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Corona: Erkranken ärmere Menschen häufiger schwer an Covid-19?


Erkranken ärmere Menschen häufiger schwer an Covid-19?

Von Nicole Sagener

Aktualisiert am 21.06.2020Lesedauer: 3 Min.
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Behandlung eines COVID-19-Patienten in Berlin:Sozial Benachteiligte müssen häufiger mit einer Coronavirus-Infektion im Krankenhaus behandelt werden.
Behandlung eines COVID-19-Patienten in Berlin:Sozial Benachteiligte müssen häufiger mit einer Coronavirus-Infektion im Krankenhaus behandelt werden. (Quelle: Fabrizio Bensch/Reuters-bilder)
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Die Corona-Pandemie trifft sozial benachteiligte Menschen gesundheitlich besonders hart: Studien zeigen, dass Ärmere wesentlich häufiger schwer an Covid-19 erkranken – auch in Deutschland.

Dass ein niedriges Einkommen die Lebenserwartung beeinflusst, haben in den vergangenen Jahren zahlreiche Studien gezeigt. Der Zusammenhang zwischen sozio-ökonomischem Status und Gesundheit bestätigt sich inzwischen auch in der Corona-Pandemie.


Coronavirus: An diesen Orten lauert das größte Risiko

In der Bahn, im Restaurant und auch zu Hause – wo sich Menschen auf engem Raum befinden, kann sich das Coronavirus leicht ausbreiten. Unsere Fotoshow zeigt, welche Situationen besonders riskant sind.
Bahn: Öffentliche Verkehrsmittel wie Busse oder Bahnen sind ebenfalls mögliche Infektionsquellen. Hier treffen viele Menschen auf engem Raum aufeinander. Schutzmaßnahmen wie Abstand halten und das Tragen einer Gesichtsmaske können das Ansteckungsrisiko minimieren – sofern sich alle daran halten.
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Für Deutschland hatte es bisher keine belastbaren Studienergebnisse gegeben. Doch was ein Blick auf die jüngsten Corona-Hotspots ein Viertel in Berlin-Neukölln, Schlachtbetriebe mit vielen ausländischen Leiharbeitern, Hochhäuser in Göttingen schon vermuten ließ, wird nun durch eine wissenschaftliche Analyse bestätigt: Auch hierzulande haben sozial benachteiligte Menschen ein höheres Risiko für einen schweren Verlauf der Lungenerkrankung Covid-19, die durch das neue Coronavirus ausgelöst werden kann.

Arbeitslose haben erhöhtes Risiko

Diese Erkenntnis beruht auf einer gemeinsamen Untersuchung des Instituts für Medizinische Soziologie des Uniklinikums Düsseldorf und der AOK Rheinland/Hamburg. Sie werteten dazu vom 1. Januar bis 4. Juni die Daten von rund 1,3 Millionen Versicherten aus und kamen auf eindeutige Resultate: Arbeitslosengeld-II-Empfänger (ALG II) hatten im Vergleich zu regulär Beschäftigten ein um 84,1 Prozent erhöhtes Risiko, durch die Covid-19-Erkrankung ins Krankenhaus zu kommen. Bei ALG I-Empfängern lag das Risiko um 17,5 Prozent höher. Studiendetails will die Universität in Kürze in einer Fachzeitschrift veröffentlichen und zur Diskussion stellen sowie weitere Studien anschließen.

"Dass Armut und Gesundheit zusammenhängen, wissen wir seit langem. Wenn nun insbesondere Langzeitarbeitslose ein höheres Risiko haben, mit Covid-19 im Krankenhaus behandelt zu werden, könnte es daher daran liegen, dass sie oft gesundheitlich vorbelastet sind“, kommentierte Prof. Nico Dragano, Direktor des Instituts für Medizinische Soziologie am Universitätsklinikum Düsseldorf, die Ergebnisse.

Experten gehen zudem davon aus, dass die Verhältnisse, in denen ein Mensch arbeitet, wohnt und lebt eine entscheidende Rolle dabei spielen können, ob sich jemand infiziert und wie schwer er erkrankt.

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Lauterbach: Müssen Risikogruppen besser schützen

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Karl Lauterbach räumte im "ARD-Mittagsmagazin" als Reaktion auf die Studienergebnisse Fehler ein: Die Regierung habe es versäumt, die Risikogruppen ausreichend zu schützen, so der Mediziner ein. "Wir müssen für die Ärmeren einfach mehr tun, als wir bisher gemacht haben." Die Ausbrüche des Coronavirus unter anderem in Fleischfabriken hätten nun aber zu einem Umdenken in der Politik geführt.

Überrascht sei er von den Ergebnissen der Analyse allerdings nicht, sagte Lauterbach. Schließlich zeigten Auswertungen aus anderen Ländern bereits ähnliche Ergebnisse.

USA: Sozial Benachteiligte mit Covid-19 sterben häufiger

Dies gilt unter anderem für Großbritannien. Dort zeigte eine Anfang Mai veröffentlichte Untersuchung der nationalen Statistikbehörde, dass die Todesrate in ärmeren und sozial schwächer gestellten Vierteln mit 76,7 pro 100.000 Einwohnern mehr als doppelt so hoch lag wie in bessergestellten Gegenden mit einer Rate von 35,9. Zudem zeigt eine Studie des Londoner Institute of Fiscal Studies, dass eine Infektion mit dem Coronavirus bei Angehörigen ethnischer Minderheiten häufiger tödlich endet.

Ähnlich erschreckende Unterschiede bei den Ethnien offenbaren auch Statistiken aus mehreren US-Bundesstaaten. So Im Südstaat Louisiana: Dort sind 33 Prozent der Bevölkerung schwarz, Schwarze machen aber aber 70 Prozent der Todesfälle an Covid-19 aus. In Illinois, wo der Bevölkerungsanteil von Afroamerikanern 14 Prozent beträgt, sind 42 Prozent der Toten Schwarze.

Die Ursachen in den USA dürften vielfältig sein: geringes Einkommen, soziale Benachteiligung, die Schwächen des Gesundheitssystems, die Art des ausgeübten Berufs. Zudem leiden Afroamerikaner in den USA häufiger an typischen armutsbedingten chronischen Erkrankungen wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sagte kürzlich der Facharzt und Leiter der US-Gesundheitsbehörde Jerome Adams.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Verwendete Quellen
  • Eigene Recherche
  • AOK Bundesverband
  • Institute of Fiscal Studies: "Are some ethnic groups more vulnerable to COVID-19 than others?"
  • Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
  • Robert Koch-Institut: Berichte zu Armut und Gesundheit
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