztliche Bundesvereinigung (KBV) k√ľrzlich mitteilte, k√∂nnen Antik√∂rpertests darum nun vom Arzt als Kassenleistung abgerechnet werden. Das gilt allerdings nur f√ľr Labortests und nicht f√ľr Schnelltests. Sprechen Sie Ihren Arzt vor der Untersuchung im Zweifel auf m√∂gliche Kosten an.

Risiken von Antikörpertests

Einer g√§ngige Testmethode auf Antik√∂rper ist der IgG-Antik√∂rpertest, wobei IgG f√ľr Immunglobulin G steht. Er birgt jedoch ein Risiko: Ein verh√§ltnism√§√üig hoher Anteil ‚Äď um die 15 bis 20 Prozent, wahrscheinlich sogar mehr ‚Äď bilden laut Studien keine oder nur sehr geringe Mengen dieser IgG-Antik√∂rper, trotz positiven Abstrich-Tests. Hinzu kommt, dass nach aktuellem Wissensstand selbst nachgewiesene IgG-Antik√∂rper noch kein Garant f√ľr anschlie√üende Immunit√§t sein m√ľssen.

Loading...
Loading...
Loading...

Schnelltests f√ľr zu Hause: Was bringen Corona-Selbsttests?

In Apotheken sowie im Internet werden seit einiger Zeit Corona-Selbsttests angeboten, die Betroffene zu Hause selbst durchf√ľhren k√∂nnen. Solche Tests zum Nachweis von Antik√∂rpern, neben IgG etwa auch auf das Immunglobulin M (IgM), sollten laut dem Robert Koch-Institut aber nicht allein als Kriterium f√ľr eine Diagnose eingesetzt werden.

Bei diesen auf Antigenen basierenden Testverfahren ist die Fehlerquote teils sehr hoch und der Qualitätsstandard nicht immer gesichert. Trotz negativem Testergebnis ist also eine Infektion nicht auszuschließen. Ohne weitere Labortests bleibt der Betroffene also in einer unsicheren Lage. Ob sich die Investition von bis zu 100 Euro lohnt, ist zu bezweifeln.

Wer typische Symptome aufweist und unsicher ist, sollte anstelle eines Selbsttests immer zuerst einen Arzt kontaktieren. Dieser kann am besten einschätzen, ob ein Test sinnvoll ist oder nicht.

Weitere Artikel


Wie lange muss ich auf die Testergebnisse warten?

Die reine Analysezeit im Labor dauert bei den Abstrichen drei bis vier Stunden, beim Bluttest ungef√§hr eine Stunde, erl√§utert Andreas Bobrowski vom Berufsverband Deutscher Labor√§rzte. Je nach Menge an Proben, die im Labor auflaufen, dauere es in der Regel insgesamt 24 Stunden, bis das Ergebnis auch bei dem Patienten vorliegt. Bei sehr hohem Probenaufkommen m√ľssten Betroffene aber unter Umst√§nden auch bis zu 48 Stunden warten.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte √Ąrzte. Die Inhalte von t-online k√∂nnen und d√ľrfen nicht verwendet werden, um eigenst√§ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
BundesregierungCoronavirusFieberHustenRKI
Beliebte Themen

t-online - Nachrichten f√ľr Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Ströer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverlängerung FestnetzVertragsverlängerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website